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Rat und Stadtbezirksräte

Auszug - Technologiestudie: Erwartete Marktreife von alternativen Bussystemen zum Zeitpunkt 2030  

Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses
TOP: Ö 3.2
Gremium: Planungs- und Umweltausschuss Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Mi, 19.09.2018 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 15:00 - 19:01 Anlass: Sitzung
Raum: Rathaus, Großer Sitzungssaal
Ort: Platz der Deutschen Einheit 1, 38100 Braunschweig
Zusatz: Im Anschluss an die Beratungen im öffentlichen Teil der Sitzung findet eine Einwohnerfragestunde statt.
 
Wortprotokoll
Beschluss
Abstimmungsergebnis

Herr Lange, Teamleitung Elektromobilität der Firma Verkehrs-Consult Dresden-Berlin GmbH, stellt die Technologiestudie zur erwarteten Marktreife von alternativen Bussystemen zum Zeitpunkt 2030 anhand einer Beamerpräsentation vor.

 

Ratsherr Rosenbaum bittet, auch unter Bezugnahme auf regionale Brennstoffzellen-Innovationen, die Präsentation den Ausschussmitgliedern zur Verfügung zu stellen. Protokollnotiz: Der Versand der Präsentation an die Ausschussmitglieder ist mit E-Mail vom 21. September 2018 erfolgt.

 

Ratsherr Manlik teilt mit, er sehe die Problematik der auf etwa zwei Jahre begrenzten Kapazität der Batterien in Bezug auf die Ökobilanz, vergleichsweise hoher Kosten insbesondere in der Einführungsphase sowie derzeit begrenzter Kapazitäten zur täglichen Ladung, insbesondere in Bezug auf wünschenswerte Schnellladesäulen, und erbittet hierzu ergänzende Ausführungen von Herrn Lange. Er fragt zudem, inwieweit der zeitnahe Einsatz wasserstoffbasierter Antriebssysteme (Brennstoffzellenfahrzeuge) in Frage komme.

 

Herr Lange geht bezugnehmend auf die wirtschaftliche und ökologische Betrachtung auf Langzeittests zur voraussichtlichen Lebenszeit der Batterien ein. Es brauche ca. 35 bis 40 Megawatt, um 100 Busse für 12 Stunden vollständig zu laden. Wenn dieselbetriebene Busse sukzessive in einem Zeitraum von etwa 10 bis 12 Jahren ausgetauscht werden, gelte es, die Ladeinfrastruktur parallel aufzurüsten. Herr Lange betont, dass es aktuell nicht praktikabel sei, Busse mit wasserstoffbasierten Antriebssysteme einzusetzen, auch sei eine Beschaffung mangels Anbieter derzeit nicht möglich.

 

Auf Nachfrage der Ratsherren Bley und Möller geht Herr Lange darauf ein, welche technologischen Entwicklungen zu erwarten seien und für die Studie zu Grunde gelegt wurden.

 

Herr Reincke betont den hohen ökologischen Nutzen alternativer Antriebssysteme.

Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sei Folgendes zu beachten: Die Braunschweiger Verkehrs-GmbH fahre mit Bussen derzeit ca. 7,5 Mio. km/Jahr. Wären alle Busse mit Elektroantrieb ausgestattet, würden sich nach derzeitigem Stand jährliche Mehrkosten in Höhe von ca. 11 Millionen Euro ergeben.

Die Umstellung befinde sich noch ganz am Anfang. Es gebe deutschlandweit aktuell nur 99 Busse mit induktiver Ladetechnologie im Einsatz, hiervon 5 in Braunschweig. Erfahrungen würden zeigen, dass Busse mit induktiver Ladetechnologie derzeit noch nicht so zuverlässig wie Dieselmodelle seien. Zudem gebe es Probleme bei der zeitnahen Beschaffung.

Er empfiehlt daher, aktuell keine Vorfestlegung zu treffen, stattdessen den Markt intensiv weiter zu beobachten, bevor risikobehaftete Investitionen getätigt werden, die sich als nicht nachhaltig herausstellen könnten.

 

 

Protokollnotiz:

Der Rat der Stadt Braunschweig hat am 20.06.2017 zur Drucksache 17-04719 das Folgende beschlossen:

1. "Die Verwaltung wird gebeten, in Zusammenarbeit mit verschiedenen im Bereich der alternativen Antriebstechniken tätigen Forschungseinrichtungen eine Ermittlung der bis 2030 möglichen serienreifen Antriebssysteme für Busse im ÖPNV durchzuführen und den Ratsgremien vorzustellen."

2. "Auf Basis dieser Ermittlungen möge die Verkehrs-GmbH ein Konzept erstellen, das parallel zu den Planungen zum Stadtbahnausbaukonzept Stadt-Bahn-Plus die Umstellung des Busverkehrs auf die für die Serienproduktion geeigneten Antriebstechniken bis zum Jahr 2030 vorsieht bzw. aus dem ersichtlich wird, welche Strecken(abschnitte) für eine Umstellung auf derartige Busse im Sinne einer erhöhten CO2-Einsparung in Frage kommen."

 

Arbeitsauftrag 1, eine Ermittlung und Präsentation, ist hiermit erfüllt.

Arbeitsauftrag 2, ein Konzept zu erstellen, wird erst bei Vorliegen neuer Erkenntnisse weiterverfolgt.