EN

Rat und Stadtbezirksräte

Auszug - Vortrag: Stadtklima  

Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses
TOP: Ö 3.1
Gremium: Planungs- und Umweltausschuss Beschlussart: (offen)
Datum: Mi, 20.03.2019 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 15:00 - 19:41 Anlass: Sitzung
Raum: Rathaus, Großer Sitzungssaal
Ort: Platz der Deutschen Einheit 1, 38100 Braunschweig
Zusatz: Im Anschluss an die Beratungen im öffentlichen Teil der Sitzung findet eine Einwohnerfragestunde statt.
 
Wortprotokoll
Abstimmungsergebnis

Die Beamer-Präsentation wurde den Gremienmitgliedern vorab am 18. März 2019 zur Verfügung gestellt und ist im Ratsinformationssystem zu TOP 3.1. einsehbar.

 

Herr Gekeler und Herr Trute tragen vor.

Die neue Stadtklimaanalyse des FB 61 ist eine wichtige Grundlage für städtebauliche Planungen. Sie gibt Aufschluss über das Zusammenspiel zwischen großumigen Freiflächen im Außenbereich, den Luftleitbahnen und überhitzten, dicht bebauten Siedlungsbereichen. Als Grundlage eines Rahmenprojektes im ISEK betrachtet sie nicht nur das aktuelle Stadtklima in Braunschweig, sondern wirft auch einen Blick in die Zukunft und gibt Auskunft darüber, wie sich das Stadtklima bis zum Jahr 2050 verändern könnte. Im Ergebnis wird es deutlich wärmer und Freiflächen im Umland sowie Parks, Grünflächen und Gewässer werden zukünftig noch wichtiger für die Belüftung der Stadt und damit für das Wohlbefinden der Bevölkerung.

Mehr hierzu im Internet unter www.presse-service.de/data.aspx/static/1011509.html und www.braunschweiger-zeitung.de/braunschweig/article216711375/Die-Stadt-kann-neues-Gruen-gut-vertragen.html.

 

Frau Dr. Goclik fragt: Was kann man - aufbauend auf Dachbegrünung - bei Nachverdichtung bestenfalls tun? Ist perspektivisch zu erwarten, dass aufgrund der klimatischen Entwicklung mehr Menschen vom städtischen Raum ins Umland ziehen?

Herr Trute erklärt, dass für Wanderbewegungen viele Faktoren eine Rolle spielen, z. B. die verkehrliche Erschließung. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass es klimatisch besser ist bei der Innenentwicklung auf Höhenentwicklung anstatt auf Flächenentwicklung zu setzen, d. h. besser eine höhere Geschossigkeit herzustellen anstatt mehr Flächen zu versiegeln. Zu befürworten seien Fassadenbegrünung, Wasserflächen, Brunnen sowie Tiefgaragen unter Gebäuden.

 

rgermitglied Dr. Schröter nennt beispielhaft ein prämiertes Projekt vom Wissenschaftsladen Bonn "Natur in graue Zonen" und fragt, inwieweit kleinteilige Maßnahmen, z. B. eine Entsiegelung innerstädtischer Gewerbezufahrten, messbar positive Beiträge zum Stadtklima leisten.

Herr Trute hält es für richtig, bei Gewerbeflächen anzusetzen. So gebe es z. B. Vorratsflächen, bei denen eine Versiegelung unnötig ist. Dachbegrünungen seien umso wirkungsvoller desto größer die Fläche sei, womit gewerbliche Lager- und Produktionsstätten prädestiniert sind.

 

rgermitglied Dr. Schröter fragt, ob die dargestellten Modelle für Berechnungen für neue Baugebiete zur Verfügung stehen.

Herr Trute betont, dass die Daten zur Ist-Analyse hiermit der Stadt Braunschweig zur Verfügung gestellt sind. Für neue Baugebiete lässt sich zu Prognose-Situationen einer von mehreren am Markt verfügbaren externen Dienstleister beauftragen.

 

Auf Nachfrage von Bürgermitglied Becker, bezugnehmend auf mehr rot eingefärbte, d. h. bioklimatisch belastete Siedlungsareale in der Prognose 2050 (bei sommerlicher Betrachtung), erläutert Herr Trute, dass in diesem Prognosemodell von unveränderter Bebauung ausgegangen wird. Energetische und sonstige Klimaanpassungsmaßnahmen an den Gebäuden (sog. anthropogene Wärmefreisetzung) vermögen an dieser Stelle nur kleine Effekte zu erzielen, wohingegen mehr Grün, weniger Kfz-Verkehr, etc. die Werte deutlich verbessern könnten.

 

Ratsherr Dr. Mühlnickel fragt zur Kaltluftleitbahn nach dem Unterschied zwischen 80 m (Beispiel: Baugebiete Holzmoor Nord und Dibbesdorfer Straße-Süd) und 100 m Breite (frühere gutachterliche Empfehlung).

Herr Trute erläutert, dass pro 10 m zugebauter Fläche bis zu 300 Kubikmeter Kaltluft pro Sekunde verlorengehen.

 

Ratsherr Dr. Mühlnickel bittet um Einschätzungen zu idealen Orten für Pocket-Parks.

Herr Trute betont, es handele sich um einen von vielen Aspekten zur kleinräumigen Verbesserung. Es sei sinnvoll, von Nutzungsansprüchen auszugehen und Wegebeziehungen sowie schattige Fuß- und Radwege und ÖPNV-Haltestellen in den Fokus zu nehmen.

 

Auf einen Hinweis des Ratsherrn Dr. Büchs zum Laserscanverfahren auf privatem Grund und dem Anwendungsfeld Baumschutzsatzung eingehend, betont Stadtbaurat Leuer, dass dies nicht Gegenstand des Auftrages ist.

Man freue sich, im Rahmen der weiteren dynamischen Entwicklung ein wirkungsvolles Instrument bei der städtebaulichen Abwägung nutzen zu können.


 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Vortrag Stadtklima (9214 KB)