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Rat und Stadtbezirksräte

Auszug - Sindbad im Prinzenpark (neu: Ingo Schramm, FDP)  

Sitzung des Stadtbezirksrates im Stadtbezirk 120 Östliches Ringgebiet
TOP: Ö 8.3
Gremium: Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 120 Östliches Ringgebiet Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Mi, 15.05.2019 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 19:00 - 21:30 Anlass: Sitzung
Raum: Begegnungsstätte Am Wasserturm
Ort: Hochstraße 13, 38102 Braunschweig
Zusatz: Vor Eintritt in die Tagesordnung findet eine Fragestunde für Einwohnerinnen und Einwohner statt.
19-10699 Sindbad im Prinzenpark
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Anfrage (öffentlich)
Federführend:10 Fachbereich Zentrale Dienste   
 
Wortprotokoll
Beschluss
Abstimmungsergebnis

Herr Schramm trägt den Text der Anfrage nochmals vor und begründet sein Interesse an den angefragten Informationen. Er geht in diesem Zusammenhang insbesondere auf die möglicherweise zu erwartende Verkehrsbelastung im ohnehin stark frequentierten Bereich des Östlichen Ringgebietes ein. Einer Besucherlenkung mit Schwerpunkt auf Nutzung des ÖPNV sollte daher im Fall der Nutzungsgenehmigung der Vorzug gegeben werden.

Herr Knobloch vom Fachbereich Stadtgrün und Sport erläutert zum bisherigen Verfahren, dass mit dem Verein Lindenblüten e.V. mehrere mögliche Standorte im Bereich des Prinz-Albrecht-Parks in Augenschein genommen wurden. U. a. handelt es sich dabei um die Fläche hinter der Kindertagesstätte, die sogenannte Cheyenne-Wiese und Flächen im Bereich der Lünischhöhe. Herr Bader vertritt die Auffassung, dass der Bezirksrat über eine Beschlussvorlage eingebunden werden müsste, zumindest jedoch über eine aussagekräftige Mitteilung. Herr Knobloch konzediert, dass die vom Bezirksrat kritisch kommentierte Vorgehensweise, erst über eine Anfrage in Kenntnis gesetzt zu werden, unglücklich ist. Die Verwaltung wird den Stadtbezirksrat zeitnah über das weitere Vorgehen in der Angelegenheit unterrichten.

 

Um 19:50 Uhr unterbricht Frau Krause die Sitzung, um Frau Maul und Herrn Glogowski vom Verein Lindenblüten e. V. die Gelegenheit zu geben, das Projekt vorzustellen. Frau Maul führt aus, dass in der Zeit vom 4. bis zum 23. August insgesamt 23 Aufführungen in einem sogenannten Arena-Theater vorgesehen sind. Die theoretisch mögliche Auslastung des Zeltes liegt bei maximal 300. Durch die spezielle Konzeption der Veranstaltung ist davon auszugehen, dass durchschnittlich jedoch nur 120 Besucherinnen bzw. Besucher (Zielgruppe: Kinder ab vier Jahren) kommen. Frau Maul erläutert, dass das Projekt nur dann erfolgreich verlaufen wird, wenn es in einer entsprechenden Atmosphäre/Umgebung durchgeführt wird. Von daher ist es nicht denkbar, das Zelt z. B. auf dem Messegelände an der Eisenbütteler Straße aufzustellen. Zur Herstellung eines wünschenswerten Ambientes ist die Einbettung der Veranstaltung in den Park notwendig. Der in der Diskussion befindliche Standort an der Lünischhöhe ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht direkt zu erreichen, so dass schon diese Standortwahl den Erfolg des Projekts in Frage stellen würde. Es geht bei dem Stück „Sindbad der Seefahrer" um ein Mitmachtheater. Der Eintritt beträgt 5 Euro. Wünschenswert wäre es, wenn Firmen Kita-Gruppen und Schulklassen im Wege des Sponsorings den Besuch ermöglichen. Frau Maul legt Wert auf die Feststellung, dass der Verein nicht gewinnorientiert arbeitet.

 

Nach Wiedereintritt in die Bezirksratssitzung äußert Herr Bader nochmals deutliche Kritik am Vorgehen der Verwaltung. Ein heute entstehendes "Meinungsbild" stellt nach Ansicht von Herrn Loeben zudem keine verlässliche Handlungsbasis dar. Er thematisiert zudem die Problemfelder Vandalismus und Umwelt- bzw. Tierschutz. Frau Wanzelius spricht sich ausdrücklich für die Durchführung des Projekts aus, da es ihrer Ansicht nach die Kreativität von Kindern fördert und eine sinnvolle Alternative zu den mittlerweile hauptsächlichen Beschäftigungen in der digitalen Welt bedeutet. Rein formale Erwägungen sollten dabei in den Hintergrund treten. Auf Nachfrage aus dem Bezirksrat wird mitgeteilt, dass das Zelt einen Durchmesser von 20 m haben wird.

 

Frau Krause fasst die Wortbeiträge dergestalt zusammen, dass eine Tendenz im Stadtbezirksrat zu erkennen ist, das Vorhaben zu unterstützen bzw. befürwortend zu begleiten. Allerdings erwartet der Bezirksrat in diesem Fall eine zeitnahe Information, wie weiter vorgegangen wird und darüber hinaus in vergleichbaren Fällen künftig eine qualifizierte Form der Beteiligung. Bei der Festlegung des endgültigen Veranstaltungsortes sollen schutzwürdige Aspekte unbedingt beachtet werden. Zudem sind dem Veranstalter Auflagen zur Verkehrsreduzierung zu erteilen (Kombiticket). Da der mehrfach geäußerte Wunsch, hier in der Juni-Sitzung zu einer Beschlussfassung zu kommen, für die Projektierung bei einem Veranstaltungsbeginn Anfang August zu spät wäre, wird in diesem Fall im Interesse der Realisierung darauf verzichtet. In künftigen Fällen möge die Verwaltung jedoch vorausschauender und sensibler mit dem Stadtbezirksrat umgehen.