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Rat und Stadtbezirksräte

Auszug - Verbreitung und Schutz von Fledermäusen in der Stadt Braunschweig  

Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses
TOP: Ö 26.1
Gremium: Planungs- und Umweltausschuss Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Mi, 12.06.2019 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 15:00 - 19:34 Anlass: Sitzung
Raum: Rathaus, Großer Sitzungssaal
Ort: Platz der Deutschen Einheit 1, 38100 Braunschweig
Zusatz: Im Anschluss an die Beratungen im öffentlichen Teil der Sitzung findet eine Einwohnerfragestunde statt.
19-10217 Verbreitung und Schutz von Fledermäusen in der Stadt Braunschweig
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Anfrage (öffentlich)
Federführend:0100 Referat Steuerungsdienst   
 
Wortprotokoll
Beschluss
Abstimmungsergebnis

Herr Gekeler verliest die Stellungnahme 19-10217-01. Es werden Fotos von Fledermausquartieren gezeigt.

 

Ratsherr Dr. Büchs fragt zum geplanten Fledermausturm am Dowesee, inwiefern dies gesetzlichen Vorgaben entspreche, weil doch die Ausgleichsmaßnahmen zum BraWo-Park im unmittelbaren räumlichen Zusammenhang stattfinden müssten.

Herr Gekeler erklärt, dass die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden. Da es sich um ein potenzialträchtiges Gebiet handelte, wurden im Bebauungsplanverfahren 93 Ersatzquartiere festgesetzt. Hiervon wurden 68 im unmittelbaren räumlichen Zusammenhang geschaffen, mehr als der Bestand. 25 sind nicht im Bereich des Bebauungsplans AW 107 verortet, sondern an anderen Orten im Stadtgebiet, von denen Fledermäuse mit besonders hoher Wahrscheinlichkeit partizipieren, z. B. Nahrungshabitate vorhanden sind. Der Standort am Dowesee biete viele Synergieeffekte (siehe unten). Es bestehe Aussicht auf eine Realisierung des Fledermausturms am Dowesee in der Nähe des Landesgartenvereins mit besser geeigneter Bodenbeschaffenheit.

 

Ratsherr Dobberphul fragt nach einem Ausblick zur Fledermauspopulation und nach Initiativen zur Förderung.

Alle Fledermausarten, die sich hier wohlfühlen können, sind im Stadtgebiet vertreten, hebt Herr Gekeler hervor. Er erläutert, die angeführten Ergebnisse lassen darauf schließen, dass die Population insgesamt stabil ist. Im bebauten Bereich sei der Trend rückläufig, insbesondere weil Bauten mit Wärmedeckung weniger Unterschlupfmöglichkeiten bieten. Die Festsetzung von Nisthilfen in Bebauungsplänen sowie Aufklärungsarbeit seien wirkungsvolle Instrumente.

 

Frau Dr. Goclik fragt nach konkreten Fledermauserfassungen am Dowesee. Sie fragt zudem, inwieweit es andere defizitärere Bereiche gibt, an denen der Fledermausturm trotz Synergismen mit dem RUZ, etc. aufgestellt werden sollte.

Protokollnotiz: Am Dowesee wurden bisher keine fledermauskundlichen Untersuchungen durchgeführt. Für das Stadtgebiet liegen keine flächendeckenden Untersuchungen zur Fledermausfauna vor, sodass nicht abschließend datenbasiert beurteilt werden kann, welche anderen Bereiche besonders defizitär hinsichtlich der Quartiersituation sind. Der Dowesee wurde jedoch als guter Standort für den Fledermausturm ausgewählt, weil die vorhandene Biotopausstattung diverse Fledermausarten erwarten lässt. Es handelt sich zudem um einen gut betreuten Bereich, der nachts nicht frei zugänglich und dadurch wenig Vandalismusschäden erwarten lässt. Weiterhin bestehen durch die Kombination mit RUZ gute Möglichkeiten, die Tiergruppe der Fledermäuse in der Umweltbildung zu berücksichtigen. Insbesondere aufgrund der Kombination dieser Aspekte gibt es keinen anderen Bereich, an denen der Fledermausturm eher aufgestellt werden sollte.

 

 


 


Der Ausschuss nimmt die Stellungnahme der Verwaltung zur Kenntnis.