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Rat und Stadtbezirksräte

Vorlage - 15-00181  

Betreff: Sitzung des Gestaltungsbeirats am 29.05.2015
Status:öffentlichVorlage-Art:Mitteilung
Federführend:0610 Stadtbild und Denkmalpflege   
Beratungsfolge:
Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 131 Innenstadt zur Kenntnis
30.06.2015 
Sitzung des Stadtbezirksrates im Stadtbezirk 131 zur Kenntnis genommen   
Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 120 Östliches Ringgebiet zur Kenntnis
01.07.2015 
Sitzung des Stadtbezirksrates im Stadtbezirk 120 Östliches Ringgebiet zur Kenntnis genommen   
Planungs- und Umweltausschuss zur Kenntnis
08.07.2015 
Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses zur Kenntnis genommen   
Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 331 Nordstadt zur Kenntnis
24.09.2015 
Sitzung des Stadtbezirksrates im Stadtbezirk 331 zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Anlage/n
Anlagen:
Erste Modellstudie zur Bebauung "An der Petrikirche"

Sachverhalt:

 

Der Gestaltungsbeirat hat sich in seiner letzten Sitzung am 29.05.2015 mit folgenden drei Themen befasst:

 

  1. Entwurfsstudie Bebauung an der Petrikirche

 

  1. Wohnbauprojekt Nördliches Ringgebiet

 

  1. Wohnbauprojekt Langer Kamp

 

Nachfolgend wird das Ergebnis der jeweiligen Abstimmungen im Beirat zusammenfassend wiedergegeben:

 

 

1. Entwurfsstudie Bebauung an der Petrikirche

 

Nach einer Anregung in der Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses vom Februar 2015 hat sich der Gestaltungsbeirat in seiner Sitzung am 29.05.2015 mit dem vorliegenden Entwurfsstand einer Bebauung An der Petrikirche von Herrn Professor Struhk befasst. Nörd-lich und östlich an das Grundstück der Petrikirche angrenzend soll hier ein neues Wohn- bzw. Bürogebäude an der Ecke Gördelingerstraße/Lange Straße entstehen.

 

Der Entwurf von Herrn Professor Struhk (siehe erste Modellstudie in der Anlage) sieht ein in Teilen fünfgeschossiges Gebäude vor, das die Petrikirche nach Norden und nach Osten ein-rahmt. Der Schwerpunkt liegt in einer Wohnnutzung in den Obergeschossen, im Erdgeschoss sind Teile der Kirchenverwaltung und eine Begegnungsstätte vorgesehen.

 

Die Diskussion im Gestaltungsbeirat hat die städtebauliche Disposition, die Kubatur sowie die architektonische Ausformulierung des Gebäudeentwurfes beleuchtet.

 

Städtebau/Kubatur

 

Die Baumassenverteilung auf dem Grundstück wird im Beirat intensiv diskutiert.


 

Da die Petrikirche im Gegensatz zu den Stadtkirchen der mittelalterlichen Weichbilde eine Kirche im engen baulichen Kontext war und keinen zentralen Platzraum besetzt hat, erscheint den Gestaltungsbeiratsmitgliedern die rahmende Bebauung auch in dieser vorgeschlagenen Höhe folgerichtig. Die Baumassenverteilung wird in der vorgeschlagenen Form daher grundsätzlich befürwortet.

 

Ein weiteres Zurückweichen des Baukörpers von der Sichtachse Hintern Brüdern als vorgestellt wird von den Gestaltungsbeiratsmitgliedern nicht als erforderlich angesehen.

 

Der Gestaltungsbeirat sieht es hingegen als notwendig an, die öffentlichen Räume um die Kirche herum hochwertig zu gestalten. Im Westen sollte am Haupteingang der Kirche ein „Kirchplatz“ ausgebildet werden. Aus dem Beirat wird die Anregung gegeben, auf die Eigen-tümer des angrenzenden Garagenbaus zuzugehen, um hier perspektivisch eine hochwerti-gere Platzkante auszubilden.

 

Der Zwischenraum zwischen Kirche und neuer Straßenrandbebauung soll zu einem öffentlich zugänglichen „Kirchhof“ ausgebildet werden. Der Umgang um die Kirche soll jederzeit öffentlich möglich sein.

 

 

Architektur

 

Dieser städtisch und öffentlich nutzbare Zwischenraum erfordert nach Meinung der Gestaltungsbeiratsmitglieder auch eine entsprechende städtisch ausgerichtete Fassadenausbildung des Neubaus hin zur Kirche. Die derzeit erkennbare aufgelockerte, in Terrassen aufgelöste Fassade zur Kirche werde diesem Anspruch nicht gerecht.

 

Hier wird übereinstimmend ein Überarbeitungsbedarf gesehen. Eine stärkere vertikale Glie-derung des neuen Baukörpers in Korrespondenz zur Bebauung an der Straße An der Petri-kirche wird zusätzlich empfohlen.

 

Herr Professor Struhk wird die Forderungen und Empfehlungen des Gestaltungsbeirates in den weiteren Entwurfsprozess mit aufnehmen. Spätestens im Auslegungsbeschluss für den Bebauungsplan An der Petrikirche IN 248 wird dies dann anhand modifizierter Plan- und Modelldarstellungen nachvollziehbar sein.

 

 

2. Wohnbauprojekt Nördliches Ringgebiet

 

Die Teilnehmer des Gestaltungsbeirats hatten im Vorfeld das Gestaltungshandbuch und das Farbkonzept zum Nördlichen Ringgebiet, beides ausgearbeitet von Prof. Ackers, erhalten. Der Beirat akzeptiert beide Papiere in der vorliegenden Form.

 

Im Anschluss werden vonseiten der Verwaltung die beiden Siegerentwürfe des Realisierungswettbewerbes „Nördliches Ringgebiet 1. Bauabschnitt“ (Finkelstein Architekten und OM-Architekten) vorgestellt.

 

Nach intensiver Diskussion spricht sich der Gestaltungsbeirat für folgende Änderungen aus:

 

  • In der weiteren Ausformulierung muss eine stärkere Individualisierung der Baukörper erfolgen.

 

  • Daher sollen keine durchgehenden einheitlichen Staffelgeschosse ausgebildet werden.

 


  • Daher sollen keine durchgehenden einheitlichen Kolonnaden im Erdgeschoss ausgebildet werden – nur optional, wenn die Nutzung dies erfordert.
     
  • Die Dachausbildung des Eckgebäudes von OM-Architekten zum Park muss neu gestaltet werden, da ein Baukörper an dieser besonderen Stelle nach Auffassung der Mitglieder eine klare städtebauliche Kontur aufweisen müsse.
     

Im weiteren Verfahren sollen dem Beirat konkrete Entwürfe zur Umsetzung im Vorfeld eines Bauantragsverfahren vorgelegt werden, so dass ein beratender ggfs. auch korrigierender Einfluss noch rechtzeitig möglich ist.

 

Bei stringenter Übernahme entsprechender Empfehlungen des Beirats ist für den jeweiligen Projektentwickler dann ein reibungsloses und damit zügiges Baugenehmigungsverfahren zu erwarten.

 

 

3. Wohnbauprojekt Langer Kamp

 

Der aktualisierte Lageplanentwurf wird vorgestellt. Das öffentlich zugängliche Wegesystem im Innern findet die Zustimmung der Beiratsmitglieder.

 

Vom Beirat wird ein Vorschlag befürwortet, die Mauer im Eckbereich Langer Kamp/ Gliesmaroder Straße nach erforderlichem Rückbau zukünftig transparenter zu gestalten. Zwischen einzelnen Mauerpfeilern sollen Gitterstäbe aus Metall eingesetzt werden. Außerdem soll über die gesamte Länge der Umfassungsmauer eine niedrige Hecke gepflanzt werden. Im Bereich Gliesmaroder Straße vor dem Bestandsbau soll die Mauer unverändert massiv bleiben.

 

Die vorgeschlagene Erhöhung des neuen Bürogebäudes an der Hans-Sommer-Straße auf insgesamt 30 m (9 Geschosse) wird vom Beirat aufgrund des benachbarten Unihochhauses unkritisch betrachtet.

 

Vom Beirat werden darüber hinaus Empfehlungen zur Gestaltung des dort befindlichen überirdischen Kundenparkplatzes für den zukünftigen Lebensmittelmarkt im Eckbereich Hans-Sommer-Straße/Langer Kamp gegeben.

 

Die Festlegungen und Empfehlungen des Gestaltungsbeirates werden im Auslegungsbeschluss des B-Planes berücksichtigt.

 


Anlage/n:

Erste Modellstudie zur Bebauung An der Petrikirche

 

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Erste Modellstudie zur Bebauung "An der Petrikirche" (463 KB)