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Rat und Stadtbezirksräte

Vorlage - 15-00252  

Betreff: Neubau der Hennebergbrücke
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
Federführend:66 Fachbereich Tiefbau und Verkehr   
Beratungsfolge:
Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 132 Viewegsgarten-Bebelhof Vorberatung
07.07.2015 
Sitzung des Stadtbezirksrates im Stadtbezirk 132 ungeändert beschlossen   
Planungs- und Umweltausschuss Entscheidung
08.07.2015 
Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses ungeändert beschlossen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n
Anlagen:
Variante 1 bis 4 aus Voruntersuchung
Variante 4 Rahmenbrücke__

Sachverhalt:

 


Begründung:

 

Die Beschlusskompetenz des Planungs- und Umweltausschusses ergibt sich aus § 76 Abs. 3 S. 1 NKomVG i. V. m. § 6 Nr. 4 lit. a Hauptsatzung.

Im Sinne dieser Zuständigkeitsnorm handelt es sich bei der Vorlage um einen Beschluss über Planungen von Brückenbaumaßnahmen, für die der Planungs- und Umweltausschuss beschlusszuständig ist.

 

Anlass:

 

Die vorhandene Fußgängerbrücke über die Oker in Verlängerung der Hennebergstraße im Bürgerpark ist seit April 2014 aufgrund von Bauwerksschäden komplett gesperrt. Da eine wirtschaftliche Instandsetzung nicht möglich ist, muss die Brücke durch einen Neubau ersetzt werden.

 

Verkehrsbedeutung der Brücke:

 

Die Hennebergbrücke überführt einen Fuß- und Radweg über den Okerumflutgraben im denkmalgeschützten Bürgerpark. Dieser wird intensiv von Fußgängern und Radfahrern ge-nutzt. Von Nordwesten ist die Brücke über die Nìmesstraße, von Osten über die Henneberg-straße erreichbar. Weiterhin gibt es parkinterne Zuwegungen. Über die Wegeverbindung werden das Bad in der Nìmesstraße, das Hotel im Bürgerpark sowie die Volkswagenhalle erreicht. Die Brücke befindet sich im Verlauf einer wichtigen Radroute, die östlich der Wol-fenbütteler Straße mit der Campestraße als Fahrradstraße fortgeführt wird.

 

Randbedingungen für den Neubau:

 

Das neue Brückenbauwerk muss einen ungehinderten Durchfluss des 100-jährlichen Hoch-wassers (HQ 100) gewährleisten. Zudem dürfen die von der Brücke abgehenden Dämme in das Wegenetz nicht zu hoch sein, damit nicht zu viel Speichervolumen für Hochwasser (Re-tentionsraum) verloren geht. Zu berücksichtigen ist ebenfalls die denkmalgepflegte Anlage des Bürgerparks.

 

Für das Brückenbauwerk wird unter Beachtung der ERA (Empfehlungen für Radverkehrsan-lagen) und aufgrund zahlreicher Veranstaltungen im Park wie u. A. das jährliche Entenrennen mit Ziel an der Hennebergbrücke eine lichte Breite von 4 m zwischen den Geländern vorgesehen. Die Brücke soll von Rettungsfahrzeugen und kleineren Wartungsfahrzeugen (Krankenwagen) im Bedarfsfall genutzt werden können. Dazu ist eine lichte Höhe von 3,50 m für die Fahrzeuge zu berücksichtigen.

 

Für die Lage und die Länge sowie die Gründung des Bauwerkes sind die im Umfeld des Pla-nungsbereiches der Brücke befindlichen Entwässerungskanäle, eine gedükerte Schmutz-wasserdruckleitung und eine noch vorab zu dükernde Trinkwasserleitung zu berücksichtigen.

 

Um die Baukosten und den Unterhaltungsaufwand möglichst gering zu halten, wird auf Gründungen in der Oker verzichtet. Die neue Brücke wird ca. 33 m lang und soll an der Stelle der Bestandsbrücke errichtet werden.

 

Planung:

 

Im Zuge der Vorplanung wurden Varianten in Bezug auf die Überbaukonstruktion und die Wahl der Materialien untersucht. Eine Holzkonstruktion wurde ausgeschlossen, da sie bei der erforderlichen Spannweite keine wirtschaftliche Bauweise erwarten lässt.

 

Brückenkonstruktionen aus Stahlbeton oder Spannbeton sind hier ebenfalls nicht wirtschaft-lich möglich, da durch die erforderliche statische Überbauhöhe wesentlich höhere An-schlussdämme mit einer erheblichen Einschränkung des Hochwasserabflusses erforderlich werden.

 

Im Zuge der Betrachtungen verschiedener Varianten stellte sich heraus, dass an dieser Stelle eine Rahmen-, Bogen-, oder Fachwerkkonstruktion aus Stahl technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist.

 

Das Fachwerk und auch der Bogen würden den Bereich jedoch stark dominieren. Insbesondere im denkmalgeschützten Bürgerpark sollte sich die Brücke jedoch möglichst dezent in die Anlage einfügen. Deshalb ist die Rahmenbrücke die für diese Stelle geeignete Brückenkonstruktion.

 

Die Tragkonstruktion wird durch einen eingespannten, als Einfeldträger ausgebildeten

trapezförmigen Stahlhohlkasten ausgebildet. Die Trägerhöhe beträgt an den Widerlagern

ca. 1 m und verjüngt sich in Brückenmitte auf ca. 35 cm. Die Stahlbetonwiderlager der Brücke werden auf Stahlbetonpfählen gegründet. Durch die leichte Krümmung des Hohlkastens wirkt das Bauwerk für den Betrachter filigran, leicht und elegant. Auch durch die Einspannung in den Widerlagern kommt die Brücke mit einer sehr schlanken Tragkonstruktion aus. Dadurch sind nur geringe Wegeanpassungen erforderlich.

 

Die Geländer bestehen aus Geländerpfosten mit horizontalen Stäben bzw. Seilen. Durch Einhaltung eines kleinen Stababstandes und durch nach innen verspringende Geländerholme wird ein Hindurch- oder Überklettern unterbunden.

 

An den Brückenenden sollen Lichtmaste in Verlängerung der Geländer zur Ausleuchtung der Brückenfläche angeordnet werden. Bei beidseitiger Anordnung der Lichtmasten entsteht eine Portalwirkung sowohl bei Tag als auch bei Nacht.

 

 

 

 

Kosten:

 

Die Kosten für die Brücke betragen ca. 870.000,- €. Im Haushaltsjahr 2015 stehen im Projekt 5E.660109 Mittel in Höhe von 80.000,- € in 2015 und im IP 2016 750.000,- € zur Verfügung. Weitere 40.000 € wird die Verwaltung im Rahmen der Ansatzveränderungen haushaltsneutral in den Entwurf des Haushaltsplans 2016 aufnehmen. Die Deckung erfolgt aus anderen Brückenprojekten.
 

 


Beschluss:

 


„Dem Bau der Hennebergbrücke als Rahmenbauwerk wird mit einem Kostenvolumen von 870.000 € zugestimmt.“
 

 


Anlage/n:


Statische Darstellung der 4 Varianten

Entwurfsplan Rahmenbauwerk
 

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Variante 1 bis 4 aus Voruntersuchung (919 KB)    
Anlage 2 2 Variante 4 Rahmenbrücke__ (462 KB)