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Rat und Stadtbezirksräte

Vorlage - 16-01782  

Betreff: Wilhelm Raabe-Literaturpreis
Anpassung der Vergabegrundsätze
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
Federführend:DEZERNAT IV - Kultur- und Wissenschaftsdezernat   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Kultur und Wissenschaft Vorberatung
02.09.2016 
Sitzung des Ausschusses für Kultur und Wissenschaft ungeändert beschlossen   
Verwaltungsausschuss Vorberatung
06.09.2016    Sitzung des Verwaltungsausschusses      
Rat der Stadt Braunschweig Entscheidung
13.09.2016 
Sitzung des Rates der Stadt Braunschweig ungeändert beschlossen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n
Anlagen:
Anlage_1_Anpassung_Vergaberichtlinien_Raabe-Preis

Sachverhalt:


Der Wilhelm Raabe-Literaturpreis (vorher Raabepreis) wurde erstmalig im Jahr 2000 nach den derzeit gültig formulierten Vergaberichtlinien vergeben. Der Preis ist das Ergebnis einer mit Deutschlandfunk Ende 1998/Anfang 1999 geschlossenen Kooperation. Seitdem wurde der Preis alle zwei Jahre vergeben.

 

Im Jahr 2010 beschlossen die Kooperationspartner, den Preis jährlich zu vergeben mit dem erklärten Ziel, den Preis zu den höchstdotiertesten Literaturpreisen Deutschlands aufschließen zu lassen und um damit ein noch deutlicheres Bekenntnis zur Literatur- und somit auch zur Autorenförderung zu geben. Das Preisgeld wurde von 25.000 € auf 30.000 € erhöht. Der Rat hat den vorgeschlagenen Änderungen in der Sitzung am 16. Februar 2010 zugestimmt (Drs. 13060/10).

Tatsächlich lässt sich feststellen, dass die bundesdeutschen Feuilletons durch die jährliche Vergabe und die Erhöhung der Dotierung dem Preis mehr Aufmerksamkeit widmen.

 

Rahmenbedingungen für die Jury:

Eine Jury aus Literaturkritikern und Literaturfachleuten entscheidet über die Schriftstellerin/den Schriftsteller, die/der im jeweiligen Vergabejahr mit einem aktuellen literarischen Buch den Preis erhält. Sie hat das alleinige Vorschlagsrecht und wird einvernehmlich von den preisvergebenden Partnern berufen.

Nach den aktuellen Vergaberichtlinien wird die Jury aus 9 stimmberechtigen Personen / Sitze gebildet; zwei der Sitze werden von der Stadt Braunschweig benannt. Die Stadt hat seit dem Jahr 2000 einen der Sitze dem Germanistischen Seminar der TU Braunschweig zur Verfügung gestellt und damit dieses Stimmrecht auf die TU übertragen. Den zweiten Sitz hat die jeweilige Kulturdezernentin / der jeweilige Kulturdezernent der Stadt Braunschweig inne. Dieses Stimmrecht ist bislang nicht auf Dritte übertragbar.

 

Auswahlverfahren:

Aus einer Vielzahl von deutschsprachigen Neuerscheinungen (D/A/CH) schlagen die Jury-Mitglieder die Buchtitel für eine sog. Longlist vor. Diese Longlist umfasst in der Regel die Lektüre von bis zu 18 Buchtiteln (ca. 4.000 bis 7.000 Buchseiten) und wird durch intensive Buch- und Feuilletonlektüre und Internetrecherche ergänzt.

Aus der Longlist wird nach vollständiger Lektüre ein Votum für die sog. „Shortlist“ herausgefiltert, aus der dann erst, in der eigentlichen Jurysitzung, der Preisträger/die Preisträgerin ermittelt wird.

 

Diese nahezu ganzjährige Vorarbeit macht anteilig 97% der Juryarbeit aus. Die restlichen 3% entfallen auf die eigentliche Jurysitzung im Herbst eines jeden Jahres.

 

Änderung der Vergaberichtlinien

Flexibilisierung der Jury-Tätigkeit:
Vor dem Hintergrund der umfangreichen und zeitintensiven Jury-Tätigkeit soll nun in den Vergaberichtlinien ausdrücklich klargestellt werden, dass die Kulturdezernentin / der Kulturdezernent die Möglichkeit hat, mit der Wahrnehmung der Jury-Tätigkeit und der Ausübung des Stimmrechts nach ihrem / seinem Ermessen eine oder einen andere/n Beschäftigte/n zu beauftragen. Dies dient der flexibleren Handhabung der Jury-Tätigkeit, falls die Aufgabe durch die Kulturdezernentin / den Kulturdezernenten nicht wahrgenommen werden kann. Zudem soll durch die eindeutige Regelung die Rechtssicherheit aller Beteiligten beim Umgang mit der Frage einer möglichen „Vertretung“ der Kulturdezernentin / des Kulturdezernenten in der Jury erhöht werden.

 

Das Stimmrecht bleibt in jedem Fall in der Hand der Stadt Braunschweig, es kann nur durch verschiedene Personen als Vertreter der Stadt realisiert werden.

 

Die vorgeschlagene Anpassung der Vergaberichtlinien bedarf der Zustimmung des Rates, da auch die aktuell geltende Fassung vom Rat beschlossen wurde (s.o.).

 

Dieser Vorlage als Anlage beigefügt ist eine Lesefassung der Vergabegrundsätze, aus der die Änderungen gegenüber der bisherigen Fassung der Vergabegrundsätze durch Fettdruck (Stichwort Jury, 2. Absatz) ersichtlich sind.

 

Die nächste Verleihung des Preises im November 2016 wird – vorbehaltlich der Zustimmung des Rates – bereits auf der Grundlage der neuen Vergabegrundsätze erfolgen.

 

 

 


Beschluss:

 

Künftig wird der Wilhelm Raabe-Literaturpreis der Stadt Braunschweig auf der Grundlage der als Anlage 1 beigefügten Fassung der Vergabegrundsätze vergeben.


 

 


Anlage/n:

 

Anlage 1: Vergaberichtlinien - Vergabegrundsätze des Wilhelm Raabe-Literaturpreises                             durch die Stadt Braunschweig und Deutschlandradio/Deutschlandfunk
 

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Anlage_1_Anpassung_Vergaberichtlinien_Raabe-Preis (153 KB)