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Rat und Stadtbezirksräte

Vorlage - 1957/99  

Betreff: Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplanes
Forderungen und Vorschläge zur Verbesserung der Verkehrsverbindungen im Umfeld der Stadt Braunschweig
Status:öffentlichVorlage-Art:Mitteilung
Federführend:61 Fachbereich Stadtplanung und Umweltschutz   
Beratungsfolge:
Verwaltungsausschuss
14.09.1999    Verwaltungsausschuss      
Planungs- und Umweltausschuss
08.09.1999 
Planungs- und Umweltausschuss (offen)  (1957/99)  

Sachverhalt

Stadt Braunschweig

 

 

Stadt Braunschweig

 

TOP

 

 

 

Der Oberstadtdirektor

Drucksache

Datum

Stadtplanungsamt

1957/99

1999-07-14

61.41-BVWP-VG 1

 

 

 

Beteiligte Ämter/Referate/Institute

Mitteilung

 

Beratungsfolge

Sitzung

 

Tag

Ö

N

Planungsausschuss

Verwaltungsausschuss

1999-09-08

1999-09-14

X

X

 

 

 

 

 

 

Überschrift, Sachverhalt

 

 

 

Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplanes

Forderungen und Vorschläge zur Verbesserung der Verkehrsverbindungen im Umfeld der Stadt Braunschweig

 

 

 

 

Der Verwaltung wurde auf informellem Wege bekannt, dass die Länder aufgefordert sind, bis zum 30. Juni 1999 Anregungen zur Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplanes anzumelden.

 

Eine direkte Aufforderung des Bundes oder eine Weitergabe der Aufforderung an die Region oder die Kommunen, eigene Wünsche anzumelden, ist nicht bekanntgeworden.

 

Um seitens der Stadt Braunschweig trotzdem auf die Fortschreibung des Bundesverkehrs­wegeplanes Einfluss nehmen zu können, hat die Verwaltung kurzfristig die wichtigsten Forderungen und Vorschläge zusammengefasst und dem Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, übermittelt.

 

Aus den genannten Gründen gibt die Verwaltung dieses Schreiben den Ausschüssen im Nachhinein bekannt.

 

I. V.

 

 

 

Jaenicke


 

 

 

 

 

 

Bundesministerium

für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen

Herrn Minister

Franz Müntefering

Robert-Schumann-Platz 1

 

53175 Bonn               Braunschweig, 21. Juli 1999

 

 

ü b e r                                                                                    ü b e r

 

Niedersächsisches Ministerium                            Bezirksregierung Braunschweig

für Wirtschaft, Technologie                                          Bohlweg 38

und Verkehr

Friedrichswall 1                                                        38100 Braunschweig

 

30159 Hannover

 

 

 

 

Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans

hier: Forderungen und Vorschläge zur Verbesserung der Verkehrsverbindungen

im Umfeld der Stadt Braunschweig

 

 

Sehr geehrter Herr Minister Müntefering,

 

vor dem Hintergrund der in absehbarer Zeit anstehenden Beratungen über die Fortschrei­bung des Bundesverkehrswegeplans und der damit einhergehenden Fortschreibung der Bedarfspläne für die Bundesfernstraßen und für die Schienenwege übersenden wir Ihnen als Oberzentrum der Re­gion Braunschweig eine Zusammenstellung der dringlichsten Verkehrsprojekte, durch die frühere Benachteiligungen des Großraums Braunschweig gegenüber anderen Wirtschaftsräumen weiter vermindert werden können. Ziel sollte dabei die Schaffung eines integrierten Verkehrssystems sein.

 

Seit der deutschen Wiedervereinigung und im Hinblick auf die sich in den osteuropäischen Raum ausweitenden Wirtschafts- und Handelsbeziehungen ist besonders der bisher be­nachteiligte Großraum Braunschweig mit seinen über 1 Mio. Einwohnern auf leistungs­fähige Verkehrsverbindungen angewiesen. Im Schienenverkehr fehlt insbesondere eine leistungs­fähige Verbindung des Großraums Braunschweig nach Norden. Im Straßenverkehr ist vor dem Hintergrund des seit der Wiedervereinigung stark gestiegenen Verkehrsauf­kommens die Fertigstellung der Verkehrsprojekte Deutsche Einheit besonders dringlich. Im Wasserstraßennetz ist der Raum Braunschweig durch Mittelland- und Elbe-Seiten-Kanal gut erschlossen, während im Luftverkehr ein adäquater Ausbau des hiesigen Flughafens zum Forschungsflughafen wünschenswert wäre.


Im Einzelnen sollen die im folgenden aufgeführten Maßnahmen in den Bundesverkehrs­wegeplan aufge­nommen bzw. in den vordringlichen Bedarf hochgestuft werden:

 

 

1.              Schienenverkehr

 

1.1              Aufnahme einer leistungsfähigen Direktverbindung zwischen den Wirtschaftsräumen Hamburg und Braunschweig. Die Eisenbahnstrecke 115 im heutigen Ausbauzustand wird den zukünftig zu erwartenden Anforderungen an eine Verbindung Richtung Uelzen/Lüneburg/Hamburg/Lübeck/Kiel in keiner Weise gerecht. Die Verbindung über Hannover ist umwegig und im Nord-Süd-Abschnitt zudem bereits heute überlastet. Gleichzeitig könnte eine derartige leistungsfähige Nord-Süd-Verbindung eine deutliche betriebliche Entlastung der Strecke Hamburg - Hannover und - beispielsweise bei Unfällen oder anderen Betriebsstörungen - eine unabhängige Umleitungsmöglichkeit für den Nord-Süd-Verkehr bewirken.

 

1.2              Zweigleisiger Ausbau des Streckenabschnittes Weddel - Fallersleben der „Weddeler Schleife“, da hier bereits heute die Grenze der Leistungsfähigkeit erreicht ist und auf Grund betrieblicher Abhängigkeiten zweier benachbarter eingleisiger Streckenabschnitte (siehe Punkt 1.3) bei der Abwicklung von langlaufenden ICE-Zugverbindungen Zugverspätungen bereits jetzt zu konstatieren sind. Sie wirken sich unmittelbar auf das gesamte ICE-Netz aus.

 

1.3              Zweigleisiger Ausbau der Verbindung Braunschweig - Löhne zwischen Groß Gleidingen und Hildesheim; nur hierdurch kann eine leistungsfähige Verbindung Richtung Wirtschaftsraum Rhein - Ruhr und Richtung Süden erhalten werden.

 

1.4              Ausbau der Strecke Braunschweig - Helmstedt - Magdeburg - Potsdam - Berlin für Geschwindigkeiten bis zu 160 km/h im noch fehlenden Abschnitt Braun­schweig - Helmstedt.

 

1.5              Ausbau der Verbindung zwischen Braunschweig und Halberstadt mit dem erforder­lichen Lückenschluss nach Sachsen-Anhalt, um hier attraktive Reisezeiten erreichen zu können. Hierdurch kann unter anderem die Straßenverbindung Braunschweig - Halberstadt (B 79) entlastet werden.

 

 

2.              Straßenverkehr

 

2.1              Höherstufungen in den vordringlichen Bedarf

      Umbau des Autobahndreiecks Braunschweig-Südwest mit Ausbau der A 39 zwischen Autobahndreieck Braunschweig-Südwest und Autobahnkreuz Braunschweig-Süd.

      B 214 neu zwischen Braunschweig-Ölper und der Anschlussstelle BS-Watenbüttel an der A 2 (Ortsumgehung Braunschweig-Watenbüttel)
 

2.2              Neuaufnahme in den Bundesverkehrswegeplan:

      Ortsumgehungen besonders belasteter Orte im Zuge der B 4 nördlich von Braunschweig

      B 1 Verlegung im Bereich Lehndorf zur Entlastung der Ortsdurchfahrt

 


2.3              Verkehrsuntersuchung

Wir halten die Beauftragung einer Verkehrsuntersuchung für erforderlich, um die Situation nach Fertigstellung der geplanten Maßnahmen an der A 39 und Fortführung nach Norden beurteilen zu können. Die Stadt Braunschweig befürchtet eine dauerhafte Überlastung der A 39 im Stadtgebiet mit allen daraus resultierenden Folgerungen. Eine derartige Untersuchung sollte auch die Konzipierung entsprechender Gegenmaßnahmen, z. B. eine Untersuchung einer zusätzlichen stadtfernen
Trasse der A 39, beinhalten.

 

2.4              Außerdem weisen wir nochmals auf solche Projekte hin, bei denen der vordringliche Bedarf bereits bestätigt ist, die Planungsphase bereits läuft oder die Realisierung nur an der Finanzierung scheitern könnte.

 

Insbesondere gehen wir davon aus, dass unmittelbar nach der EXPO 2000 der sechsstreifige Ausbau der A 2 einschließlich Lärmschutzanlagen im Bereich Braunschweig fertiggestellt wird, um ständige Beeinträchtigungen des Verkehrsflusses auf der A 2 und damit einhergehende Verkehrsverlagerungen in das städtische Straßennetz zu vermeiden.

 

Hohe Dringlichkeit aus Sicht der Stadt haben weiterhin

      Weiterführung der A 39 bis zur A 2, zügige Planung und Ausbau der fehlenden Abschnitte B und C

      zügige Umsetzung des bereits 1994 unanfechtbar planfestgestellten VII. Abschnitts der A 391 von Braunschweig in Richtung Gifhorn

      Planung und Bau der Anschlussstelle Rüningen-Süd mit Verlegung der B 248 zur Entlastung der Ortsdurchfahrt Braunschweig-Rüningen

 

3.              Luftverkehr

 

Im Bundesverkehrswegeplan ist der weitere Ausbau des Flughafens Braunschweig zum Forschungsflughafen vorzusehen. Dabei ist darauf zu achten, dass der weitere Ausbau nicht durch andere Maßnahmen gefährdet wird, z. B. durch Ausweisung eines Flora-Fauna-Habitat-Gebietes in der Hauptanflugrichtung des Flughafen.

 

 

Wir bitten Sie sehr, die genannten Vorschläge zu übernehmen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

 

 

 

 

 

Werner Steffens                                                                                                  Dr. Jürgen Bräcklein

Oberbürgermeister                                                                                                  Oberstadtdirektor

 

 


Durchschriftlich

 

Ministerpräsident des Landes Niedersachsen Herrn Gerhard Glogowski (MdL)

 

Mitglieder des Bundestages aus dem Wahlkreis Braunschweig:

 

  • Herrn Walter Hirche
    Krasseltweg 2 d
    30657 Hannover
  • Frau Leyla Onur
    Georg-Westermann-Allee 61
    38104 Braunschweig
  • Frau Prof. Dr. Erika Schuchardt
    Geibelstraße 107
    30173 Hannover

 

Mitglieder des Landtages aus dem Wahlkreis Braunschweig:

 

  • Herrn Klaus-Peter Bachmann
    Lüdersstraße 4
    38124 Braunschweig
  • Herrn Jürgen Buchheister
    Thiedestraße 19
    38122 Braunschweig
  • Frau Heidemarie Mundlos
    Grothstraße 25
    38110 Braunschweig
  • Frau Isolde Saalmann
    Am Hohen Felde 7
    38104 Braunschweig
  • Herrn Wolfgang Sehrt
    Erlenbruch 12 D
    38110 Braunschweig

 

Zweckverband Großraum Braunschweig

 

Landkreis Gifhorn, Herrn Oberkreisdirektor Dr. Klaus Lemke

 

Flughafengesellschaft Braunschweig mbH, Herrn Wernher Baumbach

 

Fraktionen im Rat der Stadt Braunschweig:

Fraktion der SPD

Fraktion der CDU

Fraktion der F.D.P.

Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN

 

61.1

Amt 66

jeweils zur Kenntnis.