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Rat und Stadtbezirksräte

Vorlage - 16-02422  

Betreff: Umsetzung des Sportentwicklungsplanes
"Masterplan Sport 2030"
Status:öffentlichVorlage-Art:Antrag (öffentlich)
Federführend:0100 Referat Steuerungsdienst   
Beratungsfolge:
Sportausschuss Vorberatung
13.06.2016 
Sitzung des Sportausschusses abgelehnt   
Verwaltungsausschuss Vorberatung
14.06.2016    Sitzung des Verwaltungsausschusses      
Rat der Stadt Braunschweig Entscheidung
21.06.2016 
Sitzung des Rates der Stadt Braunschweig abgelehnt   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n
Anlagen:
Priorisierung Experten.pdf

ALLRIS net Ratsinformation

Sachverhalt:
Im Sommer 2012 wurde das Unternehmen IKPS mit der Erstellung eines Sportentwicklungsplanes für die Stadt Braunschweig beauftragt. Neben einer wissenschaftlichen Ausarbeitung stand hierbei vor allem die kooperative Ausarbeitung mit zahlreichen lokalen Akteuren des Sports im Vordergrund. So haben sich insgesamt über 100 fachkundige Personen aus der Sportszene Braunschweigs in die Erarbeitung des Sportentwicklungsplanes eingebracht und intensiv an der Erarbeitung mitgewirkt.

Sie alle haben mit ihrem enormen Fachwissen dazu beigetragen, dass der nun zu diskutierende "Masterplan Sport 2030" (Begriff ist Ergebnis des kommunalpolitischen Workshops) auf einer breiten Basis in der Bevölkerung steht. So haben während des abschließenden Workshops am 14. Februar des vergangenen Jahres über 40 Teilnehmer eine wichtige Priorisierung der einzelnen im vorgelegten Sportentwicklungsplan enthaltenen Maßnahmen vorgeschlagen.

Darüber hinaus hat am 5. Dezember 2015 ein kommunalpolitischer Workshop unter fachlicher Anleitung von IKPS und der Verwaltung stattgefunden, bei dem auf Grundlage der Ergebnisse des Experten-Workshops eine erneute fachliche Zuspitzung der vorgesehenen Maßnahmen erfolgte.

Die Meinungen und Priorisierungen der lokalen Akteure des Sports haben für uns eine sehr hohe Bedeutung, daher soll die Verwaltung mit diesem Antrag aufgefordert werden, in den nächsten rund 2,5 Jahren (dieser Zyklus wurde von IKPS vorgeschlagen) die am höchsten priorisierten Maßnahmen umzusetzen.

Die Situation des Braunschweiger Sports kann ohne Wenn und Aber als sehr gut bezeichnet werden, aber allen Beteiligten, sei es in den Vereinen, den Verbänden, in der Verwaltung oder in der Politik ist bewusst, dass einige Aufgaben zu lösen sind. Hier bieten der "Masterplan Sport 2030" und die seitens der lokalen Akteure und der Politik priorisierten Maßnahmen einen guten Anfangspunkt, zahlreiche Probleme zu beseitigen.


In Umsetzung des Sportentwicklungsplanes und unter besonderer Berücksichtigung der während des Expertenworkshops am 14. Februar 2015 und des kommunalpolitischen Workshops am 5. Dezember 2015 festgelegten Maßnahmengewichtung wird die Verwaltung gebeten, in den nächsten rund 2,5 Jahren folgende Maßnahmen prioritär umzusetzen:

 

Organisatorische Maßnahmen

1) Weiterentwicklung der Sportförderrichtlinien

Die städtische Sportförderung bedarf einer Neuausrichtung,  damit zwischen den einzelnen Vereinen (Bezirkssportanlagen, zur Nutzung überlassene Anlagen, eigene Anlagen, gepachtete Anlagen, Anlagen im Erbbaurecht) die Gerechtigkeitslücke geschlossen wird. In diesem Zusammenhang sollen größere Anreize für Kooperationen und möglicherweise sogar Fusionen geschaffen werden.

 

2) Weiterentwicklung des Schützenwesens

Seit einigen Jahren stehen Vereine, Verwaltung und Politik vor der Frage, wie auf zurückgehende Mitgliederzahlen reagiert werden soll, um weiterhin eine leistungsfähige und zeitgemäße Infrastruktur anbieten zu können. Hier besteht dringender Handlungsbedarf

 

3) Ausbau der Förderung frühkindlicher Bewegungserziehung

Durch gezielte Schulungen von Erzieherinnen und Erziehern soll die frühkindliche Bewegungserziehung intensiviert werden und so unter anderem der Grundstein für eine spätere Mitgliedschaft in Sportvereinen gelegt werden.

 

Abbau des Sporthallendefizites

4) kurzfristige Prüfung zur Einrichtung einer Kaltsporthalle

Im Rahmen der Unterbringung von Flüchtlingen in Fremdimmobilien wurde die zurzeit vom Aloha Sport Club genutzte ehemalige Tennishalle bereits thematisiert. Hier soll die Verwaltung kurzfristig prüfen, ob ein Verkauf an die Stadt grundsätzlich möglich wäre, da hier nach ersten groben Schätzungen Kapazitäten für bis zu vier Kalthallen geschaffen werden könnten.

 

5) Neubau einer 4-Feld-Multifunktionshalle

An einem geeigneten Standort innerhalb der Stadt soll nach vorherigem Wirtschaftlichkeitsvergleich (Verkauf des Grundstücks in Verbindung mit einer Bauverpflichtung, Bauauftrag an einen Generalunternehmer und Errichtung durch das Baudezernat) eine 4-Feld-Multifunktionshalle entstehen. Dieser Vergleich war bereits zur Ratssitzung am 4. Februar 2014 von CDU und Piraten auf Grundlage der im Entwurf vorliegenden Sportentwicklungsplanung beantragt worden.

 

6) Überprüfung der derzeitigen Hallenbelegungen

Die Verwaltung soll eine Kontrolle der Hallenbelegungen durchführen und analysieren, wie die vorhandenen Turn- und Sporthallen in ihrer Belegung für den Schul- und Vereinssport optimiert werden können.

 

7) Bildung familienfreundlicher Sportkomplexe

Im Rahmen der 2013 durchgeführten Standort-Rochade ist hierzu bereits eine Clusterung seitens der Verwaltung durchgeführt worden. Derzeit wird die Anlage in Waggum in diese Richtung entwickelt und nun sollen weitere zukunftsfähige familienfreundliche Sportkomplexe gebildet werden. Vorrangig ist hier die Anlage auf dem Bienroder Weg für den SV Olympia und den Turn- und Rasensportverein Braunschweig e. V. (TuRa) herzurichten.

 

Sportangebote

8) Ausbau der Sport- und Bewegungsangebote im öffentlichen Raum

Der weitere Ausbau von Mehrgenerationenplätzen als Orte der Begegnung zwischen den Generationen ist zu forcieren. Darüber hinaus sind die Sport- und Bewegungsangebote im öffentlichen Raum zu erweitern.

 

9) Ausbau der Kooperationen zwischen Sportvereinen und Kitas/(Ganztags-) Schulen

Für den Ausbau der Förderung frühkindlicher Bewegungserziehung zum einen und der Erschließung neuer Mitgliederkapazitäten zum anderen sollen die Kooperationen zwischen Sportvereinen und Kindertagesstätten sowie zwischen Sportvereinen und (Ganztags-) Schulen weiter verbessert werden.

 

10) Ausbau der Angebote für sozial Schwächere und für Flüchtlinge

Sozial Schwächere (vor allem Kinder und Jugendliche) haben ebenso wie Flüchtlinge zwar einen grundsätzlichen Anspruch darauf, im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepaketes bspw. Mitgliedabeiträge für Vereine erstattet zu bekommen, nutzen dieses aber eher selten. Darüber hinaus wird die Möglichkeit geprüft, ob über ein Förderprojekt eine materielle Unterstützung für Vereine geschaffen werden kann, wenn diese Materialien für Flüchtlinge anschaffen. Diese Möglichkeit soll auch für sozial Schwächere entstehen.

 

ALLRIS net Ratsinformation

Anlagen:
Von den lokalen Experten am 14.2.2015 durchgeführte Priorisierung der Maßnahmen

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Priorisierung Experten.pdf (547 KB)