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Rat und Stadtbezirksräte

Vorlage - 16-02481-01  

Betreff: Vermeidung einer Zweiklassengesellschaft - Soziale Gerechtigkeit bei der Entlohnung von Angestellten und Honorarkräften im Sprachlehrbereich
Status:öffentlichVorlage-Art:Stellungnahme
  Bezüglich:
16-02481
Federführend:50 Fachbereich Soziales und Gesundheit   
Beratungsfolge:
Rat der Stadt Braunschweig zur Kenntnis
21.06.2016 
Sitzung des Rates der Stadt Braunschweig zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Anlage/n

Sachverhalt:

Zur Anfrage der BIBS-Fraktion vom 08.06.2016 [16-02481] wird wie folgt Stellung genommen:

 

Zu Frage 1:

Wie laut Gesellschaftsvertrag der VHS GmbH geregelt, hat sich der Bildungsbeirat in seiner letzten Sitzung am 01.06.2016 mit dieser Angelegenheit befasst. Der Geschäftsführer der VHS ist daraufhin beauftragt worden, bis zur nächsten Sitzung im November 2016 den Entwurf einer überarbeiteten Gesamthonorarordnung vorzulegen, die u. a. den Vorschlag einer Honoraranpassung im Bereich Deutsch als Fremdsprache berücksichtigt. Parallel dazu ist vom Geschäftsführer die Wirtschaftlichkeit der Honorarerhöhungen zu prüfen und im Rahmen einer Kalkulation darzustellen.

 

Dazu die folgende Begründung:

Die Freiberuflichkeit – insbesondere in vielen Bereichen der Lehre – stellt traditionell eine wichtige Säule der Erwachsenenbildung dar. Sowohl das Niedersächsische Erwachsenenbildungsgesetz, als auch die kommunale Grundförderung - z. B. einer Volkshochschule - sind bezüglich Förderstruktur und -höhe danach ausgerichtet. Der überwiegende Anteil der Kursleitenden arbeitet in der Erwachsenenbildung im Rahmen einer Nebentätigkeit bzw. sind Studierende oder auch Rentnerinnen und Rentner, für die diese Zusatzeinnahme nicht die Haupterwerbsquelle ist. In der Braunschweiger VHS-Gruppe sind derzeit mehr als 500 Kursleiterinnen und Kursleiter freiberuflich tätig.

 

Der Bildungsbeirat hat u. a. die Aufgabe, für eine ausgewogene Honorarstruktur in allen Bereichen der Erwachsenenbildung zu sorgen. Deshalb wird er über fachbereichsbezogene Honorarerhöhungen nur entscheiden können, wenn diese im Rahmen einer gesamten Honorarordnung angemessen und verträglich sind.

 

Zu Frage 2:

Darüber hinaus hat sich die Geschäftsführung in Abstimmung mit dem Bildungsbeirat und der Aufsichtsratsvorsitzenden dafür entschieden, für spezielle Zusatzleistungen, die ausschließlich im Bereich Deutsch als Fremdsprache anfallen, die folgenden Sonderzahlungen zu bieten. Die Höhe der Beträge und was zu diesen Sonderleistungen zählt bzw. was originärer Bestandteil des Sprachunterrichts ist, der nicht extra entlohnt werden muss, ergeben sich aus der folgenden Tabelle:


 

Leistung

bisher

in Zukunft

Lizenzen für diverse Prüfungen erwerben und in regelmäßigen Abständen erneuern

 

keine Vergütung

Vergütung für die Teilnahme an Prüfertraining zum Erwerb bzw. Auffrischung, 18,90 € * je Zeitstunde

 

Prüfungen

vorbereiten,

 

 

beaufsichtigen und durchführen

keine Vergütung

 

 

 

wird vergütet, 18,90 € je Zeitstunde

 

keine Änderung, da originärer Bestandteil des Unterrichts

 

 

keine Änderung

Probeprüfungen durchführen,

 

 

 

korrigieren und bewerten

keine Vergütung

 

 

 

B1 keine Vergütung, B2 und C1 20,00 € je TN

keine Änderung, da originärer Bestandteil des Unterrichts

 

 

B2 und C1 keine Änderung, B1 10,00 € je TN

an Fortbildungen teilnehmen

keine Vergütung

keine Änderung. Teilnahme geschieht freiwillig und Ergebnisse können nicht nur für die VHS genutzt werden.

 

sich regelmäßig mit (angestellten) Kolleg/innen absprechen (z. B. Unterrichtsübergabe)

keine Vergütung

keine Änderung, da originärer Bestandteil des Kurssystems. Durch höheren Anteil von Angestellten ändert sich der Inhalt der Tätigkeit nicht.

 

neue Kolleginnen einarbeiten

keine Vergütung

wird nicht mehr vorkommen, da nunmehr Aufgabe der Angestellten

 

Kursbücher führen und Entschuldigungen kontrollieren

keine Vergütung

keine Vergütung, da originärer Bestandteil des Kurssystems auf den Stufen A1 bis B1 und Orientierungskurse.

Entschuldigungen werden eingesammelt, aber von den Lehrenden nicht kontrolliert.

 

an Konferenzen teilnehmen

keine Vergütung für die alle 8 Wochen stattfindenden Planungskonferenzen,

 

Vergütung für AGs zur Erarbeitung bestimmter Themen, z. B. Vorbereitung von Entscheidungen über Lehrwerke, 20,00 € je

Termin

alle Konferenzen werden nach Zeitaufwand vergütet, 18,90 € je Zeitstunde, Rundung auf halbe Zeitstunden.

 

* Der Betrag 18,90 € ergibt sich aus der Umrechnung des aktuellen Honorarsatzes für eine Unterrichtsstunde (26 €) in eine Zeitstunde

 

Zu Frage 3:

Die Tarifvertragsparteien haben sich zum Abschluss ihrer Verhandlungen darauf verständigt, die aufzeigende Anpassung der Bezahlstruktur in ihren alle zwei Jahre stattfindenden Tarifverhandlungen anzustreben und dies in einer Präambel festgeschrieben.

 

Die Tarifvertragsparteien sind sich darin einig, mittelfristig das Bezahlungsniveau der VHS Gruppe in Abhängigkeit von ihren betriebswirtschaftlichen Möglichkeiten an das Gesamtniveau vergleichbarer öffentlich geförderter Einrichtungen aufsteigend anzupassen. Sie thematisieren in ihren regelmäßigen Tarifverhandlungen, mit welchen Schritten und in welchen Zeiträumen diesem Ziel näher zu kommen ist. (VHS BS Entgelttarifvertrag, §1 Präambel)

 


Anlage/n:

keine

 

Stammbaum:
16-02481   Vermeidung einer Zweiklassengesellschaft - Soziale Gerechtigkeit bei der Entlohnung von Angestellten und Honorarkräften im Sprachlehrbereich   0100 Referat Steuerungsdienst   Anfrage (öffentlich)
16-02481-01   Vermeidung einer Zweiklassengesellschaft - Soziale Gerechtigkeit bei der Entlohnung von Angestellten und Honorarkräften im Sprachlehrbereich   50 Fachbereich Soziales und Gesundheit   Stellungnahme