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Rat und Stadtbezirksräte

Vorlage - 16-02872  

Betreff: Neubau der Schunterbrücke Butterberg
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
  Aktenzeichen:66.2
Federführend:66 Fachbereich Tiefbau und Verkehr   
Beratungsfolge:
Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 332 Schunteraue Anhörung
25.08.2016 
Sitzung des Stadtbezirksrates im Stadtbezirk 332 ungeändert beschlossen   
Planungs- und Umweltausschuss Entscheidung
31.08.2016 
Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses ungeändert beschlossen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n
Anlagen:
Vorentwurfsplan Schunterbrücke Butterberg
Schunterbrücke Butterberg

Sachverhalt:


Beschlusskompetenz:

 

Die Beschlusskompetenz des Planungs- und Umweltausschusses ergibt sich aus § 76 (3) Satz 1 NKomVG i. V. m § 6 Ziff 4 lit.a der Hauptsatzung. Im Sinne dieser Zuständigkeitsnorm handelt es sich bei der Vorlage zum Ersatzneubau der Schunterbrücke Butterberg um einen Beschluss über die Planung von Brückenbaumaßnahmen, für die der Planungs- und Umweltausschuss beschlusszuständig ist.

 

Anlass:

 

Die Brücke Butterberg ist aufgrund der durch Fäulnis stark geschädigten Holzbauteile (Längsträger, Bohlenbelag, Geländer) nach 29 Jahren Standzeit in einem schlechten baulichen Zustand. In den letzten Jahren wurden zahlreiche kleinere Mängel kurzfristig repariert. Der Unterhaltungsaufwand steigt stetig. Weitere Reparaturen oder Instandsetzungen sind gegenüber einem Neubau nicht mehr wirtschaftlich durchzuführen. Daher hat die Verwaltung mit der Planung einer neuen Brücke begonnen.

 

Vorplanung:

 

Da es sich bei der Brücke um eine Brücke mit untergeordneter Funktion handelt, ist ein Neubau nicht zwingend erforderlich. Einer möglichen Kosteneinsparung stünde ein Verlust an Freizeitqualität entgegen und es würde eine attraktive Fahrradroute aus der Innenstadt, aus Richtung Arminiusstraße kommend in Richtung Kralenriede, entfallen. Die Verwaltung hält daher an einer Brückenverbindung fest.

 

Der Bau einer Brücke in vorhandener Lage und gleicher Brückenlänge ist aufgrund der sich nördlich der vorhandenen Brücke befindenden Senke für den Hochwasserabfluss und des daher sehr hohen Wegegefälles analog der derzeit vorhandenen Situation ungeeignet. Der Weg weist in diesem Bereich ein großes Gefälle auf.


Dieses starke Gefälle ist für die Nutzung sehr unkomfortabel. Dort wurden im letzten Jahr Holzgeländer und Handlaufseile montiert, welche die Situation jedoch nur geringfügig verbesserten. Mit dem Bau einer Brücke an gleicher Stelle mit gleicher Länge würde die beschriebene Situation nicht verbessert. Die Errichtung eines Dammes im Bereich der Senke ist nicht möglich, da hier der Wasserabfluss bei Hochwasser gewährleistet werden muss.

 

Der Bau einer deutlich längeren Brücke als Zweifeldbauwerk in alter Lage bis an den nördlich in höherer Lage verlaufenden Waldpfad ist eine Möglichkeit, wobei dieses Bauwerk deutlich höhere Baukosten zur Folge hätte. Weiterhin müssten für das nördliche Widerlager zahlreiche große vitale erhaltenswerte Bäume gefällt werden.

 

Daher wurde nach einem alternativen Standort für den Brückenneubau gesucht, wobei die Lage in Bezug auf die vorhandenen Querungen und Wege sowie die Erfüllung der hydraulischen Anforderungen betrachtet wurden.

 

Der Bau einer Brücke in geänderter Lage ist somit eine sehr sinnvolle Option, da die jetzige Brücke räumlich relativ nahe der Querung der Schunterbrücke Bienroder Weg angeordnet ist.

 

Sinnvoll wäre ein Standort ca. 400 m westlich des bisherigen Standortes ungefähr mittig zwischen der Querung „Bienroder Weg“ und der Brücke „Im alten Dorfe“. Um die Machbarkeit dieser Option sicherzustellen, wurde sie von der Verwaltung eingehender betrachtet.

 

Bei näherer Betrachtung hat sich ein Standort direkt östlich des Auslaufbauwerkes der Abschlagsleitung des Regenrückhaltebeckens als sinnvoll herausgestellt. Das Gelände ist zu beiden Seiten der Schunter relativ flach. Im Anschlussbereich des Weges an den nördlich verlaufenden Waldpfad kann der alte Baumbestand erhalten bleiben. Lediglich kleinere Büsche und Bäume müssen für die Wegeanbindung gerodet werden. Die Brücke wird durch kurze Rampen mit bis zu 6 % Neigung auch für mobilitätseingeschränkte Personen nutzbar hergestellt.

 

Die Wegeanbindung in Richtung Butterberg ist über den nördlich der Siedlung Butterberg verlaufenden Weg geplant. Auch könnte Rühme bei Neubau der Brücke in genannter Lage über die Straße „Ringelhorst“ angebunden werden. Auch besteht die Option, eine direkte Wegeverbindung vom östlichen Rand des Regenrückhaltebeckens direkt bis zur Straße „Ohefeld“ und damit weiter in Richtung Dowesee/Siegfriedviertel herzustellen. Dieser Weg ist nicht Bestandteil dieser Beschlussvorlage, da hierfür derzeit keine Haushaltsmittel zur Verfügung stehen.

 

Die Stützweite der neuen Brücke von ca. 17 m entspricht der Brückenlänge der vorhandenen Brücke. Sie ist aufgrund der geringen Nutzerzahlen und der Lage im naturnahen Bereich, abweichend von den Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA), mit einer Breite von 2,50 m geplant. Das Geländer hat eine Höhe von 1,30 m und wird, wie auch der Bohlenbelag, aus zertifiziertem Bongossiholz hergestellt werden. Die tragenden Längsträger sind aus Stahl geplant. Die Brücke ist so bemessen, dass die Überbauunterkante oberhalb des HQ 100 (hundertjähriges Hochwasserereignis) liegt. Die Widerlager sollen in Stahlbeton auf Gründungspfählen errichtet werden.

 

Die endgültigen Abmessungen sowie die Höhe und die Anzahl der Längsträger ebenso wie auch die genaue Gründung werden im Zuge der Entwurfsplanung und Erstellung der Statik genau festgelegt.

 

Alle Wege werden im Hochwasserfall überflutet. Sie werden wie die bisherigen Wege wassergebunden hergestellt. Die Brückenrampen sollen gepflastert werden.

 

Das alte Brückenbauwerk und die Wegebefestigungen (bis zu den ersten Grundstückszufahrten) werden zurückgebaut, um Retentionsraum als Ausgleich zum Neubau zu schaffen und um einen ökologischen Ausgleich zur Wegeneubautrasse zu erhalten. Die Auswirkungen auf den Hochwasserschutz wurden durch ein Ingenieurbüro für Ingenieurhydrologie vorab betrachtet. Es ist im Bereich der Bebauung keine Änderung zu der derzeitigen Situation für den Hochwasserfall zu erwarten.

 

Die Verwaltung schlägt vor, den Neubau der Brücke ca. 400 m westlich des heutigen Standortes umzusetzen und mit den entsprechenden Wegeanbindungen herzustellen. Der Bau ist für 2017 geplant.

 

Kosten:

 

Für die Planung und den Bau der Brücke und der Wege stehen unter der Maßnahmennummer 5E.660114 Mittel in Höhe von 580.000 € für Planung und Bau zur Verfügung.


 

 


Beschluss:


„Dem Neubau der Schunterbrücke Butterberg in neuer Lage (ca. 400 m westlich des bisherigen Standortes) inklusive der Wegeanbindungen wird zugestimmt.“
 

 


Anlage/n:

Vorentwurfsplanung

Übersichtskarte

 

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Vorentwurfsplan Schunterbrücke Butterberg (442 KB)    
Anlage 2 2 Schunterbrücke Butterberg (724 KB)