EN

Rat und Stadtbezirksräte

Vorlage - 16-02926  

Betreff: Tunnel-Varianten Hauptbahnhof
Status:öffentlichVorlage-Art:Anfrage (öffentlich)
Federführend:0100 Referat Steuerungsdienst   
Beratungsfolge:
Planungs- und Umweltausschuss zur Beantwortung
31.08.2016 
Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Anlage/n
Anlagen:
Radweg.jpg

Bereits im Rahmenplan „Braunschweiger Bahnhof und Umfeld“ (DS 12394/12) aus dem Juni 2012 steht im Konzept zur Wegeführung im Bereich des südlichen Ringgleises geschrieben: „Der Zugang zum Pakettunnel soll erhalten werden“. Die „Herstellung einer Fuß- und Radwegeverbindung durch den Pakettunnel“ solle geprüft werden. In der Anlage 2 zur Vorlage ist diese Verbindung zudem zeichnerisch dargestellt, grün hervorgehoben und als „quartiersübergreifende Netzergänzung für Fußgänger und Radfahrer“ bezeichnet.

Die in der Vorlage avisierte belastbare Prüfung eines solchen Durchstichs hat unseres Wissens allerdings bis zum heutigen Tage nicht stattgefunden - zumindest teilte die Verwaltung nach Anträgen der BIBS und der SPD im Rat vom 24. Juni 2013 im Oktober des gleichen Jahres mit, eine „Abschätzung der Kostenhöhe“ gestalte sich schwierig, man gehe jedoch davon aus, dass die Kosten für die Verlängerung des Pakettunnels in einer „Größenordnung von 2 Mio.€, vermutlich sogar wesentlich darüber liegen würden“, von einer Kostenermittlung werde man daher absehen (DS 132220/13).

Im März 2015 antwortete die Verwaltung auf Anfrage der SPD, die Rampen zwischen dem Posttunnel und den Bahnsteigen würden im Rahmen des Förderprogramms „Niedersachsen ist am Zug III“ unzugänglich gemacht und „völlig aufgegeben werden“, einzige Problemstelle bleibe der Posttunnel, „dessen Durchstich derzeit finanziell nicht abzubilden“ sei (DS 10939/15).

Im Mai 2015 ließ der Leiter des Bahnhofsmanagement in seinem mündlichen Bericht die Mitglieder des Planungs- und Umweltausschusses wissen, der Posttunnel solle „geschlossen und verfüllt“ werden. Der Ausschuss sprach sich nach ausführlicher Diskussion aber dafür aus, „den Posttunnel nicht zu schließen“ (siehe Protokoll der Sitzung, DS 4752/15).
 

In der Sitzung der Radverkehrskommission am 17. August 2016 teilte der Radverkehrsbeauftragte Herr Dirk Heuvemann auf Nachfrage mit, es gebe, was den Posttunnel im nordöstlichen Bereich der Bahnsteige betreffe, keinen neuen Sachstand. Auch der Gepäcktunnel im südwestlichen Bereich hinter der AWO Radstation käme wohl als quartiersübergreifende Verbindung für Fußgänger und Radfahrer nicht in Betracht – laut Auskunft der Bahn sei der Zustand dafür wohl „zu marode“. Eine belastbare Prüfung hat es also offensichtlich auch bezüglich dieses Tunnels bis dato nicht gegeben.

Die Verwaltung bleibt somit vier Jahre nach Erstellung ihres Rahmenplanes leider hinter ihren eigenen damaligen Ansprüchen, eine quartiersübergreifende Fuß- und Radwegeverbindung durch eine Gleis-Untertunnelung herzustellen und eine bürgerfreundliche Lösung im südlichen Ringgleisbereich zu schaffen, weit zurück. Das ist leider keine Leistung, mit der die Stadt in der „Arbeitsgemeinschaft der fahrradfreundlichen Kommunen Niedersachsen / Bremen“ glänzen kann, in der sie Mitglied ist. Sie verpasst zudem die Möglichkeit, die Wohngebiete Ackerstraße und Bebelhof für RadfahrerInnen und FußgängerInnen an die Innenstadt anzubinden.  In Anbetracht der Tatsache aber, dass ganz am Ende der Sitzung der Radverkehrskommission ein Mitglied meinte, sich zu erinnern, dass der OB vor einiger Zeit doch auf einer Veranstaltung gesagt haben soll:“ Ich will den Durchstich!“, fragt die BIBS-Fraktion hoffnungsfroh:

  1. Was plant die Verwaltung in Erinnerung ihrer eigenen Ziele aus dem „Rahmenplan Hauptbahnhof und Umfeld“ bezüglich des Pakettunnels?
  2. Wird die Verwaltung zur „Herstellung einer Fuß- und Radwegeverbindung als quartiersübergreifende Netzergänzung“ alternativ auch die Variante durch den so genannten Gepäcktunnel prüfen?

Falls die Verwaltung tatsächlich ohne beide möglichen Tunnel-Varianten als Durchstich plant: Aus welchen Gründen tut sie das und was plant sie stattdessen?

 


Anlagen:
 

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Radweg.jpg (425 KB)    
Stammbaum:
16-02926   Tunnel-Varianten Hauptbahnhof   0100 Referat Steuerungsdienst   Anfrage (öffentlich)
16-02926-01   Tunnel-Varianten Hauptbahnhof   66 Fachbereich Tiefbau und Verkehr   Stellungnahme