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Rat und Stadtbezirksräte

Vorlage - 17-04117-01  

Betreff: Langer Tag der StadtNatur in Braunschweig
Status:öffentlichVorlage-Art:Mitteilung
  Bezüglich:
17-04117
Federführend:61 Fachbereich Stadtplanung und Umweltschutz   
Beratungsfolge:
Planungs- und Umweltausschuss zur Kenntnis
15.03.2017 
Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Anlage/n

Sachverhalt:

 

Die Verwaltung begrüßt grundsätzlich alle Anregungen, die wie ein langer Tag der StadtNatur dem Ziel dienen, das Thema biologische Vielfalt und Natur in der Stadt im Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit zu verankern.

 

In Braunschweig gibt es zum Thema „Naturschutzbewusstsein/Naturschutzbildung“ seitens der Verwaltung bereits seit Jahren eigene Anstrengungen und Erfahrungen bei der Planung und Organisation von ähnlichen Veranstaltungen bzw. bei aktiver Teilnahme an Veranstaltungen anderer Organisatoren, die sich ebenfalls diesem Thema widmen. Beispielhaft seien genannt:

 

Seit 2007 werden im Naturschutzgebiet Riddagshausen von der Stadt monatlich naturkundliche Führungen angeboten, die die Besucher nichts kosten, ihnen aber die besondere biologische Vielfalt von Braunschweig nahebringen sollen.

 

2008 wurde in Braunschweig die zentrale Auftaktveranstaltung für Niedersachsen der UN-Artenschutzkonferenz in Bonn organisiert. Dazu gehörte eine zweitägige Messe zur „Biologischen Vielfalt in Niedersachsen“, bei der sich viele Gruppen, Vereine und Institutionen mit ihren Artenschutzprojekten präsentierten.

 

Gleichzeitig mit Auftaktveranstaltung und Messe startete die Öffentlichkeitskampagne der Stadt zum Thema biologische Vielfalt in und um Braunschweig. Die Umweltmesse, Öffentlichkeitskampagne sowie die Gesamtorganisation wurden im Wesentlichen von der Stadt umgesetzt. Das Budget für Umweltmesse und Öffentlichkeitskampagne lag bei 60.000 € und wurde vollständig benötigt.

 

Aufgrund der durchweg positiven Bilanz von Umweltmesse und Öffentlichkeits­kampagne zur Biologischen Vielfalt in Braunschweig wurde 2009 im Regionalen Umweltbildungszentrum Dowesee eine zweitägige Umweltmesse mit regionalen Partnern durchgeführt und außerdem auch wieder ein gemeinsames Veranstaltungsprogramm zur biologischen Vielfalt in Braunschweig und Umgebung aufgelegt. Das Veranstaltungs­programm wurde zusammen mit der Braunschweigischen Landschaft e. V. als Sponsor umgesetzt.

 

Daraus entstand schließlich die bis heute angebotene Online-Plattform www.naturkalender-online.de - der grüne Veranstaltungskalender für die Region auf der Seite der Braun­schweigischen Landschaft e. V., auf der alle Veranstalter ihre Aktivitäten einstellen und alle Nutzer sich einen umfassenden Überblick verschaffen können.

 

 

 

Eine Umweltmesse im ursprünglichen Sinn fand trotz positiver Resonanz und gut angenommenem Konzept in den Folgejahren – entgegen der ursprünglichen Absicht  nicht mehr statt. Grund dafür war vor allem, dass sich kein hauptverantwortlicher Organisator fand. Auch wenn Finanzmittel über Sponsoren akquiriert werden können, ist der Personalaufwand für die Organisation von Großveranstaltungen enorm. Dies wird auch durch die Erfahrungen anderer Städte, wie sie im Handbuch „Langer Tag der StadtNatur“ zusammengefasst sind, bestätigt.

 

Als weitere Aktivitäten in diesem Zusammenhang sind die Eröffnung des „Natur erleben Pfades“ in Riddagshausen zu nennen (2009); der Tag der Braunschweigischen Landschaft in Wolfenbüttel (2010); die Teilnahme an der „European Research Night“ des Hauses der Wissenschaft e.V. (2015); die Eröffnung des Naturerlebniszentrums Haus Entenfang (2015); die Aktionstage „Natur zum Anfassen“ (2007, 2008 und 2016).

 

2016 betrug das Budget für die letztgenannte Veranstaltung 4.200 €, das die Braunschweigische Landschaft zur Verfügung stellte und das hauptsächlich für Werbemittel ausgegeben wurde. Die enorme Organisationsarbeit wurde im Wesentlichen von den Mitarbeitern des Naturerlebniszentrums Haus Entenfang, Stadt Braunschweig, geleistet. Die Veranstaltung wurde sehr gut angenommen, eine Wiederholung wird angestrebt, muss aber wegen des hohen Personalaufwandes von unterschiedlichen Organisationen abwechselnd übernommen werden.

 

Hinzuweisen ist beispielhaft zudem auf das „Waldinformationszentrum“ des Nds. Forstamtes Wolfenbüttel, das ca. 26.000 Besucher pro Jahr begrüßt, die sich hier über alle Fragen rund um den „Wald“ informieren können.

 

Nach Auffassung der Verwaltung wird aus den aufgeführten Beispielen deutlich, dass es bereits ein umfangreiches Angebot zur Naturschutzbildung gibt. Sicher bietet ein „Langer Tag der StadtNatur“ Chancen für eine zusätzliche Aufmerksamkeit und Wirkung.

Die Erfahrungen mit den zuvor beschriebenen Veranstaltungen lehren allerdings, dass die Ressourcen insbesondere auch bei den ehrenamtlich tätigen Organisationen nicht unerschöpflich sind.

 

Die vorlaufende Abhaltung eines „Runden Tisches“ zur Abfrage der Bereitschaft für eine Beteiligung wird begrüßt. Eine sich daran tatsächlich anschließende Durchführung eines „Langen Tages der StadtNatur“ wäre dann aber mit einem hohem Personalaufwand und auch entsprechend hohen Kosten verbunden, die verwaltungsseitig aus den laufenden Mitteln nicht bestritten werden könnten.
 

 


Anlage/n:

keine
 

 

Stammbaum:
17-04117   Langer Tag der StadtNatur in Braunschweig   0100 Referat Steuerungsdienst   Antrag (öffentlich)
17-04117-01   Langer Tag der StadtNatur in Braunschweig   61 Fachbereich Stadtplanung und Umweltschutz   Mitteilung