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Rat und Stadtbezirksräte

Vorlage - 17-04297  

Betreff: Projekt "Stolpersteine 2017"
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
Federführend:DEZERNAT IV - Kultur- und Wissenschaftsdezernat   
Beratungsfolge:
Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 131 Innenstadt Entscheidung
02.05.2017 
Sitzung des Stadtbezirksrates im Stadtbezirk 131 ungeändert beschlossen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:

Gemäß § 93 Abs. 1 Ziffern 5 und 10 des Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetzes (NKomVG) in Verbindung mit § 16 Abs. 1 Ziffer 8 der Hauptsatzung der Stadt Braunschweig vom 8. November 2011 in der derzeit geltenden Fassung entscheiden die Stadtbezirksräte über die Aufstellung von Kunstwerken. Vorliegend handelt es sich bei der Verlegung sogenannter Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig um derartige Kunstwerke.

 

Entsprechend dem Konzept des Projektes Stolpersteine enthalten jeweils neu zu verlegende Steine den Namen der Opfer des Nationalsozialismus sowie kurze Angaben zum Geburtsjahr und zum jeweiligen Schicksal.

 

Der Verein „Stolpersteine für Braunschweig e. V.“ hat die folgenden Daten zu den Personen ermittelt und der Verwaltung mitgeteilt:

 

Neuer Weg 9 (heute: zwischen Neuer Weg 5 und 6)

 

Simon Rechtschaffen

Geboren: Mai 1887

Ausbildung/ Beruf: Er war Besitzer einer Manufakturwarenhandlung.

Wohnort: Neuer Weg 9

Grund der Verfolgung:Jude

Verfolgung:28.10.1938 im Rahmen der sog. Polenaktion in der JVA

Wolfenbüttel inhaftiert. Am nächsten Tag wurden sie in einem Deportationszug an die Grenze zu Polen, nach Neu-Bentschen deportiert.

Simon Rechtschaffen wurde zusammen mit seiner Frau in ein Zwangsarbeitslager an der polnisch-deutschen Grenze gebracht. Von dort sendeten sie 1941 ein letztes Lebenszeichen an ihre Kinder.

Am 8.5.1945 wurden sie beide offiziell für tot erklärt.

Verlegungsort: Neuer Weg 9 (heute: zwischen Neuer Weg 5 und 6)

Grund der Verlegung:Recherche IGS Franzsches Feld

 

Adele Rechtschaffen, geb. Schipper

Geboren: 12.10.1896

Ausbildung/ Beruf: Hausfrau

Wohnort: Neuer Weg 9

Grund der Verfolgung:Jüdin

Verfolgung:28.10.1938 im Rahmen der sog. Polenaktion in der JVA

Wolfenbüttel inhaftiert. Am nächsten Tag wurden sie in einem Deportationszug an die Grenze zu Polen, nach Neu-Bentschen deportiert.

Adele Rechtschaffen wurde zusammen mit ihrem Mann in ein Zwangsarbeitslager an der polnisch-deutschen Grenze gebracht. Von dort sendeten sie 1941 ein letztes Lebenszeichen an ihre Kinder.

Am 8.5.1945 wurden sie beide offiziell für tot erklärt.

Verlegungsort: Neuer Weg 9 (heute: zwischen Neuer Weg 5 und 6)

Grund der Verlegung.Recherche IGS Franzsches Feld

 

Siegmund Rechtschaffen

Geboren: 24.4.1924

Ausbildung/ Beruf: Schüler

Wohnort: Neuer Weg 9

Grund der Verfolgung:Jude

Verfolgung:28.10.1938 im Rahmen der sog. Polenaktion in der JVA

Wolfenbüttel inhaftiert. Am nächsten Tag mit seinen Eltern in einem Deportationszug an die Grenze zu Polen, nach Neu-Bentschen deportiert.

5.1.1939 mit einem Kindertransport nach England geflohen, von dort nach Palästina.

Verlegungsort: Neuer Weg 9 (heute: zwischen Neuer Weg 5 und 6)

Grund der Verlegung:Recherche IGS Franzsches Feld

 

Rose Rechtschaffen

Geboren: 4.11.1925

Ausbildung/ Beruf: Schülerin

Wohnort: Neuer Weg 9

Grund der Verfolgung:Jüdin

Verfolgung:28.10.1938 im Rahmen der sog. Polenaktion in der JVA

Wolfenbüttel inhaftiert. Am nächsten Tag mit seinen Eltern in einem Deportationszug an die Grenze zu Polen, nach Neu-Bentschen deportiert.

1938 - 1941 Leben im Untergrund bei einer Verwandten ihrer Mutter.

3 Jahre dauernde Flucht über Litauen, UdSSR und Türkei nach Palästina.

Verlegungsort: Neuer Weg 9 (heute: zwischen Neuer Weg 5 und 6)

Grund der Verlegung:Recherche IGS Franzsches Feld

 

Information:

Am 16. Mai 2017 soll laut Verein „Stolpersteine für Braunschweig Förderverein e. V.“ die nächste Vorort-Präsentation der Schülerinnen und Schüler der in 2017 verlegten Stolpersteine für die Familien Scheyer, Guthrie, Herzberg und Rechtschaffen in Braunschweig stattfinden.

 


Beschluss:

 

Der Verlegung sogenannter Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig im öffentlichen Straßenraum vor den in der Vorlage bezeichneten Grundstücken wird zugestimmt.

 


Anlage/n:
keine