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Vorlage - 17-04493-01  

Betreff: Fehlbedarf an Grünflächen in Braunschweig?
Status:öffentlichVorlage-Art:Stellungnahme
  Bezüglich:
17-04493
Federführend:61 Fachbereich Stadtplanung und Umweltschutz   
Beratungsfolge:
Rat der Stadt Braunschweig zur Kenntnis
16.05.2017 
Sitzung des Rates der Stadt Braunschweig zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Anlage/n
Anlagen:
FREIRAUMKARTE

Sachverhalt:


Antwort der Verwaltung:

 

Braunschweig ist mit einer Vielzahl von kleinen und großen Grün- und Freiflächen, verteilt

über das gesamte Stadtgebiet ausgestattet. Diese speziell zu Erholungszwecken gestalteten Flächen geben dem Stadtgebiet zusammen mit den Wald-, Wasser- und Landwirtschaftsflächen der Landschaft sein grünes Gepräge und machen Braunschweig zu einer wachsenden Stadt mit hoher Freiraumqualität.

 

Die naturräumliche Situation mit den das Stadtgebiet durchziehenden Flussauen und die historische Stadtanlage mit den Wallanlagen an der Okerumflut prägen die Anordnung der Grünräume stark vor und sind Basis des städtischen Freiraumsystems der Achsen und Ringe. Die Flussauen von Oker und Schunter bilden gemeinsam mit Parkanlagen und Waldgebieten insgesamt sechs Grünachsen, die von der umgebenden Landschaft in die Stadt leiten. Aus der Kombination dieser Achsen mit insgesamt drei ringförmig verlaufenden Freiraumkorridoren, die gleichzeitig wichtige Querverbindungen der Achsen untereinander schaffen, bildet sich ein ver­netztes Freiraum­system. Den inneren Grünring bilden darin die Wallanlagen mit angegliederten Parks.

 

Im Stadtgebiet erfolgt die konzeptionelle Freiraum- und Grünplanung für die Anordnung und räumliche Vernetzung von Grün- und Freiflächen auf Basis des Strukturmodells der Achsen und Ringe (s. Anlage). In der wachsenden Stadt kommt der Sicherung, Entwicklung und Vernetzung von Grün- und Freiflächen eine zunehmend wachsende Bedeutung zu.

 

Dies vorausgeschickt beantwortet die Verwaltung die Fragen wie folgt:

 

Zu Frage 1:

 

Orientierungswerte zu Grünflächenbedarfen je Einwohner liegen aus dem Erläuterungsbericht zum Flächennutzungsplan der Stadt Braunschweig (1978) und dem Landschaftsplan für das Fließgewässerschutzsystem Schunter (1993) vor. Werte zur Grünflächenversorgung je Einwohner sind für die Ebene der Stadtbezirke im Umweltatlas der Stadt Braunschweig (2003) aufbereitet worden. Diese Werte bieten heute einen Anhalt, sind jedoch auf einem älteren Stand und nicht sehr detailliert. Eine Differenzierung als Grundlage für fundierte Aussagen über Versorgungsgrade und spezifische Fehlbedarfe in einzelnen Stadtbezirken kann daraus nicht abgeleitet werden.

Mit Blick auf die anhaltend starke Siedlungsentwicklung und in Vorbereitung der Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes beabsichtigt die Verwaltung daher die Beauftragung eines gesamtstädtischen Freiraumentwicklungskonzeptes als qualifizierte Daten- und Planungsgrundlage für eine nachhaltige quantitative und qualitative Freiraumversorgung im gesamten Stadtgebiet

 

Zu Frage 2:

 

Bei der Entwicklung von Baugebieten werden die im Rahmen des jeweiligen Bauleitplanverfahrens formulierten Anforderungen, inklusive der naturschutzrechtlich notwendigen Kompensation von Eingriffen in den Naturhaushalt, zur quantitativen und qualitativen Versorgung des Baugebietes mit öffentlichen Grünflächen planungsrechtlich gesichert und mit der Realisierung des Baugebietes zur Umsetzung gebracht. In diesen Verfahren werden insofern regelmäßig zusätzliche Grünflächen geschaffen. Bei Maßnahmen der Innenentwicklung und Nachverdichtung sind die Potentiale für die Schaffung zusätzlicher Grünflächen aufgrund rechtlicher Rahmenbedingungen und der hohen Nutzungskonkurrenz erheblich eingeschränkt. Hier kommt daher der Sicherung bestehender Freiflächen und ihrer qualitativen Weiterentwicklung besondere Bedeutung zu.

 

Im Zuge von Bauleitplanverfahren, aber auch unabhängig davon als eigenständige Maßnahmen wurden in den vergangenen Jahren etliche stadtteil- und stadtbedeutsame Grün- und Freiflächenprojekte realisiert bzw. sind in der Realisierung. Beispielhaft zu nennen sind das Ringgleis mit angegliederten Parkanlagen und Freizeitflächen (Westbahnhof, Nordpark), die Erweiterung des Heidbergparks, Entwicklungs- und Infrastrukturmaßnahmen im Westpark und vernetzte Grünflächensysteme mit generationsübergreifenden Kinder- und Jugendspielangeboten in den großen, neuen Wohngebieten in Lamme, Rautheim, Stöckheim, Thune, Völkenrode und Broitzem.

 

Zu Frage 3:

Das Grünflächeninformationssystem (GRIS) ist ein Programm zur Steuerung der betrieblichen Abläufe der Grünflächeninstandhaltung. Eine Veröffentlichung der betriebsinternen Steuerungsdaten war nicht vorgesehen und ist auch in Zukunft nicht geplant.

Für das GRIS wurden alle öffentlichen Grünflächen erfasst und für die verwaltungsinterne Arbeit in der digitalen Stadtkarte in groben Strukturen dargestellt. Die Gliederung in Gebrauchsrasen, Bodendecker, Strauchpflanzungen, Einzelbäume, befestigte Flächen, etc. dient in erster Line der betrieblichen Steuerung.

Für die Aufbereitung der graphischen Daten in thematische Bereiche, die für Bürgerinnen und Bürger einen Informationswert haben, fehlen im Fachbereich Stadtgrün und Sport z. Z. die personellen Kapazitäten.
 

 


Anlage/n:

Freiraumkarte

 

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 FREIRAUMKARTE (5544 KB)