EN

Rat und Stadtbezirksräte

Vorlage - 17-04604  

Betreff: Sanierung des Bürgerparks - Rekonstruktion der Rondelle an der Badetwete und am Portikus
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
Federführend:67 Fachbereich Stadtgrün und Sport   
Beratungsfolge:
Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 132 Viewegsgarten-Bebelhof Anhörung
17.05.2017 
Sitzung des Stadtbezirksrates im Stadtbezirk 132 ungeändert beschlossen   
Grünflächenausschuss Entscheidung
06.06.2017 
Sitzung des Grünflächenausschusses ungeändert beschlossen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n
Anlagen:
Plan

Sachverhalt:

 

Die im September 2013 zwischen der Richard Borek Stiftung und der Stadt Braunschweig geschlossene „Vierte Vereinbarung über die finanzielle Förderung von natur- und grünflächenbezogenen Projekten der Stadt Braunschweig“ sieht unter anderem die Teilsanierung des Bürgerparks mit einem Gesamtaufwand von 340.000 € vor. Hiervon trägt die Stiftung 25 % bzw. 85.000 €.

 

Das im Jahr 2014 beschlossene Konzept zur Sanierung ist das Resultat der Abwägung zwischen der Möglichkeit der gartenhistorischen Rekonstruktion einerseits und der funktionalen und gestalterischen Verbesserung des Parks andererseits. Leitlinie des Pflege- und Entwicklungskonzeptes ist es, Raumstrukturen, Sichtbeziehungen und Aspekte des ursprünglichen Parkbildes wieder erlebbar zu machen und die Infrastruktur zu verbessern. In einzelnen Bereichen wertet die Rekonstruktion von Details die aktuelle Situation auf.

 

Historie

 

Der Bürgerpark entstand im Nachgang der Umgestaltung des damaligen Bahnhofsparks im südlichen Anschluss an das Wasserwerk in mehreren Bauabschnitten ab 1886. Die Bau-arbeiten dauerten bis etwa 1925 und umfassten den Bereich zwischen Wasserwerk und

Eisenbütteler Straße.

 

Schöpfer des Parks war der damalige Herzogliche Promenadeninspektor F. Kreiß, der auch für den Prinz-Albrecht-Park baulich verantwortlich zeichnet. Die Idee, der Bevölkerung des gehobenen Bürgertums eine adäquate Grünanlage zur Verfügung zu stellen, entwickelte Kreiß vor dem Hintergrund seines beruflichen Werdeganges in England.

 


Im Vergleich zu anderen Parkanlagen in der Stadt ist die Entstehung des Bürgerparks eng verknüpft mit den politischen und gesellschaftlichen Strömungen des damaligen Braunschweig. So wurden während der verhältnismäßig langen Anlagephase verschiedene Bereiche gegenüber dem ursprünglichen Entwurf den sich verändernden Nutzungsansprüchen angepasst. Es entstand ein eher kleinteiliger landschaftlicher Stadtpark im sog. gemischten Stil, der zwar durchaus noch dem Repräsentationsbedürfnis des aufstrebenden Großbürgertums Rechnung trug, aber auch bereits Tendenzen der später aufkommenden „Volksparkidee“ aufnahm.

 

Zwischen 1886 und 1891 entstand südlich des Wasserwerks bis zur Teilung der Oker der sogenannte Park um den Portikusteich. Dieser Teil des Parks weist auch heute noch eine weitgehende Übereinstimmung von ursprünglicher Planung und Ausführung auf, ist also ein originales Abbild „Kreißscher“ Planungspraxis und deshalb von erheblicher gartenhistorischer Relevanz.

 

Der Bau des südlichen Parkteils bis zur Eisenbütteler Straße begann 1892 und vollzog sich einschließlich der Aufschüttung des Kreißberges zeitlich bis 1913. Nach dem 1. Weltkrieg fanden noch abschließende Arbeiten statt.

 

Im infrastrukturellen Bereich sind in den vergangenen Jahren bereits umfassende Sanierungsmaßnahmen am Kreißberg im Rahmen mehrerer Bauabschnitte realisiert worden.

 

Entwicklungskonzept und Kosten im Jahr 2017

 

In diesem Jahr ist die Umsetzung von zwei Sanierungsprojekten im Bürgerpark geplant:

 

Rondell an der Badetwete:

 

Mit der Wiederherstellung des Rondells an der Badetwete inkl. der Wegeverbindung zur

Oker wird das Wegesystem des Parks am nordöstlichen Parkzugang gestalterisch erheblich aufgewertet.

 

Der historische Wegeverlauf wird rekonstruiert, Sichtachsen zur Verknüpfung der Parkteile werden neu geöffnet und Neupflanzungen zur Wiederherstellung des historischen Raumgefüges geschaffen. Die Ausführung der Wege- und Platzflächen erfolgt in wassergebundener Bauweise. Wegebegrenzungen werden mit Natursteinpflasterzeilen und für den Park typischen Rabattengeländern ausgestattet.

 

Rondell am Portikus:

 

Der historische runde Platz mit Sitzbänken und seitlichen Wegeanbindungen soll umgestaltet werden. Es ist geplant, zwischenzeitlich zerstreute Relikte des Portikus-Baues in einem

„Lapidarium“ wieder zusammenzutragen als gestalterische Mitte des neuen Platzes. Das Baumrondell wird ergänzt und die Sichtbeziehung zur Oker wiederhergestellt.

 

Die Wege- und Platzflächen werden sämtlich in wassergebundener Bauweise neu erstellt. Die Einfassungen der Wege- und Platzflächen erfolgen mit Natursteinpflaster. Die seitliche Begrenzung zu den Vegetationsflächen bildet ein für den übrigen Park typisches Rabattengeländer.

 


Die Herstellungskosten einschließlich der Baunebenkosten für die Realisierung der beiden vorstehend beschriebenen Umgestaltungsmaßnahmen belaufen sich auf geschätzt ca. 149.000 €, von denen die Richard Borek Stiftung anteilig ca. 37.250 € übernimmt.

 

Die erforderlichen Haushaltsmittel stehen im Teilhaushalt des Fachbereiches Stadtgrün und Sport bei der Maßnahme 5s.670012 zur Verfügung.

 


Beschluss:

 

Der Umgestaltung der Rondelle an der Badetwete und am Portikus im Bürgerpark nach historischem Vorbild wird zugestimmt.“
 

 


Anlage/n:

Plan

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Plan (7114 KB)