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Vorlage - 17-04798  

Betreff: Resolution: Erhalt aller Braunschweiger Sprachlernklassen
Status:öffentlichVorlage-Art:Antrag (öffentlich)
Federführend:0100 Referat Steuerungsdienst   
Beratungsfolge:
Verwaltungsausschuss Vorberatung
13.06.2017    Sitzung des Verwaltungsausschusses      
Rat der Stadt Braunschweig Entscheidung
20.06.2017 
Sitzung des Rates der Stadt Braunschweig zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Sachverhalt:
Laut einer Erklärung der Landesschulbehörde sollen sechs der zwölf Braunschweiger Sprachlernklassen zum Ende dieses Schuljahres aus Kostengründen aufgelöst werden. Betroffen wären die Sprachlernklassen am Gymnasium Raabeschule, an der Haupt- und Grundschule Rüningen, der Nibelungen-Realschule, der Realschule Maschstraße, der Grundschule Altmühlstraße sowie eine Klasse an der IGS Volkmarode.

Obwohl die Zahl der nach Braunschweig kommenden Flüchtlinge in den vergangenen Monaten drastisch gesunken ist, bedürfen die hier lebenden Jugendlichen natürlich einer besonderen sprachlichen Betreuung in der Schule, um schnellstmöglich die deutsche Sprache zu erlernen. Die derzeitigen Sprachlernklassen vermitteln bekanntermaßen nicht nur Sprache, sondern auch wichtige Informationen über Deutschland, unsere Kultur und unser Lebensgefühl. Einfache Sprachförderung kann die intensive Betreuung in der Förderklasse nicht einmal ansatzweise ersetzen! Es ist daher ein großer Fehler, aus Kostengründen - besonders vor dem Hintergrund weiter steigender öffentlicher Einnahmen - auf die Sprachlernklassen zu verzichten.

Die mediale Berichterstattung bezog sich bisher vor allem auf die Sprachlernklasse an der Raabeschule - der einzigen an einem Gymnasium und daher im besonderen Fokus. So wurde in einem Artikel in der Braunschweiger Zeitung am 11. Mai dieses Jahres über den Umstand der geplanten Schließung berichtet und dabei besonders auf die Pionierarbeit im Heidberg eingegangen. Zahlreiche am 16. Mai veröffentlichte Leserbriefe befassten sich ebenfalls mit diesem Thema. So schrieb beispielweise Anja Hallermann, die über zehn Jahre als Lehrerin in der Sprachlernklasse im Schulzentrum Heidberg (zunächst in der Hauptschule Heidberg, ab dem Schuljahr 2004/2005 in der gemeinsamen Klasse von Haupt- und Realschule) gearbeitet hat, dass sie geschockt und sprachlos über die Entscheidung sei. Die Arbeit in der Sprachlernklasse war eine äußerst sinnvolle und viele ihrer "Schüler haben es trotz großer Schwierigkeiten geschafft, einen guten Schulabschluss zu machen. Sie leisten heute sinnvolle Arbeit in den von ihnen erstrebten Berufen." Hallermann schreibt weiter, dass bereits zur damaligen Zeit etliche Schüler das Gymnasium hätten besuchen können, aufgrund der seinerzeit fehlenden Sprachlernklasse dieses aber nicht konnten und damit unterfordert waren.

In seiner Sitzung am 24. Mai hat sich auch der Bezirksrat Heidberg-Melverode aufgrund eines Dringlichkeitsantrages der örtlichen CDU-Fraktion einstimmig für den Erhalt der Sprachlernklasse an der Raabeschule ausgesprochen.

Nach Eingang zahlreicher Protestschreiben bei der Verwaltung hat sich in der Zwischenzeit Schuldezernentin Dr. Andrea Hanke persönlich bei Kultusministerin Frauke Heiligenstadt für den Erhalt der Braunschweiger Sprachlernklassen verwandt. Dieser Einsatz sollte intensiviert werden, damit alle (politischen) Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um die sechs von der Schließung bedrohten Sprachlernklassen zum Wohle der Schülerinnen und Schüler zu erhalten.

Es ist völlig unverständlich, dass jungen Migranten - egal ob Flüchtlinge, Aussiedler oder aus anderen Gründen nach Braunschweig gekommen - der Weg zum Erlernen der deutschen Sprache versperrt werden soll, weil die Hälfte der Braunschweiger Sprachlernklassen aus Kostengründen geschlossen werden sollen. Mit dem Beschluss dieser Resolution kann der Rat der Stadt Braunschweig ein deutliches Signal gegen diese Pläne setzen.

 


Der Rat der Stadt Braunschweig spricht sich eindringlich für den Erhalt aller Braunschweiger Sprachlernklassen aus und bittet die Verwaltung, sich weiterhin bei der Niedersächsischen Landesregierung und der Landesschulbehörde für deren Bestehen einzusetzen.

Dem Rat ist fortlaufend Bericht zu erstatten.

 


Anlagen:
keine