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Rat und Stadtbezirksräte

Vorlage - 17-05269  

Betreff: Sanierung und Erweiterung der Grundschule Comeniusstraße zur Verbesserung der Raumsituation; Raumprogramm
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
  Aktenzeichen:40-GS Co.-7
Federführend:40 Fachbereich Schule   
Beratungsfolge:
Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 120 Östliches Ringgebiet Anhörung
13.09.2017 
Sitzung des Stadtbezirksrates im Stadtbezirk 120 Östliches Ringgebiet ungeändert beschlossen   
Schulausschuss Vorberatung
15.09.2017 
Sitzung des Schulausschusses ungeändert beschlossen   
Verwaltungsausschuss Entscheidung
19.09.2017    Sitzung des Verwaltungsausschusses      

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n
Anlagen:
LageplanErweiterungSchule

Sachverhalt:

 

1. Ausgangslage, Raumbedarf

Der Rat hat am 13. September 2016 folgenden Beschluss (Ds 16-02974) gefasst:

Die Verwaltung wird gebeten, die Sanierung der Grundschule Comeniusstraße planerisch umgehend vorzubereiten und den Gremien zum Beschluss vorzulegen. Die finanziellen und personellen Ressourcen werden dabei von der Verwaltung ermittelt und in die Haushalte 2017 ff. aufgenommen. Der Umfang der Maßnahme soll dabei im Einzelnen beinhalten:

1.   Planung und Errichtung einer Mehrzweckhalle/Sporthalle durch Sanierung und Erweite-rung der vorhandenen Sporthalle, inkl. der Umkleideräume, Duschen, Geräteräume,
Lagerräume und Fluchtwege/Treppen. Falls möglich soll auch die Möglichkeit eines auskömmlichen Neubaus mit gleichen Anforderungen geprüft werden. Für beide Varianten sollen die maximal möglichen Raumkapazitäten eingeplant werden, um die extreme Raumnot der Schule zu mildern.

2.   Planung und Errichtung von ausreichenden, modernen WC-Bereichen für alle Schülerinnen und Schüler im Zusammenhang mit dem Neu-/Umbau der Sport-/Mehrzweckhalle sowie die Einrichtung einer Toilettenanlage im Keller des Hauptgebäudes.

3.   Planung und Errichtung des zweiten Fluchtweges am Hauptgebäude anstelle des jetzigen Provisoriums.

4.   Planung und Errichtung von Gebäuden/Räumen im oder am Hauptgebäude, um den Anforderungen einer vierzügigen Grundschule mit einem großen Ganztagsangebot besser gerecht zu werden.

5.   Mit den Planungen ist unverzüglich zu beginnen und die Maßnahmen sind schnellstmöglich umzusetzen und bis spätestens 2019 abzuschließen.

6.   Darüber hinaus ist die Priorisierung der Sanierung des Hauptgebäudes im Schulsanierungsprogramm hinsichtlich der notwendigen baulichen Veränderungen zu prüfen, um den schulischen, energetischen, brandschutztechnischen und statischen Anforderungen an ein modernes Schulgebäude gerecht zu werden. Die Einbeziehung des Dachgeschosses in die Schulbelange ist dabei in die Prüfung mit einzubeziehen und die Umsetzung zeitlich, finanziell und fachlich zu bewerten.“

 

Bei der Grundschule Comeniusstraße handelt es sich um eine vierzügige Schule. Im laufenden Schuljahr wird sie von rd. 380 Schülerinnen und Schüler in 16 Klassen besucht. Die Grundschule Comeniusstraße hatte als erste städtische Grundschule in Braunschweig einen Antrag auf Umwandlung in eine Ganztagsschule gestellt. Zum Schuljahr 2007/2008 hat sie mit den Grundschulen Bürgerstraße, Isoldestraße und der Grund- und Hauptschule Rüningen den Ganztagsbetrieb aufgenommen. Bei diesen ersten Ganztagsgrundschulen ist unter Berücksichtigung der seinerzeitigen finanziellen Möglichkeiten die Ganztagsinfrastruktur im Raumbestand der Schulen realisiert worden.

 

Im Rahmen des weiteren Ausbaus des Ganztagsbetriebs an Grundschulen unter Berücksichtigung des Braunschweiger Modells haben sich in den Folgejahren zum einen Standards bei den Grundschulen für eine Versorgung mit Räumen für einen Ganztagsbetrieb herausgebildet. Zum anderen sind auch aus anderen Gründen, z. B. für die inklusive Beschulung von Schülerinnen und Schüler, räumliche Notwendigkeiten definiert worden. Als Ganztagsgrundschule der ersten Stunde konnten diese an der Grundschule Comeniusstraße noch nicht oder nur zum Teil realisiert werden. Aufgrund der besonders hohen Teilnahmequote von fast 90 % der Schülerinnen und Schüler am Ganztagsbetrieb dieser Schule reichen die räumlichen Möglichkeiten insbesondere für einen geordneten Ganztagsbetrieb (u. a. zu kleine Mensa) nicht mehr aus.

 

Durch Umbauten im Bestand, einem Anbau und die Herrichtung der Sporthalle zu einer Mehrzweckhalle soll die Raumsituation der Schule verbessert werden. Darüber hinaus sind Arbeiten zur Behebung von Brandschutzmängeln (u. a. Herstellung eines zweiten baulichen Rettungswegs im Anbau) geplant. Es besteht die Absicht, mit dem Anbau, in dem die Verwaltung untergebracht und mit dem der zweite bauliche Rettungsweg realisiert werden soll, den Umbauten im Bestand zur Neuordnung der Unterrichtsräume und der Behebung weiterer Brandschutzmängel zu beginnen. Im Anbau soll ein Aufzug und im Untergeschoss eine Toilettenanlage realisiert werden. Er soll an der Stelle entstehen, an der zurzeit die Außentreppe als provisorisch angelegter zweiter baulicher Rettungsweg steht und diese ersetzen (siehe beigefügten Lageplan). Die Herrichtung der Sporthalle in eine Mehrzweckhalle würde als letzte Maßnahme realisiert. Dies führt zu keiner zeitlichen Verzögerung, da ohnehin nicht alle baulichen Maßnahmen gleichzeitig ausgeführt werden können, um eine ausreichende Schulhoffläche während der Bauphase gewährleisten zu können. Hierzu wird die Verwaltung eine gesonderte Raumprogrammvorlage erstellen und den Gremien bis Ende dieses Jahres zur Beratung vorlegen.

 

 

2. Raumprogramm

Das Raumprogramm umfasst 16 Allgemeine Unterrichtsräume (AUR) in einer Größe von durchschnittlich ca. 57 m². Diese sollen künftig alle im 1. und 2. Obergeschoss angeordnet werden. Um die AUR in den beiden Obergeschossen unterbringen zu können soll die Verwaltung in den Anbau und der FUR Musik (56 m²) ins Erdgeschoss verlegt und um den bisherigen Bühnenbereich verkleinert werden, da zukünftig in der Mehrzweckhalle eine Aula mit Bühne vorhanden sein wird. Die Musiksammlung soll im Erdgeschoss in Schränken in zwei zukünftigen Betreuungsräumen gelagert werden, die ausreichend groß sind. Der vorhandene Fachunterrichtsraum (FUR) Werken (53 m²) soll im Untergeschoss, der bestehende FUR EDV (55 m²) im 2. Obergeschoss verbleiben. Die Sammlung Werken (23 m²) soll im Untergeschoss entstehen. Für jeweils zwei AUR soll künftig ein Gruppenraum vorgesehen werden. Neben vier vorhandenen Gruppenräumen sollen vier weitere Gruppenräume entstehen. Einer dieser Gruppenräume soll eine besondere zusätzliche Inklusionsausstattung erhalten. Die vier zusätzlichen Gruppenräume sollen im Anbau entstehen, sodass ausreichend Gruppenräume (für je zwei AUR wird ein Gruppenraum vorgehalten) zur Verfügung stehen.

 

In dem zu errichtenden Anbau sollen folgende Räume entstehen:

 

Raum

Größe

drei Gruppenräume

je 20 m²

Gruppenraum mit Inklusionsausstattung

    25 m²

Lehrerzimmer

    60 m²

Schulleitung

    20 m²

stellv. Schulleitung

    15

Sekretariat/Lager

    30

Kopierraum

    10

Teeküche

    10

zwei Besprechungsräume

insgesamt

    30

Büro Kooperationspartner im Ganztag

    24 m²

Senioren in Schule (SiS) als Mediatoren

    15

Umkleide Kooperationspartner im Ganztag/

Reinigungspersonal

    10 m²

Erste Hilfe

  10 m²

Putzmittel

entwurfs-abhängig

 

Die für den Ganztagsbetrieb vorhandenen Räume, wie der Bereich aktiv (89 m²), der Kreativraum (34 m²), die Schülerbibliothek (56 m²), der Stille-Raum (38 m²) und die Lehrküche

(54 m²) sollen im Hauptgebäude bleiben. Zwei Räume für die Unterbringung von zwei unterrichtsergänzenden Betreuungsgruppen bis 17:00 Uhr in einer Größe von insgesamt 92 m² sollen im Erdgeschoss des Hauptgebäudes eingerichtet werden. Die Küche und die Mensa sollen ebenfalls im Erdgeschoss des Hauptgebäudes untergebracht bleiben. Bisher stehen für die Mensa 89 m² zur Verfügung. Diese soll um 56 m² auf 145 m² (117 Plätze) erweitert werden, um Platz für die Einnahme von ca. 350 Essen in drei Schichten zu ermöglichen.

 

Die Einrichtung einer Toilettenanlage im Keller des Hauptgebäudes ist bereits erfolgt.

 

Das Raumprogramm ist mit der Schule abgestimmt.

 

 

3. Kosten und Finanzierung

Die Kosten für die Sanierung und Erweiterung der Schule zur Verbesserung der Raumsituation werden in einem groben Kostenrahmen auf ca. 11 Mio. € geschätzt (ohne Kosten der Sporthalle/Mehrzweckhalle).

 

Zum Haushaltsentwurf 2018/IP 2017 – 2021 sind unter dem Projekt „GS Comeniusstraße/

Brandschutzmaßnahmen (4E.210196/3E.210009)“ folgende Finanzraten auch für den Ganztagsbetrieb vorgesehen:

 

 

bis 2017

2018

in Mio. €

2019

in Mio. €

2020

in Mio. €

2021

in Mio. €

Gesamt

in Mio. €

4E.210196/

3E.210009
GS Comeniusstraße

 

1,50

 

3,05

 

4,75

 

2,0

 

0

 

11,3

 

Davon entfallen auf den Umbau der Sporthalle rd. 5 Mio. € (grober Kostenrahmen) und auf die restlichen Baumaßnahmen rd. 6,3 Mio. €. Es besteht somit eine Finanzierungslücke für die Einrichtung des Ganztagsbetriebs in Höhe von 4,7 Mio. €. Alle gennannten Kosten werden aufgrund von allgemeinen Kennwerten ohne Betrachtung von liegenschaftsspezifischen Randbedingungen wie der Bausubstanz, der dann geltenden rechtlichen Anforderungen, des Brandschutzes u. ä. ermittelt. Die noch fehlenden Finanzmittel für die Einrichtung des Ganztagsbetriebes sollen im Rahmen der Haushaltslesung 2018 berücksichtigt werden. Über den Haushalt 2018 wird der Rat voraussichtlich im Februar nächsten Jahres entscheiden.

 

Eine Realisierung der Sanierung und die Verbesserung der Ganztagsinfrastruktur wird in den Jahren schrittweise erfolgen.

 


Beschluss:

Dem im Sachverhaltstext beschriebenen Raumprogramm für den inneren Umbau und die Erweiterung um einen Anbau für die Grundschule Comeniusstraße wird zugestimmt.

 


Anlage/n:

Lageplan

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 LageplanErweiterungSchule (539 KB)