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Vorlage - 17-06000-01  

Betreff: Bildungsgerechtigkeit - Häufigkeit der Schulverweigerung
Status:öffentlichVorlage-Art:Stellungnahme
Aktenzeichen:51.4Bezüglich:
17-06000
Federführend:51 Fachbereich Kinder, Jugend und Familie   
Beratungsfolge:
Rat der Stadt Braunschweig zur Kenntnis
19.12.2017 
Sitzung des Rates der Stadt Braunschweig    

Sachverhalt
Anlage/n

Zur Anfrage der Fraktion Die Linke vom 6. Dezember 2017 (17-06000) wird wie folgt Stellung genommen:

 

Zu Frage 1:

 

Die Koordinierungsstelle Schulverweigerung – Die 2. Chance im Fachbereich Kinder, Jugend und Familie erhebt jährlich die Anzahl unentschuldigter Fehltage an Schulen. Die Daten zur Anzahl der Schülerinnen und Schüler sowie der unentschuldigten Fehltage werden durch die jeweiligen Schulen mitgeteilt. Die Erhebung ist auf die vom Arbeitskreis Schulverweigerung empfohlenen Klassenstufen beschränkt: Klassenstufen 5 - 10 sowie die Deutsch als Zweitsprache-Klassen an allgemeinbildenden Schulen in städtischer Trägerschaft, die Schulformen Berufseinstiegsklasse, Berufsvorbereitungsjahr und Berufseinstiegsjahr an Berufsschulen. Die Erhebungen umfassen jeweils den Zeitraum eines Schuljahres. Daten für das Schuljahr 2016/2017:

 

 

Unentschuldigte Fehltage

Anzahl der Schülerinnen und Schüler gesamt

1 - 4

5 - 10

11 - 20

Über 20

12.796

1.122

277

146

242

 

 

Schulform

Schülerzahl der erhobenen Klassenstufen gesamt

Schülerinnen und Schüler mit mindestens einem unentschuldigtem Fehltag

Förderschulen

335

49

Hauptschulen

604

402

Realschulen

1.989

407

Gymnasien

5.866

254

IGS

3.795

552

BBS

197

123

 

Eine Auswertung der Verteilung nach Stadtteilen liegt nicht vor.

 

Zu Frage 2:

 

Die Zählung erfolgt nach Kalenderjahren

 

2012

2013

2014

2015

2016

Anzeigen

503

440

368

351

336

Erstanzeigen

221

208

183

175

147

Wiederholungsanzeigen

282

232

185

176

189

 

Zu Frage 3:

 

Seit 2009 arbeiten im Fachbereich Kinder, Jugend und Familie fünf Mitarbeiter/innen in Vollzeit ausschließlich im Bereich der Schulverweigerung. Die Koordinierungsstelle Schulverweigerung – Die 2. Chance bietet zum einen Hilfen für Schülerinnen und Schüler an, begleitet diese und verfolgt den Auftrag der Reintegration in Schule. Die Planung konkreter Maßnahmen für einzelne Schülerinnen und Schüler erfolgt auf Grundlage der individuellen Problemlagen. Maßnahmen können beispielsweise soziale Kompetenztrainings oder Nachhilfe sein. Die Erfolgsquote liegt bei durchschnittlich 80 %. Zum anderen arbeitet die Koordinierungsstelle an der Optimierung des Verfahrens. So wurde ein für alle Schulformen einheitlicher Meldebogen entwickelt. Es wurden Vereinbarungen getroffen, die Reaktionszeiten an Schulen, im Fachbereich und bei Gericht zu verkürzen und zu standardisieren. Seit dem Aufbau der Koordinierungsstelle Schulverweigerung – Die 2. Chance ist die Anzahl der Anzeigen seit dem Höchststand in 2011 mit 681 Anzeigen auf 336 Anzeigen in 2016 zurückgegangen. Mit Hilfe des Arbeitskreises „Schulverweigerung und Schulschwänzen“ ist es gelungen, den in Braunschweig vereinbarten Grundsatz Pädagogik vor Strafe durchzusetzen. Im Arbeitskreis sind neben der Stadtverwaltung alle relevanten Institutionen, wie die Landesschulbehörde, das Amtsgericht, das JobCenter, die Polizei und die Schulen vertreten.

 


Anlage/n:

keine