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Rat und Stadtbezirksräte

Vorlage - 18-07744  

Betreff: Multiresistente Keime in Gewässern
Status:öffentlichVorlage-Art:Anfrage (öffentlich)
Federführend:0100 Referat Steuerungsdienst   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Soziales und Gesundheit zur Beantwortung
04.04.2018 
Sitzung des Ausschusses für Soziales und Gesundheit zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Anlage/n

Sachverhalt:
Im Februar 2018 wurde durch den NDR bekannt, dass bei stichprobenartigen Untersuchungen von Gewässern in Niedersachsen antibiotikaresistente Keime (MRGN) gefunden wurden. Die Reporter hatten an zwölf Stellen Proben genommen – an Badeseen, Flüssen und Bächen. Die Analysen hatten an allen untersuchten Orten den Nachweis sogenannter multiresistenter Keime ergeben; dies galt auch für die zwei Proben aus Badestellen. Eine höhere Belastung ergab sich ebenfalls bei langsam fließenden Gewässern, in denen sich die Bakterien leichter vermehren können.

Laut Landesgesundheitsamt ist der Nachweis solcher Keime grundsätzlich nicht ungewöhnlich. Der Wissenschaft sei dies schon lange bekannt; sogar im 30.000 Jahre alten Eis habe man Gene der Antibiotikaresistenz gefunden. Eine Zunahme der Zahl dieser Keime ist jedoch unter anderem durch den Einsatz von Antibiotika in der Tiermast feststellbar, auch wenn laut Meldung des Agrarministeriums der Einsatz der Antibiotika erheblich – etwa um die Hälfte seit 2011 – reduziert werden konnte.

Multiresistente Keime können durch viele der derzeit zur Verfügung stehenden Antibiotika nicht behandelt werden. Für Personen mit gesunder Haut und gesundem Immunsystem seien diese Keime unproblematisch, da die körpereigene Abwehr ausreiche, so das Landesgesundheitsamt. Wir haben jedoch eine Fürsorgepflicht auch für immungeschwächte und chronisch erkrankte Menschen. Denn obwohl mit zunehmendem Fortschritt der Therapiemöglichkeiten in der Medizin auch diesen Personen in allen Lebensbereichen eine Teilhabe ermöglicht, müssen insbesondere diese Gruppe und akut Erkrankte mit vorübergehender Abwehrschwäche vor multiresistenten Keimen geschützt sein.

Zu prüfen ist daher, ob die multiresistenten Keime in Braunschweiger Gewässern zu finden sind und ob sie sogar schon über die natürlichen Gewässer das Trinkwasser erreicht haben.


Vor diesem Hintergrund fragen wir die Verwaltung:

1. Wie schätzt das Gesundheitsamt die Bedeutung multiresistenter Keime im Speziellen für Braunschweig und im Allgemeinen ein?

2. Welche Untersuchungsergebnisse zur MRGN-Belastung der Braunschweiger Flüsse, Bäche, Gräben und Badestellen sowie des Trinkwassers liegen der Verwaltung für Braunschweig vor?

3. Welche Maßnahmen sind geplant oder werden umgesetzt, um bezogen auf die MRGN-Belastung einen hohen Qualitätsstandard der Gewässer und der Einleitungsstellen abzusichern und die Qualität kontinuierlich zu überprüfen?

 


Anlagen:
keine

 

Stammbaum:
18-07744   Multiresistente Keime in Gewässern   0100 Referat Steuerungsdienst   Anfrage (öffentlich)
18-07744-01   Multiresistente Keime in Gewässern   50 Fachbereich Soziales und Gesundheit   Stellungnahme