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Rat und Stadtbezirksräte

Vorlage - 18-08174  

Betreff: CoLiving Campus
Status:öffentlichVorlage-Art:Mitteilung
Federführend:DEZERNAT IV - Kultur- und Wissenschaftsdezernat   
Beratungsfolge:
Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 331 Nordstadt zur Kenntnis
24.05.2018 
Sitzung des Stadtbezirksrates im Stadtbezirk 331 zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Anlage/n

Sachverhalt:


Im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) "Denk Deine Stadt!" ist eine Ideenskizze entstanden, die das Gelände des sog. Campus Nord in den Blick nimmt, um dort langfristig ein Quartier für Forschen, Leben und Arbeiten zu entwickeln. Bislang sind weder seitens der Technischen Universität noch der Stadt Braunschweig Pläne entwickelt worden.

 

Der Rat der Stadt Braunschweig hat am 1. November 2016 für den Bereich der Ottenroder Straße eine Vorkaufsrechtssatzung beschlossen. Hintergrund war der nach wie vor große Bedarf an zentral gelegenen Reserveflächen für die städtebauliche Entwicklung, u.a. für Wohnen, öffentliche Nutzungen oder Grün- und Freiflächen entlang des Ringgleises. Da der freihändige Erwerb nicht immer möglich ist, nutzt die Stadt das Instrument der Vorkaufsrechtssatzung. Andernfalls besteht die Möglichkeit, dass Investoren aus der freien Wirtschaft die Flächen nach und nach erwerben. Die Ziele der Investoren orientieren sich in der Regel schwerpunktmäßig an wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Die Stadt hingegen berücksichtigt stets auch das Wohl der Allgemeinheit.

 

Seit Beschluss der Vorkaufsrechtssatzung Ende 2016 gibt es bei der Stadt keinen neuen Sachstand hinsichtlich der Flächen im Bereich der Ottenroder Straße.

 

Die Initiative der TU Braunschweig zusammen mit der Göderitzstiftung bezüglich der Auslobung des Wettbewerbes wird dennoch unterstützt. Die Studenten haben die Möglichkeit, umfassende Planungsüberlegungen für den gesamten Bereich anzustellen. Die Ideen der Studenten sollen im Anschluss an den Wettbewerb seitens der TU bzw. der Stiftung der Öffentlichkeit vorgestellt und diskutiert werden.

 

Zum Auftakt des Johannes Göderitz-Preises wurde am 20.04.2018 eine Pressemitteilung herausgegeben, die hier im Wortlaut noch einmal wiedergegeben wird:

 

„Auftakt zum Göderitz-Preis: Symposium „CoLiving Campus“

 

Auftakt zum diesjährigen Johannes-Göderitz-Preis zur Förderung studentischer und wissenschaftlicher Arbeiten: Über einhundert Studierende von fünf Universitäten haben am 18. und 19. April an einem zweitägigen wissenschaftlichen Symposium teilgenommen. Das von der Johannes Göderitz-Stiftung in Kooperation mit der Technischen Universität Braunschweig (TU) und der Stadt Braunschweig veranstaltete Symposium trug den Titel „CoLiving Campus – Urbanes kollaboratives Quartier zum Lernen, Forschen und Wohnen“. Beide Tage dienten dem Ideenaustausch zur Weiterentwicklung des Campus Nord der TU und seiner Umgebung.

 

Die Studierenden der Technischen Universität Kaiserslautern, der HafenCity Universität Hamburg, der Leibniz Universität Hannover sowie der Technischen Universitäten Dresden und Braunschweig waren eingeladen, Ideen für einen neuen CoLiving Campus am heutigen Campus Nord der TU Braunschweig zu entwickeln. Das Auftaktsymposium bot eine Plattform für den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis und gab Impulse für die Konzeptfindung im Rahmen des Wettbewerbs.

 

Die Verknüpfung von Stadt und Campus, die wachsende Nachfrage an universitätsnahen Einrichtungen sowie der steigende Bedarf an zugänglichem Wohn- und Arbeitsraum stehen im Vordergrund der Diskussion. Das CoLiving Campus soll auch die „Wissenschaftsstadt Braunschweig“ erfahr- und erlebbar machen: Urbanes Leben und Wohnen in einem Forschungsumfeld. Die Studierenden sind aufgerufen, sich über eine strategische Entwicklung des Quartiers um den Campus Nord Gedanken zu machen, indem sie die besonderen Qualitäten beachten und die bestehenden Strukturen einbeziehen. Nach dem Ende des Symposiums beginnen die Studierenden jetzt mit der Entwurfsarbeit. Die Ergebnisse werden dann im Herbst 2018 prämiert und, wie in den Vorjahren, der Öffentlichkeit präsentiert. Ziel ist es, auf Grundlage der Entwürfe einen strategischen Masterplan zu entwickeln, um die städtebauliche Struktur zu definieren und zugleich Spielraum für Experimente anzubieten. Dies soll in mehreren Phasen und Szenarien gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern geschehen.

 

 

Zur Person: Johannes Göderitz

 

Johannes Göderitz (1888 bis 1978) war Architekt und Stadtplaner. Er entwarf die Magdeburger Elbhalle, deren Grundstein 1927 gelegt wurde, und wurde im selben Jahr Magistratsbaurat von Magdeburg. Unter seiner Leitung entstanden in Magdeburg moderne städtebauliche Objekte wie Krankenhäuser, Bäder, Schlachthof, Stadtwerke und Schulen, die die Stadt zum Teil noch heute prägen. Göderitz galt als prominenter Vertreter des so genannten Neuen Bauens. Von den Nationalsozialisten wurde er als „Kulturbolschewist“ geächtet und seines Amtes enthoben. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war Göderitz von 1945 bis 1953 Stadtbaurat in Braunschweig und leitete den Wiederaufbau der zerstörten Stadt. Zudem lehrte er von 1945 bis 1950 an der Technischen Hochschule Landesplanung, Städtebau und Wohnungswesen. Von 1960 bis 1962 leitete Göderitz das Institut für Städtebau und Wohnungswesen der TU. Der Johannes-Göderitz-Preis wurde erstmals 1983 vergeben.“
 

 


Anlage/n:


keine