EN

Rat und Stadtbezirksräte

Vorlage - 18-09171  

Betreff: Mehrwegbecher statt Wegwerfbecher- Einführung eines Pfandsystems für Kaffeebecher in Braunschweig
Status:öffentlichVorlage-Art:Antrag (öffentlich)
Federführend:0100 Referat Steuerungsdienst   
Beratungsfolge:
Wirtschaftsausschuss Vorberatung
02.11.2018 
Sitzung des Wirtschaftsausschusses geändert beschlossen   
Verwaltungsausschuss Vorberatung
06.11.2018    Sitzung des Verwaltungsausschusses      
Rat der Stadt Braunschweig Entscheidung
06.11.2018 
Sitzung des Rates der Stadt Braunschweig geändert beschlossen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

ALLRIS net Ratsinformation

Sachverhalt:
 

Tausende von Pappbechern für Heißgetränke werden täglich verbraucht und landen anschließend in Mülleimern, an Haltestellen, Straßenrändern oder Parkanlagen. Diese Becher, die meist nur sehr kurz benutzt werden, machen bereits einen beträchtlichen Anteil am anfallenden Müll aus. Daher suchen bereits einige Städte – so auch Wolfsburg und Hannover – nach Möglichkeiten, diesen Müll zu reduzieren. Diese Städte haben sich für die Einführung eines Pfandsystems für Coffee-to-go-Becher entschieden.

Dieses unterscheidet sich vom – auch in Braunschweig anzutreffenden – System des eigenen Mehrwegkaffeebechers, den der Kunde mit in das Geschäft bringt, um ihn dort auffüllen zu lassen und dafür einen kleinen Preisnachlass von ca. 10 Cent erhält. Diese in Bäckereien oder auch bei ALBA Braunschweig im Verkauf befindlichen Becher müssen vom Kunden nach der Benutzung wieder mit nach Hause genommen und dort gereinigt werden. In der Regel sind sie nicht spülmaschinengeeignet und daher wenig attraktiv. Dieses System wird auch häufig aus hygienischen Gründen kritisiert, da die Becher in Taschen getragen und eventuell mit dreckigen Händen angefasst wurden und beim Einschenken eine Keimübertragung an Kaffeemaschinen und Schankanlagen erfolgen könnte.
 

Beim Pfandsystem dagegen wird ein Plastikbecher, teilweise auch mit Deckel, für ein bis zwei Euro Pfand an die Kaffeetrinker ausgegeben, die die Becher für die Zeit des Verzehrs leihen und anschließend ungespült bei den teilnehmenden Partnern zurückgeben, wo sie ihr Pfandgeld zurückerhalten. Die Kaffeeanbieter geben die Becher nicht nur aus, sondern nehmen sie auch wieder zurück und reinigen sie. Ein eventuell neu gekaufter Kaffee wird dann in einem bereits gereinigten Becher ausgegeben, sodass auch die Hygieneanforderungen besser eingehalten werden. Die Becher sind meist aus Polypropylen oder sogar aus nachwachsenden Rohstoffen und können bis zu 500 Mal benutzt, in der Spülmaschine gereinigt und gut recycelt werden. Entsprechende Anbieter sind z. B. RECUP oder NOWASTE. Die Becher können mit einem individuellen städtischen Design versehen werden.

Immer mehr Städte starten mit der Einführung eines solchen Pfandsystems für Kaffeebecher. Aus diesem Grund sollte auch eine Machbarkeitsprüfung für Braunschweig in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Abfallentsorgungsbetrieb ALBA und dem Stadtmarketing erfolgen. Ein solches Pfandsystem hat nur mit ausreichend Kooperationspartnern Aussicht auf Erfolg.

Gez. Christoph Bratmann


Die Verwaltung wird gebeten, im Sinne von Umweltschutz und Nachhaltigkeit in Zusammenarbeit mit der Braunschweig Stadtmarketing GmbH und der ALBA Braunschweig GmbH zu prüfen, ob die Einführung eines Pfandsystems für Kaffeebecher in Braunschweig möglich wäre.

 

ALLRIS net Ratsinformation

Anlagen: keine