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Rat und Stadtbezirksräte

Vorlage - 18-09313-02  

Betreff: Schulsozialarbeit
Status:öffentlichVorlage-Art:Mitteilung
  Bezüglich:
18-09313
Federführend:40 Fachbereich Schule   
Beratungsfolge:
Schulausschuss zur Kenntnis
01.02.2019 
Sitzung des Schulausschusses zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Anlage/n

Sachverhalt:

Zur Anfrage der CDU-Fraktion vom 19.10.2018 (Ds 18-09313) wird wie folgt Stellung ge-nommen:

 

Aufgabenabgrenzung Stadt/Land

Das Niedersächsische Kultusministerium (MK) stellt die „soziale Arbeit an Schule“ (Schulsozialarbeit des Landes) als Hilfe zur Lösung innerschulischer Probleme dar. Für jugendhilfliche Belange vor Ort sieht das MK die Zuständigkeit bei den Kommunen. Landesmitarbeiterinnen und -mitarbeiter sichern Belange des Schulbetriebs ab. Die durch die kommunalen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter per Ratsbeschluss vorgesehene jugendhilflich ausgerichtete Einzelfallarbeit wird durch das Land für seine Bediensteten ausgeschlossen. Daher kann die Stadt durch den Einsatz eigener Schulsozialarbeiterinnen und -arbeiter keine Versorgungslücken schließen, die auf Seiten des Landes möglicherweise bestehen.

 

Stadt und Land können sich ergänzen

Schule verfolgt den ihr gegebenen Bildungsauftrag nach § 2 Niedersächsisches Schulgesetz (NSchG). Diese Arbeit wird durch den Aufgabenbereich der kommunalen Jugendhilfe mit dem Ziel ergänzt, das Recht auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemein-schaftsfähigen Persönlichkeit zu entwickeln. Beides liegt rechtlich im Aufgabenbereich der kommunalen Jugendhilfe. Unabhängig von der Versorgung durch Schulsozialarbeit des Lan-des müssen die in Frage kommenden Schulen zusätzlich mit kommunaler Schulsozialarbeit versorgt werden.

 

Indikatorenbasierte Bedarfsfeststellung

Entsprechend des Ratsbeschlusses (Ds 17-0485) erfolgt jährlich eine Ermittlung der Grundlagen für eine indikatorenbasierte Feststellung der jugendhilflichen Bedarfe der jeweiligen Schulen. Die Indikatoren sind beispielhaft im Rahmenkonzept aufgeführt (u. a. Anzahl von Schülerinnen und Schüler, die durch die Allgemeine Erziehungshilfe betreut werden, der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit unentschuldigten Fehltagen, die Anzahl von aufgenommenen Quereinsteigerinnen bzw. -einsteigern sowie die Anzahl als arm geltender Schülerinnen und Schüler). Viele der Daten zu den Indikatoren liefern die Schulleitungen selber, die einmal jährlich eine Abfrage dazu erhalten.

 

Den Schulen mit den höchsten Indikatorenwerten werden im Anschluss an die Erhebung personelle Ressourcen für die jugendhilflich ausgerichtete Schulsozialarbeit angeboten, um im Anschluss Kooperationsgespräche mit den Schulleitungen zu führen. Nach diesem Vorgehen wurden in 2018 fünf Schulen der Einsatz kommunaler Schulsozialarbeiterinnen bzw.

-arbeiter angeboten (Hauptschule Pestalozzistraße, Hauptschule Rüningen, Hauptschule So-phienstraße, IGS Querum, IGS Volkmarode).


Zur Beantwortung der Detailfragen ist die Niedersächsische Landeschulbehörde, Regional-abteilung Braunschweig, beteiligt worden.

 

Dies vorausgeschickt, werden die Fragen wie folgt beantwortet:

 

Zu Frage1: Ist-Zustand

 

Schule

Trägerschaft der Schulsozialarbeit

seit wann

Vollzeitstellen (VZ)

Teilzeitstellen (TZ)

Schülerzahl*

HS Sophienstraße

Stadt / Land

2001

TZ 0,5 / 1 VZ

301

GHS Pestalozzistraße

Stadt / Land

2001

1 VZ / 1 VZ

230

GS Altmühlstraße

Stadt / Land

2007

TZ 0,5 / TZ 1,25

385

GS Rheinring

Stadt / Land

2007

TZ 0,5 / TZ 0,5

193

GS Diesterwegstraße

Diakonie / Land

Mitte 2000er

1 VZ / TZ 0,75

264

GS Bebelhof

Diakonie / Land

Mitte 2000er

1 VZ / TZ 0,5

115

GS Lamme

Diakonie

Mitte 2000er

1 VZ

289

GS Hohestieg

Diakonie

Mitte 2000er

1 VZ

171

GS Am Schwarzen Berge

Land

 

TZ 0,5

123

GS Bürgerstraße

Land

 

TZ 0,5

222

GS Heidberg

Land

 

TZ 0,5

204

GS Ilmenaustraße

Land

 

TZ 0,5

290

GS Isoldestraße

Land

 

TZ 0,5

139

GS Klint

Land

 

TZ 0,5

239

GHS Rüningen

Land

 

TZ 0,75

297

FöS Astrid-Lindgren-Schule

Land

 

TZ 0,5

73

RS Nibelungen-Realschule

Land

 

TZ 1,75

476

GY Gaußschule

Land

 

TZ 0,75

908

GY Raabeschule

Land

 

TZ 1,5

798

GY Wilhelm-Gymna-sium

Land

 

TZ 0,5

1.006

IGS Sally-Perel-Gesamtschule

Land

 

2 VZ

1.002

IGS Franzsches Feld

Land

 

1 VZ

853

IGS Heidberg

Land

 

1 VZ

935

IGS Querum

Land

 

1 VZ

802

IGS Wilhelm-Bracke-Gesamtschule

Land

 

3 VZ

1.325

BBS Johannes-Selenka-Schule

Land

 

1 VZ

2.003

BBS Heinrich-Büs-sing-Schule

Land

 

1 VZ

2.551

BBS Otto-Benne-mann-Schule

Land

 

1 VZ

4.009

BBS Helene-Engel-brecht-Schule

Land

 

1 VZ

1.054

BBS V

Land

 

1 VZ

972

*Schülerzahlen allgemein bildende Schulen gem. Schulstatistik vom 23.08.2018

 Schülerzahlen berufsbildende Schulen gem. Schulstatistik vom 15.11.2018

 

Zu Frage 2: Ausbauplan 2019/2020

 

Schule

Trägerschaft

Jahr

VZ / TZ

Schülerzahl*

HS Rüningen

Stadt

2019

1 VZ

224

IGS Querum

Stadt

2019

1 VZ

802

IGS Sally-Perel-Gesamtschule

Stadt

2019

1 VZ

1.002

5 weitere Schulen

Stadt

2019

alle 1 VZ

 

5 weitere Schulen

Stadt

2020

alle 1 VZ

 

GS Comeniusstraße

Land

2019

1 VZ

378

GS Heinrichstraße

Land

2019

1 VZ

370

*Schülerzahlen allgemein bildende Schulen gem. Schulstatistik vom 23.08.2018

 

Zu Frage 3: Personelle Mehrbedarfe

 

Bei einem Einsatz von Schulsozialarbeiterinnen bzw. -arbeitern nach dem Schlüssel einer Vollzeitstelle für 150 Schülerinnen und Schülern würde an den allgemein bildenden Schulen ein Bedarf von mehr als 150 Vollzeitstellen bestehen. Für die berufsbildenden Schulen bestünde bei diesem Berechnungsmodell ein Bedarf von 71 Vollzeitstellen. Das würde bedeuten, dass zusätzlich zu den bis 2020 angestrebten 43 Vollzeitstellen an den allgemein bildenden Schulen 107 dazukommen müssten, zu den 5 Vollzeitstellen an den berufsbildenden Schulen 66 weitere.

 

Bei einer Ausstattung von mindestens einer Vollzeitstelle pro Schule wären nach dem Ausbaustand 2020 weitere 30 Vollzeitstellen einzurichten.

 

Pro Vollzeitstelle Schulsozialarbeit ist inklusive Sachkostenanteil mit Kosten von knapp 70.000 € zu rechnen.

 

Grundsätzlich geht die Fachverwaltung von einem Bedarf an kommunaler Schulsozialarbeit an allen Schulen aus. In Fachkreisen wird ein Schlüssel von einer Stelle Schulsozialarbeit auf 150 Schülerinnen und Schüler als ideal angesehen. Im Rahmen des Ausbauplans zu kommunaler Schulsozialarbeit (Ds 18-07701) wurde in Braunschweig eine Priorisierung der Bedarfe auf Grund jugendhilflicher Parameter vorgenommen. Durch den Ausbauplan werden bis 2020 die 15 Schulen mit kommunaler Schulsozialarbeit versehen, an denen 150 Schülerinnen und Schüler besondere Erschwernisse auf Grund der festgelegten Parameter vorweisen.

 

Die Verwaltung hat sich darum bemüht, dass eine Vertreterin bzw. ein Vertreter der Niedersächsischen Landesschulbehörde, Regionalabteilung Braunschweig, an der Sitzung des Schulausschusses am 01.02.2019 teilnimmt. Aus terminlichen Gründen ist dieses der Landesschulbehörde nicht möglich. Sie hat aber in Aussicht gestellt, dass an der nächsten Sitzung des Schulausschusses am 22.03.2019 eine Vertreterin bzw. ein Vertreter teilnehmen könnte. Die Verwaltung plant, dieses Angebot anzunehmen, damit dann unter Einbeziehung der Landesschulbehörde über die Schulsozialarbeit in Braunschweig diskutiert werden kann.

 


Anlage/n:

keine

 

Stammbaum:
18-09313   Schulsozialarbeit   0100 Referat Steuerungsdienst   Anfrage (öffentlich)
18-09313-01   Schulsozialarbeit   40 Fachbereich Schule   Stellungnahme
    40 Fachbereich Schule   Mitteilung
18-09313-02   Schulsozialarbeit   40 Fachbereich Schule   Mitteilung