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Rat und Stadtbezirksräte

Vorlage - 19-10107-01  

Betreff: Sachstand Konzept zur Errichtung einer dauerhaften Form der Erinnerung an die Euthanasieopfer in Braunschweig
Status:öffentlichVorlage-Art:Mitteilung
  Bezüglich:
19-10107
Federführend:DEZERNAT IV - Kultur- und Wissenschaftsdezernat   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Kultur und Wissenschaft zur Beantwortung
01.03.2019 
Sitzung des Ausschusses für Kultur und Wissenschaft zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Anlage/n

Sachverhalt:

Zum aktuellen Sachstand hinsichtlich der konzeptionellen Überlegungen wird Folgendes mitgeteilt:

Wie in der Sitzung des Kulturausschusses am 18.05.2018 (Drs.-Nr. 18-08160) avisiert, fand am 30. August 2018 als erster Schritt ein erster Runder Tisch statt, an dem die wesentlichen Akteure auf erinnerungspolitischem Feld (Psychiatriezentrum, Stiftung Neuerkerode, Gedenkstätte Friedenskapelle Braunschweig e. V., Gesundheitsamt Braunschweig, Stadtarchiv, Historische Institute der Technischen Universität, Arbeitskreis Andere Geschichte, Grauer Bus etc.) und Einzelpersonen teilgenommen haben.

 

In einem zweiten Schritt konnte eine Fachkonferenz zum Thema „NS-Medizinverbrechen und kommunale Gesundheitspolitik: Forschungsbilanz, neue Fragen und die Zukunft der Erinnerung“ mit gutem Erfolg am 23. November 2018 durchgeführt werden. Die öffentliche Fachtagung fand im Auftrag des Dezernates für Kultur und Wissenschaft der Stadt Braunschweig in Kooperation mit dem Geschichtsverein Braunschweig e.V. und dem Institut für Braunschweigische Regionalgeschichte und Geschichtsvermittlung der TU Braunschweig statt. Folgende Persönlichkeiten haben teilgenommen und referiert:

 

-          Prof. Dr. Hans-Walter Schmuhl (Universität Bielefeld): Jenseits der „Aktion T4“. Perspektiven der Forschung zu den NS-Medizinverbrechen

-          Dr. Annemone Christians (LMU): Fördern UND Verfolgen. Die rassenhygienische Selektion durch kommunale Ämter - Grenzen und Potentiale der regionalen Perspektive auf die NS-Gesundheitspolitik

-          Dr. Oskar Dohle (Landesarchiv Salzburg): Ein psychiatrisches Krankenhaus in der NS-Zeit – nicht nur aus dem Fokus der Forschungen zur NS-Zeit betrachtet. Die „Landesheilanstalt Salzburg“ und die Gesamt-Auswertung der historischen Krankenakten der Jahre 1849-1969

-          Dr. Manfred Grieger (Georg-August-Universität Göttingen): Nur Königslutter und Neuerkerode? Desiderata einer Geschichte der nationalsozialistischen Gesundheits- und Vernichtungspolitik in der Region Braunschweig

-          Dr. Jens-Christian Wagner (Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten): Über die opferzentrierte Erinnerung hinaus? Aufgaben und Problemfelder zukünftiger Vermittlung von nationalsozialistischen Massenverbrechen

 

Die Vorträge, die eine gute Zusammenschau der unterschiedlichen Aspekte auch im Sinne von Best-Practice-Beispielen ermöglichen, liegen vor und sind (online) publikationsreif.

 

Aufgrund der guten Resonanz des ersten Runden Tisches und des dort geäußerten Wunsches, im Rahmen einer weiteren Zusammenkunft eine Vertiefung der Netzwerkarbeit anzustreben, wurde ein zweiter Runder-Tisch-Termin für den 7. März 2019 festgelegt. Im Rahmen dieses Treffens sollen die Ergebnisse der Tagung, Ideen für das weitere Vorgehen sowie konkrete Maßnahmen auch unter Einbindung der beteiligten Institutionen diskutiert werden.

 

Auf der Grundlage dieser Gesprächs- und der Tagungsergebnisse werden für die nächste Sitzung des AfKW konzeptionelle Verfahrensvorschläge, die Bedarfe für eine weitere Bearbeitung und angemessene Vermittlungsformate in einem abschließenden Konzept formuliert und zur Entscheidung vorgelegt. Bereits jetzt lässt sich erkennen, dass weitere Forschungsaufträge in Kooperation mit wissenschaftlichen Einrichtungen und Institutionen in der Region Bestandteile des vom Rat beauftragten Konzeptes sein werden.
 

 


Anlage/n:


keine
 

 

Stammbaum:
19-10107   Sachstand Konzept zur Errichtung einer dauerhaften Form der Erinnerung an die Euthanasieopfer in Braunschweig   0100 Referat Steuerungsdienst   Anfrage (öffentlich)
19-10107-01   Sachstand Konzept zur Errichtung einer dauerhaften Form der Erinnerung an die Euthanasieopfer in Braunschweig   DEZERNAT IV - Kultur- und Wissenschaftsdezernat   Mitteilung