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Rat und Stadtbezirksräte

Vorlage - 19-10587  

Betreff: Neubauten der Brücken im Klostergang über die Wabe, über die Alte Mittelriede und die Mittelriede
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
  Aktenzeichen:66.34
Federführend:66 Fachbereich Tiefbau und Verkehr   
Beratungsfolge:
Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 112 Wabe-Schunter-Beberbach Anhörung
22.05.2019 
Sitzung des Stadtbezirksrates im Stadtbezirk 112 verwiesen   
Planungs- und Umweltausschuss Entscheidung
12.06.2019 
Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses    

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n
Anlagen:
Lageplan
Entwurfsplan Brücke über die Wabe
Entwurfsplan Brücke über die Alte Mittelriede
Entwurfsplan Brücke über die Mittelriede

Sachverhalt:


Die Beschlusskompetenz des Planungs- und Umweltausschusses ergibt sich aus § 76 Abs. 3 S. 1 NKomVG i. V. m. § 6 Nr. 4 lit. a Hauptsatzung.

Im Sinne dieser Zuständigkeitsnorm handelt es sich bei der Vorlage um einen Beschluss über Planungen von Brückenbaumaßnahmen, für die der Planungs- und Umweltausschuss beschlusszuständig ist.

 

Anlass für den Neubau der Brücken über die Wabe und über die Alte Mittelriede

 

Die beiden vorhandenen Brücken des Klostergangs über die Wabe aus dem Baujahr 1910 und über die Alte Mittelriede aus dem Baujahr 1945 sind stark geschädigt. Die Tragfähigkeit der Brücken ist auf 12 t beschränkt. Im Zuge der Planung wurden an den Brücken weitere Schäden festgestellt, die sich auf die zulässige Traglast auswirken. Da die Brücken im Zufahrtsbereich für die Feuerwehr liegen, ist eine Ertüchtigung für Lasten aus Feuerwehrfahrzeugen notwendig. Eine wirtschaftliche Instandsetzung bzw. Ertüchtigung ist auf Grund des umfänglich geschädigten Zustandes nicht möglich. Die Brücken müssen daher durch Neubauten ersetzt werden.

 

Eine besondere Schwierigkeit liegt in der Erschließung der Baustellen. Die Zufahrt zum Klostergelände von Osten führt durch einen historischen Torbogen mit vorgelagertem dichten Wohngebiet. Der historische Torbogen lässt aufgrund seiner Geometrie ein Befahren mit Baufahrzeugen zu den Brücken über die Straße Klostergang nur eingeschränkt zu. Eine Zufahrt über das nichtstädtische Gärtnereigelände, teilweise über Sand/Schotterweg, kommt nicht in Frage.

Für den Transport der Abbruchmassen und für den Transport im Zusammenhang mit dem Neubau der Brücken über die Wabe und die Alte Mittelriede ist voraussichtlich mit ca. 300 LKW-Fahrten zu rechnen. Auf Grund des hohen Risikos einer Beschädigung des historischen Torbogens muss die Befahrung von Osten auf ein Minimum reduziert werden.

 

Für den Baustellenverkehr der beiden Brückenbaustellen (Wabebrücke, Brücke Alte Mittelriede) ist folglich der Riddagshäuser Weg mit der Brücke über die Mittelriede die geeignete Zufahrt.

 

Anlass für den Neubau der Brücke über die Mittelriede

 

Die Tragfähigkeit der Brücke über die Mittelriede, die westlich im Zufahrtsbereich der beiden in 2020 neuzubauenden Brücken des Klostergutes liegt, ist auf 12 t nach DIN 1076 beschränkt, zeigt jedoch bei einigen Nachweisen Defizite. Die Brücke wird von landwirtschaftlichen Fahrzeugen genutzt, da die Zufahrt zu den Wiesen (Piepenwiese) über die Mittelriede führt. Die Brücke wird von der Feuerwehr und von Unterhaltungsfahrzeugen des Fachbereiches Stadtgrün und Sport genutzt.

 

Im Rahmen einer Brückenprüfung wurde festgestellt, dass die Brücke (Baujahr 1965) keine wirksame Absturzsicherung für Fahrzeuge aufweist, da die vorhandenen Brüstungen keine Verbindung zu den tragenden Elementen der Brücke haben. Eine Nachrechnung der Brücke hat ergeben, dass die Brücke keine LKW trägt. Dies ist aber für den Neubau der weiter östlich gelegenen Brücken über die Alte Mittelriede und die Wabe zwingend erforderlich. Darüber hinaus liegen keine gesicherten Unterlagen zur Gründung des Bauwerkes vor. Eine Instandsetzung mit gleichzeitiger Ertüchtigung wurde daraufhin geprüft und als nicht wirtschaftlich bewertet. Die Brücke ist somit durch einen Neubau zu ersetzen. Geplant ist der Brückenneubau im Herbst dieses Jahres.

 

Gestaltung und Bauwerkskonstruktion

 

Die beiden Brücken im Klostergang werden diskret als Einfeldbauwerke in den sensiblen historisch geprägten Raum integriert. Dem Umfeld entsprechend werden die Brücken mit Naturstein verkleidet. Als seitliche Absturzsicherung werden die Natursteinbrüstungen mit Holmgeländern ausgebildet, um damit die Erlebbarkeit der Gewässser deutlich zu machen. Die vorhandene Zaunanlage auf der Brücke über die Wabe wird durch ein Holmgeländer ersetzt. Vor und hinter der Brücke wird der Zaun an den Neubau angepasst. Die Brücken über die Alte Mittelriede und die Mittelriede werden in Anlehnung an die Historie mit einem leichten Bogen gebaut.

 

Die Brücken werden als Einfeldbauwerke in Stahlbetonbauweise ausgeführt. Bemessen werden die Brücken als Straßenbrücken nach den aktuellen Regelwerken des Eurocodes. Zur Beschleunigung des Bauablaufes und zur Einsparung eines Traggerüstes ist es vorgesehen, die Brückenplatten als Halbfertigteil mit Ortbetonergänzung auszuführen. Die Widerlager sind massive Stahlbeton-Balken, die auf Mikropfählen gegründet werden.

 

Die Fahrbahnbreite der Brücke über die Mittelriede wird von 5,70 m auf 4,00 m reduziert. Die Breite der Brücke über die Alkte Mittelriede beträgt zwischen den Brüstungen 3,80 m und zwischen den wieder eingesetzten „historischen Kutschenschrammsteinen“ 3,00 m. Die Breite der Brücke über die Wabe wird um 1,80 m auf ca. 10,30 m bis 13,30 m reduziert.

 

Bei der Brücke über die Wabe liegt die Stützweite bei 4,90 m, bei der Brücke über die Alte Mittelriede bei 4,85 m und bei der Brücke über die Mittelriede bei 8,15 m.

 

Auf den Brücken über die Alte Mittelriede und der Mittelriede wird ein Asphaltbelag, analog des Bestandes, aufgebracht. Auf der Brücke über die Wabe werden Naturstein-Großpflaster und im Seitenbereich Naturstein-Kleinpflaster im Mörtelbett verlegt.

 

Die Gestaltung der Brücken ist mit der Denkmalpflege, Heimatpfleger und dem Kuratorium Kloster Riddagshausen im Rahmen der Planung abgestimmt.


 

Naturschutz, Hochwasserschutz

 

Die drei Brücken liegen im Naturschutzgebiet Riddagshausen und im festgesetzten Überschwemmungsgebiet der Wabe und Mittelriede. Die Umweltabteilung wurde bei der Entwurfsplanung umfänglich beteiligt. Auf dieser Basis werden Anträge auf Genehmigung der Neubauten im Naturschutzgebiet und auf Erstellung einer Anlage am/im Gewässer gestellt.

 

Umfeld der Baumaßnahme

 

Für den Rückbau der Brücke über die Wabe sind drei Bäume im direkten Brückenbereich nicht zu halten. Für die zu fällenden Bäume sind Ersatzpflanzungen vorgesehen. Ort, Art, Anzahl und Größe der Neupflanzungen werden in Abstimmung mit der Umweltabteilung vorgenommen. Die verbleibenden Bäume im direkten Umfeld werden während der Arbeiten geschützt.

 

Bauablauf

 

Von September bis Dezember 2019 wird die Brücke über die Mittelriede gebaut. Im Folgejahr 2020 (von Februar 2020 bis Juli 2020) werden die beiden Brücken im Klostergang zeitgleich gebaut.

 

Finanzen

 

Für die Baumaßnahmen stehen in den Projekten Planungs- und Baumittel in folgenden Höhen zur Verfügung:

 

Brücke über die Wabe  5E.660117 637.000 (Bau 2020)

Brücke über die Alte Mittelriede 5E.660103 460.000 € (Bau 2020)

Brücke über die Mittelriede  5E.660147 600.000 € (Bau 2019)

 

Die Kostenermittlungen liegen inkl. Sicherheitszuschlag im Rahmen der Haushaltsmittel.
 

 


Beschluss:

 

Dem Neubau der Brücke über die Wabe, der Brücke über die Alte Mittelriede und der Brücke über die Mittelriede gemäß den beigefügten Planungen wird zugestimmt.“

 

 


Anlage/n:

Lageplan

Entwurfsplan Brücke über die Wabe
Entwurfsplan Brücke über die Alte Mittelriede
Entwurfsplan Brücke über die Mittelriede
 

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Lageplan (115 KB)    
Anlage 2 2 Entwurfsplan Brücke über die Wabe (703 KB)    
Anlage 3 3 Entwurfsplan Brücke über die Alte Mittelriede (349 KB)    
Anlage 4 4 Entwurfsplan Brücke über die Mittelriede (363 KB)    
Stammbaum:
19-10587   Neubauten der Brücken im Klostergang über die Wabe, über die Alte Mittelriede und die Mittelriede   66 Fachbereich Tiefbau und Verkehr   Beschlussvorlage
19-10587-01   Neubauten der Brücken im Klostergang über die Wabe, über die Alte Mittelriede und die Mittelriede   66 Fachbereich Tiefbau und Verkehr   Beschlussvorlage