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Rat und Stadtbezirksräte

Vorlage - 19-11147-01  

Betreff: Verleihung des Ehrenbürgerrechtes
Antrag / Anfrage zur Vorlage 19-11147
Status:öffentlichVorlage-Art:Antrag (öffentlich)
  Bezüglich:
19-11147
Federführend:0100 Referat Steuerungsdienst   
Beratungsfolge:
Verwaltungsausschuss Vorberatung
18.06.2019    Sitzung des Verwaltungsausschusses      
Rat der Stadt Braunschweig Entscheidung
25.06.2019 
Sitzung des Rates der Stadt Braunschweig zurückgezogen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Dieser Antrag / Anfrage bezieht sich auf folgende Vorlage:

Verleihung des Ehrenbürgerrechtes

https://ratsinfo.braunschweig.de/ri/vo020.asp?VOLFDNR=1013805&;noCache=1


 

 


Dieser Änderungsantrag ersetzt inhaltlich den ursprünglichen Antrag 19-11147

Beschlussvorschlag:

Beschluss:

 

Frau Erika Borek wird in Würdigung ihrer besonderen Verdienste um die Stadt Braunschweig das Ehrenbürgerrecht verliehen. 


Sachverhalt:

 

  1. Nach § 29 Abs. 1 des Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetzes (NKomVG) kann die Stadt Braunschweig Personen, die sich um die Stadt besonders verdient gemacht haben, das Ehrenbürgerrecht verleihen. Über die Verleihung entscheidet nach § 58 Abs. 2 Nr. 3 NKomVG der Rat der Stadt Braunschweig. 

 

  1. Frau Erika Borek hat sich in den vergangenen Jahrzehnten durch zahlreiche außergewöhnliche Initiativen in vielen Bereichen des städtischen Lebens eingebracht und dabei nachhaltig zum Wohl der Stadt Braunschweig gewirkt. Immer wieder hat sie Impulse gegeben und sich mit großem Engagement für die Umsetzung von Projekten nachhaltig eingesetzt. 

 

Im Jahr 1981 wurde die Richard Borek Stiftung ins Leben gerufen. Sie hat sich die „Unterstützung bei Maßnahmen zur Erweiterung der kulturellen Bedeutung der Region Braunschweig“ zum Ziel gesetzt. Die Stiftung war und ist nach wie vor an einer Vielzahl von sozialen, kulturellen und städtebaulichen Projekten beteiligt. 

 

Die Arbeit der Stiftung ist mitunter auch Gegenstand der Berichterstattung in den Medien, da aber ein Großteil des Engagements nicht in der Öffentlichkeit bekannt oder transportiert wird, sollen nachstehend einige wenige Projekte aus den vergangenen Jahren herausgegriffen werden, die exemplarisch verdeutlichen, in welche unterschiedlichen Bereiche sich die Stiftung eingebracht und um die Stadt Braunschweig verdient gemacht macht hat:

 

  1. Projektauswahl

 

Schulsozialarbeit

Die Stiftung unterstützte über einen langen Zeitraum hinweg die Schulsozialarbeit an Grund- und Hauptschulen in Braunschweig. Erreicht werden sollte hier unter anderem die Unterstützung der Schülerinnen und Schüler bei Problemen in der Schule oder die Hilfe beim Übergang von der Schule in den Beruf. 

 

Hospiz Am Hohen Tore

Im Jahr 2007 wurde das Hospiz am Hohen Tore eröffnet. Die Richard Borek Stiftung hat hierfür das Grundstück erworben und den Neubau finanziert. Zwölf Bewohnerinnen und Bewohnern wird hier seitdem die Möglichkeit gegeben, die letzte Lebensphase selbstbestimmt und in Würde zu verbringen. Sie erleben ein funktionierendes Zusammenwirken ambulanter Dienste, stationärer Einrichtungen und Ärzten. Nach wie vor initiiert die Stiftung Veranstaltungen, deren Erlös ausschließlich der Hospizarbeit zugutekommt.

 

„Quartier St. Leonhard“

Das lange ungenutzte Gelände gegenüber der Stadthalle erhielt durch das Engagement von drei gemeinnützigen Trägern ein Profil: Hier werden in Zukunft - generationenübergreifend – Menschen mit Handicap und ohne wohnen, leben und arbeiten. Die Richard Borek Stiftung ist einer der drei Träger und hat maßgeblichen Anteil am Zustandekommen dieses ehrgeizigen Projektes, das zu einem Leuchtturm moderner inklusiver Stadtteilentwicklung über die Stadtgrenzen Braunschweigs hinaus werden wird.

 

Sanierung historischer Anlagen und Gebäude

Schon seit vielen Jahren werden zwischen der Richard Borek Stiftung und der Stadt Braunschweig verschiedene Vereinbarungen getroffen, die die finanzielle Förderung von Maßnahmen an denkmalgeschützten Bauten, von denkmalpflegerischen Projekten sowie von natur- und grünflächenbezogenen Projekten zum Inhalt haben. Dank seiner Unterstützung ist es u. a. gelungen, zahlreiche historische Grünanlagen und Friedhöfe in Braunschweig zu sanieren und ihnen ihren ursprünglichen Charakter zumindest teilweise wiederzugeben. Die Stadt Braunschweig und ihr Erscheinungsbild profitieren in besonderem Maße hiervon.

 

Exemplarisch genannt sei an dieser Stelle die 1996/97 durchgeführte grundlegende Sanierung des im Auftrag von Karl Wilhelm Ferdinand durch den Architekten Peter Joseph Krahe auf dem Löwenwall errichteten Obelisken, oder die erfolgreichen Sanierungen der historischen Parkanlagen der Stadt bis hin zu der Sanierung der Villa Salve Hospes, dem Sitz des Kunstvereins, um hier nur einige Beispiele zu nennen.

 

      Im Engagement für die Landesmuseen dokumentiert sich der Wunsch, auch die Landesgeschichte im Blick           zu behalten und damit die Rolle und die Bedeutung der Stadt Braunschweig.

 

In diesem Kontext hat sich die Richard Borek Stiftung maßgeblich in den Wiederaufbau des Residenzschlosses und die Einrichtung des Schlossmuseums eingebracht; zum Abschluss die rekonstruierte Quadriga auf dem Dach finanziert und der Stadt geschenkt. 

 

Das nachstehende Zitat aus dem Vorwort des Buches zum 30. Geburtstag der Stiftung, gibt die Philosophie der Stiftung wieder:

 

„Meine Frau und ich sehen uns nicht als Mäzene oder Sponsoren, sondern als Braunschweiger Bürger, die ihre Möglichkeiten und Fähigkeiten nutzen, um kulturelle und soziale Vorhaben anzustoßen und zu unterstützen, um damit dankbar ein wenig von dem weiterzugeben, was wir in unserem Leben in großem Maße empfangen haben.“ (Richard Borek).

 

Erika Borek über sich selbst im Jahr 2011:

„Für mich ist Kultur, dass unsere Kinder eine gute Ausbildung haben – also nicht nur meine, sondern die Kinder dieser Stadt. Und ein Kind, dass irgendwie in der Schule den Weg nicht so gut mitgehen kann, hat es erst mal sehr viel schwerer im Leben, und das müssen wir versuchen aufzufangen, egal, aus welchem Bereich es kommt.“

 

 

Vor diesem Hintergrund wird vorgeschlagen, Frau Erika Borek das Ehrenbürgerrecht zu verleihen. 

 

Die Aushändigung der Ehrenbürgerurkunde wird im Rahmen eines städtischen Empfanges erfolgen. 

 


Anlagen: keine
 

 

Stammbaum:
19-11147   Verleihung des Ehrenbürgerrechtes   10 Fachbereich Zentrale Dienste   Beschlussvorlage
19-11147-01   Verleihung des Ehrenbürgerrechtes Antrag / Anfrage zur Vorlage 19-11147   0100 Referat Steuerungsdienst   Antrag (öffentlich)