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Rat und Stadtbezirksräte

Vorlage - 1534/99  

Betreff: Einleitung von Kondensaten aus Brennwertkesselanlagen in die öffentliche Abwasseranlage
Status:öffentlichVorlage-Art:Mitteilung
Federführend:66 Fachbereich Tiefbau und Verkehr   
Beratungsfolge:
Bauausschuss
17.03.1999 
Bauausschuss (offen)  (1534/99)  

Sachverhalt

Stadt Braunschweig

 

 

Stadt Braunschweig

 

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Der Oberstadtdirektor

Drucksache

Datum

Stadtentwässerungsamt

1534/99

1999-03-04

68.3

 

 

 

Beteiligte Ämter/Referate/Institute

Mitteilung

 

Beratungsfolge

Sitzung

 

Tag

Ö

N

Bauausschuß

17.03.1999

X

 

 

 

 

 

 

Überschrift, Sachverhalt

 

 

 

Einleitung von Kondensaten aus Brennwertkesselanlagen in die öffentliche Abwasseranlage

 

 

 

Die beim Betrieb von Brennwertkesselanlagen anfallenden sauren Kondensate werden über die Grundstücksentwässerungsanlagen in die Stadtentwässerung eingeleitet. Bei nicht fachgerechter Installation können folgende Probleme auftreten:

 

-              Die Abwasserleitungen werden bei nicht ausreichender Neutralisation durch Vermischung mit Sanitärabwasser oder durch kleine Neutralisationsanlagen durch die Einwirkung der sauren Kondensate angegriffen,

 

-              Schadstoffe (z.B. Schwermetalle) gelangen bei Verwendung ungeeigneter Werkstoffe (Kessel, Abgasanlage, Kondensatleitung) in das Abwasser und damit bei den speziellen Braunschweiger Verhältnissen in die landwirtschaftliche Abwasserbeseitigung,

 

-              die häufig im Kellerbereich anfallenden Kondensate werden selten über rückstaugesicherte Abläufe eingeleitet, so dass es im Rückstaufall zu Überflutung der Kellerräume kommen kann und

 

-              die unter Umständen erforderlichen Kondensatvorbehandlungsanlagen werden nicht ordnungsgemäß betrieben und gewartet.

 

Nach der derzeit gültigen Abwassersatzung ist für die Einleitung von Kondensaten aus Brennwert-kesselanlagen eine Entwässerungsgenehmigung erforderlich. Es wird vermutet, dass trotz Genehmigungsvorbehalt über die bisher bekannten und erfassten 250 Anlagen hinaus weitere 500 bis 800 Anlagen im Stadtgebiet betrieben werden. Trotz Genehmigungspflicht wurde bei einer Überprüfung von mehr als 100 Anlagen festgestellt, dass

 

 

 

 

 

 

-              bei 18 % der Anlagen die Kondensate über Rohrleitungen aus unzulässigen Materialien wie Kupfer, Messing oder Stahl abgeleitet wurden,

 

-              bei 68 % die Einleitungsstelle nicht gegen Rückstau gesichert war und

 

-              22 % der vorhandenen Neutralisationsanlagen unzureichend gewartet wurden.

 

Hierdurch wird deutlich, dass die Antrags- und Genehmigungspflicht nicht geeignet ist, die Anlagen komplett zu erfassen und eine den Regeln der Technik entsprechende Ausführung zu gewährleisten.

 

Zur Verbesserung der Situation werden daher folgende Änderungen vorgenommen:

 

-               Die in der Abwassersatzung für Kondensateinleitungen enthaltene Genehmigungspflicht wird auf ölbetriebene Anlagen und gasbetriebene Anlagen ab 200 KW beschränkt. Damit entfällt auch die bisher erhobene Gebühr von 50,-- DM für die Genehmigung. Eine entsprechende Satzungsänderung ist in Vorbereitung.

 

-              Die Bezirksschornsteinfegermeister werden beauftragt, vorhandene und neue Anlagen an die Verwaltung zu melden. Ergänzend zu den ohnehin erfassten Daten werden erfasst und gemeldet: Neutralisationsanlagen, Material der Kondensatableitung und Lage, bezogen auf die Rückstauebene.

 

-              Entspricht die gemeldete Anlage nicht den technischen Anforderungen (z. B. keine Rückstausicherung, nicht geeignete Rohrmaterialien, keine entsprechende Neutralisation durch häusliches Abwasser oder Anlage) wird die Mängelbeseitigung von der Verwaltung angeordnet. Der Bezirksschornsteinfegermeister erhält eine Durchschrift mit der Bitte um Kontrolle bei der nächsten Routineüberprüfung.

 

Diese Regelung bringt folgende Vorteile:

 

- alle Brennwertkessel werden vollständig erfasst

 

- Installations- und Wartungsmängel werden kurzfristig aufgedeckt und beseitigt

 

- durch Wegfall des Genehmigungsverfahrens wird Bürokratie abgebaut

 

- die Kontrolle der Anlage durch die Bezirksschornsteinfegermeister ist wesentlich kostengünstiger als durch städtische Mitarbeiter.

 

I. V.

 

 

gez.

 

Jaenicke