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Rat und Stadtbezirksräte

Vorlage - 1559/99  

Betreff: Zielvereinbarung: Einsparung bei Wärme, Strom und Wasser
Status:öffentlichVorlage-Art:Mitteilung
Federführend:65 Fachbereich Hochbau und Gebäudemanagement   
Beratungsfolge:
Verwaltungsausschuss
23.03.1999    Verwaltungsausschuss      
Rat der Stadt Braunschweig
18.05.1999 
Rat (offen)  (1559/99)  
Umweltausschuss
18.03.1999 
Umweltausschuss (offen)  (1559/99)  
Bauausschuss
17.03.1999 
Bauausschuss (offen)  (1559/99)  

Sachverhalt

Stadt Braunschweig

1

 

 

Stadt Braunschweig

 

TOP

 

 

 

Der Oberstadtdirektor

Drucksache

Datum

Hochbauamt

1559/99

08.03.1999

65.3

 

 

 

Beteiligte Ämter/Referate/Institute

Mitteilung

 

20,31,40,54,66

Beratungsfolge

Sitzung

 

Tag

Ö

N

Bauausschuß

Umweltausschuß

Verwaltungsausschuß

Rat

17.03.1999

18.03.1999

23.03.1999

18.05.1999

X

X

 

X

 

X

 

Überschrift, Sachverhalt

 

Zielvereinbarung: Einsparung bei Wärme, Strom und Wasser

 

 

Der Rat der Stadt hat in seiner Sitzung am 15. Dez. 1998 beschlossen, den folgenden Antrag anzunehmen:

 

„Die Verwaltung wird gebeten, unverzügliche Maßnahmen einzuleiten, um den Verbrauch an Wärmeenergie, Strom und Wasser in städtischen Einrichtungen in 1999 um 5 % abzusenken. Über diesbezügliche Planungen soll die Verwaltung bis zum Februar 1999 den zuständigen Ratsgremien berichten und, falls erforderlich, Vorschläge zur Umsetzung zur Beschlussfassung vorlegen.

 

Die Vertreter der Stadt Braunschweig in den Gesellschafterversammlungen der Eigengesellschaften werden angewiesen, eine gleichlautende Zielvorgabe für die städtischen Gesellschaften zu verabschieden.“

 

Die Antworten der um Stellungnahme gebetenen Eigengesellschaften liegen derzeit nur zum Teil vor. Sobald alle Stellungnahmen eingegangen sind, wird zum o.g. Ratsantrag eine gesonderte Mitteilung erfolgen.

Ebenso wird auch das Städt. Klinikum hierzu extra Stellung nehmen.

 

Für die städtischen Liegenschaften und Einrichtungen ohne das Städt. Klinikum und die städtischen Gesellschaften nimmt die Verwaltung wie folgt Stellung:

 

1. Einleitung

 

Für die Überwachung der o. g. Liegenschaften und Einrichtungen auf einen energie- und wassersparenden Betrieb ist in der Verwaltung seit 1980 eine Energieleitstelle - besetzt mit zwei Mitarbeitern - mit den Aufgaben eines kommunalen Energiemanagements eingerichtet, um den Energieeinsatz durch rationelle und sparsame Verwendung von Energie zu optimieren sowie eine wirtschaftliche Betriebsweise der Anlagen sicherzustellen.

 

                                                                                                                                                          ....

 

Der Energie-(Wärmeenergie und elektrische Energie) und Wasserverbrauch in den städtischen Liegenschaften unterliegt vielen Einflüssen. Der Jahresenergie- und Wasserverbrauch ist keine konstante Größe. So ist der Energieverbrauch bei der Wärmeenergie von der Witterung und/oder dem Nutzerverhalten (einschließlich der nutzerspezifischen Betriebszeiten) abhängig. Der Wasserverbrauch sowie der Verbrauch an elektrischer Energie unterliegt in nicht unerheblichem Maße dem Nutzerverhalten.

 

Damit man die festzuschreibenden Einsparungen an Energie und Wasser gemäß der Zielvorgabe des Ratsbeschlusses von 5 % in 1999 ermitteln kann, ist es insofern erforderlich, Basisverbrauchswerte zu bilden. Da die Jahresverbräuche jedoch, wie bereits oben erläutert, diversen Schwankungen unterzogen sind, wird in erster Näherung zur Festlegung der Basiswerte, der Mittelwert aus den Verbrauchswerten der Jahre 1996 bis 1998 zu Grunde gelegt. Bei der Wärmeenergie (Fernwärme, Gas oder Öl) wird eine normierte sogenannte Witterungsbereinigung durchgeführt. Somit ergeben sich für den gesamten städtischen Energieverbrauch ohne das Städt. Klinikum und die städtischen Gesellschaften folgende Basisverbrauchswerte:

 

Beleuchtung öffentlicher Verkehrsflächen                             13.122.434               kWh  pro Jahr

Elektrische Energie                                                                      21.322.130              kWh  pro Jahr

Wärmeenergie                                                                           100.153              MWh pro Jahr

Wasser                                                                           429.957              m3     pro Jahr

 

2. Einsparmöglichkeiten an Energie und Wasser

 

Die bislang erreichten und zu erzielenden Verbrauchseinsparungen im Rahmen des in der Verwaltung eingerichteten Energiemanagements beruhen im Wesentlichen auf einer

 

- systematischen Energieverbrauchs- und Betriebsüberwachung im nichtinvestiven

Bereich sowie

- der Durchführung von investiven Maßnahmen.

 

Prinzipiell lassen sich Einsparungen z. B. durch folgende Maßnahmen erreichen:

 

- Energieverbrauchsüberwachung (regelmäßige Verbrauchskontrollen aller Liegenschaften in engen Intervallen, Erfassen der Gebäudekennwerte, EDV-gestützte Verbrauchserfassung und -überwachung)

- Betriebsüberwachung (regelmäßige Begehungen der Liegenschaften, Aufspüren von Mängeln und Einsparpotentialen, Optimieren der Betriebszeiten)

- Änderung des Nutzerverhaltens

- Einschränkungen der Nutzung (z. B. Reduzierung der Betriebszeiten und/oder der Raumtemperaturen)

- Einstellen oder Reduzierung des Betriebes städtischer Brunnen, des Betriebes der Fahrtreppen im Hortentunnel oder Anstrahlung historischer Gebäude etc.

- Investitionen

 

 

2.1 Systematische Energieverbrauchs- und Betriebsüberwachung

 

Durch die seit 1980 begonnene systematische Energieverbrauchs- und Betriebsüberwachung konnten mit dem hierfür zur Verfügung stehenden Personal durch systematische Verbrauchskontrollen, technische Anweisungen für den Betrieb, mit dem Nutzer abgestimmte betriebsoptimierte Maßnahmen, Einweisung und Kontrolle des Bedienpersonals, Information der Nutzer über Energieeinsparmöglichkeiten etc. für den derzeitigen Gebäudebestand ein Optimum an Energieeinsparungen erreicht werden, das mit zusätzlichem Personal noch gesteigert werden könnte.                                                         ...

 

So sind z. B. durch Dienstanweisung und Hinweise die Grundsätze zur Einsparung beim Betrieb der Heizungsanlagen und durch das Nutzerverhalten sowie u. a. auch die für die Dienstgebäude und deren unterschiedlichen Räumlichkeiten geltenden maximalen Raumtemperaturen während der Betriebszeiten festgelegt. Darüber hinausgehende Nutzungseinschränkungen zur Einsparung an Wärmeenergie wie z. B. durch weitere Absenkung der Raumtemperaturen verstoßen gegen geltende Normen, Richtlinien und die Arbeitsstättenverordnung und werden von den Nutzern nicht toleriert.

 

Als ein Beispiel zur Energieeinsparung durch Änderung des Nutzerverhaltens ist das 1995/96 gestartete städtische Pilotprojekt und das sich 1997/98 anschließende Projekt NESSI (Niedersächsische Energie-Spar-Schulen in Aktion) zu nennen. An diesem Projekt ”Energiesparen an Schulen durch Änderung des Nutzerverhaltens” nehmen 35 Braunschweiger Schulen teil. Durch dieses Projekt, welches mit großem Engagement und personellem Einsatz seitens der Schulen durchgeführt und durch die Verwaltung begleitet wird, sind Einsparungen u. a. auch durch ein nicht durch die Verwaltung beeinflußbares schulinternes Energiemanagement erzielt worden, die bereits in den jetzigen Basisverbrauchswerten berücksichtigt sind.

 

Die erzielten Einsparungen der teilnehmenden Schulen betrugen in dem Betrachtungszeitraum 1997/1998 (Stand 2/99) bei

 

       der elektrischen Energie                            139 MWh

       der Wärmeenergie                            704 MWh und

       dem Wasserverbrauch                     4.522 m3.

 

Wenngleich bei den teilnehmenden Schulen Einsparergebnisse bei Wärme, Strom oder Wasser zwischen 0,1 % und 22,2 % in den Schulen erzielt werden konnten, entsprachen die Einsparungen vom Basisjahresverbrauch bei der elektrischen Energie nur ca. 0,7 %, bei der Wärmeenergie ca. 0,7 % und bei dem Wasser ca. 1 %, was insgesamt einer Verbrauchskosteneinsparung von ca. 178.500 DM entspricht, an der die Schulen zur Hälfte beteiligt werden. Diese Einsparungen sind, wie gesagt, bereits in den Basisverbrauchswerten enthalten und können insofern für eine Energieeinsparzielvorgabe in 1999 nicht berücksichtigt werden.

 

In diesem Zusammenhang sollte nicht unerwähnt bleiben, dass die Praxis gezeigt hat, dass Energieeinsparungen durch Änderung des Nutzerverhaltens nicht dauerhaft sind, sobald der finanzielle Anreiz der Schulen, wie hier beim NESSI-Projekt, nicht mehr vorhanden ist. Erfahrungsgemäß steigen nach Ende derartiger Projekte die Verbräuche wieder an. Aus diesen oben genannten Gründen können deshalb solche Einsparungen in einer festen Einsparvereinbarung nicht berücksichtigt werden.

 

Bei der Jahresenergieverbrauchsbilanz muss auch berücksichtigt werden, dass die Energieverbräuche durch Zu- und Abgänge von Gebäuden ständig beeinflusst werden. Unter Berücksichtigung der Entwicklung des städtischen Gebäudebestandes von 1982 bis 1998 hat der Gebäudebestand und damit auch der hierdurch bedingte Energieverbrauch insgesamt zugenommen.

 

Allein durch die in 1998 in Betrieb gegangenen und zukünftig gehenden neuen Liegenschaften und Einrichtungen wie die Kindertagesstätte Kasernenstraße, die GS Rheinring, die HvF-Mehrzweckhalle, die Anlagen zur Abfallwirtschaft, neue Brunnenanlagen (Kleines Haus, Rosenhagen/Hinter Liebfrauen, Alte Waage, Trinkbrunnen am Domplatz), weitere Aufzugsanlagen für Behinderte etc. werden zusätzliche Energieverbräuche zu verzeichnen sein, die einer festen Energieeinsparvereinbarung zuwider laufen und nicht negiert werden können.     ....

- 4 -

 

Im Bereich des elektrischen Energieverbrauchs sind nutzungsbedingt schwerlich weitere Einsparungen durch eine systematische Energieverbrauchs- und Betriebsüberwachung zu erzielen, da durch die stetig voranschreitende Installation elektronischer Kommunikations- und Datengeräte ein permanenter Zuwachs an Stromverbrauch zu verzeichnen und zu zukünftig noch zu erwarten ist. Schon bei der Installation von 100 PC´s mit einer Leistung von z. B. 500 Watt und einer Betriebsdauer von 8 Std. pro Tag an 250 Betriebstagen im Jahr würde sich ein Mehrverbrauch von 100 MWh ergeben. Dieser Mehrverbrauch entspricht ca. 0,5 % des derzeitigen ermittelten Basisjahresverbrauches an elektrischer Energie.

 

Durch die permanente Energieverbrauchs- und Betriebsüberwachung mit dem hierfür zur Verfügung stehenden Personal ist eine bestmögliche Verbrauchsreduzierung für die städtischen Liegenschaften und Einrichtungen erreicht worden. Eine Reduzierung dieser Tätigkeiten würde sofort wieder zu einem Anstieg der Verbräuche führen. Mit dem vorhandenen Personal kann allenfalls der erreichte Standard gehalten werden. Weitere mögliche Einsparpotentiale durch eine intensivere Energieverbrauchs- und Betriebsüberwachung sind nur durch eine personelle Verstärkung möglich.

 

2.2 Durchführung von investiven Maßnahmen

 

Durch die Energieleitstelle werden für die eigenen Bauvorhaben Energieeinspar-

programme initiiert, Energieeinsparpotentiale aufgespürt bzw. Vorschläge zur Optimierung des Energieverbrauches bei städtischen Neubauten und Sanierungen unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten erarbeitet, die u. a. Grundlage für bereits durchgeführte Investitionen waren sowie zukünftige Investitionen sind wie z. B.

 

- Abarbeiten des Programmes Fernwärmeanschluss

- Einbau von Thermostatventilen

- Regeltechnische Maßnahmen wie z. B. Einzelraumregelung, Bedarfsschaltung,

  digitale Energieoptimierungsanlagen und Kesselfolgeschaltungen

- Sanierung von Heizungs- und Lüftungsanlagen

- Sanierung von Beleuchtungsanlagen

- Wärmedämmmaßnahmen

 

Aufgrund dieser Aktivitäten konnte bis heute ein vertretbarer minimierter Energieverbrauchsstandard erreicht werden, mit der Folge, dass die größte Anzahl weiterer energiesparender Maßnahmen nur durch verhältnismäßig höhere Investitionen zu realisieren sind, die sich in der Amortisierung jedoch zunehmend weniger wirtschaftlich darstellen.

 

Als Beispiel hierzu sind in der Anlage 1 die erforderlichen Investitionen zur Wärmeenergieeinsparung aufgeführt. Mit der dort aufgeführten Investitionssumme in Höhe von ca. 8,4 Mio. DM, die die notwendigen Grundsanierungen mit beinhaltet, lassen sich nur ca. 2,8 % der erforderlichen 5 % zum Basisjahresverbrauchswert an Wärmeenergie einsparen.

 

. . .

 

 

 

 

 

 

- 5 –

 

 

Kostenintensive wärmetechnische Maßnahmen sind nur bei hohem Energiepreisniveau wirtschaftlich zu realisieren, obwohl sie zu erheblichen Energieverbrauchseinsparungen beitragen können. Aufgrund der nach wie vor notwendigen Haushaltskonsolidierung wird sich der Neubau oder die Sanierung von wärmetechnischen Anlagen daher zunächst auf Ersatzinvestitionen beschränken müssen. Bei baulichen Maßnahmen sind die Bedingungen für energiereduzierende Maßnahmen wirtschaftlich gesehen in der Regel noch ungünstiger.

 

Wie bereits oben erwähnt konnten auch im Bereich des elektrischen Energieverbrauches Einsparungen durch Neubau und Sanierung von Beleuchtungsanlagen erzielt werden. So konnten in der Vergangenheit bei neu installierten und abgängigen Beleuchtungsanlagen durch Einsatz von energiesparenden Leuchten bei gleicher Beleuchtungsstärke ca. 30 % an elektrischer Energie eingespart werden. Neben diesen Einsparungen wurden durch einen mittlerweile weitestgehend flächendeckenden Ersatz von Glühlampen durch Energiesparlampen, wo ästhetische, wirtschaftliche, technische oder gesundheitliche Gründe dem nicht entgegenstanden, bereits weitere Einsparungen erzielt. Durch eine kürzlich durchgeführte Beleuchtungssanierung in Teilbereichen der BBS V Kastanienallee konnte eine errechnete Einsparung an elektrischer Energie in Höhe von 66.343 kWh bei Investitionskosten in Höhe von 95.000 DM erzielt werden.

 

Derzeit wird bei den in der Anlage 2 dargestellten Maßnahmen geprüft, inwieweit durch Einbau von Lichtregulierungsanlagen zur Reduzierung der elektrischen Spannung bei den Beleuchtungsanlagen von 230 auf z. B. 180 Volt eine Energieeinsparung erzielt werden kann.

 

Da solche Lichtregulierungsanlagen bisher noch nicht in städtische Liegenschaften der Stadt Braunschweig eingebaut wurden und es sich somit quasi um Pilotanlagen handelt, wurde ein Antrag auf Förderung aus dem Klimaschutzprogramm der Stadtwerke Braunschweig gestellt. Sofern realisierbar, wird voraussichtlich durch diese Maßnahme eine Einsparung an elektrischer Energie in Höhe von 87.083 kWh erzielbar sein. Dies würde, bezogen auf den Basisjahresverbrauch der elektrischen Energie, eine Einsparung von 0,4 % bedeuten.

 

Aus den gesammelten Erfahrungen im Bereich des Wasserverbrauches ist, abgesehen von Nutzungseinschränkungen, eine Reduzierung des Verbrauchs nur durch Investitionen möglich, wie z. B. Sparduschen, Erneuerung von Urinalanlagen, Einbau von 6 Liter WC-Anlagen etc. Auch in diesem Bereich wurden bei Investitionen im Neubau-, Umbau-, Erweiterungs- sowie  Bauunterhaltungsbereich bereits umfangreiche Einsparungen am Wasserverbrauch erreicht. So konnten zum Beispiel in der Grundschule Isoldestraße durch die Erneuerung der Urinalanlage ca. 1.400 m3 pro Jahr eingespart werden.

 

Wie im nichtinvestiven Bereich der systematischen Energieverbrauchs- und Betriebsüberwachung ist auch im investiven Bereich das Maß der Möglichkeiten, durch Aufspüren von Schwachstellen und durch Vorschläge zu deren Beseitigung weitere Energieeinsparpotentiale aufzudecken, mit dem vorhandenen Personal begrenzt.

 

. . .

 

 

 

 

- 6 -

 

 

3. Beleuchtung öffentlicher Verkehrsflächen

 

Für den Bereich der öffentlichen Beleuchtungsanlagen kann festgestellt werden, dass bei Auswertung der Energieverbräuche der letzten 10 Jahre nahezu gleiche Werte zu verzeichnen sind (1998 = 13.122.434 kWh). Dies wird durch den Einsatz energiesparender Beleuchtungssysteme im Rahmen von Sanierungsmaßnahmen in abgängigen Anlagen (Mascherode, Völkenrode, Hondelage, an Hauptstraßen in Wenden usw.) durch Umstellung von Quecksilberdampfhochdrucklampen - Anschlussleistung 80 W - auf Natriumdampfhochdrucklampen - Anschlussleistung 50 W - erreicht.

 

Weiterhin wurden in der Vergangenheit Einsparungen erzielt, indem Beleuchtungseinheiten auf die Hälfte ihrer installierten Lampenleistung reduziert (Halbnachtschaltung für Autobahnen, Wohngebiete, Teilbereiche der Innenstadt - zeitweise) und die Betriebszeiten (Ein- und Ausschaltung der öffentlichen Beleuchtung) verändert wurden.

 

Mit Wirkung vom 9. März 1988 wurde die Beleuchtung abends 15 bis 18 Minuten später ein, und morgens 8 bis 11 Minuten früher ausgeschaltet. Beobachtungen in den Novemberwochen ergaben, dass besonders Schulkinder durch die längeren morgendlichen Dunkelzeiten auf ihrem Weg zur Schule verunsichert sind und von den Kfz-Führern erst spät erkannt werden. Aus Verkehrssicherungsgründen hat sich deshalb die Verwaltung entschlossen, zum 1. Dez. 1988 die morgendliche Ausschaltung der Beleuchtung wieder um ca. 11 Minuten später als bisher vorzunehmen. Damit wurde die morgendliche Abschaltung wie vor dem 9. März 1988 zur gewohnten Betriebszeit wieder aufgenommen.

 

Durch die Inbetriebnahme neuer Baugebiete und Straßen sind entsprechende Zunahmen von Energieverbräuchen festzustellen. Die o. g. Einsparungen werden durch die Erschließung der neuen Straßen kompensiert. Eine weitere 5 % Reduzierung der Stromverbräuche für das Jahr 1999 ist im Bereich ”Öffentliche Straßenbeleuchtung” aus diesen Gründen nicht möglich.

 

Bereits seit 1982 werden im Zuge von Maßnahmen an Hauptverkehrsstraßen die Straßenbeleuchtungsanlagen mit umweltfreundlichen und energiesparsamen Natriumhochdrucklampen planmäßig betrieben. Hierzu sind investive Haushaltsmittel erforderlich. Nur mit zusätzlichen Mitteln (Beispiel ”Hamburger Straße/Gifhorner Straße” ca. 130.000 DM; ”Hildesheimer Straße/Hannoversche Straße” ca. 50.000 DM, usw.) können für die nächsten Jahre weitere Energiesparpotentiale erschlossen werden.

 

Unabhängig von der Durchführung der energieeinsparenden Maßnahmen durch den Leuchtenaustausch wird der Einsatz von Anlagen zur Leistungsreduzierung (Absenkung der Spannung) untersucht. Hierbei ist aber der Umfang der öffentlichen Beleuchtungsanlagen im Stadtgebiet Braunschweig mit zu berücksichtigen. Betrachtet man die Betriebsbedingungen der Beleuchtungsanlagen, so kann man feststellen, dass als wesentlicher Nachteil bei Spannungsreduzierungen die damit verbundene Absenkung des Beleuchtungsniveaus in Kauf genommen werden muss. Da aber vor einigen Jahren durch die Halbnachtschaltung bereits eine Reduzierung der Beleuchtungseinrichtungen festgelegt wurde, ist eine weitere Absenkung beleuchtungstechnisch nicht mehr vertretbar.

. . .

 

 

- 7 -

 

 

Ein weiterer kritischer Punkt zu den Leistungsreduzierungsanlagen ist in der Darstellung der Amortisationszeiten zu sehen. Bei dem üblichen Aufbau dieser Geräte geht man von einer Montage innerhalb eines vorhandenen Gebäudes aus. Dies ist aber bei der öffentlichen Beleuchtung nicht der Fall. Der Betrieb der Straßenbeleuchtungsanlagen erfolgt in Braunschweig durch dezentral angeordnete Schalteinheiten innerhalb des Stadtgebietes. Für die Installation wäre zur vorhandenen Schaltstelle ein zusätzlicher Schaltschrank und die damit verbundenen Kabel- und Leitungsarbeiten, sowie die dazugehörigen Tiefbauarbeiten erforderlich. Dies führt dann zwangsläufig zu einer erheblichen Kostensteigerung für die Errichtung einer solchen Anlage. Dadurch verlängert sich natürlich auch die Amortisationszeit um ein Vielfaches.

 

Analysiert man die in der Stadt Braunschweig vorhandenen Betriebsbedingungen, so kann man feststellen, dass diese Systeme sicherlich in einigen Anwendungsfällen (z. B. Innenraumbeleuchtung) ihre Berechtigung haben. Die Einsatzmöglichkeit im Bereich der ”Öffentlichen Beleuchtung” ist aber zz. als sehr kritisch einzustufen. Diese besonderen Parameter erfordern eine sehr spezielle Betrachtung der allgemein angebotenen (marktüblichen) Systeme.

 

 

4. Ergebnis

 

Mit der in 1980 eingerichteten Energieleitstelle für die Überwachung der städtischen Liegenschaften und Einrichtungen (ohne das Städt. Klinikum und die städtischen Gesellschaften) auf einen energie- und wassersparenden Betrieb konnte bis jetzt durch investive und nichtinvestive Maßnahmen zur rationellen und sparsamen Verwendung von Energie sowie zur Sicherstellung einer wirtschaftlichen Betriebsweise der Anlagen eine durchaus akzeptable Energiebilanz mit einer bestmöglichen Verbrauchsreduzierung erreicht werden unter der Berücksichtigung eines städtischen Gebäudebestandes von ca. 600 Liegenschaften und Einrichtungen und der für diesen Bereich zuständigen zwei Mitarbeiter.

Eine weitere Verbrauchsreduzierung im nichtinvestiven Bereich ist derzeit nicht erkennbar. Die Intensivierung der systematischen Energieverbrauchs- und Betriebsüberwachung ist durch fehlendes Personal nicht leistbar. Ferner ist im Bereich der Energieeinsparung durch Änderung des Nutzerverhaltens mittelfristig ein Rückgang zu erwarten, da die mit großem Engagement seitens der Schulen erzielten guten Ergebnisse, aufgrund rückläufiger

finanzieller Anreize, voraussichtlich nicht gehalten werden können. Unter Berücksichtigung der Entwicklung des städtischen Gebäudebestandes wird die Zahl der neuen Liegenschaften und Einrichtungen und damit die Energieverbräuche zunehmen. Ferner ist davon auszugehen, dass durch die stetig voranschreitende Installation elektronischer Kommunikations- und Datengeräte diese Mehrverbräuche schwerlich kompensiert werden können.

 

 

 

. . .

 

 

 

 

 

 

- 8 -

 

 

Im investiven Bereich besteht die Möglichkeit, eine Verbrauchsreduzierung an Wärme-, elektrischer Energie sowie Wasser zu erreichen. Hierzu sind jedoch umfangreiche Investitionsmittel erforderlich. So sind allein 8,4 Mio. DM an Investitionen nur bei der Heizenergie erforderlich, um eine Energieeinsparung von 2,8 % der erforderlichen 5 % vom Basisjahresverbrauchswert an Wärmeenergie zu erreichen. Aufgrund der nach wie vor notwendigen und beschlossenen Haushaltskonsolidierung sowohl im Vermögens- als auch Verwaltungshaushalt und der Tatsache des bereits bestehenden Sanierungsstaus, stehen keine Finanzmittel für spezielle investive Energieeinsparmaßnahmen zur Erfüllung der Zielvereinbarung zur Verfügung.

 

Im Ergebnis kann die Verwaltung aus den oben genannten Gründen die Zielvereinbarung einer festen Verbrauchseinsparung an Wärmeenergie, Strom und Wasser in den städtischen Einrichtungen ohne das Städt. Klinikum und die städtischen Gesellschaften in 1999 um 5 % nicht umsetzen.

 

I. V.

 

gez.

 

Jaenicke

 

Anlagen

 

 


1

 

- 9 -

 

Anlage 1

 

 

Liegenschaft

Maßnahme

Kosten

DM

Stufe

geschätzte Einsparung

in Mwh/a

geschätzte Energie-

kosteneinsparung

in DM/a

 

GS Schuntersiedlung

 

Umstellung der Heizung von Öl auf Gas einschl. Hausmeisterwohnung

 

ca. 280.000

 

I

 

97

 

4.900

 

GS Wenden

 

Sanierung der Heizung und Umstel-

lung von Öl auf Gas für beide Gebäude (erfolgt im Sommer 1999)

 

ca. 541.000

 

I

 

321

 

14.198

 

GS Sophienstraße/Sporthalle

 

Einbau einer neuen Heizung, Sanierung Hallenfußboden und Sanitäranlagen und Naßräume

 

ca. 830.000

 

II

 

30

 

1.500

 

BBS VII Karl-Hintze-Weg

 

Demontage der Gasöfen und Er-

weiterung der vorhandenen Zentral-

heizungsanlage

 

ca. 120.000

 

II

 

10

 

5.000

 

BBS II Salzdahlumer Straße

 

Regelungstechnische Maßnahmen

 

ca. 150.000

 

III

 

421

 

21.300

 

GS Streitberg

 

Sanierung des Heizungsrohrnetzes der Lüftungsanlage, der Regelung und Aufteilung in Nutzergruppen

 

ca. 350.000

 

III

 

52

 

2.600

 

GS Stöckheim

 

Sanierung der Heizungsfernleitung

 

ca. 150.000

 

III

 

25

 

1.500

 

 

 


- -

 

Liegenschaft

Maßnahme

Kosten

DM

Stufe

geschätzte Einsparung

in Mwh/a

geschätzte Energie-

kosteneinsparung

in DM/a

 

GS Sophienstraße

 

Sanierung der Heizungs in der Sporthalle sowie Sanierung des Hallenfußbodens der Naß- und Umkleideräume und Anstricharbeiten

 

ca. 670.000

 

II

 

30

 

1.500

 

Sonderschule Hans-Würtz-Schule

 

Sanierung der Heizungsanlage, Rohrleitungen Heizkörper

 

ca.1.100.000

 

II

 

130

 

6.500

 

BBS V Kastanienallee

 

Regelungstechnische Maßnahmen

 

ca.  250.000

 

II

 

373

 

18.900

 

GS Broitzem

 

Sanierung der Heizung, Umstellung von Öl auf Gas

 

ca. 200.000

 

I

 

195

 

9.200

 

GS Timmerlah

 

Sanierung der Heizungs- und Regelungsanlage, Umstellung von Öl auf Gas

 

ca. 120.000

 

I

 

119

 

3.523

 

GS Hondelage

 

Sanierung der Kesselanlage und der

Heizzentrale

 

ca. 120.000

 

III

 

78

 

3.900

 

IGS Querum

 

Sanierung der Lüftung, Aula (erfolgt im Sommer 1999)

 

ca. 110.000

 

III

 

37

 

1.850

 

GS Gliesmarode

 

Sanierung der Kesselanlage und der Heizzentrale

 

ca. 80.000

 

II

 

95

 

4.744

 

BBS VII Böcklerstraße

 

Sanierung der Lüftung, Aula

 

ca. 130.000

 

III

 

20

 

1.000

 

 


- -

 

Liegenschaft

Maßnahme

Kosten

DM

Stufe

geschätzte Einsparung

in Mwh/a

geschätzte Energie-

kosteneinsparung

in DM/a

 

GS Heidberg Ost

 

Sanierung der Heizzentrale und Rohrleitungen

 

ca. 300.000

 

II

 

45

 

2.300

 

GS Am Lehmanger

 

Regelungstechnische Verbesserung

(erfolgt im Sommer 1999)

 

ca. 125.000

 

I

 

140

 

7.000

 

GY Neue Oberschule

 

Sporthalle, Sanierung der Warmwasserbereit. und der regelungstechnischen Anlage, Einbau wassersparender Duchköpfe

 

ca. 225.000

 

II

 

40

 

2.000

 

BBS III Abt. Blasiusstraße

 

Sanierung der Regelungsanlage in der Sport- und Schwimmhalle

bauliche Maßnahmen

 

ca. 150.000

 

II

 

77

 

4.000

 

BBS III Alte Waage

 

Verbesserung der Regelung

 

ca.  55.000

 

III

 

104

 

5.600

 

GS Bültenweg

 

2. BA Dach- und Fenstersanierung

 

ca. 567.000

 

 

72

 

3.600

 

GS u. HS Pestalozzistraße

 

Fenstersanierung

 

ca. 350.000

 

 

 

36

 

1.800

 

GS Friesenstraße

 

Umstellung der Dampfheizung auf eine Pumpenwarmwasserheizung

 

ca. 603.000

 

II

 

114

 

5.600

 

GS Am Schwarzen Berge

 

Demontage der vorh. Gasöfen und Einbau einer Pumpenwarmwasserheizung

 

ca. 560.000

 

III

 

20

 

1.000

 


- -

 

 

Liegenschaft

Maßnahme

Kosten

DM

Stufe

geschätzte Einsparung

in Mwh/a

geschätzte Energie-

kosteneinsparung

in DM/a

 

GS Rothenburg

 

Demontage der vorh. Gasöfen in den

Pavillons u. Einbau einer Pumpenwarmwasserheizung

 

ca. 700.000

 

III

 

20

 

1.000

 

 

Kita Querum

 

Erneuerung der Kessel- und Regelanlage

 

ca.   60.000

 

 

93

 

4.600

 

 

Stufe I                            Dringendst notwendig, da Ausfall der Anlage droht

Stufe II                            Mittelfristig in den nächsten 5 Jahren notwendig

Stufe II                            Langfristig bis zum Jahr 2007 notwendig

 

 

 

 

 

 

8.409.100

 

2.794

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

- 13 -

 

 

Anlage 2

 

 

 

 

Liegenschaft

 

Maßnahme

 

Kosten DM

Geschätzte Einsparung in KWh/a

Geschätzte Leistungsredu-zierung

KVA

Geschätzte Energiekosten-einsparung DM/a

Sporthalle

Güldenstraße

Lichtregelanlage

25.082

40.605

14

10.297

Sporthalle Mascherode

Lichtregelanlage

7.748

7.799

3

1.977

Sporthalle Rüningen

Lichtregelanlage

16.799

21.040

7,08

5.335

Sporthalle

Alte Waage

Lichtregelanlage

17.650

17.639

5,92

4.474

 

 

67.279

87.083

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Für diese Anlagen wurde ein Antrag auf Förderung aus dem Klimaschutzprogramm der Stadtwerke Braunschweig gestellt.