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Rat und Stadtbezirksräte

Vorlage - 1991/99  

Betreff: Sanierungsgebiet Innenstadt, Teilbereich Kohlmarkt
Umgestaltungskonzept Kohlmarkt, 1. Schritt der Umgestaltung
Status:öffentlichVorlage-Art:Mitteilung
Federführend:61 Fachbereich Stadtplanung und Umweltschutz   
Beratungsfolge:
Verwaltungsausschuss
14.09.1999    Verwaltungsausschuss      
Planungs- und Umweltausschuss
08.09.1999 
Planungs- und Umweltausschuss (offen)  (1991/99)  

Sachverhalt

Stadt Braunschweig

- 1 -

 

Stadt Braunschweig

 

TOP

 

 

 

Der Oberstadtdirektor

Drucksache

Datum

Stadtplanungsamt

1991/99

1999-08-13

61.3-5.0 I/SP 1

 

 

 

Beteiligte Ämter/Referate/Institute

Mitteilung

 

41.000, 51, 63, 65, 66, 67

Beratungsfolge

Sitzung

 

Tag

Ö

N

Stadtbezirksrat 221  Innenstadt

Planungsausschuss

Verwaltungsausschuss

1999-09-08

1999-09-08

1999-09-14

 

X

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X

 

 

 

 

 

Überschrift, Sachverhalt

 

 

 

Sanierungsgebiet Innenstadt, Teilbereich Kohlmarkt

Umgestaltungskonzept Kohlmarkt, 1. Schritt der Umgestaltung

 

 

 

Schon seit geraumer Zeit wird von vielen Seiten Kritik an der Gestaltung des Kohlmarktes geübt. Mit der fortschreitenden Sanierung der Randbebauung des Kohlmarktes, die überwiegend außerordentlich gute Ergebnisse erzielt hat, wird die derzeitige unbefriedigende Gesamtqualität des eigentlichen Platzbereiches um so deutlicher.

Die Verwaltung hatte daher bereits 1993 eine Vorlage zur Umgestaltung des Platzes in die politischen Gremien eingebracht. In der Anhörung des Bezirksrates 221 am 01.06.93 wurde dem damaligen Gestaltungskonzept nicht zugestimmt, sodass die Verwaltung nun mit dieser Vorlage erneut die Diskussion über die Gestaltung des Kohlmarktes mit dem Ziel fortführen möchte, in kleinen Schritten Verbesserungsmaßnahmen durchzuführen.

 

Im Mittelpunkt der kritischen Diskussion stehen folgende Bereiche:

 

  • die Hochbeete mit den integrierten Sitzgelegenheiten
     
  • die auf der Südseite des Platzes vorhandenen Kugelahorn-Bäume
     

Sowohl die vorhandenen gestalterisch unbefriedigenden Pflanzbeete mit den integrierten Sitzmöglichkeiten als auch die für einen mittelalterlichen Markt fremden Kugelahorn-Bäume verstellen den Blick auf die nunmehr wiederhergestellten historischen Fassaden der Platzwände und erschweren den Zugang von der Platzmitte zu den Geschäften. Darüber hinaus bietet die Benutzung der eng positionierten Bänke einen zu hohen Grad an Intimität. Einzelpersonen oder Paare können dadurch kaum ungestört eine längere Zeit auf dem Kohlmarkt verbringen. Andererseits fungieren die 5 Kugelahorn-Bäume gerade in der warmen Jahreszeit als nötiger und erfreulicher Schattenspender für die dort geplanten neuen Bänke.




 

  • die Gestaltung des archäologischen Bereiches um die ehemalige St.-Ulrici-Kapelle mit der vorhandenen Vertiefung und den beiden Vitrinen
     

Durch die Vertiefung im Bereich der St.-Ulrici-Kapelle wird die variable Benutzbarkeit des Platzes, insbesondere bei Veranstaltungen erheblich behindert. Eine veränderte niveaugleiche Gestaltung in der Platzoberfläche würde einer vielfältigen Nutzung gerechter werden - Verkaufs- und Ausstellungsstände könnten besser gruppiert werden.

Allerdings sollte auch betont werden, dass die vorhandene Absenkung mit ihren 2 Steigungen eine alternative Sitzmöglichkeit vor allem für junge Leute bietet und für kulturelle Veranstaltungen ein gleichsam „natürliches“ Forum darstellt.

Die am Rande dieser Absenkung positionierten Vitrinen müssen darüber hinaus als störende und gestalterisch nicht gelungene Bauwerke betrachtet werden.

 

  • der Kiosk für Zeitungen, Behinderten-WC und Wickelraum, einschließlich Telefonzellen,

die öffentliche WC-Anlage mit ihrer Treppe einschließlich Uhr/Entlüftung

Der Kiosk und der Zugang zur öffentlichen WC-Anlage einschließlich der Marktuhr, deren weiterer Zweck die Be- und Entlüftung der WC-Anlage ist, beeinträchtigen als Bauwerke die städtebaulich-räumliche Qualität und schränken weiterhin die Nutzung des Marktes ein.
 

  • die gestalterische und technische Qualität der Platzoberfläche

 

 

Inhalt des Rahmenkonzeptes zur Umgestaltung des Kohlmarktes

 

Auf Grund der angespannten Finanzsituation wurde ein Basiskonzept zur Umgestaltung des Kohlmarktes erarbeitet, das die Grundlage für die Umsetzung der einzelnen Bauetappen bilden soll, die in sich inhaltlich und gestalte­risch abgeschlossen sind und jeweils zur Beschlussfassung vorgelegt werden sollen.

 

Der erste Schritt sollte Maßnahmen umfassen, die mit relativ geringen Kosten einen möglichst hohen funktionell-gestalterisch sichtbaren Effekt haben.
 

Deshalb wird hier folgendes vorgeschlagen

  • Rückbau der Hochbeete, einschließlich Sitzgelegenheiten
  • Entfernen der Kugelahorn-Bäume
  • Entfernen der veralteten Kugelleuchten und der überdimensionierten Flutlichtmasten
  • Rückbau der Versenkung der Ulrici-Kirche, einschließlich der Vitrinen
     

Einher gehen diese Maßnahmen

  • mit dem Setzen neuer Leuchten,
  • neuer Papierkörbe
  • neuer Sitzmöbel,
  • und mit der Markierung im Oberflächenbelag von zwei Vorgängerbauten der Ulrici-Kirche

 

Da zu diesem zentralen Bereich der Stadt sehr unterschiedliche und differierende Auffassungen zu Teilaspekten der Umgestaltungsabsichten zu erwarten sind, ist ein reduzierter 1. Schritt - Variante B 2 möglich. Damit verbunden wäre die Chance in kleineren Bauabschnitten die jeweils erreichte Qualität zu überprüfen und daraus ableitend die weitergehenden Entscheidungen zu treffen. Hierbei würden zunächst die 5 Kugelahorn-Bäume und die Absenkung der Ulrici-Kirche bestehen bleiben.
 

In weiteren Bauabschnitten sind folgende Maßnahmen möglich:

 

  • Im Randbereich des Platzes, entlang der Gebäude soll ein neuer Plattenbelag (ähnlich der neu gestalteten Fußgängerzone) in Form von „Laufbändern“ hergestellt werden.

 

  • Die vorhandenen Pavillons sollen entfernt werden, sobald ein sinnvoller naher Ersatzstandort für die erforderlichen Funktionen gefunden worden ist.

 

  • Entfernt werden soll ebenfalls die unterirdische WC-Anlage (einschließlich der in der Marktuhr versteckten Entlüftung), sobald hierfür ein akzeptabler Ersatzstandort gefunden worden ist.

 

  • Den Abschluss der gesamten Umgestaltung sollte die Erneuerung des Pflasters des gesamten Innenbereiches des Platzes bilden.

 

 

Kosten und Finanzierung

 

Nach vorliegender Kostenschätzung ergibt sich für den 1. Schritt der Umgestaltung eine Bausumme von 364.000,00 DM und für den reduzierten 1. Schritt der Umgestaltung eine Bausumme von 323.000,00 DM. Eine Förderung mit Städtebauförderungsmitteln ist nicht möglich, da der Kohlmarkt bereits Anfang der 80er Jahre mit Fördermitteln aus dem Zukunftsinvestitionsprogram (ZIP)
- Bereich Stadtsanierung - grundlegend saniert und umgestaltet wurde und die noch zur Verfügung stehenden Mittel bereits für andere Maßnahmen gebunden sind.
 

Bürgerinformation

 

Bevor die Maßnahmen durchgeführt werden, soll eine Erörterung mit den Anliegern, den Fachverbänden und „Innenstadtverbänden“ erfolgen. Eine intensive Beteiligung ist erforder­lich, da es sehr unterschiedliche Auffassungen zu Verbesserungsmaßnahmen gibt. Das Ergebnis der Erörterungen wird Bestandteil der Beschlussvorlage werden.

 

Am 20. September 1999, 19:00 Uhr wird eine Informationsveranstaltung für die betroffenen Grundstückseigentümer, Mieter und die betroffenen Verbände im Großen Sitzungssaal des Rathauses, Langer Hof 1 durchgeführt.

 

I. V.

 

 

Jaenicke