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Rat und Stadtbezirksräte

Vorlage - 2067/99  

Betreff: Wohngebietsplanung Braunschweig
Status:öffentlichVorlage-Art:Mitteilung
Federführend:61 Fachbereich Stadtplanung und Umweltschutz   
Beratungsfolge:
Planungs- und Umweltausschuss
08.09.1999 
Planungs- und Umweltausschuss (offen)  (2067/99)  

Sachverhalt

Stadt Braunschweig

 

 

Stadt Braunschweig

 

TOP

 

 

 

Der Oberstadtdirektor

Drucksache

Datum

Stadtplanungsamt

2067/99

1999-08-24

61.1-F 1

 

 

 

Beteiligte Ämter/Referate/Institute

Mitteilung

 

Beratungsfolge

Sitzung

 

Tag

Ö

N

Planungsausschuss

1999-09-08

X

 

 

 

 

 

 

Überschrift, Sachverhalt

 

 

 

Wohngebietsplanung Braunschweig

 

 

 

 

Nachfolgender Text wurde als redaktioneller Beitrag für das Adressbuch Braunschweig, Ausgabe 1999/2000 geschrieben.

 

Ziel dieses Textes ist es einen Überblick über die Wohngebietsplanung in Braunschweig zu geben, welche grundsätzlichen Probleme mit der Wohngebietsplanung verbunden sind und vor allen Dingen welche Baugebiete aktuell zur Bebauung anstehen.

 

Dieser Text wird dem Planungsausschuss hiermit zur Kenntnis gebracht.

 

 

 

 

Einfamilienhäuser für Braunschweig

Wohngebietsplanung

 

 

1              Wohngebietsplanung Gesamtstadt

 

In den letzten beiden Ausgaben des Adressbuches konnte sich der interessierte Leser über den Prozess der Stadterneuerung in Braunschweig informieren. So unverzichtbar  und wünschenswert Stadtsanierung ist: allein mit der Bewahrung und Wiederherrichtung der historischen Bausubstanz kann die Stadt Braunschweig ihre Entwicklungsaufgaben nicht erfüllen, da nicht jeder Bürger in der Innenstadt oder den Ringgebieten wohnen kann oder möchte.

 

Der Rat der Stadt Braunschweig hat schon 1981 grundsätzlich als Ziel beschlossen, dass jeder Bürger die Chance haben soll seinen Ansprüchen entsprechend Wohnraum zu finden. Ganz oben auf der Wunschliste steht  der Traum der meisten Deutschen  das Häuschen im Grünen. Also ist es eine der dringendsten Aufgaben der Stadt Braunschweig Bauland für Einfamilienhäuser auszuweisen als Voraussetzung dafür, dass die Wohnwünsche ihrer Bürger erfüllt werden können, zumal bei dem derzeiten Rekord-Zinstief das Thema aktueller ist denn je. Motto: Wann, wenn nicht jetzt!.

 

In diesem Beitrag soll ein Überblick über die Wohngebietsplanung der Stadt Braunschweig gegeben werden, darüber, welche Baugebiete zurzeit erschlossen werden, wie sich die Baugebiete unterscheiden. Wer vor hat in Kürze zu bauen, findet hier Anregungen und vielleicht auch Entscheidungshilfen. Ein wenig sollen auch die Hintergründe beleuchtet werden, die mit der Bereitstellung von Einfamilienhäusern zusammenhängen. Wieso sorgt die Stadt Braunschweig nicht dafür, dass immer in ausreichender Menge und preisgünstig Grundstücke und Einfamilienhäuser angeboten werden?

 

Oder wieso dauert es so lange, bis Grundstücke auf dem Immobilienmarkt angeboten werden? So mag mancher fragen. Die Antwort ist vielschichtig: Die Stadt hat zwar das Recht bzw. die Pflicht  im Rahmen des Bauleitplanverfahrens die rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen, dass gebaut werden darf. Ob dann der Grundstückseigentümer auch sein Grundstück tatsächlich bebaut, ist in aller Regel seine Sache. Zwar kauft auch die Stadt Braunschweig teilweise Grundstücke auf und verkauft diese an einzelne Bauherren wieder. Dies ist aber nicht die Regel und kann bei dem nicht gerade üppig gefüllten Stadtsäckel nur einen kleinen Teil der Wohnwünsche befriedigen.

 

Was die Verfahrensdauer anbetrifft: Es treten in jedem Oberzentrum  auch in Braunschweig  wesentlich komplexere Planungskonflikte auf, als in den kleineren Umlandgemeinden, einfach auf Grund der höheren Nutzungsdichte. Z. B. ist es für die Stadt Braunschweig von vitalem Interesse den Forschungsflughafen in Braunschweig zu stärken; Konflikte gibt es zwangsläufig mit den umgebenden Wohngebieten, deren Bewohner eine Verschlechterung ihrer Wohnbedingungen befürchten. Hier oder bei vergleichbaren Konflikten gerechte Lösungen zu finden und diese politisch durchzusetzen, bedarf oft viel Zeit. Die Bereitstellung von Bauland geschieht in einem öffentlichen demokratischen Verfahren. Das heißt: Erst wenn in mühsamer Überzeugungsarbeit zwischen Rat und Verwaltung zwischen anwohnenden Bürgern und Grundstückseigentümer und den anderen Behörden ein Grundkonsens hergestellt ist, kann ein Wohngebiet bebaut werden.

 

Zum anderen gibt es im Stadtgebiet Braunschwieg nur ein begrenztes Kontingent an Bauland, mit anderen Worten: Die Stadt Braunschweig stößt langsam an die Grenzen ihrer Entwicklungsmöglichkeiten. Vor diesem Hintergund stellen sich viele Grundstückseigentümer die Frage, ob sie nicht besser fahren ihre Grundstücke zunächst nicht zu verkaufen, sondern erst in den nächsten Jahrzehnten, um noch höhere Preise zu erzielen bzw. versuchen schon heute ihre hohen Preisvorstellungen auf dem Markt durchzusetzen. Folge ist ein hohes Niveau, was die Grundstückspreise anbetrifft. Oftmals nicht tragbar für junge Familien mit Kindern, die dann nur noch den Ausweg sehen, ein Haus im Umland zu bauen.

 

Wegen des begrenzten Angebotes an Bauland in Braunschweig sichern sich oftmals Bauträger oder Wohnungsbaugesellschaften frühzeitig Baugrundstücke. Das hat zur Folge, dass nur noch wenige Grundstücke ohne Bauträgerbindung auf den Immobilienmarkt gelangen. Die Stadt Braunschweig versucht dem entgegenzuwirken; sie verkauft ihre Baugrundstücke für freistehende Einfamilienhäuser grundsätzlich bauträgerfrei an den Bauwilligen. Sie kann jedoch nicht den jeweiligen Eigentümern „verbieten“ an Bauträger en Gros ihre Grundstücke zu verkaufen, nur um zu erreichen, dass viele Grundstücke ohne Bauträgerbindung auf den Markt gelangen.

 

Selbst wenn Baurecht geschaffen ist und der Grundstückseigentümer seine Grundstücke beipielsweise einem Bauträger verkaufen will, ist noch nicht sicher, wann gebaut wird: Mit Häusern ist es da wie mit frischen Brezeln: Bäckt der Bäcker zu viel, bleiben abends welche übrig, die am nächsten Tag nicht mehr verkauft werden können. Folge: Beim nächsten Mal wird der Bäcker lieber etwas weniger Brezeln backen als er annimmt, verkaufen zu können.

 

Zwar werden Grundstücke, Häuser oder Wohnungen nicht hart oder pappig; der Effekt ist aber ähnlich: Baut ein Bauträger ein Haus ohne einen Käufer oder Mieter zu haben und hat dann das Pech auch keinen direkt zu finden, muss er Monat für Monat die teuren Zinsen zahlen. Also stellen Bauträger generell lieber etwas zu wenig an Häusern und Wohnungen her, als sie absetzen können.

 

Neben diesem generellen Trend gibt es zahlreiche Randbedingungen, die Einfluss auf das Angebot von Häusern und Wohnungen haben: Zinsniveau, steuerliche Gegebenheiten und die allgemeine konjunkturelle Lage sind hier die wichtigsten Faktoren. Da der Prozess zur Bereitstellung von Wohnungen von der Herstellung des Planungsrechtes über die Erschließung des Baugebietes bis zum Bau des Hauses  wie oben beschrieben  relativ lange dauert, können kurzfristige Nachfrageschwankungen auf dem Wohnungsmarkt nur schwer ausbalanciert werden: Steigt z. B. die Nachfrage nach Einfamilienhäusern sprunghaft  wie nach der Wiedervereinigung geschehen , dauert es einige Jahre, bis entsprechende Angebote auf dem Markt sind.

 

Auf Grund unterschiedlicher Startbedingungen konnten die kleineren Umlandgemeinden zum Teil schneller reagieren und Bauland, das eigentlich in Braunschweig gebraucht wird, vor den Toren der Stadt bereitstellen. In den letzten Jahren hat die Stadt Braunschweig allerdings aufgeholt. Auch in diesem Jahr laufen für verschiedene Baugebiete die Erschließungsmaßnahmen an.

 

Betrachtet man die Übersichtskarte der Stadt Braunschweig, wo überall Baugebiete gerade entstehen oder geplant sind, wird die Absicht erkennbar durch Baugebietsplanungen unterschiedlichen Wohnwünschen auch hinsichtlich der Lage im Stadtgebiet gerecht zu werden. Dies ist allerdings bei weitem nicht das einzige Kriterium für die Auswahl eines neuen Baugebietes: Selbstverständlich gehört heute dazu, dass neue Baugebiete nicht  über Gebühr die Umwelt belasten, beispielsweise indem sie in empfindliche Wald oder Auebereiche eingreifen. Andererseits muss das Umfeld so attraktiv sein, dass genügend Interesse seitens der Bauwilligen besteht hier zu bauen. Es würde nichts nützen Wohngebiete anzubieten, die von lärmemittierenden Betrieben oder Autobahnen umgeben wären.

 

Schließlich ist es auch wichtig die Kosten für die Erschließung im Auge zu behalten: So ist z. B. ein Baugebiet, das über eine Stadtbahnanbindung verfügt, sicher einem anderen vorzuziehen, für das erst mit hohem Kosten und Zeitaufwand diese Verkehrsanbindung geschaffen werden muss. Vorteilhaft ist es z. B. auch, wenn ein Baugebiet dort neu entsteht, wo schuliche Kapazitäten noch nicht ausgelastet sind. Im Folgenden werden die zur Bebauung anstehenden Baugebiete vorgestellt bzw. charakterisiert.

 

 

2              Wohnbaulandangebot in den einzelnen Stadträumen

 

Was tut sich im Norden?

 

Wenn die Heide näher am Herz liegt als der Harz hat im Norden der Stadt Braunschweig verschiedene Möglichkeiten: Zwischen Schunter und dem Staatsforst Sundern liegt der immer noch weitgehend dörflich geprägte Ortsteil Thune; hier entsteht seit zwei Jahren das Baugebiet Thune-Grefenhoop. Einige Bauplätze sind zurzeit noch frei.

 

Ähnlich verhält es sich mit dem Baugebiet Wenden-Lupinenweg. Eingebettet in vorhandene Bebauung sind auch bei diesem kleinen Wohngebiet noch Reihenhäuser zu haben. Hervorzuheben ist die sehr gute Stadtbahnanbindung dieses Baugebietes  es ist nur noch eine Frage von wenigen Monaten, bis der Bau der Stadtbahn bishin zum Schulzentrum Wenden fertiggestellt sein wird. Vom Kindergarten bis zum Gymnasium sind hier alle Ausbildungseinrichtungen direkt vor der Tür vorhanden. Ergänzt wird das gute Infrastrukturangebot durch das sehr gut ausgestattete Nebenzentrum Wenden, das sich im Wesentlichen entlang der Hauptstraße entwickelt. Zahlreiche Läden, Gaststätten und Handwerksbetriebe decken den Grundbedarf und darüber hinaus. Dazu verfügt der Ortsteil Wenden auch über ein Schwimmbad. Auf einer Obstwiese soll in naher Zukunft im Ortsteil Wenden ein weiteres kleines Baugebiet  Brandenburgstraße-West  entstehen. Hier finden ca. 13 Einfamilienhäuser Platz, die vom vorhandenen Wohnort abgeschirmt hier über eine ruhige Lage verfügen.

 

Die genannten Vorteile werden auch dem geplanten Baugebiet Wenden-West zu Gute kommen: Westlich der gerade im Bau befindlichen Stadtbahn ist ein Baugebiet mit ca. 550 Wohneinheiten vorgesehen, davon ca. 250 Einfamilienhäuser. Frühestmöglicher Baubeginn ist hier das Jahr 2001.

 

Für manch einen wird auch der gute Autobahnanschluss an die A 2 ein Entscheidungskriterium sein.

 

Im Nordosten der Stadt Braunschweig in attraktiver landschaftlicher Umgebung entsteht das Baugebiet Bevenrode-Nord. Ab März 1999 verkauft die Stadt Braunschweig hier Grundstücke an einzelne Bauherren. Insgesamt sind hier 240 Wohneinheiten vorgesehen; die Mehrzahl davon werden Einfamilienhäuser sein. Alle Bauformen vom freistehenden Einfamilienhaus bis zum Reihenhaus sind hier vorgesehen. Neben der Stadt Braunschweig tritt die Niedersächsische Landgesellschaft als Vermarkter auf.

 

Auch dieses Baugebiet ist selbstverständlich mit dem Stadtbus über Rühme (Stadtbahn) an die Innenstadt angebunden.

 

Auch heute noch bietet der Ortsteil Bevenrode ein ausgesprochen dörfliches Erscheinungsbild; die großen, südlich angrenzenden Waldbereiche laden zu ausgedehnten Spaziergängen ein.

 

Etwas weiter südlich  im Ortsteil Waggum  sind ebenfalls weitere Wohnbauflächen vorgesehen. Im Norden des Ortsteils mit Blick auf die Beberbachaue soll in absehbarer Zukunft das Baugebiet Rabenrodestraße-Nord entstehen. Vorgesehen sind hier etwa 40 Einfamilienhäuser; etwa ab dem Jahre 2002 kann hier mit dem Bau begonnen werden. Im Ortsteil Waggum sind alle wichtigen Infrastruktureinrichtungen vorhanden: Läden, Ärzte, Grundschule, Kindertagesstätte, Sportplatz und ein Freibad. Der Ortsteil Waggum verfügt über eine Direktbusverbindung in die Innenstadt.

 

Mitten im Ortsteil Kralenriede in unmittelbarer Nähe der Grundschule können auf einem städtischen Grundstück noch 9 Einfamilienhäuser entstehen (Baugebiet Carl-von-Ossietzky-Straße). Kralenriede ist direkt und mit einer sehr guten Frequenz an die Innenstadt angebunden. In den Hauptverkehrszeiten ist ein 7,5 Minuten-Takt eingerichtet. Die Erschließung Kralenriedes wird in Zukunft durch die geplante Regionalstadtbahn darüber hinaus noch deutlich verbessert werden.

 

Kralenriede lehnt sich zum einen landschaftlich an die Schunteraue an, zum anderen grenzt der Ortsteil im Osten unmittelbar an den Querumer Forst - an ausgedehnte Waldflächen, ideal zur Naherholung.

 

 

Was tut sich im Osten?

 

Im Braunschweiger Osten wird nördlich des Ortsteiles Volkmarode ab etwa dem Jahre 2001 eines der größten neuen Braunschweiger Baugebiete verwirklicht werden: das Baugebiet Volkmarode-Nord. Hier sollen in etwa 420 Wohneinheiten entstehen, davon knapp die Hälfte Einfamilienhäuser. Dieses Baugebiet zeichnet sich durch verschiedene Vorzüge aus: Einerseits verfügt dieses Gebiet über sehr gute Verkehrsverbindungen  geplant ist eine direkte Stadtbahnanbindung; schon vorhanden ist die gute Anbindung an das Autobahnnetz (Anschlussstelle Braunschweig-Ost). Vorgesehen sind auch weitere wichtige Infrastruktureinrichtungen, wie Einkaufsmöglichkeiten, Kindergarten, Bezirkssportanlage und ein Schulzentrum. Das Baugebiet selbst ist durch attraktive zentrale Grünzüge großzügig gegliedert; alle Haustypen vom Reihenhaus bis zum freistehenden Einfamilienhaus sind hier machbar. Eine besondere landschaftliche Attraktion stellt im Westrand des Baugebietes der Moorhüttenteich dar und im Norden die Schunteraue.

 

In sehr günstiger Entfernung zur Innenstadt gelegen, angrenzend an die Wabeaue, die hier als attraktive Freizeithauptverbindung fungiert, soll im Bereich Gliesmarode am Karl-Hintze-Weg ab dem Jahre 2003 ein kleineres Einfamilienhaus-Gebiet entstehen. Vorgesehen sind 25 Einfamilienhäuser, die hier eine ruhige, größtenteils ländlich geprägte Umgebung vorfinden; von hier erreicht man in wenigen Minuten mit der Stadtbahn die Innenstadt.

 

Im Westen der Ortslage Rautheim entsteht zurzeit das Baugebiet Weststraße: Ansprechend in überschaubaren Wohngruppen angeordnet und ohne Durchgangsverkehr bietet dieses Baugebiet Raum für 120 Einfamilienhäuser, von denen viele den Vorzug haben werden über eine Ortsrandlage zu verfügen. Vorgesehen sind einige Stadtvillen, Reihen, Doppel und Kettenhäuser. Das Baugebiet selbst ist intern sehr gut für den Fuß und Radwegeverkehr erschlossen; die Wendehämmer dienen jeweils auch als Plätze für die umgebende Wohnbebauung, auf denen z. B. auch Nachbarschaftsfeste gefeiert werden können.

 

Langfristig ist vorgesehen den Ortsteil Rautheim optimal an das Stadtbahnnetz anzubinden.

 

Von dieser Anbindung wird dann auch das geplante Baugebiet Rautheim-Südwest profitieren können. Hier können etwa 175 Einfamilienhäuser und 22 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern entstehen. Das Baugebiet entsteht auf einem nach Süden geneigten Hang, sodass reizvolle Blicke in den Elm eine hohe Wohnqualität garantieren.

 

In diesem Baugebiet werden insbesondere auch freistehende Einfamilienhäuser entstehen. Das Baugebiet wird insgesamt von der Stadt Braunschweig vermarktet werden; ab dem Jahr 2000 kann dann voraussichtlich mit dem Bau begonnen werden.

 

Die Stadt Braunschweig beabsichtigt in Teilen des Baugebietes ein Modellprojekt durchzuführen. Unter dem Motto „einfach und selber bauen“ soll hier für breite Kreise der Bevölkerung die Möglichkeit zum Wohneigentum eröffnet werden.

 

Neben der ruhigen Lage sind als weitere Vorzüge die Nachbarschaft zur Wabeaue und zum Mascheroder Holz zu nennen.

 

Östlich des Möncheweges, im Anschluss an die Südstadt, plant die Stadt Braunschweig ein weiteres großes Baugebiet. Das Baugebiet Möncheberg-Süd soll in Zukunft insbesondere für den Mehrfamilienhausbau dienen.

 

Da zurzeit hierfür nur eine sehr geringe Nachfrage besteht, ist noch offen, wann diese anspruchsvolle Planung  vorangegangen war ein städtebaulicher, offener Ideenwettbewerb  verwirklicht werden kann. Geplant ist für dieses Baugebiet ein eigenes kleines Versorgungszentrum, neue Sportanlagen und eigene Kindertagesstätten. Das Gebiet wird darüber hinaus optimal an das Stadtbahnnetz angeschlossen werden.

 

 

Was tut sich im Süden?

 

Der Ortsteil Mascherode verfügt über eine gut funktionierende Grundversorgung. Zurzeit besteht eine direkte Busverbindung in die Innenstadt. Der Ortsteil gehört zu den gefragtesten Wohnstandorten in Braunschweig.

 

Den besonderen Reiz dieses Ortsteils machen die ausgedehnten Waldgebiete aus, die diesen Ortsteil zu Dreiviertel umschließen. Insofern bestehen optimale Lagebedingungen für eine südliche Erweiterung des Ortsteils: Hier ist das Baugebiet Schmiedeweg vorgesehen. Mit Blick auf den Waldrand können hier ab dem Jahre 2003 etwa 100 Einfamilienhäuser entstehen.

 

Auch im Norden der Ortschaft ergeben sich noch Möglichkeiten Wohnflächen anzubieten. Im Baugebiet Großer Schafkamp können voraussichtlich maximal 70 Einfamilienhäuser entstehen.

 

Der Ortsteil Stöckheim hat in den letzten Jahren bzw. im letzten Jahrzehnt deutlich an Wohnbevölkerung zugenommen. Das liegt an den guten Lagevoraussetzungen. Hervorzuheben ist insbesondere die Nähe zur südlichen Okeraue, die mithin als eines der, wenn nicht das attraktivste Naherholungsgebiet der Stadt Braunschweig bezeichnet werden kann. Mitten durch den Ortsteil und somit in optimaler Erschließungslage soll hier in Kürze schon die Stadtbahn verkehren. Von dieser sehr guten Erschließung können sowohl das gerade in Bebauung befindliche Baugebiet Stöckheim-Im Meer profitieren als auch die geplanten Gebiete Stöckheim-Am Zoo und Breites Bleek. Im Baugebiet Stöckheim-Am Zoo soll ökologisches Bauen realisiert werden, also innovative Konzepte in Bezug auf die Wärmeversorgung, Solarenergienutzung, Regenwassernutzung umgesetzt werden.

 

Im Bereich Stöckheimer Markt sind sowohl Einfamilien- als auch Wohnungen in Mehrfamilienhäusern etwa hälftig vorgesehen. Das Baugebiet wird insgesamt von der NILEG vermarktet; noch sind einige Einfamilienhäuser zu bekommen.

 

Für das Baugebiet Stöckheim-Am Zoo existiert bereits ein rechtsverbindlicher Bebauungsplan. Dieses Baugebiet grenzt unmittelbar an die südliche Okeraue an und hat somit beste landschaftliche Anbindung. Die Realisierung dieses Baugebietes ist ab 1999 möglich. 160 Wohnungen finden hier Platz, davon 100 Einfamilienhäuser.

 

Auch im nördlichen Bereich von Stöckheim sollen etwa ab dem Jahre 2002 im Baugebiet Breites Bleek noch 80 Einfamilienhäuser entstehen.

 

Im südlichsten Ortsteil von Braunschweig befindet sich ein Wohnbaugebiet in der Entstehung. Im Baugebiet Thiedebacher Weg-West bietet die Wohnungsbaugesellschaft Wiederaufbau eG 100 Einfamilienhäuser an, und zwar als Einfamilien, Einzel, Doppel oder Reihenhäuser. Der Ortsteil verfügt über eine Grundschule und eine Kindertagesstätte, die im Zuge der Bebauung des Baugebietes erweitert werden soll. Leiferde ist mit dem Bus gut an die Stadtmitte angebunden. Pluspunkt auch hier wie in Stöckheim: die südliche Okeraue als Naherholungslandschaft.

 

 

Was tut sich im Westen?

 

Ebenso wie Stöckheim hat der Ortsteil Broitzem in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung erfahren. So ist hauptsächlich in den letzten beiden Jahren das Baugebiet Donaustraße-Südost entstanden mit immerhin 110 Einfamilienhäusern und Raum für 210 Wohnungen im Mehrfamilienhausbau. Zwar sind die Grundstücke für freistehende Einfamilienhäuser bereits vergeben; Reihenhäuser und Eigentumswohnungen werden jedoch auch dieses Jahr noch angeboten.

 

Broitzem besticht vor allen Dingen durch seine komplette Infrastrukturausstattung. Das einzige Manko, das bislang zu beklagen war, nämlich die fehlenden Einkaufsmöglichkeiten, wird demnächst behoben: Im Bereich der Stadtbahn-Endhaltestelle am Kruckweg wird demnächst ein Versorgungszentrum mit allen wichtigen Angeboten entstehen. Maßgeblich für eine Wohnentscheidung im Ortsteil Broitzem könnte auch die ausgezeichnete Stadtbahnanbindung sein. Das Baugebiet Donaustraße-Südost ist großzügig mit Grünflächen versehen: Im Osten lehnt es sich an die Fuhseaue an, im Süden entstehen ebenfalls großzügige öffentliche Grünflächen, die einen harmonischen Übergang zu den südlich angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen gewährleisten.

 

In diesem Jahr fällt der Startschuss für ein weiteres größeres Baugebiet in Broitzem, das Baugebiet Osterbeek: Unmittelbar nördlich der Endhaltestelle am Kruckweg soll hier ein Wohngebiet mit bis zu 300 Wohneinheiten entstehen, davon auch viele Einfamilienhäuser sowohl freistehend als auch in Doppel und Reihenhäusern angeordnet. Der Bauträger beabsichtigt hier fortschrittliche energetische Konzepte umzusetzen. So ist die Anbindung an das Fernwärmenetz der Versorgungs-AG vorgesehen, verbunden mit einem Niedrighausenergiestandard. Pluspunkt für dieses Baugebiet sind die schon genannten kompletten Infrastruktureinrichtungen am Ort. Das Baugebiet grenzt sich mit einem breiten Lärmschutzwall, der zudem noch ökologische Funktionen übernimmt, von der nördlich angrenzenden Bahnlinie ab.

 

In Fußwegeentfernung zur Innenstadt soll etwa ab dem Jahr 2000 ein besonders ehrgeiziges Projekt der Innenentwicklung im Bereich Frankfurter Straße-West Wirklichkeit werden. Auf dem ehemaligen Industriegelände der Wilke-Werke soll hochwertiger Wohnungsbau entstehen. Abgeschirmt durch die verbleibenden Industriehallen an der Frankfurter Straße werden im geschützten Innenbereich zahlreiche Stadtvillen entstehen sowie weiterer mehrgeschossiger Wohnungsbau in Zeilen und Blockstrukturen. Trotz der relativ hohen baulichen Dichte können hier sehr hohe Wohnqualitäten erreicht werden. Teil des Konzeptes sind auch eine neue Schule, eine neue Kindertagesstätte, ein öffentlicher Markplatz mit Nutzungsmöglichkeiten für Jugendliche und ein Kinderspielplatz im Süden des Geländes. Vorbehaltlich der politischen Zustimmung ist in diesem Baugebiet Raum für ca. 1.000 Wohneinheiten.

 

Auch im Ortsteil Timmerlah am westlichen Stadtrand soll die bauliche Entwicklung weitergehen. Der Ort Timmerlah hat seine dörfliche Prägung weitgehend beibehalten können. Grundschule und Kindertagesstätte, Sportanlagen und Einkaufsmöglichkeiten sind vorhanden. Nördlich von Timmerlah schließen attraktive Naherholungsflächen an, der Timmerlaher Busch und der Westpark. Auch das Raffteich-Bad ist gut zu erreichen. Im Nordosten der Ortslage, im gesamten Gebiet Timmerlah-Hopfengarten, können bis ca. 170 Wohnungen gebaut werden, hauptsächlich Einfamilienhäuser, vom Reihen und Doppelhaus bis zum freistehenden. Da das Bebauungsplanverfahren erst anläuft, handelt es sich hier um ein Wohngebiet, das nicht kurzfristig, sondern erst etwa ab dem Jahre 2003 bebaut werden kann.

 

Weniger als 2 km Luftlinie vom Zentrum der Stadt Braunschweig entfernt sind im Baugebiet Calvördestraße schon vor einigen Jahren attraktive Eigentumswohnungen gebaut werden. Weitere Eigentumswohnungen sollen direkt an der Calvördestraße entstehen. Eine Kindertagesstätte grenzt unmittelbar an die Wohnbebauung an.

 

Im Bereich um Lamme soll in naher Zukunft das größte Einfamilienhausgebiet Braunschweigs entstehen. Zwischen dem Ortsteil Lamme und dem Ortsteil Lehndorf, zwischen B 1 und dem Waldbereich Lammer Holz bietet das geplange Baugebiet Lammer Busch die Flächen Platz für ca. 1.200 Einfamilienhäuser und 300 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern.

 

Die attraktive Lage am Lammer Holz sowie die zu erwartende Wohnruhe  größere Lärmemittenten wie Hauptverkehrsstraßen oder Bahnstrecken liegen hier fernab  versprechen eine sehr hohe Wohnqualität, vergleichbar mit der nahe gelegenen beliebten Wohnsiedlung Kanzlerfeld. Ab etwa dem Jahre 2003 kann hier mit einer Bebauung gerechnet werden.

 

Nördlich von Völkenrode entsteht zurzeit das Baugebiet Völkenrode-Nord mit 100 Einfamilienhäusern. Auch hier vergibt die Stadt Braunschweig Baugrundstücke an einzelne Bauherren. Völkenrode besitzt auch heute noch ein dörfliches Gepräge. Alle Einfamilienhäuser dieses Baugebietes sind streng nach Süden ausgerichtet, bieten somit hervorragende Voraussetzungen für die Solarenergienutzung. Das Erschließungssystem garantiert eine hohe Wohnruhe; die verkehrsberuhigten Bereiche sind gegliedert durch kleine Quartiersplätze, die durch Baumgruppen angenehm gestaltet werden. Insbesondere der nördliche Bereich des Baugebietes wird zur Bahntrasse hin großzügig mit Grün versehen. Auf dieser zurzeit wenig frequentierten Bahnstrecke wird zukünftig eventuell einmal die Regionalstadtbahn verkehren und damit die Ortsteile Völkenrode und Watenbüttel optimal an das öffentliche Nahverkehrsnetz anbinden.

 

Auch der angrenzende Ortsteil Watenbüttel verfügt noch über Siedlungsmöglichkeiten: Das Baugebiet Watenbüttel-Nord liegt in attraktiver Lage direkt an der Okeraue. Ein Lärmschutzwall schirmt das Baugebiet von der Celler Heerstraße ab. Hier sind noch einige wenige Bauplätze zu vergeben.

 

Ebenfalls gibt es noch einige Baugrundstücke im Baugebiet Lyckstraße.

 

 

3              Praktische Hinweise

 

Damit wäre der Streifzug durch geplante und gerade in Bau befindliche Wohngebiete in Braunschweig abgeschlossen. Der Autor hofft, dass eines deutlich wurde: Die Vielfältigkeit der Möglichkeiten in Braunschweig Wohneigentum oder ein eigenes Haus zu erwerben. Es sollen noch einmal die Baugebiete hervorgehoben werden, bei denen die Erschließung und der Hochbau unmittelbar bevorsteht oder gerade begonnen hat, wo somit die besten Chancen für Bauwillige bestehen ein Haus oder ein Grundstück zu erwerben. Es handelt sich um die Baugebiete:

 

  • Bevenrode-Nord
  • Thiedebacher Weg
  • Broitzem-Osterbeek
  • Völkenrode-Nord
  • Rautheim-Südwest

 

Am Schluss dieses Beitrages mögen ein paar praktische Hinweise stehen, die dem Bauwilligen nützen können: Die Stadt Braunschweig gibt jährlich das hier auch abgedruckte Informationsblatt heraus, wo jeweils die aktuellen Baugebiete verzeichnet sind. Diesem Blatt kann auch  sofern der Stadt bekannt  entnommen werden, wem die Baugrundstücke gehören bzw. wer als Bauträger jeweils fungiert. Dieses Informationsblatt liegt bei der Bürgerberatung kostenlos bereit. Im Stadtplanungsamt werden in einer Dauerausstellung die jeweilig aktuellen Entwürfe für die einzelnen Baugebiete präsentiert.

 

Bei den Schätzungen, wann der Hochbau in einem Baugebiet beginnen kann, kann es sich nur um grobe Anhaltswerte handeln. Wie oben schon beschrieben wird in einem demokratischen Prozess  im Bauleitplanverfahren  festgelegt, wo gebaut werden kann. Erst wenn der Rat der Stadt Braunschweig Baurecht beschlossen hat, kann mit der oft notwendigen, oft auch zeitaufwändigen Grundstücksneuordnung begonnen werden. Ist dies abgeschlossen, muss das Baugebiet erschlossen werden, Kanäle gelegt, Straßen gebaut werden, bevor Wohnhäuser errichtet werden können.

 

Bei den Baugebieten, die sich noch in Planung befinden, kann es sich lohnen auf die Anzeigen in der Tagespresse zu achten, in der jeweils bekannt gegeben wird, wann z. B. eine Bürgerversammlung zu diesem Thema stattfindet bzw. wann Bürger auch schriftlich Gelegenheit haben Anregungen zum weiteren Planungsprozess zu geben. Aus der Zeitung wird auch ersichtlich, wann ein Verfahren abgeschlossen worden ist.

 

Auch wenn Sie sich für ein Grundstück aus der Hand der Stadt Braunschweig interessieren, lohnt sich ein Blick in die Zeitung: Inzwischen inseriert das Liegenschaftsamt der Stadt Braunschweig ebenso wie private Bauträger in der Tagespresse, um Grundstücke zu verkaufen.

 

Was die Vergabe städtischer Grundstücke anbetrifft, gibt es einige Regeln; die Stadt bemüht sich insbesondere kinderreichen Familien oder aber Familien, bei denen ein Familienmitglied behindert ist, vorrangig mit Wohnraum zu versorgen. Insofern werden diese Bewerber bevorzugt berücksichtigt. Zudem gewährt die Stadt Braunschweig abhängig von der Kinderzahl Rabatte beim Kaufpreis.

 

Verfügen Sie bereits über ein Baugrundstück und möchten in individueller Bauweise Ihr Haus errichten, so empfiehlt sich zur Vermeidung unnötiger Planungskosten unbedingt ein Gang ins Bauordnungsamt: Hier können Sie auch in einem Beratungsgespräch erfahren, welche Ausnutzungsmöglichkeiten für Ihr Grundstück bestehen.

 

I. V.

 

 

 

Jaenicke