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Rat und Stadtbezirksräte

Vorlage - 3291/00  

Betreff: Sanierungsgebiet Innenstadt, Teilbereich Kohlmarkt
Umgestaltungskonzept Kohlmarkt, 1. Schritt der Umgestaltung
Status:öffentlichVorlage-Art:Mitteilung
Federführend:61 Fachbereich Stadtplanung und Umweltschutz   
Beratungsfolge:
Planungs- und Umweltausschuss
30.08.2000 
Planungs- und Umweltausschuss ungeändert beschlossen  (3291/00)  
Wirtschaftsausschuss
08.09.2000 
Wirtschaftsausschuss ungeändert beschlossen  (3291/00)  

Sachverhalt

Stadt Braunschweig

1

 

 

Stadt Braunschweig

 

TOP

 

 

 

Der Oberstadtdirektor

Drucksache

Datum

Stadtplanungsamt

3291/00

16. August 2000

61.3-5.0 I-SP 1

 

 

 

Beteiligte Ämter/Referate/Institute

Mitteilung

 

Beratungsfolge

Sitzung

 

Tag

Ö

N

Stadtbezirksrat 221  Innenstadt

Planungsausschuss

Wirtschaftsausschuss

29. Aug. 2000

30. Aug. 2000

8.Sept. 2000

X

X

X

 

 

 

 

 

 

 

Überschrift, Sachverhalt

 

 

 

Sanierungsgebiet Innenstadt, Teilbereich Kohlmarkt

Umgestaltungskonzept Kohlmarkt, 1. Schritt der Umgestaltung

 

 

Auf der Sitzung des Wirtschaftsausschusses am 16. Juni 2000 wurde die Verwaltung gebeten zu Veränderungen am Kohlmarkt eine schriftliche Mitteilung zur nächsten Ausschusssitzung zu geben.

 

Folgender zeitlicher Ablauf der Entscheidungsfindung für das Umgestaltungskonzept Kohlmarkt, 1. Schritt der Umgestaltung liegt vor:

 

16. September 1999           Braunschweiger Planungs- und Gesprächskreis         zugestimmt

20. September 1999           Bürgerinformation                                                        zugestimmt

 

23. November  1999           Stadtbezirksrat 221                          Anhörung/mit 9:1 zugestimmt

01. Dezember  1999           Planungsausschuss                                   einstimmig zugestimmt

07. Dezember  1999           Verwaltungsausschuss                                                zugestimmt

 

Eine Beteiligung des Wirtschaftsausschusses ist damals nicht erfolgt.

 

Nachfolgend wird der Text der Beschlußvorlage ohne die zeichnerischen Anlagen zur Kenntnis gegeben und gleichzeitig der aktuelle Sachstand der Realisierung der Maßnahmen dem Stadtbezirksrat 221 und dem Planungsausschuss mitgeteilt:
 

Einleitung

 

Schon seit geraumer Zeit wird von vielen Seiten Kritik an der Gestaltung des Kohlmarktes geübt. Mit der fortschreitenden Sanierung der Randbebauung des Kohlmarktes, die über­wiegend außerordentlich gute Ergebnisse erzielt hat, wird die derzeitige unbefriedigende Gesamtqualität des eigentlichen Platzbereiches um so deutlicher.

 


Die Verwaltung hatte daher bereits 1993 eine Vorlage zur Umgestaltung des Platzes in die politischen Gremien eingebracht. In der Anhörung des Bezirksrates 221 am 1. Juni 1993 wurde dem damaligen Gestaltungskonzept nicht zugestimmt, sodass die Verwaltung nun mit dieser Vorlage erneut die Diskussion über die Gestaltung des Kohlmarktes mit dem Ziel fortführen möchte, in kleinen Schritten Verbesserungsmaßnahmen durchzuführen.

 

Im Mittelpunkt der kritischen Diskussion stehen folgende Bereiche:

 

  • die Hochbeete mit den integrierten Sitzgelegenheiten
     
  • die auf der Südseite des Platzes vorhandenen Kugelahorn-Bäume
     

Sowohl die vorhandenen gestalterisch unbefriedigenden Pflanzbeete mit den integrierten Sitzmöglichkeiten als auch die für einen mittelalterlichen Markt fremden Kugelahorn-Bäume verstellen den Blick auf die nunmehr wiederhergestellten historischen Fassaden der Platzwände und erschweren den Zugang von der Platzmitte zu den Geschäften. Darüber hinaus bietet die Benutzung der eng positionierten Bänke einen zu hohen Grad an Intimität. Einzelpersonen oder Paare können dadurch kaum ungestört eine längere Zeit auf dem Kohlmarkt verbringen. Andererseits fungieren die 5 Kugelahorn-Bäume gerade in der warmen Jahreszeit als nötiger und erfreulicher Schattenspender für die dort geplanten neuen Bänke.
 

  • die Gestaltung des archäologischen Bereiches um die ehemalige St.-Ulrici-Kapelle mit der vorhandenen Vertiefung und den beiden Vitrinen
     

Durch die Vertiefung im Bereich der St.-Ulrici-Kapelle wird die variable Benutzbarkeit des Platzes, insbesondere bei Veranstaltungen, erheblich behindert. Eine veränderte niveau­gleiche Gestaltung in der Platzoberfläche würde einer vielfältigen Nutzung gerechter wer­den - Verkaufs- und Ausstellungsstände könnten besser gruppiert werden.


Die am Rande dieser Absenkung positionierten Vitrinen müssen darüber hinaus als störende und gestalterisch nicht gelungene Bauwerke betrachtet werden.

 

  • der Kiosk für Zeitungen, Behinderten-WC und Wickelraum einschließlich Telefonzellen, die öffentliche WC-Anlage mit ihrer Treppe einschließlich Uhr/Entlüftung

    Der Kiosk und der Zugang zur öffentlichen WC-Anlage einschließlich der Marktuhr, deren weiterer Zweck die Be- und Entlüftung der WC-Anlage ist, beeinträchtigen als Bauwerke die städtebaulich-räumliche Qualität und schränken weiterhin die Nutzung des Marktes ein.
     
  • die gestalterische und technische Qualität der Platzoberfläche
     

Inhalt des Rahmenkonzeptes zur Umgestaltung des Kohlmarktes

 

Auf Grund der angespannten Finanzsituation wurde ein Basiskonzept zur Umgestaltung des Kohlmarktes erarbeitet, das die Grundlage für die Umsetzung der einzelnen Bauetappen bilden soll, die in sich inhaltlich und gestalte­risch abgeschlossen sind und jeweils zur Be­schlussfassung vorgelegt werden sollen.

 

Nach einer entsprechenden Mitteilung im Bezirksrat 221 (8. September 1999), im Planungs­ausschuss (8. September 1999) und im Verwaltungsausschuss (14. September 1999) wurde das Gesamtkonzept zur schrittweisen Umgestaltung des Kohlmarktes und insbesondere der 1. Schritt der Umgestaltung sowohl im Braunschweiger Planungs- und Baugesprächs­kreis als auch in einer öffentlichen Bürger-Informationsveranstaltung vorgestellt und dis­kutiert.

 

Das Gesamtkonzept und der 1. Schritt der Umgestaltung wurden inhaltlich und vom Verfahren grundsätzlich begrüßt.

 

  • Es wird mehrheitlich die Verbesserung der Qualität des Veranstaltungsortes „Kohlmarkt“ gewünscht und darauf hingewiesen, den Platz als multifunktionalen Veranstaltungsort mit hochwertiger Qualität zu erhalten und zu entwickeln.
  • Die dargestellten Möblierungsvorschläge sollten modifiziert werden und den historischen Brunnen mit einbeziehen.
  • Die Platzvertiefung im Bereich der ehemaligen Ulrici-Kirche sollte zurückgebaut werden und die Grundrissgeometrie zweier Vorgängerbauten sichtbar gemacht werden.
  • Die Kugelahornbäume sollten zunächst erhalten bleiben; die erreichte Gesamtqualität des 1. Umgestaltungsschrittes sollte begutachtet werden, bevor eine weitergehende Ent­scheidung zum Entfernen der Kugelahornbäume getroffen wird.
  • Als störend werden die großen Platanen um den historischen Brunnen empfunden. Hier sollte langfristig über ein Entfernen oder einen Ersatz nachgedacht werden. Für den 1. Schritt der Umgestaltung sollte ein Beschneiden der Bäume geprüft werden, damit der Brunnen wieder deutlich sichtbar wird.

 

Inhalt des 1. Schrittes der Umgestaltung

 

Ausgehend von den diskutierten Varianten zum 1. Schritt der Umgestaltung schlägt die Verwaltung nun vor, für den 1. Schritt der Umgestaltung solche Maßnahmen vorzusehen, die mit relativ geringen Kosten einen möglichst hohen funktionell-gestalterisch sichtbaren Effekt haben:
 

Folgende Einzelmaßnahmen werden vorgeschlagen

  • Rückbau der Hochbeete, einschließlich Sitzgelegenheiten
  • Entfernen eines (1) Kugelahorn - Baumes zur besseren Gliederung des Platzes und besse­ren Erkennbarkeit der historischen Fassaden Ecke Hutfiltern
  • Entfernen der veralteten Kugelleuchten und der überdimensionierten Flutlichtmasten
  • Rückbau der Absenkung der Ulrici-Kirche einschließlich der Vitrinen

Einher gehen diese Maßnahmen mit

  • dem Setzen neuer „historischer“ Leuchten und dem Einbringen von zwei Unterflurleuch­ten seitlich des historischen Brunnens
  • dem Anbringen neuer Papierkörbe an den Leuchten
  • dem Aufstellen neuer Sitzmöbel bei stärkerer Einbeziehung des historischen Brunnens
  • der Markierung im Oberflächenbelag von zwei Vorgängerbauten der Ulrici - Kirche

 

In weiteren Schritten sind zukünftig folgende Maßnahmen möglich:

 

  • Im Randbereich des Platzes, entlang der Gebäude soll ein neuer Plattenbelag (ähnlich der neu gestalteten Fußgängerzone) in Form von „Laufbändern“ hergestellt werden.

 

  • Die vorhandenen Pavillons sollen entfernt werden, sobald ein sinnvoller naher Ersatz­standort für die erforderlichen Funktionen gefunden worden ist.

 

  • Entfernt werden soll ebenfalls die unterirdische WC-Anlage (einschließlich der in der Marktuhr versteckten Entlüftung), sobald hierfür ein akzeptabler Ersatzstandort gefunden worden ist.

 

  • Den Abschluss der gesamten Umgestaltung sollte die Erneuerung des Pflasters des ge­samten Innenbereiches des Platzes bilden.

 

Kosten und Finanzierung

 

Nach vorliegender Kostenschätzung ergibt sich für den 1. Schritt der Umgestaltung eine Bausumme von ca. 427.000,00 DM. Eine Förderung mit Städtebauförderungsmitteln ist nicht möglich, da der Kohlmarkt bereits Anfang der 80er Jahre mit Fördermitteln aus dem Zu­kunftsinvestitionsprogramm (ZIP)  Bereich Stadtsanierung  grundlegend saniert und umge­staltet wurde und die noch zur Verfügung stehenden Mittel bereits für andere Maßnahmen gebunden sind.

Die Verwaltung beabsichtigt die erforderlichen Mittel im Rahmen einer außerplanmäßigen Ausgabe durch den Rat am 14. Dezember 1999 bereitstellen zu lassen.

 

(Ende des Vorlagetextes)

 

Durchführung der Maßnahmen:

 

Die Umsetzung der vorgesehenen Maßnahmen erfolgte im April / Mai 2000.

Dabei konnten aus verschiedenen Gründen nicht sämtliche Arbeiten abgeschlossen werden wie:

 

  • Das Setzen der Bänke auf der östlichen Platzseite,
  • Das Entfernen des östlich stehenden Kugelahornbaumes.
     

Der bevorstehende Teilabriss und Umbau von ehemals „Konen“ stand bevor und der östliche  Rand des Platzbereiches sollte in Abstimmung mit der Stadt im Rahmen einer zeitlich befristeten Sondernutzungsfläche zur Baustelleneinrichtung für dieses Vorhaben genutzt werden. Sobald diese Baustelleneinrichtung nicht mehr erforderlich ist werden die geplanten Bänke eingebaut.

 

  • Das Setzen der Bänke auf der westlichen Platzseite.
     

Der Rat der Stadt Braunschweig hatte entschieden, das während der EXPO 2000 keine öffentlichen Baumaßnahmen im Zentrum der Stadt durchgeführt werden sollen, um Besucher der Stadt nicht unnötig zu belästigen. Mitte Mai war abzusehen, daß die Fertigstellung bis Ende Mai nicht gewährleistet werden konnte.

Da offensichtlich der erwartete Besucherverkehr von der EXPO nach Braunschweig sich in überschaubaren Grenzen hält, sollen nun die dort geplanten Bänke nach der Sommerpause zügig eingebaut werden, da unübersehbar ein Bedarf nach Sitzmöglichkeiten besteht.
 

  • Das Aufstellen einheitlicher „historischen“ Leuchten einschließlich Papierkörbe
  • Das Entfernen der beiden Flutlichtmasten
  • Der Einbau von zwei Unterflurleuchten

 

In Hinblick auf das zu erarbeitende Beleuchtungsgutachten für die Innenstadt ist das Aufstellen der „historischen“ Leuchten auf dem Kohlmarkt zurückgestellt worden. Auf Grund des inhaltlichen Zusammenhanges verbleiben somit vorerst auch die beiden Flutlichtmasten und der Einbau der Unterflurleuchten wird realisiert, wenn die Ergebnisse des o.g. Beleuchtungsgutachtens vorliegen und dessen Resultate eingearbeitet sind.

 

 

 


Weitere ergänzende Maßnahmen

 

  • Am 24 Februar 1999 wurde die Sanierungsgenehmigung für die Errichtung eines Cafés im Gebäude Kohlmarkt 2 („Sternhaus“) mit 200 Freisitzplätzen auf dem Kohlmarkt erteilt.

 

  • Am 21. März 2000 wurde die Sanierungsgenehmigung für das Bauvorhaben „Geschäftshaus Hutfiltern / Kohlmarkt“ einschließlich 150 Freisitzplätze auf dem Kohlmarkt erteilt.

 

Beide Maßnahmen werden zu einer weiteren Belebung und steigender Attraktivität des Kohlmarktes beitragen.

Die tatsächlich auszuweisenden Freisitzplätze werden im Rahmen der Erteilung der Sondernutzungsgenehmigung unter Beachtung aller auf dem Kohlmarkt stattfindenden Veranstaltungen und ihrer wechselseitigen Abhängigkeiten festgelegt.

 

I. V.

 

 

 

Jaenicke