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Rat und Stadtbezirksräte

Vorlage - 2636/99  

Betreff: Lichtparcours 2000
hier: Finanzierung zweier Brückenprojekte durch die Stadt Braunschweig gen
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
Federführend:41 Fachbereich Kultur und Wissenschaft   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Kultur und Wissenschaft
07.09.1999 
Ausschuss für Kultur und Wissenschaft ungeändert beschlossen  (2636/99)  
Bauausschuss
08.09.1999 
Bauausschuss ungeändert beschlossen  (2636/99)  
Planungs- und Umweltausschuss
08.09.1999 
Planungs- und Umweltausschuss ungeändert beschlossen  (2636/99)  
Finanzausschuss
23.09.1999 
Finanzausschuss ungeändert beschlossen  (2636/99)  
Verwaltungsausschuss
28.09.1999    Verwaltungsausschuss      
Rat der Stadt Braunschweig
05.10.1999 
Rat (offen)  (2636/99)  

Sachverhalt

Stadt Braunschweig

 

 

Stadt Braunschweig

 

TOP

 

 

 

Der Oberstadtdirektor

Drucksache

Datum

Kulturinstitut

2636/99

23.08.1999

41.410

 

 

 

 

Vorlage

 

Beratungsfolge

 

Sitzung

 

Beschluß

 

 

Tag

Ö

N

ange-nom-men

abge-lehnt

geän-dert

pas-siert

Kulturausschuß

Stadtbezirksrat 320  Westliches Ringgebiet

Bauausschuß

Planungsausschuß

Stadtbezirksrat 421  Nordstadt

Finanzausschuß

Verwaltungsausschuß

07.09.1999

07.09.1999

08.09.1999

08.09.1999

09.09.1999

23.09.1999

28.09.1999

X

X

X

X

X

X

 

 

 

 

 

X

 

 

 

 

Rat

05.10.1999

X

 

 

 

 

 

Beteiligte Ämter/Referate/

Institute

Beteiligung des Rechnungsprüfungsamtes

Anhörungsrecht

des Stadtbezirksrats

Vorlage erfolgt aufgrund Vorschlag/Anreg.

20,41.000,6.01

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ja

X

Nein

 

X

Ja

 

Nein

 

Ja

X

Nein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Überschrift, Beschlußvorschlag

 

 

 

Lichtparcours 2000

hier: Finanzierung zweier Brückenprojekte durch die Stadt Braunschweig

 

 

 

Die Stadt beteiligt sich an der Umsetzung des Projekts Lichtparcours 2000 mit der Finanzierung des Entwurfs für die Brücke an der Pockelsstraße von Thomas Bartels in Höhe von 130.000 DM und der Realisierung der Projektidee für das Umfeld der sog. Wehrbrücke an der Wehrstraße des Japaners Kazuo Katase in Höhe von 60.000 DM.

 

Sachverhalt, Begründung, finanzielle Auswirkung: siehe nächste Seite

 

 


2

 

Für das Gesamtprojekt Lichtparcours 2000 sind einschließlich der Planungen für das Jahr 2000 folgende Ausgabemittel vorgesehen:

 

Nr.

Vorhaben

Bezeichnung

1998

1999

2000

1.

30000.583100

Kulturinstitut/Ausstellungen

50.000 DM

50.000 DM

150.000 DM

2.

34000-0103

Lichtparcours

0 DM

0 DM

2.000.000 DM

3.

30000-0103

Lichtinstallationsprojekt

60.000 DM

120.000 DM

120.000 DM

 

Bei Position 1 handelt es sich um Haushaltsmittel des Verwaltungshaushalts, die im Rahmen des vom Rat im März 1997 beschlossenen EXPO-Maßnahmenpakets bereitgestellt wurden. Aus diesem Ansatz wurden Ausgaben für die Vorbereitung des Projekts und den künstlerischen Wettbewerb sowie die Ausstellung in Salve Hospes und den Katalog geleistet. Darüber hinaus sind in diesem Ansatz Mittel für die weitere Realisierung des Gesamtprojekts, insbesondere die künstlerische Betreuung und die Gesamtdokumentation vorgesehen.

 

Die unter Position 2 aufgeführten Ausgabemittel sind zum Haushaltsjahr 2000 ausschließlich für die Realisierung der mit Sponsorengeldern zu finanzierenden Brückenprojekte angemeldet worden; Einnahmen sind daher in gleicher Höhe im Haushaltsentwurf 2000 veranschlagt. Darüber hinaus die Sponsoringmittel des Braunschweigischer Vereinigter Kloster- und Studienfonds wie die der Stiftung Nord LB/Öffentliche in Höhe von insgesamt 266.666 DM.

 

Weiterhin sind Haushaltsmittel im Vermögenshaushalt eingeplant, die u.a. auch für die Finanzierung eines Brückenprojektes durch die Stadt vorgesehen sind (siehe Position 3).

 

Zu der Sitzung des Rates am 13. Juli 1999 wurde zum Eckdatenbeschluss des Haushalts 2000 folgender Antrag gestellt:

 

„Der Rat der Stadt wird gebeten zu beschließen:

 

Die Realisierung der Brückenprojekte im Rahmen des EXPO-Lichtparcours hat aus-schließlich mit Sponsorengeldern zu erfolgen. Städtische Mittel werden hierfür nicht
bereitgestellt.“

 

Das Projekt „Lichtparcours 2000“ zeigt anhand der bisherigen Resonanz der Öffentlichkeit und der Fachpresse, aber auch des außerordentlich starken Engagements namhafter Sponsoren (Firmen wie Privatpersonen) welche Wirkung dieses Projekt für Braunschweig entfaltet und welche Bedeutung ihm beigemessen wird. Dies wird letzthin auch durch die namhafte Sponsoringleistung des Projektsteuerers in Höhe von 180.000 DM deutlich.

 

Die Finanzierungszusagen der Sponsoren bewegen sich entsprechend der Kosten der zu realisierenden Brückenprojekte zwischen 60.000 DM („Sophien“-Brücke) bzw. 185.000 DM (Rosenthal-Brücke) und belaufen sich bisher auf insgesamt rd. 1,4 Mio. DM. Hinsichtlich des Finanzierungsstatus´ der einzelnen Brückenprojekte verweise ich auf meine Mitteilung an den Kulturausschuss zu seiner Sitzung am 27. Mai 1999 (Drucksachen-Nr. 1743/99).

 

Da es sich hier um ein Projekt unter städtischer Regie handelt, wurde mit zunehmendem Akquiseerfolg die Frage der Sponsoren zunächst am Rande, später dezidiert gestellt, in welcher Form resp. mit welchem Projekt sich die Stadt an der Realisierung des Parcours´ beteiligt.


- 3 -

 

Durch die Realisierung von zwei städtisch finanzierten Projekten wird zum einen dem überaus starken Engagement der Sponsoren und der daraus resultierenden Erwartungshaltung Rechnung getragen, zum anderen soll mit dem städtischen Finanzierungsbeitrag der Stellenwert und die marketingwirksame Bedeutung des Projekts für die Stadt Braunschweig herausgestellt werden.

 

Ein Reduzieren oder gar Streichen der Mittel für das Projekt Lichtparcours 2000 wird sich negativ auf die weitere Sponsorenakquise auswirken und zudem die Bedeutung und den Stellenwert des Projekts für die Stadt Braunschweig in einem anderen Licht erscheinen lassen. Im übrigen lassen sich die Folgen für die bisher mündlich vorliegenden Zusagen weiterer Sponsoren nicht abschätzen.

 

Aus diesem Grunde halte ich es nicht für vertretbar, dem o.a. Antrag zu folgen und sich aus der (Teil-) Finanzierung der Brückenprojekte zurückzuziehen.

 

In konsequenter Weiterführung der Planungen der Verwaltung schlage ich aus den vorgenannten Gründen vor, dass die Stadt Braunschweig sich an dem Gesamtprojekt mit der Finanzierung des Projektes des einzigen Braunschweiger Künstlers Thomas Bartels beteiligt, der einen Entwurf für die Brücke an der Pockelsstraße erstellt hat sowie des Japaners Kazuo Katase mit seiner Projektidee für das nähere Umfeld der sog. Wehrbrücke an der Wehrstraße.

 

In der Anlage sind Dossiers der Projekte beigefügt. Die Kosten für die Realisierung einschließlich des Künstlerhonorars werden sich auf rd. 130.000,00 DM resp. 60.000 DM belaufen; die Kosten stellen eine Summe im Mittelfeld der gesamten Projektentwürfe dar (siehe oben).

 

Eine Behandlung des o.a. Fraktionsantrages im Rahmen der Beratung des Haushalts 2000 mit abschließender Beschlussfassung erst im Dezember 1999 ist zeitlich nicht ausreichend. Um zu gewährleisten, dass alle Projekte am 01. Juni 2000, dem Eröffnungsdatum der EXPO 2000 in Hannover, fertiggestellt sind, müssen in allernächster Zeit die Sponsorenverträge abgeschlossen
und die planerischen bzw. baulichen Arbeiten begonnen werden.

 

Entsprechend der Erwartungshaltung der Financiers ist es im Interesse des Gesamtprojekts notwendig, dass vor Abschluss der Verträge ein entsprechendes Votum der politischen Gremien vorliegt.

 

I. V.

 

 

 

gez.

Conrady

 

 


 


BLUE DANCER

 

von Kazuo Katase.  Projektbeschreibung

 

Der in Shizuoka, in Japan, im Jahre 1947 geborene Japaner Kazuo Katase hat an namhaften Ausstellungen im In- und Ausland teilgenommen; unter anderem an der documenta in Kassel im Jahre 1992.

 

Für den Lichtkunstparcours in Braunschweig hat sich Katase nicht direkt für die Architektur einer Brücke entschieden, sondern hat im unmittelbaren Umfeld einer Brücke, der sog.  Wehrbrücke an der Wehrstrasse, den Ort für seine Projektidee gefunden. (Zwischen Rosentalbrücke und dem Okerwehr Nerbindung Maschstrasse zum Inselwall)

 

 

Seine ihn auszeichnende und für ihn charakteristische Arbeitsweise fortsetzend, wird er mit blauem Licht arbeiten.  Die Themen seiner Arbeit beschäftigen sich insbesondere mit dem Phänomen der Schwerelosigkeit, der"Leichtigkeit".  Seine Idee für den "Lichtparcours 2000" ist die eines sog.  "Blauen Tänzers" (blue dancer) : eine blaue Neonröhre, an einem über die Oker gespannten Drahtseil befestigt, die, je nach Windverhältnissen, auf jenem Drahtseil "tanzen" wird; das Drahtseil ist nur bei Tag zu sehen.

 

 

 

Die gesamte Technik, die für die Illumination notwendig ist, unter dem Drahtseil in zwei Behältern untergebracht, ist gleichzeitig Gewichtselement, um den"blue dancer"- einem Akrobaten ähnlich - in der Waage zu halten, andererseits gestalterisches Element, um auch bei Tageslicht nicht den Eindruck eines Provisoriums zu erwecken.

 

 

 

Dieser Entwurf hat in der Ausstellung im "Salve Hospes" im Februar des Jahres die größte Akzeptanz in der Bevölkerung erfahren, zumal Katase seine Projektidee in Form eines Modells deutlich vermitteln konnte.  Die Vorstellung, während des Parcoursbesuchs mit einer freischwebenden blauen Neonröhre konfrontiert zu werden, schien bereits den Besucherinnen und Besuchern der Ausstellung sehr gut gefallen zu haben.  Das Ziel Katases, Leichtigkeit und Schwerelosigkeit mit Hilfe künstlichen Lichts zu visualisieren, wird mit dem Projekt"blue dancer"eingelöst.

 


Blue Dancer 1998-2000