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Rat und Stadtbezirksräte

Vorlage - 3157/00  

Betreff: Bebauungsplan "Rautheim-Südwest", RA 20 - Projekt "Einfach und selber bauen"
Entwurf des Auslobungstextes
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
Federführend:61 Fachbereich Stadtplanung und Umweltschutz   
Beratungsfolge:
Planungs- und Umweltausschuss
01.03.2000 
Planungs- und Umweltausschuss ungeändert beschlossen  (3157/00)  
Rat der Stadt Braunschweig
28.03.2000 
Rat ungeändert beschlossen  (3157/00)  
Ausschuss für Soziales und Gesundheit
02.03.2000 
Sozialausschuss ungeändert beschlossen  (3157/00)  
Verwaltungsausschuss
21.03.2000    Verwaltungsausschuss      

Sachverhalt
Anlage/n
Anlagen:
Scananlage 1
Scananlage 2
Scananlage 3
Scananlage 4
Scananlage 5
Scananlage 6

Stadt Braunschweig

 

Stadt Braunschweig

 

TOP

 

 

 

Der Oberstadtdirektor

Drucksache

Datum

Stadtplanungsamt

3157/00

21. Februar 2000

61.2-312/RA 20

 

 

 

 

Vorlage

 

Beratungsfolge

 

Sitzung

 

Beschluss

 

 

Tag

Ö

N

ange-nom-men

abge-lehnt

geän-dert

pas-siert

Planungsausschuss

Sozialausschuss

Wirtschaftsausschuss

Stadtbezirksrat 211  Südstadt-Rautheim

Verwaltungsausschuss

1. März 2000

2. März 2000

10. März 2000

14. März 2000

21. März 2000

X

X

X

X

 

 

 

X

 

 

 

 

Rat

28. März 2000

X

 

 

 

 

 

Beteiligte Ämter/Referate/

Institute

Beteiligung des Rechnungsprüfungsamtes

Anhörungsrecht

des Stadtbezirksrats

Vorlage erfolgt aufgrund Vorschlag/Anreg.d.StBzR

20,23,50

 

211

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ja

X

Nein

 

X

Ja

Nein

 

Ja

X

Nein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Überschrift, Beschlussvorschlag

 

 

 

Bebauungsplan "Rautheim-Südwest",               RA 20

Projekt "Einfach und selber bauen"

 

Entwurf des Auslobungstextes

 

 

 

"1.              Der Durchführung eines städtebaulichen Einladungs- und Realisierungswettbewerbes nach Maßgabe des dargelegten Auslobungstextes wird zugestimmt.

 

2.              Den vorgesehenen Konditionen für den Grundstücksverkauf wird zugestimmt."

 


Der Verwaltungsausschuss hat in seiner Sitzung am 27. April 1999 beschlossen, im nörd­lichen Bereich des Plangebietes Rautheim-Südwest Flächen für ein Projekt "Einfach und selber bauen" zur Verfügung zu stellen. Dies soll über einen eingeladenen Architekten-/Investorenwett­bewerb für Teilnehmergemeinschaften aus freischaffenden Architekten und Investoren realisiert werden.

 

Ziel des Projektes ist, sogenannten Schwellenhaushalten den Erwerb von selbst genutztem Wohn­eigentum zu ermöglichen. Hierbei soll fehlendes Eigenkapital durch verstärkten Ein­satz der eigenen Arbeitskraft unter Einschaltung eines fachlichen Betreuers ersetzt werden. Es wird ange­strebt, die Teilnehmer an dem Projekt „Einfach und selber bauen“ aus unter­schiedlichen Bevölke­rungs­gruppen zu gewinnen. Angesprochen werden auch die Bürger, die auf Grund günstigerer Grund­stückspreise zur Eigentumsbildung ins Umland abwandern. Daneben kann die organisierte gemein­schaftliche Eigenhilfe auch das Zusammengehörig­keitsgefühl in der Nachbarschaft fördern.

 

Nach den derzeitigen Förderprogrammen der Landesregierung ist lediglich eine öffentliche För­derung für kinderreiche Familien (mindestens drei Kinder) sowie von Schwerbehinderten mög­lich. Antragsteller müssen die Einkommensgrenzen nach § 25 . Wohnungsbaugesetz einhalten. Bei vergleichbaren Objekten der IBA Emscher-Park liegt die Einkommensgrenze der Baufamilien bei 85 % der o. g. Einkommensgrenze. Die Vorhaben wurden mit zinsgünsti­gen Darlehen des Landes gefördert. – Bei einem vergleichbaren Finanzierungsbeispiel, z. B. mit einem Landesdarlehen in der Höhe von ca. 110.000,00 DM (0,5 % Bearbeitungsgebühr, 1 % Tilgung) –. Dadurch wurde die Belastung der Baufamilien warm auf ca. 1.120,00 DM pro Monat reduziert. Da im städtischen Haushalt Mittel für eine Förderung des Projektes nicht bereit gestellt werden können, wird die Einkommensgrenze nach § 25 . Wohnungsbauge­setz zu Grunde gelegt und eine Finanzierung ohne Darlehen bzw. Zuschüsse kann nachge­wiesen werden. Ein Berechnungsbeispiel ist dieser Vorlage als Anlage 2 beigefügt.

 

Im Zusammenhang mit der Auslobung ist verbindlich über die Bedingungen des Grundstücksverkaufs zu entscheiden, damit die Teilnehmer am Wettbewerb in die Lage versetzt werden, eine realistische Kostenkalkulation vorzunehmen. Obwohl von dem zur Verfügung stehenden Grundstück mit einer Größe von rd. 1,86 ha (s. Anlage 2 der Wettbewerbsauslobung) für das Projekt mit einer empfohlenen Anzahl von max. 30 Wohneinheiten nur eine Teilfläche von 0,8 ha benötigt wird, soll mit dem Wettbewerb über die Vergabe der gesamten Grundstücksfläche entschieden werden, um so die Attraktivität des Projektes für die Wettbewerbsteilnehmer zu erhöhen.

 

Deshalb soll das gesamte Grundstück zunächst dem Sieger des Wettbewerbs mit dem "Recht des ersten Zugriffs" zum Ankauf angeboten werden, wobei die für das Projekt "Einfach und selber bauen" benötigte Teilfläche zum ermäßigten Preis von 200,-- DM/m² und die Restfläche zum festgelegten Verkaufspreis für Reihenhausgrundstücke (250,--DM/m²) veräußert werden soll. Für die gesamte Fläche soll ebenfalls eine Kinderermäßigung, wie sie für das Baugebiet "Rautheim-Südwest" vom Verwaltungsausschuss festgelegt wurde, auf den Verkaufspreis angerechnet werden. Der Verkauf soll ferner mit den grundbuchrechtlich abgesicherten Verpflichtungen erfolgen, dass

  1. eine Weiterveräußerung zu einem höheren Grundstückspreis in den nächsten zehn Jahren nicht zugelassen wird
  2. die Kinderermäßigung bei einem Weiterverkauf seitens der Baufamilie in den nächsten zehn Jahren an die Stadt zurückzuzahlen ist und
  3. mit dem Bau innerhalb einer angemessenen Frist begonnen werden muss und innerhalb der Projektfläche nur die im Wettbewerb dargestellten Entwürfe realisiert werden.

 

Das gesamte Grundstück soll zunächst dem Sieger des Wettbewerbs mit dem "Recht des ersten Zugriffs" zum Ankauf angeboten werden, wobei die für das Projekt "Einfach und sel­ber bauen" benötigte Teilfläche abweichend vom Verkehrswert zum Preis von 200,00 DM/m² veräußert werden soll. Der Verkauf soll ferner mit einem Wiederkaufs­recht in Form einer Rückauf­lassungsvormerkung zu Gunsten der Stadt verbunden werden, falls der Investor nicht innerhalb angemessener Fristen den Bau seiner Entwürfe begonnen und reali­siert hat.

 

Vorbereitung und Durchführung des Projektes könnten in den folgenden Zeitabläufen er­folgen:

 

Vorinformation Öffentlichkeitsarbeit:               Bis               Juli 2000.

Auslobung des Wettbewerbes:                             August/September 2000.

Preisgerichtssitzung:                             Januar 2001.

Auswahl der Baufamilien:               Bis               Februar 2001.

Ausplanung des Projektes und              

Bauanträge:               Bis               Mai/Juni 2001.

Baubeginn:                             ca. Juli 2001.

Bezug:               Ab               Juli 2002.

 

Die Verwaltung schlägt vor, der Durchführung des Wettbewerbs und dem Verkauf der Grundstücksfläche zu den dargestellten Konditionen zuzustimmen.

 

I. V.

 

 

 

Jaenicke

 

 

Anlagen:

1. Entwurf der Auslobung (einschl. Anlagen 1 bis 4)

2. Finanzierungsbeispiel


 

 

 

 

 

 

 

 

 


TEIL A.               ALLGEMEINE                 WETTBEWERBSBEDINGUNGEN             

 

A 1                             ANWENDUNG DER GRW             

A 2                            DIE AUSLOBERIN             

A 3                            ANLASS UND ZWECK DES

                            WETTBEWERBS             

A 4                            WETTBEWERBSART, TEILNEHMER,                VERFAHREN             

A 5                            WETTBEWERBSUNTERLAGEN             

A 6                            WETTBEWERBSLEISTUNGEN             

A 7                            RÜCKFRAGEN UND KOLLOQUIUM             

A 8                            KENNZEICHNUNG UND EINLIEFERUNG
              DER  WETTBEWERBSARBEITEN,
              EVRFASSERERKLÄRUNG             

A 9                            PREISGERICHT UND VORPRÜFER             

A 10              BEURTEILUNGSKRITERIEN             

A 11              PREISE UND BEARBEITUNGS-

                            HONORARE             

A 12              WEITERE BEARBEITUNG             

A 13              EIGENTUM UND URHEBERRECHT             

A 14              BEKANNTGABE DER                WETTBEWERBSERGEBNISSE             

A 15              RÜCKSENDUNG DER                WETTBEWERBSARBEITEN             

A 16              VERFAHRENSEINLEITUNG             

A 17              TERMINÜBERSICHT             

 

TEIL B.              ERLÄUTERUNG DER                WETTBEWERBSAUFGABE             

 

B 18              ANLASS UND ZIEL DES

                            WETTBEWERBS             

B 19              RAHMENBEDINGUNGEN             

B 20              DAS SIEDLUNGSKONZEPT             

B 21              DAS WOHNUNGSBAUKONZEPT             

B 22              DER GEBÄUDEENTWURF             

 

TEIL C.              ART UND UMFANG DER BETREUUNG
              DER BAUFAMILIEN DURCH DEN                  INVESTOR, BEGLEITUNG DURCH DIE                 STADT BRAUNSCHWEIG             


Teil A.               Allgemeine                             Wettbewerbsbedingungen

A 1               Anwendung der GRW             

Der Durchführung des Wettbewerbs liegen die GRW 1995 zugrunde. Das Wettbewerbsverfahren orientiert sich am Anhang zu den GRW 1995 (dort als „Investorenwettbewerb“ bezeichnet)
Die Anwendung und Anerkennung der Grundsätze und Richtlinien für Wettbewerbe (GRW) ist für Auslober und Teilnehmer sowie alle übrigen Beteiligten verbindlich, soweit diese Auslobung nicht ausdrücklich davon abweicht. An der Vorbereitung dieses Wettbewerbs hat der Wettbewerbs-ausschuß der Architektenkammer des Landes Nieder-sachsen beratend mitgewirkt.
Die Auslobung wurde dort unter der Nummer ... registriert und von der Ausloberin vorschriftsmäßig bekanntgemacht.

A 2              Die Ausloberin

Ausloberin ist die Stadt Braunschweig, vertreten durch den Oberstadtdirektor
Die Betreuung und Vorprüfung erfolgt durch:
pgh projektgruppe holz
Adel, Chmiel, Meißner, Noll, Zawieja
Damm 20/21
38100 Braunschweig
Telefon: (0531) 2404972
Telefax: (0531) 2404973
Verantwortlich für den Inhalt:
Dipl.-Ing. Wolfgang Chmiel, Architekt

A 3              Anlass und Zweck des Wettbewerbs

Im Rahmen eines Architekten/Investorenwettbewerbs beabsichtigt die Stadt Braunschweig ein Grundstück im Norden des Neubaugebietes Rautheim-Südwest einem Investor zu veräußern mit der Auflage, dort innerhalb von 2 Jahren eine Wohnsiedlung zu errichten. Es sollen dort Einfamilienhäuser in verdichteter Bauweise entstehen. Darunter sollen auf einer Teilfläche ca. 20-30 Wohneinheiten unter den Bedingungen von „Einfach und selber bauen/Gruppenselbsthilfe“ nach dem Vorbild der IBA Emscher-Park erstellt und an Familien verkauft werden, die den Kriterien gemäß Teil B der Auslobung entsprechen.
Ausführliche Angaben über die Wettbewerbsaufgabe, den Grundstückspreis und die Nebenkosten, erforderliche Erschließungsmaßnahmen und Auflagen, beabsichtigte Sicherungen für die Realisierung der Baumaßnahme sowie Bedingungen, die von den Entwürfen zu erfüllen sind, sind in Teil B der Auslobung enthalten.

 

 

 

 

 

A 4              Wettbewerbsart, Teilnehmer,               Verfahren             

4.1              Wettbewerbsart, Teilnehmer

Das Verfahren wird als einphasiger Architeken/Investoren-wettbewerb für Teilnehmergemeinschaften aus freischaffen-den Architekten  und Investoren abweichend von der Rege-lung „Investorenwettbewerb“ gemäß GRW Teil 2 in Form eines einphasigen Einladungswettbewerbs ausgelobt. Das Verfahren ist anonym. Für die Bearbeitung des Wettbewerbs wurden folgende 4 Teilnehmergemeinschaften eingeladen (Architekten werden von den Investoren ausgewählt):
N.N., freieschaffende(r) Architekt(in) mit Baugenossenschaft „Wiederaufbau“ e.G., Kreuzstr. 95, Braunschweig
N.N., freischaffende(r) Architekt(in) mit Dfh-Siedlungsbau GmbH Worms, Weckerlingplatz 2-4, 67547 Worms
N.N., freischaffende(r) Architekt(in) mit Nibelungen-Wohn-bau-GmbH Braunschweig, Freyastr. 10, 38106 Braun-schweig
N.N. mit N.N. (freischaffende(r) Architek(in) mit NILEG, Niedersächsische Gesellschaft für Landesentwicklung und Wohnungsbau mbH, Walter-Gieseking-Str. 6, 30159 Hanno-ver)

 

4.2              Verfahren

Die Stadt Braunschweig als Grundstückseigentümerin wird die in Anlage 2 gekennzeichnete Fläche zunächst dem Investor einer Teilnehmergemeinschaft, deren Entwurf vom Preisgericht mit dem 1. Preis ausgezeichnet wurde, zum Ankauf anbieten. Angaben zur Höhe des Kaufpreises siehe unter B 19.2.
Die Teilnehmer der Teilnehmergemeinschaft müssen durch einen Vertrag miteinander verbunden sein, in dem sichergestellt ist, daß der Investor, sofern das Bauvorhaben der mit dem 1. Preis ausgezeichneten Arbeit realisiert wird, das Bauvorhaben wie in den Plänen und Beschreibungen dargestellt unter vollständiger Wahrung des Urheberrechts realisieren wird, oder daß er, um die Qualität des Wettbewerbsentwurfs in der Realisierung zu sichern, aus freier Überzeugung den Architekten mit den weiteren Planungsleistungen, mindestens mit den Leistungsphasen 2 - 5, § 15 HOAI, beauftragen wird.
Jede Teilnehmergemeinschaft darf nur eine Wettbewerbs-arbeit abgeben. Die Teilnahme an verschiedenen Teilneh-mergemeinschaften ist nicht zulässig.
Die Korrespondenz sowie die Unterlagen sind in deutscher Sprache abzufassen bzw. zu beschriften.

A 5              Wettbewerbsunterlagen

Die Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen ist befristet bis zum ....
Den Teilnehmern werden ab ... folgende Unterlagen zur Verfügung gestellt:
a)              Auslobungsunterlagen mit der Beschreibung der               Wettbewerbsaufgabe
b)              Übersichtsplan
c)              Bebauungsplan RA 20, Rautheim-Südwest 1:1000               einschl. textlicher Festsetzungen (Begründung)
d)              Plan Nutzungsbeispiel zum Bebauungsplan 1:1000               (Bebauungsentwurf)
e)              (Auszug aus Gutachten über Baugrunduntersu-              chungen)
f)              Lageplan 1:500 mit der Darstellung des Wettbe-              werbsgrundstücks
g)              Formblätter für Berechnungen
h)              Formblatt für Baubeschreibung nach DIN 277

A 6              Wettbewerbsleistungen

Von den Teilnehmern werden folgende Leistungen verlangt:
a) Städtebauliche Konzeption im Lageplan 1:500 mit der zusammenfassenden Darstellung von räumlichem Konzept (baulich-räumliche Grundstruktur, Darstellung der Mindest-geschoßzahlen und der Dachformen, Nutzungskonzept, Lage der Selbstbausiedlung), Freiflächenkonzept und Ver-kehrskonzept (Erschließung durch den fahrenden und ruhenden Verkehr sowie für Fußgänger und Radfahrer).
b) Erläuterungsblatt in frei zu wählender Darstellung zum städtebaulichen und gestalterischen Konzept, zu Freiflä-chen, ökologischen Anforderungen, Bauabschnitten, Wohn-formen, Grundüberlegungen zu besonderen Gestaltungs-ansätzen u. a.
c) Ausschnitt im Maßstab 1:200 der Selbstbausiedlung mit Aussagen zur Gestaltung des öffentlichen, gemeinschaft-lichen und privaten Raumes (Wohnumfeldgestaltung)
d) Darstellung von 2 Wohnungstypen der Selbstbausied­lung (80-90 qm Wohnfläche für 3-4 Personen und 100-110 qm Wohnfläche für 5-6 Personen) einschließlich Ausbauvari-anten ggf. in 2 verschiedenen Gebäudetypen in Grundrissen, Schnitten und den wesentlichen Ansichten, Darstellungsmaßstab  M 1:200, auf 1:100 vergrößert
e) Fassadendetail mit allen Deckenanschlüssen und einem Fenster im Anschnitt zum Nachweis der Selbstbaueignung im Maßstab 1:20
f) Berechnung der Wohnflächen, der Bruttogeschoßfläche, GFZ, GRZ
g) Baubeschreibung insb. zum Nachweis der Selbstbau-eignung und der Standards (auf geliefertem Formblatt)
h) Erläuterungsbericht auf max. 2 Seiten A 4
i) Verfassererklärung in einem verschlossenen Umschlag
(Eine Kostenschätzung ist nicht Teil der Leistungen, soll aber nach Abschluß des Verfahrens vom 1. Preisträger zur Qualitätssicherung beigebracht werden.)


A 7              RÜCKFRAGEN UND KOLLOQUIUM

Schriftliche Rückfragen zur Auslobung können bis zum ..... an die Ausloberin gerichtet werden. Zur Beantwortung von Rückfragen und weiterer Information wird am ..... ein Kolloquium in ..... unter Beteiligung der Wettbewerbsteilneh-mer und Mitgliedern des Preisgerichts durchgeführt. Das Protokoll wird allen Teilnehmern und dem Landeswett-bewerbsausschuß innerhalb von 14 Tagen zugestellt. Es wird Bestandteil der Auslobung.

A 8              Kennzeichnung und EINLIEFERUNG DER               WETTBEWERBSARBEITEN,               VERFASSERERKLÄRUNG

8.1              Einlieferung

Die Wettbewerbsarbeiten sind bis spätestens Montag, den ....., 16 Uhr unter dem Stichwort „Wettbewerb Rautheim-Südwest“ bei

pgh projektgruppe holz
c/o Bürogemeinschaft Damm
Damm 20/21
38100 Braunschweig

abzuliefern oder an die selbe Postadresse aufzugeben.
Als Zeitpunkt der Ablieferung gilt im Falle der Einlieferung bei der Post, Bahn oder anderen Zustelldiensten der Tagesstempel, unabhängig von der Uhrzeit, bei Ablieferung bei anderen Transportunternehmen oder bei der vom Auslober bestimmten Adresse der auf der Empfangs-bestätigung vermerkte Zeitpunkt. Rechtzeitig bei Post oder Bahn oder anderen geeigneten Beförderungsmitteln eingelieferte Wettbewerbsarbeiten, die später als 14 Tage nach dem Einlieferungstermin eintreffen, werden zur Beurteilung zunächst nicht zugelassen. Die endgültige Entscheidung darüber trifft das Preisgericht. Zur Wahrung der Anonymität ist als Absender die Anschrift des Empfängers einzusetzen.

 

8.2              Kennzeichnung

Die Wettbewerbsarbeit ist in allen Teilen in der rechten oberen Ecke mit einer sechsstelligen Kennzahl von 1 cm Höhe und 6 cm Breite aus arabischen Ziffern zu versehen.

 

8.3              Verfassererklärung

Die Verfassererklärung ist gemeinsam von den Architekten (Entwurfsverfassern) und Investoren zu unterzeichnen.
Die Verfassererklärung ist in einem mit gleicher Kennzahl versehenen, verschlossenen und undurchsichtigen Umschlag einzureichen. Die unter Verwendung des beige-fügten Formblattes abzugebende Erklärung hat folgende Angaben zu umfassen:
- Anschrift der Teilnehmer (Architekt/In) sowie beteiligter Mitarbeiter und hinzugezogener Sachverständiger (Fach-planer)
- bei Teilnahme von Partnerschaften/Arbeitsgemeinschaften ergänzend: bevollmächtigter Vertreter und Verfasser der Arbeit.
Die Verfassererklärung ist vom Teilnehmer zu unterzeichnen, bei Partnerschaften, Arbeitsgemeinschaften und juristischen Personen zumindest durch den bevoll-mächtigten Vertreter. Durch die Unterschrift wird zugleich die Versicherung des Inhalts nach 5.2 Abs. 2 und 3 GRW abgegeben.
In der Verfassererklärung ist vom Investor zu erklären,
- daß er das Grundstück unter den genannten Bedingungen und zu dem genannten Preis erwerben wird,
- daß er das Bauvorhaben wie in den Plänen und Be-schreibungen dargestellt innerhalb von 2 Jahren realisieren wird,
- daß er, sofern das Bauvorhaben der mit dem 1. Preis ausgezeichneten Arbeit realisiert wird, das Bauvorhaben wie in den Plänen und Beschreibungen dargestellt unter vollständiger Wahrung des Urheberrechts realisieren wird, oder daß er, um die Qualität des Wettbewerbsentwurfs in der Realisierung zu sichern, aus freier Überzeugung den Architekten mit den weiteren Planungsleistungen, minde-stens mit den Leistungsphasen 2 - 5, § 15 HOAI beauftragen wird,
- daß er die Häuser/Wohnungen zu den in Teil B der Auslo-bung genannten Bedingungen und Kosten erstellen und veräußern wird,
- daß er innerhalb von 4 Wochen nach Abschluß des Verfahrens eine selbstschuldnerische Bürgschaft einer deutschen Großbank in Höhe der Grundstückskosten beibringen wird, die der Sicherung aller Erklärungen des Investors dient und bis zum Weiterverkauf der fertig-gestellten Gebäude befristet ist.

A 9              Preisgericht und Vorprüfer

9.1              Preisgericht             

Die Wettbewerbsarbeiten werden durch ein Preisgericht beurteilt, dem angehören:
FACHPREISRICHTER(INNEN):
Dipl.-Ing. N.N., Freischaffende Architektin, 3 PASS Architekt/innen, Köln
Prof. Dipl.-Ing. Hübner; Architekt, Neckartenzlingen
Prof. Dipl.-Ing. Per Krusche, Architekt und Stadtplaner, Braunschweig
Dipl.-Ing. Michael Künzel, Planungsamt Braunschweig (Stell-vertretender Amtsleiter)
Dipl.-Ing. Iris Neitmann, Freischaffende Architektin, Ham-burg
STELLV. FACHPREISRICHTER(INNEN):
N.N., Baudezernat Stadt Braunschweig
N.N. Stadtplaner (von Prof. Krusche zu benennen)
N.N., Freischaffende Architektin (von Frau Neitmann zu be-nennen)

SACHPREISRICHTER(INNEN):
N.N., CDU-Fraktion
N.N., SPD-Fraktion
N.N., Fraktion B 90/Grüne
N.N., FDP-Fraktion
STELLV. SACHPREISRICHTER(INNEN):
N.N., CDU-Fraktion
N.N., SPD-Fraktion
N.N., Fraktion B 90/Grüne
N.N., FDP-Fraktion

 

9.2              Vorprüfung

Die Vorprüfung wird durchgeführt von
pgh projektgruppe holz
Adel, Chmiel, Meißner, Noll, Zawieja
Damm 20/21
38100 Braunschweig

A 10              Beurteilungskriterien

Das Preisgericht wird sein Urteil maßgeblich aus der Qualität aller Wettbewerbsarbeiten bilden. Der Entscheidung dienen insbesondere folgende Beurteilungskriterien:
FORMALLEISTUNGEN:
Leistungs- und Programmerfüllung
STÄDTEBAU:
Klarheit des städtebaulichen Konzepts
Einfügung in das Stadtbild
Gestalt- und Nutzungsqualität der öffentlichen, gemein-schaftsbildenden und privaten Außenräume (Kinderfreund-lichkeit)
Gliederung der Bebauung
Richtigkeit der Bebauungsweisen und Gebäudetypologien
Funktionalität der Erschließung und des ruhenden Verkehrs
Einhaltung der B-Plan-Festsetzungen (Nichteinhaltung muß konzeptionell begründet sein)
GEBÄUDE:
Wohnqualität der Häuser und Wohnungen unter Berücksichtigung des flächen- und kostensparenden Bauens
Gestaltqualität
Erweiterungs- bzw. Veränderungsmöglichkeiten
Selbstbaueignung
Einhaltung der Flächenobergrenzen des öffentl. geförderten Wohnungsbaus
Dauerhaftigkeit und Langlebigkeit der Materialien und Kon-struktionen
Einschätzung der Unterhalts- und Betriebskosten, Energieef-fizienz

A 11              Preise und Bearbeitungshonorare

Es steht eine Wettbewerbssumme von 70.000,-- DM zur Verfügung. Nach Abgabe der unter A 6 genannten Wettbe-werbsleistungen erhält jeder der 4 Teilnehmergemein-schaften ein Bearbeitungshonorar von 8.750,--DM. Zusätz-lich zum Bearbeitungshonorar wird eine Preissumme für die bearbeitenden Architekten ausgelobt, die wie folgt aufgeteilt wird:

1. Preis: 17.500,--DM
2. Preis: 10.500,--DM
3. Preis:   7.000,--DM
Dem Preisgericht bleibt bei einstimmigem Beschluß eine andere Verteilung der Preise vorbehalten.
Die Umsatzsteuer ist in den genannten Beträgen enthalten.

A 12              Weitere Bearbeitung

Der Auslober wird das Grundstück zunächst dem Investor einer Teilnehmergemeinschaft, deren Entwurf mit dem 1. Preis ausgezeichnet wurde zum Ankauf anbieten.
Die Überlassung des Grundstücks an den Bauherrn erfolgt unter der Voraussetzung, dass die zur Ausführung vorgesehene preisgekrönte Wettbewerbsarbeit unter vollständiger Wahrung des dem Verfasser (Architekten) zustehenden Urheberrechts realisiert wird.
Zur Absicherung des Auslobungszieles ist im Grundstücksüberlassungsvertrag ein Wiederkaufsrecht zugunsten der Stadt Braunschweig für den Fall zu vereinbaren, dass der prämierte Entwurf nicht innerhalb einer angemessenen Frist realisiert wird.

A 13              EIGENTUM UND URHEBERRECHT

Die Unterlagen der mit Preisen ausgezeichneten Arbeiten werden Eigentum des Auslobers. Die Nutzung von Arbeiten durch den Auslober ist nicht ausgeschlossen.

A 14              Bekanntgabe der               Wettbewerbsergebnisse

Die Ausloberin teilt das Ergebnis des Wettbewerbs unter dem Vorbehalt der Prüfung der Teilnahmeberechtigung den Teilnehmern und dem Landeswettbewerbsausschuß durch Zusendung der Niederschrift über die Preisgerichtssitzung unverzüglich mit und macht es der Öffentlichkeit sobald als möglich bekannt. Alle Wettbewerbsarbeiten werden gemäß den Anforderungen Nr. 6.3 Satz 2 GRW mindestens eine Woche öffentlich ausgestellt. Der Ort der Ausstellung wird den Verfahrensbeteiligten, dem Landeswettbewerbsaus-schuß sowie der örtlichen Presse und den Fachzeitschriften rechtzeitig bekanntgegeben.
Die Wettbewerbsteilnehmer können Verstöße gegen das in der Auslobung festgesetzte Verfahren oder das Preisge-richtsverfahren gegenüber der Ausloberin rügen. Einsprüche gegen die vom Preisgericht beschlossene Rangfolge der Wettbewerbsarbeiten sind nicht möglich.
Die Rüge muß innerhalb von 10 Tagen nach Zugang des Protokolls über die Preisgerichtssitzung beim Auslober eingehen. Ist zum Zeitpunkt des Zugsangs des Protokolls die Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten noch nicht eröffnet worden, so beginnt die Frist erst mit dem Tag der Eröffnung der Ausstellung.

A 15              RÜCKSENDUNG DER               WETTBEWERBSARBEITEN

Die Rücksendung der Wettbewerbsarbeiten erfolgt kostenlos nach Schluß der Ausstellung, sofern sie nicht in das Eigentum des Auslobers übergegangen oder innerhalb von zwei Wochen nach Schluß der Ausstellung abgeholt worden sind.
Die Ausloberin haftet bei Beschädigung und Verlust von Wettbewerbsarbeiten auf Kostenersatz für Ausbesserung oder Wiederbeschaffung, sofern sie diejenige Sorgfalt außer acht gelassen hat, die sie in eigenen Angelegenheiten anzuwenden pflegt.

A16              VERFAHRENSEINLEITUNG

Der Wettbewerb wird ab der 9. KW 2000 entsprechend GRW bekanntgemacht.

A 17              Terminübersicht

Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen: 9. KW (Ende Februar 2000)
Einsendeschluß für schriftliche Rückfragen: 11. KW (Mitte März 2000)
Kolloquium: 13. KW (End März 2000)             
Abgabe der Wettbewerbsarbeiten bis 20. KW (Mitte Mai 2000)
Preisgericht: 23. KW (Anfang Juni 2000)
 
Diese Auslobung wurde aufgestellt im ..... 1999 in Braun-schweig
Die Ausloberin:
Stadt Braunschweig vertreten durch den Oberstadtdirektor
Für das Betreuungsbüro:
pgh projektgruppe holz
Dipl.-Ing. Hans-Joachim Meißner, Architekt
 
Dank an die Stadt Herten für die Beratung bei der Aufgaben-beschreibung (Teil B)


Teil B.              Erläuterung der               wettbewerbsaufgabe

B 18              AnlaSS und Ziel des Wettbewerbs

Die Stadt Braunschweig möchte den Anteil ihrer Bürger, die Wohneigentum besitzen, erhöhen und besonders jungen und kinderreichen Familien mit geringem Einkommen die Wohnform Haus mit Garten ermöglichen. Im Rahmen eines Entwurfs für ein Grundstück im Neubaugebiet „Rautheim-Südwest“ werden für einen Teilbereich in der Größen-ordnung von 20-30 Wohneinheiten Lösungen im Sinne von „Einfach und selber bauen/Gruppenselbsthilfe“ nach den Vorbildern der IBA Emscher Park gesucht.
Es geht darum, den städtebaulichen Rahmenbedingungen gemäß eine Siedlung zu entwerfen, die sich mit ihrem homogenen Erscheinungsbild selbstbewußt darstellt, den Qualitätsanliegen des verdichteten, ökologischen Bauens genügt und das Angebot gebrauchsorientierter Architektur und nachbarschaftsorientierter Wohnformen macht.
Kernstück dieser Siedlungsmaßnahme soll aber die Förderung von Selbsthilfeleistungen der Baufamilien in der Form der „Muskelhypothek“ zur Reduzierung der Finan-zierungskosten sein. Dies zielt ab auf die spätere Selbsthil-feeignung von Konstruktion und Ausbau, auf die Koordina-tion der Selbsthilfe vor Ort und hierzu entsprechende technische und organisatorische Rahmenbedingungen der Projektdurchführung. In Zeiten geringen Wachstums scheint damit ein Weg gefunden zu sein, eine neue Klientel von Baufamilien (eben Geringerverdienende, i.d.R. Sozialmieter) dem Markt zuzuführen, die sonst nicht selber bauen würden.
Ein weiterer Akzent soll beim kinderfreundlichen Wohnen und der kindgerechten Siedlung liegen.

B 19              Rahmenbedingungen

19.1              Das Grundstück

Das 1,86 ha große Grundstück in dem durch B-Plan planungsrechtlich gesicherten Neubaugebiet Rautheim-Südwest grenzt südlich an die bebaute Ortslage Rautheim. Das Grundstück hat auf Grund seiner Position zwischen der Vorbehaltsfläche für die Stadtbahn im Norden und der geplanten neuen Kreisstraße K 43 im Süden eine von den sonstigen Wohnbauflächen abgesetzte Lage. Im Westen grenzt das Grundstück an eine öffentliche Grünzone, die das Neubaugebiet durchziehen wird. Ein öffentlicher Spielplatz ist an dieser Stelle geplant. Das Grundstück quert eine Leitungstrasse, die konzeptabhängig auch als Wegefläche genutzt werden kann.

 

19.2              Der Grundstückspreis

Der Verkaufspreis für die zum Projekt „Einfach und selber bauen“ gehörende Grundstücksteilfläche beläuft sich abweichend vom Verkehrswert auf 200,-- DM/qm. (Bei einer an der IBA Emscher Park orientierten, durchschnittlichen Grundstücksgröße incl. Anteil Gemeinschaftsfläche von 200qm bis 250qm ergibt sich bei 20 bis 30 Wohneinheiten eine Größe der Teilfläche von 4.000 - 7.500qm.)
Es wird die nicht zum Projekt „Einfach und selber bauen“ gehörende Teilfläche zum festgelegten Verkaufspreis für Reihenhausgrundstücke (250,-- DM/qm) im Neubaugebiet „Rautheim-Südwest“ angeboten.
Ferner soll wie auch in anderen von der Stadt vermarkteten Wohnbaugebieten den Baufamilien ein Rabatt in Höhe von 10,--DM/qm für jedes minderjährige und im Haushalt lebende Kind - maximal 30.000,--DM - gewährt werden. Für diese Fälle wird die Stadt im Kaufvertrag eine entsprechende Kaufpreisrückerstattung zusichern.

 

19.3              Förderbedingungen

Das Bauvorhaben „Einfach und selber bauen/Gruppen-selbsthilfe“ ist auf solche Baufamilien zugeschnitten, die die Bedingungen des öffentlich geförderten Mietwohnungsbaus erfüllen.
Die Belastung der Baufamilien durch Finanzierungs- und Nebenkosten sollte nicht höher sein als die Miete und die dazugehörigen Mietnebenkosten einer Neubauwohnung.
Für kinderreiche Baufamilien stehen folgende öffentliche Fördermittel des Landes Niedersachsen zum Neubau von eigengenutzten Eigentumsmaßnahmen zur Verfügung:
„Bei einer Neubaumaßnahme erhalten (die Baufamilien) eine Eigenheimzulage nach dem Eigenheimzulagengesetz, die (...) zur Tilgung der Förderdarlehen zur Verfügung steht. (...) Es wird ein zinsloses Baudarlehen zur Vorfinanzierung der Eigenheimzulage (Baudarlehen 1) und ggf. ein weiteres zunächst zinsloses Baudarlehen in Abhängigkeit von der Anzahl und dem Alter der zum Haushalt gehörenden Kinder (Baudarlehen 2) gewährt:

 

 
Baudarlehen 1
bis zu DM
Baudarlehen 2
bis zu DM
Für Familien mit
 
 
3 und mehr Kindern
(wenn 2 Kinder noch nicht 15 Jahre alt sind)
80.000,--
--
4 Kinder
(wenn 3 Kinder noch nicht 15 Jahre alt sind)
80.000,--
40.000,--
5 und mehr Kinder
(wenn 3 Kinder noch nicht 15 Jahre alt sind)
80.000,--
60.000,--
(...)

 

Welche Konditionen gelten?
Zinsen:
Ab 11. Jahr bleibt eine Zinsanhebung vorbehalten
Bearbeitungsgebühr:
0%

0,5%
Tilgung:
Baudarlehen 1:

Baudarlehen 2:
 

1. - 8. Jahr
9. - 10. Jahr
1. - 10. Jahr
ab 11. Jahr

12%
2%
0%
2%
(...).“
Gefördert wird u. a. unter folgender Voraussetzung (Stand 7/99): „Die Eigenleistung wie z. B. Bargeld, Guthaben, Sach- und Arbeitsleistungen sollen 15% der Gesamtkosten bzw. des Kaufpreises betragen. (...)“ (weitere Fördervoraus-setzungen siehe Anlage 3 „Eigentumsförderung in Nieder-sachsen für kinderreiche Familien“, Hg.: Niedersächsische Landestreuhandstelle für das Wohnungswesen; hieraus wurde oben zitiert)
„Zur Abfederung des Belastungssprungs wird nach Wegfall der Eigenheimzulage ein Aufwendungsdarlehen von insgesamt 26.400,--DM gewährt, das in einem Zeitraum von zehn Jahren ausgezahlt wird. Der Auszahlungsbetrag beträgt im ersten Jahr 4.800,--DM; dieser Betrag verringert sich in jedem weiteren Jahr der Förderung um 480,--DM jährlich. Das Aufwendungsdarlehen wird für zehn Jahre zins- und tilgungsfrei gewährt; danach ist es mit 5% p. a. zu verzinsen und mit 3% p. a. zuzüglich ersparter Zinsen zu tilgen. (...)“ (Ratgeber Wohnungsbauförderung in Niedersachsen, Hg.: Niedersächsisches Ministerium für Frauen, Arbeit und Soziales, 7/99)

B 20              Das Siedlungskonzept

20.1              Kinderfreundliche Siedlung

Kinder werden das Leben in der Siedlung entscheidend prägen. Gerade Kinder verbringen die meiste Zeit in der Siedlung und stellen damit besondere Anforderungen an die Gebrauchsfähigkeit von Wohnung und Umfeld. Schließlich entwickeln sich häufig über Kinder neue nachbarschaftliche Kontakte in der Siedlung. Unter dem Gesichtspunkt „Kinderfreundliche Siedlung“ sollen beim Freiraum, bei den Gebäuden und Grundrissen qualitätvolle Lösungen entwickelt werden.
(Spielbereiche für Kinder bis sechs Jahre: hausnah, bis 100 m; Öffentliche Spielplätze bis zwölf Jahre: bis ca. 300 m von der Wohnung)

 

20.2              Siedlungsmitte

Kostensparendes Bauen für Baufamilien mit geringem Einkommen führt i. d. R. zu optimierten/minimierten Grundrissen. Um die Attraktivität solchen Wohnens zu steigern ohne daß die Kosten erheblich steigen, soll überlegt werden, in welcher Weise Wohnergänzungseinrichtungen (z. B. Gästezimmer) und Gemeinschaftsräume eingeplant werden müssen. Der Charakter dieser Einrichtungen als sozialer Mittelpunkt soll beim Entwurf berücksichtigt werden.

 

20.3               Freiraumkonzept, Ruhender Verkehr, Erschlie-              ßung

Die Siedlung soll sich als „Gartensiedlung“ mit geringen Anteilen versiegelter Flächen und möglichst naturnah gestalteten Grün- und Gartenbereichen darstellen. Im Teilbereich „Einfach und selber bauen“ ist die Wohnform des Hauses mit Garten in einer städtebaulichen Dichte zu realisieren, die dem klassischen Geschossmietwohnungs-bau nahekommt. Dies auch deshalb, um die Grundstücks-preise in einer Größenordnung zu halten, die von der gewünschten Klientel der Baufamilien bezahlt werden kann.
Es sollen Vorschläge gemacht werden, wie das Nieder-schlagswasser von Dächern und Wegen offen abgeleitet werden kann. Das Regenwasser soll in kleinen Teichen gesammelt oder im Garten- und Freibereich gezielt versik-kern.
Im Bereich „Einfach und selber bauen“ soll der Ruhende Verkehr in Form von kleineren gestalteten und offenen Sammelstellplätzen untergebracht werden. Dabei ist von einem privaten Stellplatz pro Wohneinheit auszugehen (öffentliche Parkplätze: 1 für 5 WE). Für die Erschließung gelten im übrigen die Festsetzungen des Bebauungsplanes.

Im Osten des Grundstückes in Verlängerung der Straße ‚Zum Ackerberg‘ soll entlang der öffentlichen Straße auf dem Privatgrundstück eine Reihe Linden gepflanzt werden. Diese soll als Lindenallee nach Süden bis zum Friedhof außerhalb des Projektbereiches weitergeführt werden.

 

20.4              Versorgung

Die Versorgungsanschlüsse sollten möglichst gebündelt werden. Für den Bereich „Einfach und selber bauen“ ist die Möglichkeit zu überprüfen, eine kleinere Zentrale für Heizung und Warmwasserbereitung einzurichten und damit die individuellen Aufwendungen für die Haustechnik zu reduzieren. Eine dezentrale Nahwärmeversorgung sollte im Wettbewerbsgebiet vorgesehen werden. Fernwärmeversor-gung ist nicht geplant.

B 21              Das Wohnungsbaukonzept

Ausgangspunkt der Überlegungen zu einem Wohnungsbau-konzept für „Einfach und selber bauen/Gruppenselbsthilfe“ sollte sein, Grundrisse und Gebäudetypologien zu entwickeln, die mit geringen Wohnflächen ein hohes Maß an Gebrauchs- und Wohnqualität für unterschiedliche Haus-haltsstrukturen aufweisen. Als Orientierung für die Wohnungsgrößen sollten die Wohnflächenobergrenzen des öffentlich geförderten Mietwohnungsbaus gelten.
Das Wohnprogramm stellt sich wie folgt dar:
20 bis 30 Wohneinheiten unterschieden nach
3-4 Personen-Haushalte (  80-  90 qm Wohnfläche)
5-6 Personen-Haushalte (100-110 qm Wohnfläche)
Beim Wohnungsschlüssel ist von einem Viertel bis einem Drittel der Baufamilien mit drei oder mehr Kindern auszugehen.
Die Grundrißqualität wird sich von den klassischen Leitbildern der Familienwohnung lösen müssen. Gleich große, nutzungsneutrale Räume, das Angebot eines „Allraums“ oder einer Wohnküche, die das klassische Repräsentationszimmer durch einen mehrfach nutzbaren Raum ersetzen sowie eine möglichst enge Verbindung zwischen Innen- und Außenraum sollten die Wohnqualität prägen. Da aus ökologischen wie aus Kostengründen auf den Bau von unterirdischen Kellern verzichtet werden sollte, sind in der Gebäude- wie auch in der Siedlungskonzeption hinreichend Angebote für Kellerersatzräume und Neben-flächen vorzusehen.
Über Grundrißvarianten sollen die Möglichkeiten des An- und Ausbaus zur Wohnflächenerweiterung geprüft werden.
Um die Komplexität für die Beteiligten beim Selberbauen in Grenzen zu halten, wird empfohlen, die Anzahl der Gebäudetypen (z. B. Reihenhaus, Doppelhaus) gering zu halten. Allerdings sollte die städtebauliche Qualität des Entwurfs darunter nicht leiden.

B 22              Der Gebäudeentwurf

22.1              Selbsthilfeeignung der Konstruktion

Die verwendeten Konstruktionen wie Detaillösungen sollen möglichst einfach sein und sich damit auch zur Selbsthilfe unter Anleitung eignen. Die Umsetzung der Maßnahme ist in organisierter Gruppenselbsthilfe vorgesehen. Auch die Rohbauerstellung kann durch die Baufamilien selbst vorge-nommen werden.

 

22.2              Baustandards

Anhand der Entwürfe werden Konstruktion, technische Standards und Ausstattung der Gebäude im Detail daraufhin zu überprüfen sein, inwiefern vertretbare Standardredu-zierungen und Abweichungen von gängigen Ausführungen möglich sind, um deutliche Kostenreduzierungen zu erreichen. Hier sind zu wesentlichen technischen und konstruktiven Details und Ausstattungsstandards Alterna-tivvorschläge zu entwickeln.
Reduzierten Standards sollten aber auch deutliche Quali-tätsgewinne gegenüberstehen. Dies bezieht sich sowohl auf die Aspekte des Wohn- und Gebrauchswerts von Siedlung und Wohnumfeld als auch auf die Grundsätze des ressourcenschonenden Bauens.
Dies sind im einzelnen:
- Ein hoher baulicher Wärmeschutz und rationelle Energie-verwendung (Niedrigenergie-Hausstandard). Dies schließt elektrische Heizsysteme sowie Systeme elektrischer Warmwasserbereitung aus. Es setzt eine Gebäudeplanung voraus, die ein günstiges A/V-Verhältnis erreicht und passive Sonnenenergienutzung ermöglicht. Soll ein hoher Wärmeschutzstandard erreicht werden, erfordert das auch den Einbau von Wärmeschutzverglasung sowie höhere Dämmung im Außenwand-, Decken- und Bodenbereich.
- Erhöhter Schallschutz zur Nachbarwohnung; dies wird als wichtige Voraussetzung für ein soziales Zusammenleben in der Nachbarschaft angesehen.
- Maßnahmen der Trinkwassereinsparung sowie ein ökolo-gisch vernünftiger Umgang mit dem Regenwasser. Neben der Sammlung für die Gartenbewässerung sollte die Möglichkeit der Regenwassernutzung im haustechnischen Konzept überlegt werden.
- Auswahl der Baumaterialien und Konstruktionen im Hin-blick auf ihre ökologische Bilanz (Schadstoffe und Energie-verbrauch) bei Herstellung, Verarbeitung und Entsorgung. Im übrigen sind die Ökologischen Empfehlungen für den sozialen Wohnungsbau im Land Niedersachsen zu berücksichtigen (s. Anlage 4).

 

22.3              Baukosten

Bei den reinen Brutto-Bauwerkskosten für das Projekt „Einfach und selber bauen“ wird der Zielkorridor, orientiert an den Kostenbeispielen der IBA Emscher Park, bei 1600,--DM/qm bis 1900,--DM/qm Wohnfläche liegen müssen.

Teil C              Art und Umfang der Betreuung                             der Baufamilien durch den                                           Investor, Begleitung durch die                             Stadt Braunschweig

Der Teil C ist nicht Gegenstand der Auslobung. Er soll den interessierten Architekten und Investoren lediglich eine Orientierungshilfe sein.

 

1.               Höhe des Selbstbauanteils

Im Rahmen der organisierten Selbsthilfe können bis zu 35.000,-- DM durch Baufamilien erarbeitet werden. Grund-lage für die Kalkulation sind schlüsselfertige Unterneh-merpreise. Für die Leistungen sind im Mittel ca. 1.000 bis 1.500 Selbsthilfestunden erforderlich. Das Verhältnis der Selbstbaustellen zum örtlichen Handwerk ist positiv zu sehen.

 

2.               Ersterwerbermodell

Im Ersterwerbermodell erstellt der Träger auf eigene Rechnung und auf eigenes Risiko für feststehende Bewerber die Siedlung und veräußert die Häuser nach Fertigstellung an die Baufamilien, die durch Vorverträge von Beginn an in der Maßnahme mitwirken.

 

3.               Betreuungsmodell

Im Betreuungsmodell stehen die Baufamilien von Anfang an fest und ein Betreuer übernimmt die bautechnische, organisatorische und wirtschaftliche Betreuung im Namen und für Rechnung der Baufamilien. Die Kosten der wirtschaftlichen wie auch technischen Betreuung sind gesetzlich geregelt.

 

4.               Selbstverständnis des Dienstleisters

Bei den „Einfach und selber Bauen“ -Projekten werden i. d. R. keine Gewinn- und Risikozuschläge verrechnet, sondern es erfolgt eine Endabrechnung auf Grundlage der real entstandenen Kosten. Dies setzt ein entsprechendes Selbst-verständnis des Dienstleisters voraus.

 

5.               Technische Betreuung

Architektenplanung und planerische Betreuung in allen Phasen des Entwurfs, des Bauantrags und der Baudurch-führung
Selbsthilfeanleitung durch fachlich qualifizierte Bauhandwer-ker
Die Baustellenorganisation der Gruppenselbsthilfe mit Mate-rial- und Gerätebeschaffung im Namen und für Rechnung der Baufamilien

 

6.               Wirtschaftliche Betreuung

Schätzung und Kalkulation der Gesamtkosten
Aufstellen des Finanzierungsplanes
Ermittlung der Kapital- und Bewirtschaftungskosten bzw. der Belastungen
Stellung der Anträge zur Beschaffung der Fremdfinanzie-rungsmittel
Bearbeitung der Darlehnsverträge
Aufstellung eines Zahlungsplanes für die Eigen- und Fremd- mittel
Abruf der öffentlichen und privaten Finanzierungsmittel
Abwicklung des Rechnungs- und Zahlungsverkehrs
Führung der Buchhaltung für das Bauvorhaben
Überprüfung der Kostenrechnungen
Vertretung der Baufamilien gegenüber Behörden, Darle-hensgeber, Bauunternehmen, Architekten und Anderen
Vergabe von Bauleistungen im Namen und für Rechnungen der Baufamilien
Aufstellung der Schlussrechnung
Beratung und Abschluss der Bauwesen-, Bauherrenhaft-pflicht-, Gebäudehaftpflicht- und Feuerversicherung.

 

7.               Begleitung durch die Stadt Braunschweig

Werbung der Baufamilien in Zusammenarbeit mit dem Inve-stor/Träger:
Unterstützung des Investors/Trägers bei der wirtschaftlichen und organisatorischen Betreuung

 

 

 

 

Folgende Anlagen zu dieser Anlage sind Scananlagen:

 

Anlage 1:              Übersichtskarte

Anlage 2:              Lage des Projektbereiches innerhalb des Geltungsbereiches des Bebauungsplanes „Rautheim-Südwest“, RA 20

Anlage 3:              Merkblatt zur Eigentumsförderung in Niedersachsen für kinderreiche Familien (Seite 1)

Anlage 4:              Merkblatt zur Eigentumsförderung in Niedersachsen für kinderreiche Familien (Seite 2)

Anlage 5:              Ökologische Empfehlungen für den sozialen Wohnungsbau im Land Niedersachsen, RdErl. d. MFAS v. 24. März 1999 (Seite 1)

Anlage 6:              Ökologische Empfehlungen für den sozialen Wohnungsbau im Land Niedersachsen, RdErl. d. MFAS v. 24. März 1999 (Seite 2)


                            Anlage 2

                            Stand: 21. Februar 2000

Baugebiet Rautheim Südwest, RA 20,
Projekt ‚Einfach und selber bauen‘

Finanzierungsbeispiel

 

Familie mit 4 Personen davon 2 Kinder (Sozialhilfesatz zzgl. 25% = 2 155 DM/Monat)

 

Jahreseinkommen: Einkommensgrenze nach § 25 des II. WohnbauG: max. 49 400 DM/Jahr : 12 = 4 120 DM)

 

Reihenhaus 92,7 qm Wfl., Grundstück 200 qm incl. Gemeinschaftsflächenanteile

 

 

 

 

Finanzierungsmittel

DM

Zins bzw. Gebühr/ Tilgung

Jährliche
Belastung

Monatliche Belastung

 

 

in %

in DM

in DM

Eigenkapital

20 000

 

 

 

Selbsthilfe (Einzel- und Gruppenselbsthilfe)

35 000

 

 

 

Kapitalmarktmittel

 

 

 

 

1. Hypothek, 10 Jahre fest
Auszahlung 100%

245 000

7,0/1

19 600,00

              1 633,30

Summe der Finanzierungsmittel/ Belastung aus Kapitaldienst

300 000

 

19 600,00

              1 633,30

Abzgl. Grundbetrag der Eigenheimzulage[1] des Bundes im 1.- 8. Jahr

 

 

5 000,00

              416,70

Belastung (kalt, ohne Nebenkosten)

 

 

14 600,00

              1 216,60

Zzgl. Betriebskosten Heizung, Wasser, Abwasser, Müllgebühren etc. (36 DM/qm jährlich)

 

 

3 337,20

              278,10

Zzgl. Verwaltungskosten (Wohneigentum)

 

 

0 550,00

              45,80

Belastung (warm) im 1. – 8. Jahr

 

 

18 487,20

              1 540,50

 


[1] Die verbleibenden 3 000 DM p.a. (Baukindergeld der Eigenheimzulage) sind als „Finanzierungs­reserve“ gedacht und dienen in der Regel der Sondertilgung nach 8 Jahren.


Anlage/n:

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Scananlage 1 (615 KB)    
Anlage 2 2 Scananlage 2 (936 KB)    
Anlage 3 3 Scananlage 3 (832 KB)    
Anlage 4 4 Scananlage 4 (731 KB)    
Anlage 5 5 Scananlage 5 (856 KB)    
Anlage 6 6 Scananlage 6 (948 KB)