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Rat und Stadtbezirksräte

Vorlage - 16332/13  

Betreff: Verleihung des Ehrenbürgerrechtes
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
Federführend:0100 Referat Steuerungsdienst   
Beratungsfolge:
Verwaltungsausschuss
20.08.2013    Verwaltungsausschuss      
Rat der Stadt Braunschweig
27.08.2013 
Rat ungeändert beschlossen  (16332/13)  

Sachverhalt

1

 

Stadt Braunschweig

 

TOP

 

 

 

Der Oberbürgermeister

Drucksache

Datum

Referat Steuerungsdienst

16332/13

16.08.2013

 

 

 

 

 

Vorlage

Beratungsfolge

 

Sitzung

 

Beschluss

 

 

Tag

Ö

N

ange-nom-men

abge-lehnt

geän-dert

pas-siert

Verwaltungsausschuss

20.08.2013

X

 

 

 

 

Rat

27.08.2013

X

 

 

 

 

 

 

Beteiligte Fachbereiche / Referate / Abteilungen

Beteiligung
des Referates 0140

Anhörungsrecht des Stadtbezirksrats

Vorlage erfolgt aufgrund Vorschlag/Anreg.d.StBzR

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Überschrift, Beschlussvorschlag

 

Verleihung des Ehrenbürgerrechtes

 

 

„Herrn Hon.-Prof. Dr. techn. h. c. Dipl.-Ing. ETH Ferdinand K. Piёch wird in Würdigung seiner besonderen Verdienste um die Stadt Braunschweig das Ehrenbürgerrecht verliehen.“

 


  1. Nach § 29 Abs. 1 des Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetzes (NKomVG) kann die Stadt Personen, die sich um sie besonders verdient gemacht haben, das Ehrenbürgerrecht verleihen.Über die Verleihung entscheidet nach § 58 Abs. 2 Nr. 3 NKomVG der Rat der Stadt Braunschweig.

 

  1. Herr Prof. Dr. Ferdinand K. Piёch ist eine herausragende, national wie international in höchstem Maße anerkannte Unternehmer- und Managerpersönlichkeit. Er hat den Volkswagenkonzern in den letzten zwanzig Jahren - zunächst als Vorstandsvorsitzender, danach als Aufsichtsratsvorsitzender - durch kluge und weitsichtige Entscheidungen und Weichenstellungen sowie durch eine vorausschauende Modell- und Standortpolitik zu einem der größten und erfolgreichsten Automobilhersteller in der Welt gemacht.

 

In den Krisenzeiten von Volkswagen Anfang der 1990er Jahre hatte Herr Prof. Dr. Ferdinand K. Piёch mit seinen strategischen Konzepten und Umstrukturierungsmaßnahmen das Unternehmen stetig nach oben gebracht. In dieser für das Unternehmen schwierigen Phase der Neuaufstellung und Konsolidierung trat er für die Einführung der 4-Tage-Woche bei Volkswagen ein und trug so dazu bei, dass über 30.000 Arbeitsplätze bei den inländischen VW-Werken gesichert werden konnten. Davon und von weiteren Restrukturierungsmaßnahmen profitierte insbesondere die Region Braunschweig mit den VW-Werken Wolfsburg, Braunschweig und Salzgitter. Mit diesen und weiteren Schritten schuf Herr Prof. Dr. Ferdinand K. Piёch zugleich die Grundlage für den Aufstieg des Unternehmens zu einem der größten Automobilkonzerne der Welt.

 

Diese ganz überwiegend von Herrn Prof. Dr. Ferdinand K. Piёch verantwortete und eingeleitete Entwicklung war für den Volkswagenkonzern selbst und natürlich auch für die VW-Werke von existenzieller Bedeutung.

 

Im Zuge der strategischen Neuausrichtung und Entwicklung des Volkswagenkonzerns erfolgte auch eine Neustrukturierung der Produktion in den Bereichen Fahrzeugbau und Komponenten, bei der Herr Prof. Dr. Ferdinand K. Piёch eine zentrale Rolle beim Erhalt und dem Ausbau der Komponente spielte. Dieses - und natürlich auch das technische Know-how der VW-Beschäftigten - führte insbesondere am Standort Braunschweig zu einer Ausweitung der Entwicklung und Produktion und zu einem deutlichen Anstieg der Beschäftigtenzahlen auf mittlerweile rd. 8.000. Dadurch wurde der VW-Standort Braunschweig entgegen anderer Tendenzen im damaligen Vorstand nicht nur erhalten, sondern auch nachhaltig gestärkt. Einen wichtigen Beitrag dazu leisteten auch die von Herrn Prof. Dr. Ferdinand K. Piёch inhaltlich ganz wesentlich mitgestalteten sog. Standortsymposien, in denen das Management gemeinsam mit dem Betriebsrat über die Weiterentwicklung des Standortes und die Beschäftigungssicherung berät.

 

Das nachhaltige Bekenntnis des Volkswagenkonzerns zum Standort Braunschweig wird weiterhin auch dadurch deutlich, dass Volkswagen bereits vor über dreißig Jahren die Finanzdienstleistungen hier in Braunschweig bündelte. Gerade aber in den letzten 15 Jahren entwickelte sich die Volkswagen Financial Services AG unter der Konzernägide von Herrn Prof. Dr. Ferdinand K. Piёch mit einer beispielhaften Dynamik und hat mittlerweile rd. 5.000 Mitarbeiter. Die Bündelung aller einschlägigen Finanzdienstleistungen wurde von Herrn Prof. Dr. Ferdinand K. Piёch verantwortet.

 

Unter den von Herrn Prof. Dr. Ferdinand K. Piёch geprägten Rahmenbedingungen haben sich das VW-Werk Braunschweig und die Volkswagen Financial Services AG zu dynamischen und prosperierenden Unternehmen innerhalb des Volkswagenkonzerns entwickelt. Die Wirtschaftskraft dieser Unternehmen hat ganz wesentlich zur guten Entwicklung und zum positiven Renommee unserer Stadt beigetragen. VW hat einen gewichtigen Anteil daran, dass Braunschweig und die Region heute so hervorragend aufgestellt sind.


Zu erwähnen sind die ebenfalls maßgeblich auf Herrn Prof. Dr. Ferdinand K. Piёch zurückzuführenden Engagements von Volkswagen beim Niedersächsichen Forschungszentrum Fahrzeugtechnik (NFF) und der Entwicklung des Forschungsflughafens. Die Gründung des NFF wurde von der Volkswagen AG wesentlich unterstützt. Volkswagen leistete damit einen wichtigen Beitrag, um die Forschungsregion Braunschweig als Spitzenstandort in der Fahrzeugtechnik mit internationalem Rang zu etablieren. Herr Prof. Dr. Ferdinand K. Piёch hat sich damit in einem besonderen und nicht hoch genug zu bewertenden Maße auch für die Technologieentwicklung in Braunschweig eingesetzt und trug so zu einer weiteren Verbesserung der Standortfaktoren Braunschweigs bei.

 

Unter dem Vorstandsvorsitz von Herrn Prof. Dr. Ferdinand K. Piёch begann das Engagement von Volkswagen für die Regionalentwicklung, das in die „Projekt Region Braunschweig“ mündete.

 

Die aufgeführten Beispiele zeigen eindrucksvoll, dass Herr Prof. Dr. Ferdinand K. Piёch mit seiner Unternehmenspolitik nicht nur den Konzern und dessen Hauptsitz, sondern auch die Dependancen, und dabei insbesondere den VW-Standort Braunschweig, an dem sich das älteste Werk von VW befindet, im Auge behielt. Seine weitreichenden unternehmerischen Entscheidungen und Weichenstellungen haben zu einer Sicherung und Schaffung von qualifizierten Arbeitsplätzen, einer deutlichen Steigerung der Wirtschaftskraft und einer Verbesserung der Wirtschafts- und Sozialindikatoren in der Region und besonders in Braunschweig geführt.

 

Auch der Umstand, dass Herr Prof. Dr. Ferdinand K. Piёch von 1997 bis zum Jahr 2002 knapp fünf Jahre in Braunschweig wohnte und am kulturellen Leben teilnahm, zeigt, dass ihm Braunschweig nicht nur als  Unternehmer, sondern auch persönlich am Herzen lag. In verschiedenen Gesprächen und Korrespondenzen mit ihm konnte ich feststellen, dass sich daran bis heute nichts geändert hat. Auch andere, die mit ihm zu tun haben, wissen das. Immer wieder hat er mit großem Interesse die Entwicklung Braunschweigs beobachtet und damit seine Verbundenheit zu dieser Stadt gezeigt.

 

Bekanntermaßen fällt in seine Zeit in Braunschweig, dass die Volkswagen AG eines der Gründungsmitglieder der Stiftung Sport und Kultur für Braunschweig war. Herr Prof. Dr. Ferdinand K. Piёch war bei der Volkswagen AG derjenige, der den Bau der Volkswagenhalle durch die Beteiligung der VW AG überhaupt erst möglich gemacht hat. Darüber hinaus hat er sich für die Umsetzung des bis heute erfolgreichen Architektenentwurfs für die Volkswagenhalle eingesetzt. Die Volkswagenhalle schloss die Lücke in einem wichtigen Veranstaltungssegment. Sie hat sich als Veranstaltungsort zahlreicher renommierter Sportereignisse, Konzerte, Kongresse und auch Fernsehproduktionen etabliert. Zeitweilig war Herr Prof. Dr. Ferdinand K. Piёch selbst Mitglied des Kuratoriums der Stiftung Sport und Kultur für Braunschweig - ein einmaliges Engagement eines VW-Vorstandsvorsitzenden, der das Prestige der Stiftung gefestigt hat.

 

Daneben sorgte Herr Prof. Dr. Ferdinand K. Piёch für eine Förderung zahlreicher kultureller und auch anderer Veranstaltungen. Davon profitierten z. B. der Lichtparcours, bei dem er ein Brückenprojekt aus seinem Privatvermögen finanzierte, oder „Braunschweig-Classix“. Für letzteres bot die Familie Piёch in Braunschweig oft den gesellschaftlichen Rahmen. Mehr als früher ist dadurch heute das Sponsoring des Volkswagenkonzerns ein wichtiges Markenzeichen und unterstützt die Aktivitäten in unserer Stadt in vielfältiger Weise. So werden viele, besonders Kultur- und Sportveranstaltungen vom Volkswagenkonzern gefördert. Die Förderung des öffentlichen Lebens gehört heute mehr denn je zu der von Herrn Prof. Dr. Ferdinand K. Piёch geprägten Konzernpolitik.


Zudem hat sich Herr Prof. Dr. Ferdinand K. Piёch über einige Jahre hinweg als Mitglied des Kuratoriums der STIFTUNG NORD/LB  ÖFFENTLICHE und der Stiftung Sport und Kultur für Braunschweig um die konzeptionelle Entwicklung der gemeinnützigen Förderarbeit der Stiftungen persönlich verdient gemacht.

 

Mit der Verleihung des Ehrenbürgerrechts soll sowohl die herausragende Bedeutung von Herrn Prof. Dr. Ferdinand K. Piёch für die Entwicklung des Volkswagenkonzerns und damit der Entwicklung des VW-Standortes Braunschweig als auch die damit eng verknüpfte dynamische Entwicklung Braunschweigs gewürdigt werden.

In den Konzernstandorten Ingolstadt, Wolfsburg und Zwickau ist Herr Prof. Dr. Ferdinand K. Piёch bereits Ehrenbürger.

 

  1. Der Wortlaut der Ehrenbürgerurkunde ist als Anlage beigefügt.

 

 

gez.

 

Dr. Hoffmann

 


Anlage

DER RAT DER STADT

 

BRAUNSCHWEIG

 

 

 

hat in seiner Sitzung am 27. August 2013 beschlossen,

 

 

 

HERRN HON.-PROF. DR. TECHN. H. C. DIPL.-ING. ETH

 

FERDINAND K. PIËCH

 

 

 

in Anerkennung seiner besonderen Verdienste

 

 

um die Stadt Braunschweig das

 

 

EHRENBÜRGERRECHT

 

 

zu verleihen.

 

 

Prägestempel

(Datum)

 

 

 

 

Dr. Hoffmann

Oberbürgermeister