EN

Rat und Stadtbezirksräte

Vorlage - 16665/14  

Betreff: Projekt Stolpersteine


Der Verlegung sogenannter Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig im öffentlichen Straßenraum vor den in der Vorlage bezeichneten Grundstücken wird zugestimmt.
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
Federführend:41 Fachbereich Kultur und Wissenschaft   
Beratungsfolge:
Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 131 Innenstadt
04.03.2014 
StBezRat 131 Innenstadt ungeändert beschlossen  (16665/14)  

Sachverhalt

1

 

Stadt Braunschweig

 

TOP

 

 

 

Der Oberbürgermeister

Drucksache

Datum

41.1 Abt. Literatur und Musik

16665/14

05.02.2014

 

 

 

 

 

Vorlage

Beratungsfolge

 

Sitzung

 

Beschluss

 

 

Tag

Ö

N

ange-nom-men

abge-lehnt

geän-dert

pas-siert

 

 

 

 

StBezRat 131 Innenstadt

04.03.2014

X

 

 

 

 

 

 

Beteiligte Fachbereiche / Referate / Abteilungen

Beteiligung
des Referates 0140

Anhörungsrecht des Stadtbezirksrats

Vorlage erfolgt aufgrund Vorschlag/Anreg.d.StBzR

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ja

X

Nein

 

 

Ja

X

Nein

 

 

Ja

X

Nein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Überschrift, Beschlussvorschlag

 

Projekt Stolpersteine

 

 

Der Verlegung sogenannter Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig im öffentlichen Straßenraum vor den in der Vorlage bezeichneten Grundstücken wird zugestimmt.

 

 

 


Für den 22. April 2014 plant der Verein „Stolpersteine für Braunschweig Förderverein e. V. in Abstimmung mit dem nstler Gunter Demnig die 13. Verlegung von Stolpersteinen in Braunschweig. Hinsichtlich des Projektes Stolpersteine verweise ich auf die an alle Stadtbezirksräte übersandte Mitteilung außerhalb von Sitzungen (s. Drucksache 12379/12) vom 11. Mai 2012.

 

Gemäß § 93 Abs. 1 Ziffern 5 und 10 des Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetzes (NKomVG) in Verbindung mit § 16 Abs. 1 Ziffer 8 der Hauptsatzung der Stadt Braunschweig vom 8. November 2011 entscheiden die Stadtbezirksräte über die Aufstellung von Kunstwerken.

 

Neu zu verlegende Steine enthalten wie bisher neben den Namen der Opfer des Nationalsozialismus auch kurze Angaben zum Geburtsjahr und zum jeweiligen Schicksal.

 

Auf der Basis des aktuellen Recherchestandes sollen nach Mittteilung des Vereins im Bereich des Stadtbezirkes 131 Innenstadt folgende Steine verlegt werden:

 

 

Steintorwall 7:

 

Dr. Paul Sander

Geboren18.07.1887

Ausbildung/Beruf:Studium der Zahnmedizin in Würzburg und München

seit 1914 Zahnarzt in Braunschweig

Wohnort:Steintorwall 7

Grund der Verfolgung:Jude

Verfolgung:In der Pogromnacht (9./10.11) 1938 verhaftet und zunächst ins Gefängnis nach Wolfenbüttel gebracht, von dort am 11.11. in das KZ Buchenwald. Am 15.11. starb er dort an den erlittenen Misshandlungen.

Grund der Verlegung:Recherche SchülerInnen Gymnasium Ricarda-Huch-Schule

 

 

Rachelle Sander, geb, Merdler

Geborenam 26.08.1889 in Galatz / Rumänien geboren

am 12.10.1923 Hochzeit mit Dr. Paul Sander

Ausbildung/Beruf:Haushelferin

Wohnort:Steintorwall 7

Grund der Verfolgung:Jüdin

Verfolgung:In der Pogromnacht (9./10.11) 1938 zusammen mit ihren Söhnen ins Gestapo-Hauptquartier gebracht, später zur Auswanderung gezwungen; Praxiseinrichtung und alles andere musste weit unter Wert verkauft werden. Am 2. April 1939 zusammen mit ihren Söhnen nach England emigriert und dort am 24.12.1948 eingebürgert. 

Grund der Verlegung:Recherche SchülerInnen Gymnasium Ricarda-Huch-Schule

 

 

Gustav Sander

Geboren25.11.1924

Ausbildung/Beruf:ältester Sohn von Dr. Paul Sander

Gustav Sander lebte seit April 1939 in London.

Er ist am 30.10.1950 im Koreakrieg gefallen.

Wohnort:Steintorwall 7

Grund der Verfolgung:Jude

Verfolgung:In der Pogromnacht (9./10.11) 1938 zusammen mit Mutter und Bruder ins Gestapo-Hauptquartier gebracht und zur Auswanderung gezwungen.

Am 2. April 1939 nach England emigriert und dort 1948 eingebürgert.

Grund der Verlegung:Recherche SchülerInnen Gymnasium Ricarda-Huch-Schule

 

 

Adolf Sander

Geboren26.08.1928

Ausbildung/Beruf:Sohn von Dr. Paul Sander

Adolf Sander lebte seit April 1939 in London, studierte später Zahnmedizin und hatte eine Zahnarztpraxis in London.

Er ist am 3. August 1998 in London beerdigt worden.

Wohnort:Steintorwall 7

Grund der Verfolgung:Jude

Verfolgung:In der Pogromnacht (9./10.11) 1938 zusammen mit Mutter und Bruder ins Gestapo-Hauptquartier gebracht und zur Auswanderung gezwungen.

Am 2. April 1939 nach England emigriert und dort eingebürgert.

Grund der Verlegung:Recherche SchülerInnen Gymnasium Ricarda-Huch-Schule

 

 

Wendenstr. 2:

 

Max Bogusch

Geboren31.07.1877

Ausbildung/Beruf:Pferdehändler

Wohnort:Wendenstr. 2, Braunschweig

Grund der Verfolgung:Jude

Verfolgung:Am 28.10.1938 in BS verhaftet, 10.11. 38  nach Neu-Bentschen

abgeschoben, dann ins Ghetto Bialystock.

Im KZ Treblinka ermordet 08.05.1945 für tot erklärt

Grund der Verlegung:Recherche SchülerInnen JFK-Reakschule

 

 

Anna Chana Bogusch, geb. Tetenbaum

Geboren18.01.1880

Ausbildung/Beruf:nicht bekannt

Wohnort:Wendenstr. 2, Braunschweig

Grund der Verfolgung:Jüdin

Verfolgung:Am 28.10.1938 in BS verhaftet, 10.11. 38  nach Neu-Bentschen

abgeschoben, dann ins Ghetto Bialystock.

Im KZ Treblinka ermordet 08.05.1945 für tot erklärt

Grund der Verlegung:Recherche SchülerInnen JFK-Reakschule

 

 

Sonja (Sara-Zalka) Szpektor, geb. Bogusch

Geboren14.09.1901

Ausbildung/Beruf:Schneiderin

Wohnort:Wendenstr. 2, Braunschweig

Grund der Verfolgung:Jüdin

Verfolgung:1933 nach Frankreich geflohen

In erster Ehe verh. mit (Vorname unbekannt) Waksman, der 1942
                                              in Auschwitz ermordet wurde, 1 Sohn: Sean Waksman.

Überlebt

Grund der Verlegung:Recherche SchülerInnen JFK-Reakschule

 

 

 

 

 

 

Esther (Estera-Malka) Pressburger, geb. Bogusch

Geboren20.02.1908

Ausbildung/Beruf:Schneidermeisterin

Wohnort:Wendenstr. 2, Braunschweig

Grund der Verfolgung:Jüdin

Verfolgung:am 25.09.33 nach Paris /Frankreich geflohen

Verh. mit Josef Pressburger, der 42  in Auschwitz ermordet wurde.

1 Sohn: Gilles Pressburger, geb. 09.06.39 in Paris.

Überlebt

Grund der Verlegung:Recherche SchülerInnen JFK-Reakschule

 

 

Inselwall 4:

 

Idel Aronheim, geb. Miehe

Geboren7.03.1892

Ausbildung/Beruf:

Wohnort:Inselwall 4, Braunschweig

Grund der Verfolgung:Verheiratet mit dem Juden Adolf Aronheim, der sich am 4.5.1943
                                              das Leben nahm. Idel Aronheim überlebte, wohnte nach der Zer-
                                              störung des Hauses Inselwall 4 im stehengebliebenen Kutscher-
                                              haus, einem kleinen Häuschen im hinteren Teil des Gartens. 1955
                                              Verkauf des Hauses, jedoch lebenslanges Wohnrecht. Am
                                              17.04.1974 in Braunschweig gestorben.

Grund der Verlegung:Recherche SchülerInnen John-F-Kennedy-Realschule

 

 

 

Im Zuge der Neuverlegung der Stolpersteine für die benannten Personen wird der bereits im Jahr 2013 verlegte Stein für Adolf Aronheim, Ehemann von Idel Aronheim, von seinem jetzigen Verlegeort, Rosental 10, an den Ort des letzten frei gewählten Aufenthaltes, Inselwall 4, umgelegt. Aufgrund der seinerzeit verfügbaren Rechercheergebnisse der Schülerinen und Schüler des Martino-Katharineums war die Verlegung im Rosental erfolgt. Aktuelle Erkenntnisse machen die Umlegung erforderlich.

 

Zur Person:

Adolf Aronheim

Geboren1881

Ausbildung/Beruf:Ingenieur, EK II, Braunschweiger Verdienstkreuz und Ehrenkreuz

                                              des Frontkämpfers

Wohnort:Inselwall 4, Braunschweig

Grund der Verfolgung:         Jude

Verfolgung:am 10.11.1938 verhaftet, bis Mitte Dezember 1938 KZ Buchen

                                              wald, 4.5.1943 Suizid.

Grund der Verlegung:Recherche SchülerInnen MK

 

 

 

I. V.

 

 

Gez.

Dr. Hesse