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Rat und Stadtbezirksräte

Vorlage - 17113/14  

Betreff: Verlängerung der Ehrengrabeigenschaft der Familiengrabstätte von Graf von der Schulenburg
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
Federführend:41 Fachbereich Kultur und Wissenschaft   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Kultur und Wissenschaft
12.12.2014 
Ausschuss für Kultur und Wissenschaft ungeändert beschlossen  (17113/14)  

Sachverhalt

1

 

Stadt Braunschweig

 

TOP

 

 

 

Der Oberbürgermeister

Drucksache

Datum

41.0 Abt. Kulturinstitut

17113/14

29.09.2014

 

 

 

 

 

Vorlage

Beratungsfolge

 

Sitzung

 

Beschluss

 

 

Tag

Ö

N

ange-nom-men

abge-lehnt

geän-dert

pas-siert

 

 

 

 

Ausschuss für Kultur und Wissenschaft

12.12.2014

X

 

 

 

 

 

 

Beteiligte Fachbereiche / Referate / Abteilungen

Beteiligung
des Referates 0140

Anhörungsrecht des Stadtbezirksrats

Vorlage erfolgt aufgrund Vorschlag/Anreg.d.StBzR

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ja

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Nein

 

 

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Ja

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Nein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Überschrift, Beschlussvorschlag

 

Verlängerung der Ehrengrabeigenschaft der Familiengrabstätte von Graf von der Schulenburg

 

 

Der Verlängerung der Ehrengrabeigenschaft für die Familiengrabstätte von Graf von der Schulenburg auf dem Hauptfriedhof (Abt. 57 FB 25) wird bis zum Jahr 2025 zugestimmt.

 


Begründung:

 

Der Verwaltungsausschuss der Stadt Braunschweig hat in seiner Sitzung vom 14. September 1999

beschlossen, das Grab der Familie von der Schulenburg als Ehrengrabstätte auszuweisen und das Grabnutzungsrecht bis zum Jahr 2005 zu erwerben. Mit Beschluss vom 20. September 2005 wurde die Ehrengrabeigenschaft und der Nachkauf des Grabnutzungsrechts bis zum Jahr 2015 durch den Verwaltungsausschuss beschlossen. Nun bedarf es einer erneuten Entscheidung darüber, ob die Grabstätte weiterhin als Ehrengrab zu führen ist, da das Grabnutzungsrecht zum 1.2.2015 ausläuft.

 

Das Grab befindet sich auf dem Hauptfriedhof in Abt. 57 FB 25. Die Stadt Braunschweig legt an der Ruhestätte seit 1982 alljährlich am 20. Juli einen Kranz zum Gedenken an den 1944 von den Nationalsozialisten hingerichteten deutschen Botschafter Friedrich Werner Graf von der Schulenburg nieder. Friedrich Werner Graf von der Schulenburg ist nicht in dem Familiengrab beigesetzt. Wo er bestattet wurde, ist nicht bekannt. In der Familiengrabstätte ruhen seine Großeltern und Eltern, welche in Braunschweig wohnhaft waren. Der Grabstein ist mit einer Gedenkinschrift an den Grafen versehen. Unabhängig davon, dass seine sterblichen Überreste nicht in Braunschweig beigesetzt wurden, ist das Familiengrab ein Ort der Erinnerung an ihn.

 

Lebensdaten:

 

Friedrich Werner Graf von der Schulenburg wurde am 20. November 1875 in Kemberg Kreis Wittenberg als Sohn eines Berufsoffiziers geboren. Über Frankfurt und Darmstadt kam er 1887 nach Braunschweig, wo er 1894 am Wilhelm-Gymnasium sein Abitur ablegte. Das Studium der Rechtswissenschaften schloss er 1901 in Braunschweig mit dem zweiten Staatsexamen ab. 1901 begann er im Auswärtigen Amt die Vorbereitung für die konsularische Laufbahn. Er war zunächst in deutschen Vertretungen in Barcelona, Lemberg, Prag, Neapel, Warschau und Georgien tätig. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs leistete er Truppendienst in Frankreich. 1915 wurde er Konsul auf der türkischen Seite der Kaukasusfront. Die halb diplomatische, halb militärische Tätigkeit erstreckte sich in den letzten Kriegsjahren auf den gesamten Nahostraum. 1919 wurde Graf von der Schulenburg in den diplomatischen Dienst der Weimarer Republik übernommen. Ihm wurden Ämter in Teheran und Bukarest übertragen. Von 1934 bis 1941 war er deutscher Botschafter in der Sowjetunion. Dort bereitete er den 1939 abgeschlossenen Deutsch- Sowjetischen Nichtangriffspakt („Hitler-Stalin-Pakt“) mit vor, der Hitler die Entfesselung des Zweiten Weltkrieges erleichterte. Bis zuletzt versuchte er, den deutschen Überfall auf die Sowjetunion zu verhindern, u. a. durch den Hinweis auf die militärische Stärke des Landes. Nach Beginn des deutschen Angriffs wurde er einige Wochen interniert und an der russisch-türkischen Grenze ausgetauscht. Danach bekam er im Auswärtigen Amt in Berlin einen Posten ohne politischen Einfluss. 1943 knüpfte von der Schulenburg Kontakte zu Widerstandskreisen und stellte sein Wissen zur Verfügung. In verschiedenen Kabinettslisten der Verschwörer vom 20. Juli 1944 erschien er als potentieller Außenminister nach einem erfolgreichen Sturz Hitlers. Nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli wurde Graf von der Schulenburg verhaftet und wegen Hochverrats angeklagt. Am 23. Oktober 1944 verurteilte ihn der Volksgerichtshof zum Tode und ließ ihn am 10. November 1944 in Berlin-Plötzensee hinrichten.

 

Für die Durchführung der regelmäßigen Grabpflege entstehen der Stadt Braunschweig Kosten von derzeit 362,- € jährlich. Die Kosten für einen Nachkauf des Grabnutzungsrechts für zehn Jahre betragen 1.445,- € . Die finanziellen Mittel stehen im regulären Ansatz für die Verwaltung der Ehrengräber zur Verfügung.

 

Ich schlage eine Verlängerung der Ehrengrabeigenschaft um zehn Jahre und den damit

verbundenen Nachkauf des Grabnutzungsrechts vor.

 

I. V.

 

gez.

 

Dr. Hesse