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Rat und Stadtbezirksräte

Vorlage - 17163/14  

Betreff: Gewährung von Zuschüssen an Sportvereine – Förderung des Jugendsports sowie Erwerb von Sportgeräten (Boulder e.V.)
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
Federführend:67 Fachbereich Stadtgrün und Sport   
Beratungsfolge:
Sportausschuss
20.10.2014 
Sportausschuss ungeändert beschlossen  (17163/14)  

Sachverhalt
Anlage/n
Anlagen:
Anlage 1 Projektbeschreibung Kletterzentrum
Anlage 2 Projektbeschreibung Boulder

1

 

Stadt Braunschweig

 

TOP

 

 

 

Der Oberbürgermeister

Drucksache

Datum

FB Stadtgrün und Sport

17163/14

10.10.2014

0670

 

 

 

 

Vorlage

Beratungsfolge

 

Sitzung

 

Beschluss

 

 

Tag

Ö

N

ange-nom-men

abge-lehnt

geän-dert

pas-siert

 

 

 

 

Sportausschuss

20.10.2014

X

 

 

 

 

 

 

Beteiligte Fachbereiche / Referate / Abteilungen

Beteiligung
des Referates 0140

Anhörungsrecht des Stadtbezirksrats

Vorlage erfolgt aufgrund Vorschlag/Anreg.d.StBzR

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Überschrift, Beschlussvorschlag

 

Gewährung von Zuschüssen an Sportvereine – Förderung des Jugendsports sowie Erwerb von Sportgeräten (Boulder e.V.)

 

 

„Dem Boulder e.V. wird für die Kosten der Vereinsgründung, die notwendige Erstausstattung der Boulderhalle (Fliegerhalle) am Standort Westbahnhof und für eine Anschubfinanzierung zur Inbetriebnahme der Boulderhalle  im Jahr 2014 eine städtische Zuwendung in Höhe von 350.000 € als Festbetragsfinanzierung gewährt.

 

Der Beschluss steht unter folgenden Vorbehalten:

 

1.)Der Verein Boulder e.V. muss in das Vereinsregister eingetragen und die Gemeinnützigkeit von der Finanzverwaltung anerkannt sein. Hierüber ist ein Nachweis in geeigneter Form zu erbringen.

 

2.)Der Boulder e.V. muss nachweislich Mitglied im Landessportbund Niedersachsen sein.

 

3.)Der Boulder e.V. muss einen von beiden Vertragsparteien rechtsverbindlich unter-

zeichneten Pachtvertrag mit der Kletterzentrumbesitz GmbH & Co. KG mit einer Laufzeit von mindestens 15 Jahren sowie den notariell beurkundete Kaufvertrag vorzulegen, durch den die Kletterzentrumbesitz GmbH & Co KG das  städtische Grundstück am Westbahnhof mit der ehemaligen Fliegerhalle erwirbt.“

 


Begründung:

 

Kletterzentrum Braunschweig - Bau und gwerblicher Betrieb einer Seilkletterhalle und Umbau Fliegerhalle

 

Ausgangspunkt für den Förderantrag des Boulder e.V. sind die aktuellen Konzepte einer Investorengruppe um den Dipl.-Designer Nils Könekamp (Eigentümer des „Kastanienhofes“ im östlichen Ringgebiet) für die Etablierung eines Kletterzentrums mit dem Bau einer Seilkletterhalle sowie einer Boulderhalle für die Stadt Braunschweig und die Region am Standort Westbahnhof in unmittelbarer Nähe zum Ringgleis sowie zu einem neuen Jugendplatz und Mehrgenerationenpark.

 

Seitens der Bauverwaltung wird dieses Projekt zur städtebaulichen Aufwertung und Attraktivierung des Westbahnhofes und zum dauerhaften Erhalt der hier vorhandenen ehemaligen Fliegerhalle seit mehreren Jahren unterstützt und gefördert. Die planungsrechtlichen Voraussetzungen für den Bau der Kletterhalle wurden vor kurzem geschaffen.

 

Eine umfangreiche Projektbeschreibung einschließlich einer Potentialanalyse für das Kletterzentrum ist als Anlage 1 der Vorlage beigefügt.  Deshalb wird das Projekt nachfolgend nur in seinen wesentlichen Grundzügen dargestellt.

 

Der oben erwähnen Investorengruppe gehören neben Herrn Könekamp der Braunschweiger Architekt Claas Schulitz (Architekturbüro Schulitz + Partner) sowie die drei Inhaber von SFU (Outdoorbekleidungsgeschäfte in Braunschweig und Hannover) an. Alle Investoren sind dem Klettersport seit vielen Jahren durch eigene Aktivitäten verbunden.

 

Weder die Stadt Braunschweig noch die Region verfügen zurzeit über eine Seilkletterhalle, die sowohl  Leistungssportklettern als auch das breitensportliche Freizeitklettern ermöglicht. Diese Lücke im lokalen und regionalen Sportangebot soll am Standort Westbahnhof im westlichen Ringgebiet durch den Neubau einer großen und vielfältig ausgestatteten Seilkletterhalle geschlossen werden.

 

Die Investorengruppe um Herrn Könekamp beabsichtigt deshalb auf der Grundlage eines entsprechenden VA-Beschlusses aus dem Jahr 2013 , ein städtisches Grundstück am Westbahnhof, auf dem sich auch eine alte ehemalige Fliegerhalle befindet, zu erwerben und dort eine Kletterhalle mit angeschlossener Gastronomie und einem kleinen Shop für Kletterartikel zu errichten und gewerblich zu betreiben. Neben vereinsungebundenen Leistungs- und Freizeitkletterern kann diese Kletterhalle zum Beispiel auch Mitgliedern des Deutschen Alpenvereins (DAV)-Sektion Braunschweig, dem TU-Sport sowie Braunschweiger Sportvereinen  und Schulen  zur Nutzung gegen Entgelt zur Verfügung stehen. Der Abschluss von Einzelvereinbarungen über Kartenkontingente beispielsweise mit dem DAV oder der TU-Sportverwaltung ist beabsichtigt.

 

Das Investitionsvolumen beträgt ca. 2,2 Mio. €, wobei für die Projektrealisierung keine staatlichen Fördergelder aber ca. 75 % Eigenkapital der Investorengruppe eingesetzt werden  und der Fremdkapitalanteil in Form von Bankdarlehn somit relativ gering ist. Die geringe Fremdkapitalquote ist auch ein Indiz dafür, dass die Investoren von der Nachhaltigkeit und dem Erfolg ihres Projektes in besonderer Weise überzeugt sind.

 

Seitens der Investoren ist neben dem Bau einer Kletterhalle in unmittelbarer Benachbarung zu der auf dem Grundstück befindlichen alten ehemaligen Fliegerhalle der denkmalgerechte, grundhafte Umbau dieser Fliegerhalle in einer Form geplant, der eine zukünftige Nutzung als Boulderhalle ermöglicht. Kletterhalle und Boulderhalle sollen nach Fertigstellung zusammen das Kletterzentrum Braunschweig bilden.

Grundstückkauf, Bau der Seilkletterhalle einschließlich Nebenanlagen sowie der anvisierte Umbau der ehemaligen Fliegenhalle sollen durch eine Besitzgesellschaft erfolgen, die die Investorengruppe bereits gegründet hat.

 

Der Betrieb der Seilkletterhalle, die genau wie die geplante Boulderhalle einen separaten Zugang erhält, erfolgt durch eine von den Investoren zu gründende Betriebsgesellschaft unter vorrangig kommerziellen Gesichtspunkten.

 

Bouldern als Kletteraktivität ohne Seilsicherung stellt anders als das Seilklettern durch die geringe Kletter- und Fallhöhe ohne weitere technische Hilfsmittel ein niedrigschwelliges Einstiegsangebot für alle am Klettern interessierten Menschen dar und eignet sich als sportliche Aktivität für alle Altersgruppen sowie Menschen mit Handicaps.

 

In Braunschweig ist Indoor-Bouldern zurzeit nur in einigen kleinen ausschließlich kommerziell geführten Hallen möglich. Ein vereinssportliches Angebot, das den gemeinnützigen Aspekt in den Vordergrund stellt und auf eine gesellschaftlich möglichst breit angelegte Teilhabe unterschiedlichster Gruppen in Verbindung mit geringen Kosten für die Ausübung dieses Sports setzt, gibt es in Braunschweig aktuell nicht.

 

 

Kletterzentrum Braunschweig - Ausbau einer Boulderhalle und Hallenbetrieb durch den Boulder e.V.

 

Die Investorengruppe hat sich unter anderem deshalb entschlossen, neben den geplanten kommerziellen Aktivitäten mit dem Betrieb der Seilkletterhalle parallel einen Sportverein, den Boulder e.V. zu gründen. Die Gründungsversammlung dieses Vereins hat am 23.09.2014 stattgefunden. Gründungsmitglieder sind neben den Investoren unter anderem der Präsident des Stadtsportbundes, der Präsident des MTV als zahlenmäßig größtem Sportverein Braunschweigs sowie der Leiter des Hoffmann-von-Fallersleben-Gymnasiums. Hierdurch wird deutlich, welche Bedeutung dem Boulder e.V. aus vereins- und schulsportlicher Sicht beigemessen wird.

 

Wesentliche Zielstellung des neu gegründeten Vereins ist es, durch eine kostengünstige Mitgliedschaft möglichst vielen Menschen zu einer Partizipation an dem vom Verein zu schaffenden  interessanten und vielfältigen Bouldersportangeboten außerhalb des gewerblich/kommerziellen Sektors zu verhelfen.

 

In diesem Kontext sind vom Boulder e.V. insbesondere umfangreiche Kooperationen mit Kindertagesstätten (frühkindliche Bewegungserziehung) sowie allgemeinbildenden Schulen und Förderschulen in Braunschweig geplant. Spezielle Bewegungsprogramme für Menschen mit Handicaps, für die eine inklusive Gestaltung von Teilen der Boulderhalle Grundvoraussetzung ist sowie Angebote für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund und mit sozialen Benachteiligungen sind integrativer Bestandteil des Gesamtkonzepts zum Betrieb der Boulderhalle. Auch für Studentinnen und Studenten der TU Braunschweig sowie für Braunschweiger Sportvereine, die mit dem Bouldern ihr vereinssportliches Angebot erweitern möchten, wird eine Mitgliedschaft im Boulder e.V. attraktiv sein.

 

Der Verein Boulder e.V. möchte nach dem Umbau der ehemaligen Fliegerhalle durch die Investorengruppe die sanierte Halle langfristig von den Investoren bzw. deren Besitzgesellschaft pachten  und die gesamte Innenausstattung der Halle mit diversen Kletterelementen in Eigenregie realisieren, um im zweiten Halbjahr 2015 den Betrieb dieser ersten modernen Vereinsboulderhalle in Braunschweig starten zu können.

 

Ab Anfang 2015 soll mit dem in Entstehung begriffenen neuen vereinssportlichen Angebot bereits um Mitglieder geworben werden.

 

Da der Verein so kurz nach der Gründung über keine eigenen Finanzmittel in größerem Umfang verfügt und eine nennenswerte Entwicklung der Mitgliederzahlen erst zu erwarten ist, wenn sich der Betriebsstart der Boulderhalle zeitlich abzeichnet, hat der Boulder e. V. einen Förderantrag bei der Sportfachverwaltung eingereicht.

 

Er beantragt für die Erstausstattung der Halle mit den notwendigen Sportgeräten bzw. Kletterelementen sowie als Anschubfinanzierung für die Inbetriebnahme der zu pachtenden zukünftigen Boulderhalle einen Zuschuss in Höhe von 350.000 € bei zuwendungsfähigen Gesamtausgaben in gleicher Höhe.

 

Gemäß Ziffer 3.2 und der Ziffer 3.5 der Sportförderrichtlinien der Stadt Braunschweig kann die Stadt für den Erwerb von Sportgeräten sowie für die Förderung des Jugendsports Zuwendungen gewähren.

 

Besonders förderungswürdig sind aus Sicht der Verwaltung die in der Vereinssatzung verankerten Zielsetzungen für Kinder, Jugendliche und den Bereich der Inklusion; sie stellen auch besondere Anforderungen an die Sportgeräteausstattung der Boulderhalle. Diese Vereinsziele sollen nicht nur durch eigene Vereinsarbeit sondern auch durch beabsichtigte Kooperationen mit Schulen, Vereinen und Institutionen erreicht werden. Diesbezüglich sind entsprechende förderungsfähige Werbemaßnahmen eingeplant.

 

Die Prognose des Vereins in der als Anlage 2 beigefügten Beschreibung des Boulderhallenprojekts, die Mitgliederzahl zur Inbetriebnahme der Sportstätte signifikant steigern zu können, erscheint der Verwaltung insbesondere vor dem Hintergrund einer Reihe von  positiven Äußerungen von Vertretern der Braunschweiger Vereinssportszene, des TU-Sports sowie aus den Reihen der Braunschweiger Schulen nachvollziehbar und schlüssig zu sein.

 

Da der Zuwendungszweck, die Ausstattung und Inbetriebnahme der Boulderhalle, nach Antragsprüfung nur bei Übernahme sämtlicher zuwendungsfähiger Ausgaben erreichbar ist und die Verwaltung dieses Projekt vor allem auch im Zusammenhang mit dem Bau der Seilkletterhalle für sportfachlich sinnvoll hält, wird vorgeschlagen, die Zuwendung ausnahmsweise gemäß § 3 der Richtlinien über die Gewährung von Zuwendungen aus Haushaltsmitteln der Stadt Braunschweig zur Vollfinanzierung zu bewilligen. Da der Antrag grundsätzlich inhaltlich entscheidungsreif ist, aber für die Förderfähigkeit gemäß der Sportförderrichtlinien der Stadt Braunschweig noch formelle Voraussetzungen fehlen, wird der Beschluss unter Vorbehalte gestellt.

 

Im Haushalt 2014 stehen ausreichende Haushaltsmittel zur Verfügung.

 

Kletterzentrum Braunschweig-Weitere Projektentwicklung

 

Sollte seitens des Sportausschusses ein zustimmender Beschluss hinsichtlich der Zuschussgewährung an den neu gegründeten Boulder e.V. getroffen werden, wäre nachfolgend von der Investorengruppe kurzfristig das betreffende städtische Grundstück am Westbahnhof zu erwerben und nachfolgend zeitnah ein langfristiger Pachtvertrag über die ehemalige Fliegerhalle zwischen der Investorenbesitzgesellschaft und dem Boulder e.V. abzuschließen, der wesentliche Grundlage für die in Rede stehende Sportförderung wäre.

 

Parallel zu den Planungen für den Bau der Seilkletterhalle würde die Investorengruppe nach Abschluss des Pachtvertrages den denkmalgerechten Umbau der ehemaligen Fliegerhalle mit dem Ziel vorantreiben, die Halle für den technischen Ausbau zu einer Boulderhalle dem Sportverein Anfang des zweiten Quartals 2015 zu übergeben. Mit einer Inbetriebnahme der Boulderhalle wäre im dritten Quartal 2015 zu rechnen.

 

Sollte der Beschlussvorlage nicht zugestimmt werden und die in Aussicht genommene Zuschussgewährung damit entfallen, wäre der Boulder e.V., wie schon ausgeführt, nicht in der Lage, das Projekt aus eigener Kraft zu finanzieren.

 

Eine Finanzierung auch der Ausstattung der grundsanierten Fliegerhalle durch die Besitzgesellschaft der Investorengruppe kommt nicht in Betracht, weil hierfür kein weiteres Eigenkapital mehr zur Verfügung steht und eine alternativ denkbare Erhöhung der Fremdkapitalquote für die Investoren aus Gründen der Wirtschaftlichkeit ebenfalls finanziell für nicht darstellbar gehalten wird.

 

Inwieweit die Investorengruppe ohne die beantragte Zuschussgewährung zum Grundstückskauf bereit wäre, bliebe abzuwarten. Dann wäre nämlich die Nachnutzung der ehemaligen Fliegerhalle, die nicht abgerissen werden darf, nicht gesichert. Außerdem entfielen die Synergieeffekte, die ein Kletterzentrum bietet, das Bouldern sowie Seilklettern als eng verwandte Sportarten anbieten könnte.

 

 

I. V.

 

gez.

 

Geiger

 

 

Anlagen


Anlage/n:

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Anlage 1 Projektbeschreibung Kletterzentrum (2274 KB)    
Anlage 2 2 Anlage 2 Projektbeschreibung Boulder (766 KB)