EN

Rat und Stadtbezirksräte

Vorlage - 8781/07  

Betreff: Bericht der Abt. Wohnen und Senioren über die Spätaussiedlerentwicklung 2006
Status:öffentlichVorlage-Art:Mitteilung
Federführend:50 Fachbereich Soziales und Gesundheit   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Soziales und Gesundheit
11.04.2007 
Ausschuss für Soziales und Gesundheit (offen)  (8781/07)  

Sachverhalt

1

 

 

Stadt Braunschweig

 

TOP

 

 

 

Der Oberbürgermeister

Drucksache

Datum

FB Soziales und Gesundheit

8781/07

12. März 07

50.1

 

 

 

Beteiligte FB /Referate /Abteilungen

Mitteilung

 

Beratungsfolge

Sitzung

 

Tag

Ö

N

Sozialausschuss

11. April 07

X

 

 

 

 

 

 

Überschrift, Sachverhalt

 

 

 

Bericht der Abt. Wohnen und Senioren über die Spätaussiedlerentwicklung 2006

 

 

Als Anlage gebe ich den Bericht der Abt. Wohnen und Senioren über die Spätaussiedlerentwicklung 2006 zur Kenntnis.

 

I. V.

gez.

Markurth

 

Anlage

 

 

 


1. Aufnahme und Unterbringung von Spätaussiedlern

 

Im Jahr 2006 wurden der Stadt Braunschweig 77 Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler zugewiesen, von denen 45 Personen in städtischen Unterkünften vorübergehend untergebracht wurden. Damit wurden der Stadt von 1952 bis heute insgesamt 23693 Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler zugewiesen. Die Zahl der zugewiesenen Personen ist gegenüber den letzten Jahren gesunken. Die Zuzüge der letzten 54 Jahre zeigt die folgende Tabelle:

 

 

Jahr

Anzahl

 

Jahr

Anzahl

 

Jahr

Anzahl

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1952

456

 

1972

218

 

1992

421

 

 

 

 

 

 

 

 

1953

353

 

1973

156

 

1993

321

 

 

 

 

 

 

 

 

1954

359

 

1974

218

 

1994

261

 

 

 

 

 

 

 

 

1955

458

 

1975

221

 

1995

369

 

 

 

 

 

 

 

 

1956

311

 

1976

636

 

1996

502

 

 

 

 

 

 

 

 

1957

1255

 

1977

442

 

1997

508

 

 

 

 

 

 

 

 

1958

605

 

1978

544

 

1998

410

 

 

 

 

 

 

 

 

1959

434

 

1979

565

 

1999

282

 

 

 

 

 

 

 

 

1960

121

 

1980

458

 

2000

300

 

 

 

 

 

 

 

 

1961

92

 

1981

783

 

2001

271

 

 

 

 

 

 

 

 

1962

96

 

1982

485

 

2002

291

 

 

 

 

 

 

 

 

1963

798

 

1983

310

 

2003

272

 

 

 

 

 

 

 

 

1964

339

 

1984

246

 

2004

240

 

 

 

 

 

 

 

 

1965

378

 

1985

301

 

2005

142

 

 

 

 

 

 

 

 

1966

193

 

1986

355

 

2006

77

 

 

 

 

 

 

 

 

1967

161

 

1987

794

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1968

136

 

1988

1861

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1969

131

 

1989

1702

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1970

114

 

1990

1026

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1971

295

 

1991

620

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

GESAMT:

23693

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Von den im Jahr 2006 untergebrachten Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedlern sind 20 Personen männlichen Geschlechts, 25 Personen weiblichen Geschlechts.

 

Der Familienstand dieser Personen gliedert sich wie folgt: 21 ledige, 18 verheiratete, vier geschiedene, zwei verwitwete  Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler:


 

 

Die Altersstruktur der im Jahr 2006 aufgenommenen 45 Personen sieht wie folgt aus:

 

Alter

Personenzahl

Prozent

0 - 5 Jahre

3

6,7 %

6 – 11 Jahre

3

6,7 %

12 - 17 Jahre

8

17,8 %

18 - 27 Jahre

8

17,8 %

28 - 40 Jahre

4

8,9 %

41 - 50 Jahre

14

31,1 %

51 - 64 Jahre

3

6,7 %

Über 65 Jahre

2

                          4,3 %

Gesamt

45

100 %

 


 

 

 

 


Vor allem Familien mit Kindern kamen bisher als Spätaussiedler nach Deutschland. Familien mit ein oder zwei Kindern sind die Regel, obwohl dieses Jahr überdurchschnittlich viele Einzelpersonen nach Braunschweig gekommen sind.

 

Die Stadt Braunschweig unterhält ein Übergangswohnheim und hat Wohnungen für  Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler angemietet, ausgerichtet für maximal 89 Personen. Die durchschnittliche Verweildauer in den Unterkünften betrug im Jahr 2006 159 Tage und stieg wieder leicht an.


 

 

56 Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler sind im Jahr 2006 aus den Übergangswohn-heimen in eigenen Wohnraum verzogen. Im Einzelnen gliedern sich die Auszüge wie folgt:

 

 

Ort / Stadtteil

Personen

2006 in

Prozent

Vergleich zu

2005

 

 

 

 

 

 

Heidberg

11

19,6 %

15,4 %

 

Weststadt

32

57,1 %

73,8 %

 

Übriges Braunschweig

10

17,9 %

9,2 %

 

Zurück ins Herkunftsland

3

5,4 %

1,6 %

 

 

 

 

 

 

Gesamt

56

100%

100%

 

 

 

2. Rechtsanerkennung nach dem Bundesvertriebenengesetz  und Eingliederungshilfe

 

Im Sachgebiet Rechtsanerkennung nach dem Bundesvertriebenengesetz -BVFG- haben im Jahr 2006 insgesamt 18 Personen einen Antrag auf Anerkennung nach dem BVFG gestellt. Dabei handelt es sich ausschließlich um Antragsteller, die vor dem 01.01.2005 ins Bundesgebiet einreisten. Für Personen die nach dem 31.12.2004 einreisten oder einreisen werden, ist das Bundesverwaltungsamt in Friedland für die Anerkennung zuständig. Die Zahl der Personen, die einen Antrag nach dem BVFG stellten, hat sich seit der Novellierung im Jahr 1993 und der erneuten Änderung im Jahr 2004 wie folgt entwickelt:


Insgesamt wurden im Jahr 2006 die Anträge von 28 Personen erledigt. Davon wurden acht Personen nach dem BVFG anerkannt, fünf Anträge von Personen wurden abgelehnt, weitere 15 Anträge wurden anderweitig erledigt.

 

Spätaussiedler, die vor dem 01.04.1956 geboren sind, erhalten eine Entschädigung für den bis zu diesem Tag erlittenen Gewahrsam in sowjetischen Lagern und Sondersiedlungen. Diese Eingliederungshilfe nach § 9 Abs. 2 BVFG beträgt für Personen, die vor dem 01.04.1956 geboren sind 2045,17 EUR und Personen die vor dem 01.01.1946 geboren wurden, erhalten 3067,75 EUR. Auch hier hat sich die Zuständigkeit im Jahr 2005 zum Bundesverwaltungsamt verlagert, sodass nur noch Altfälle bearbeitet wurden.

 

Im letzten Jahr wurde ein Antrag auf Eingliederungshilfe gestellt und positiv beschieden, wobei 3067,75 EUR zur Auszahlung gelangten.

 

 

3. Unterbringung von jüdischen Emigranten

 

Seit 01.08.2004 ist die Stadt Braunschweig für die Unterbringung von jährlich 50  jüdischen Emigranten verpflichtet worden. Im Jahr 2006 wurden der Stadt Braunschweig lediglich fünf  Personen (Vorjahr 22) zugewiesen.  Diese werden vorübergehend im Übergangswohnheim Christoph-Ding-Straße untergebracht.