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Rat und Stadtbezirksräte

Vorlage - 10747/10  

Betreff: Servicestelle für interkulturelle Übersetzungen
Status:öffentlichVorlage-Art:Mitteilung
Federführend:0100 Referat Steuerungsdienst   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Integrationsfragen
21.04.2010 
Ausschuss für Integrationsfragen (offen)  (10747/10)  

Sachverhalt
Anlage/n
Anlagen:
Anlage zur Mitteilung 10747_10 Flyer interkulturelles Übersetzen.doc
Anlage zur Mitteilung 10747_10 Schulungsplan mit Zeitschiene.doc

1

 

 

Stadt Braunschweig

 

TOP

 

 

4

Der Oberbürgermeister

Sozialreferat

Büro für Migrationsfragen

Drucksache

Datum

 

10747/10

8. April 10

 

 

 

 

Beteiligte FB /Referate /Abteilungen

Mitteilung

 

 

Beratungsfolge

Sitzung

 

Tag

Ö

N

Ausschuss für Integrationsfragen

21. April 10

X

 

 

 

 

 

 

Überschrift, Sachverhalt

Servicestelle für interkulturelle Übersetzungen

Im Büro für Migrationsfragen im Sozialreferat der Stadt Braunschweig ist eine „Servicestelle für Interkulturelle Übersetzungen und Vermittlungen“ eingerichtet worden. Als Teil des kommunalen Handlungskonzepts „Integration durch Konsens“, das der Rat der Stadt Braun­schweig am 8. Juli 2008 beschlossen hat, wird somit ein weiterer Handlungsvorschlag umgesetzt. Sie wird von der Mitarbeiterin, die für türkische Übersetzungen und mit einem weiteren Stundenanteil für die Umsetzung der Handlungsplanung zuständig ist, koordiniert.

 

Im folgenden gebe ich dem Ausschuss die organisatorischen und konzeptionellen Grund­lagen der Servicestelle sowie den Sachstand der Umsetzung zur Kenntnis.

 

Zum Vorhaben:

 

Interkulturelle Übersetzerinnen und Übersetzer, die die Servicestelle auf Anfrage vermittelt, sollen vorwiegend im Sozial-, Jugend-, Bildungs- und Gesundheitswesen tätig werden.

 

Der Kern des Dienstleistungsangebots liegt im wechselseitigen Übermitteln von Informa­tionen sowie der Vermittlung von kulturellem, rechtlichem und institutionellem Hintergrund­wissen. „Interkulturelle Übersetzungstätigkeit“ wird hier als Sprach- und Kulturvermittlung verstanden.

 

  1.      Ziele
     

Durch die Vermittlung von interkulturellen Übersetzerinnen und Übersetzern sollen folgende Ziele erreicht werden:

 

  • Verbesserter Zugang zu Dienstleistungen von Institutionen, vorrangig im Jugend-, Gesundheits-, Sozial- und Bildungsbereich,

 

  • Erleichterung der Kommunikation für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in institutionellen Servicesituationen und Vermeidung von Missverständnissen im beruflichen Handeln,

 


  • Beitrag zur Integration durch Abbau vorhandener sprachlicher sowie kultureller Barrieren,

 

  • Stärkung der aktiven Rolle der Migrantinnen und Migranten in institutionellen Kommunikationsprozessen.

 

  1. Aufgaben
     

Die Führung der Servicestelle umfasst folgende Aufgaben:

 

  • Vermittlungsarbeit

 

  • Koordination der Einsätze

 

  • Vor – und Nachgespräche mit Auftraggebern sowie Übersetzerinnen und Übersetzern

 

  • Klärung der Höhe der Honorarkosten und deren Übernahme

 

  • Beratung und Begleitung nach Bedarf, Durchführung regelmäßiger Informations­gespräche sowie Fortbildungsangebote bzw. deren Vermittlung für interkulturelle Über­setzerinnen und Übersetzer

 

  • Informationsaustausch und Zusammenarbeit mit Fachdienststellen

 

  • Kontaktpflege und Vernetzung:

 

  • Kontaktpflege mit städtischen Diensten bezüglich des Einsatzes der interkulturellen Übersetzerinnen und Übersetzer
     
  • Unterstützung des Informationsaustausches und der Zusammenarbeit mit Fachdienststellen anderer Träger im Rahmen der Integrationsförderung

 

  1. Einsatzkosten

 

Von den auftraggebenden Stellen sind die Einsatzkosten in der Regel zu übernehmen. Die Kosten für die geplante Schulung wird von den Teilnehmenden sowie aus städtischen Haus­haltsmitteln gemeinsam getragen. Haushaltsmittel stehen dafür im Sozialreferat, Büro für Migrationsfragen, zur Verfügung. Veranschlagt wird dafür ein Betrag in Höhe von ca. 2.000 Euro.

 

Angelehnt an die bundesweite Praxis bezüglich der Höhe der Honorierung werden vom Büro für Migrationsfragen Empfehlungen gegeben, die für die tatsächliche Honorarvereinbarung zwischen Auftraggebern sowie Übersetzerinnen und Übersetzern jedoch nicht bindend sind.

 

Die Honorierung setzt sich zusammen aus dem Stundenhonorar des Übersetzenden sowie den pauschalisierten Fahrtkosten. Für Einsätze im Bereich der Erziehung und Gesundheit entrichten die Auftraggeber einen Einheitstarif von 28 €- pro erster Dolmetscherstunde und 12 € für weitere Stunden. Dazu kommt ein pauschalisierter Betrag von 10 € für die Fahrt­kosten.

 

Für die einfacheren Behördengänge beträgt das Honorar pro Einsatz 15 €. Dazu kommen die Fahrtkosten in Höhe von 10 €.


  1. Qualitätssicherung

 

Die Qualitätssicherung richtet sich nach den Vorgaben des Sozialreferates, Büro für Migra­tionsfragen, und ist im Einsatzkonzept verbindlich geregelt.

 

Die Zufriedenheit der Auftraggeber sowie der Migrantinnen und Migranten bilden ein wich­tiges Qualitätsmerkmal. Deshalb werden die Leistungen der realen Praxis per Feedback­bögen regelmäßig ermittelt. Ebenso findet eine Vor- und Nachbesprechung zu den Einsätzen statt.

 

  1. Öffentlichkeitsarbeit

 

Zunehmend mehr Institutionen sollen den Nutzen von interkulturellen Übersetzungen kennen lernen und finanzielle Mittel für den Einsatz bereitstellen. Jedoch bedarf es weiterhin der Informationsarbeit, die die positiven Erfahrungen durch den Einsatz von interkulturellen Übersetzungen für den Umgang mit einer heterogenen Kundschaft und für den ver­bessserten Zugang von Migrantinnen und Migranten zu Dienstleistungsangeboten im Sozial, Jugend- und Gesundheitswesen und für Integration verdeutlicht.

 

Zum Sachstand der Umsetzung

 

Zum Aufbau der Servicestelle wurden bisher folgende Schritte erbracht:

 

1.Erarbeitung eines Konzeptes

 

Die Phase der ersten Konzeptentwicklung wurde nach einer Recherche zu Standorten mit vergleichbaren Angeboten in 2009 bereits abgeschlossen. Eine kontinuierliche Anpassung des Konzeptes an die sich fortlaufend veränderten Bedarfe ist jedoch erforderlich.

 

2.Entwicklung eines Flyers zur Veröffentlichung des Angebots

(s. Anlage 1)

 

3.Akquise von geeigneten Personen als interkulturelle Übersetzerinnen und Übersetzer in allen relevanten Sprachen. 82 Personen wurden im Hinblick auf ihre mitgebrachten Voraussetzungen geprüft. Ebenso wurden Materialien, die zur Überprüfung der Eignung führen, erarbeitet. Da ein fortlaufender Wechsel der Personen nicht vermeidbar ist, findet weiterhin eine kontinuierliche Akquise statt.

 

4.Planung und Start einer Schulungsmaßnahme mit externen Akteuren
 

Die geplante Schulung der interkulturellen Übersetzerinnen und Übersetzer erfolgt in 3 Stufen wie in der Anlage 2 dargestellt.

 

Das gesamte Schulungskonzept ist ressourcen-, erfahrungs- und handlungsorientiert ausgerichtet, d. h. jede Teilnehmerin/jeder Teilnehmer soll ihre/seine Kenntnisse, Fähig­keiten und Fragen als Spezialistin/Spezialist für bestimmte Bereiche einbringen. Dadurch besteht die Chance, eigenes Fach- und Erfahrungswissen verschiedener kultu­reller Prägungen in den interkulturellen Austauschprozess einzubringen. Die Teil­nehmenden absolvieren vor Beginn der Schulung eine Sprachprüfung in Deutsch sowie in der Muttersprache.

 

I. V.

 

gez.

 

Markurth

 


Anlage/n:

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Anlage zur Mitteilung 10747_10 Flyer interkulturelles Übersetzen.doc (1499 KB)    
Anlage 2 2 Anlage zur Mitteilung 10747_10 Schulungsplan mit Zeitschiene.doc (46 KB)