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Rat und Stadtbezirksräte

Vorlage - 4768/01  

Betreff: Einrichtung von Ganztagsschulen
Status:öffentlichVorlage-Art:Mitteilung
Federführend:40 Fachbereich Schule   
Beratungsfolge:
Schulausschuss
18.01.2002 
Schulausschuss ungeändert beschlossen  (4768/01)  
Verwaltungsausschuss
22.01.2002    Verwaltungsausschuss      

Sachverhalt

2

 

 

Stadt Braunschweig

 

TOP

 

 

 

Der Oberbürgermeister

Drucksache

Datum

Schulverwaltungsamt

4768/01

20. Dez. 01

40-14-02.0

 

 

 

Beteiligte Ämter/Referate/Institute

Mitteilung

 

Beratungsfolge

Sitzung

 

Tag

Ö

N

Schulausschuss

Verwaltungsausschuss

18. Jan. 02

22. Jan. 02

X

 

X

 

 

Überschrift, Sachverhalt

 

 

 

Einrichtung von Ganztagsschulen

 

 

Das Niedersächsische Kultusministerium (MK) beabsichtigt, den Erlass über „Die Arbeit in der öffent-lichen Ganztagsschule“ zu überarbeiten. Der Entwurf einer Neufassung dieses Erlasses befindet sich bereits im Anhörungsverfahren.

 

In Braunschweig gibt es bereits Ganztagsschulangebote an den Schulen im Schulzentrum Heidberg (Orientierungsstufe, Hauptschule, Realschule und Gymnasium Raabeschule), dem Gymnasium Gaußschule, dem Wilhelm-Gymnasium, der Astrid-Lindgren-Schule, Schule für Lernhilfe, - nur im Sekundarbereich I - und den drei Integrierten Gesamtschulen. Anträge auf Einrichtung eines Ganz-tagsbetriebs nach dem zurzeit geltenden Erlass liegen dem Schulträger für die Hauptschulzweige der Grund- und Hauptschulen Schuntersiedlung und Streitberg sowie für die Hans-Würtz-Schule, Schule für Körperbehinderte, vor. Die Ausweitung von Ganztagsschulangeboten ist Bestandteil der Strate-gischen Planung für die Jahr 2002 bis 2006, die dem Rat im Rahmen des Eckdatenbeschlusses vor-gelegt wurde.

 

Der Erlassentwurf sieht folgende Eckpunkte vor:

 

  • An den künftigen Standorten sollen zwei oder mehr Schulen im Ganztagsbetrieb zusammen-
    arbeiten.

 

  • Die Angebote sollen für Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 5 bis 10 vorgehalten werden.

 

  • An Halbtagsschulen können Ganztagsschulzüge geführt werden, die in jedem Ganztagsschulzug eine Klasse umfassen müssen.

 

  • Schülerinnen und Schüler werden nicht verpflichtet, Ganztagsschulen zu besuchen.

 

  • Nachmittagsangebote soll es an vier Tagen pro Woche geben (an zwei Nachmittagen verpflichtender Unterricht, an zwei Nachmittagen freiwillige Angebote).

 

  • Angebote außerschulischer Träger sollen verstärkt einbezogen werden.


Der Erlassentwurf sieht für die Schulen, die bereits als Ganztagsschule arbeiten, die Möglichkeit vor, dass sie unter den Bedingungen des zurzeit geltenden Erlasses weiterarbeiten können. Sie müssen sich dann allerdings einer externen Evaluation unterziehen, nach der entschieden wird, wie die Ganz-tagsarbeit in der Schule zukünftig ausgestaltet wird. Die Schulen haben aber auch die Möglichkeit, im Einvernehmen mit dem Schulträger die Arbeit nach dem neuen Erlass zu beantragen.

 

Mit der Neufassung des Erlasses beabsichtigt das Land, die Anzahl der Ganztagsschulstandorte von gegenwärtig 130 auf insgesamt 270 zu erhöhen. Die zusätzlichen 140 Standorte sollen nach Über-legungen der Landesregierung in Form sog. „Ganztagszentren“ in den Jahren 2002 bis 2006 errichtet werden. Aus Presseinformationen des MK ist zu entnehmen, dass beabsichtigt ist, Schulstandorte mit Haupt- und Realschulen, Gesamtschulen und Schulzentren bei der Genehmigung neuer Ganztagsangebote bevorzugt zu berücksichtigen.

 

Dabei geht das MK den gegenwärtigen Planungen zufolge davon aus, dass die Anträge für die Er-richtung der „Ganztagszentren“ für das Schuljahr 2002/2003 bereits bis zum 1. Februar 2002 gestellt werden sollen. Die Anträge für die Folgejahre sollen jeweils am 1. September zum folgenden Schul-jahresbeginn eingereicht werden. Schon mit der Antragstellung sollen insbesondere Aussagen zum pädagogischen Konzept sowie zu den organisatorischen, personellen und sächlichen Voraussetzun-gen gemacht werden. Gleichzeitig soll im Rahmen der Antragstellung der Bedarf für Ganztagsange-bote nachgewiesen werden, was in der Regel nur auf der Grundlage einer vorherigen Umfrage bei den Erziehungsberechtigten möglich sein wird. Antragsteller ist der Schulträger bzw. die Schulen im Einvernehmen mit dem Schulträger. Nach Informationen aus dem MK besteht für die Stadt Braun-schweig die Option für die Einrichtung eines weiteren „Ganztagszentrums“.

 

Die Stadt Braunschweig hatte im Rahmen des Anhörungsverfahrens Gelegenheit, dem Niedersächsischen Städtetag (NSt) eine Stellungnahme zum Erlassentwurf, dem geplanten Antragsverfahren und zur geplanten Genehmigungspraxis abzugeben. Darin sind neben der grundsätzlichen Zustimmung zur Ausweitung von Ganztagsschulangeboten verschiedene Punkte kritisiert worden. Die Jugend-verwaltung und die städtischen Schulen, die bereits als Ganztagsschulen arbeiten, sind beteiligt wor-den.

 

Die Verwaltung beabsichtigt die Schulen, die nach dem derzeit geltenden Erlass einen Antrag auf Einrichtung eines Ganztagsbetriebs gestellt haben, unter Hinweis auf den angekündigten neuen Er-lass zu informieren, dass der Schulträger zunächst die Auswirkungen der Schulstrukturreform ab-warten und erst zu einem späteren Zeitpunkt, frühestens zum Schuljahr 2003/2004, über die Einfüh-rung eines Ganztagsbetriebs an einer oder mehreren Schulen entscheiden wird. In der Zwischenzeit haben die Schulen Gelegenheit, ihre Anträge an den neuen Erlass anzupassen und ein entsprechendes pädagogisches Konzept zu entwickeln, von dem maßgeblich das Raumkonzept für einen im Regelfall neu zu schaffenden Freizeitbereich und einen Mensabetrieb und die entsprechenden

Kostenschätzungen abhängen werden. Unter Berücksichtigung der Bedarfssituation, der ermittelten Kosten und der Prioritätensetzung des Landes für eine Genehmigung wird dann zu entscheiden sein, für welche Schule ein Antrag gestellt bzw. befürwortet wird.

 

I. V.

 

gez.

 

Dr. Gröttrup