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Rat und Stadtbezirksräte

Vorlage - 5469/02  

Betreff: Einsatz der Informationstechnik in den Schulen der Stadt Braunschweig
Status:öffentlichVorlage-Art:Mitteilung
Federführend:40 Fachbereich Schule   
Beratungsfolge:
Schulausschuss
25.10.2002 
Schulausschuss ungeändert beschlossen  (5469/02)  

Sachverhalt

3

 

 

Stadt Braunschweig

 

TOP

 

 

2

Der Oberbürgermeister

Drucksache

Datum

FB Schule und Sport

5469/02

14. Oktober 2002

Abt. IT und Medienzentrum

 

 

40.2

 

 

 

Beteiligte FB /Referate /Abteilungen

Mitteilung

 

Beratungsfolge

Sitzung

 

Tag

Ö

N

Schulausschuss

25. Okt. 2002

X

 

 

 

 

 

 

Überschrift, Sachverhalt

 

 

 

Einsatz der Informationstechnik in den Schulen der Stadt Braunschweig

 

 

 

Nicht zuletzt durch die PISA-Studie und die Schul- und Bildungsreform in Niedersachsen ist das Schulwesen in der jüngsten Vergangenheit in den Mittelpunkt der öffentlichen und politischen Diskussion gerückt. Seit geraumer Zeit wächst bundesweit die Erkenntnis, dass die medientechnische Ausstattung der Schulen neue Formen des Lehrens und Lernens ermöglichen kann, jedoch erhebliche finanzielle Auswirkungen zur Folge hat. Unbestritten ist dabei die Tatsache, dass sich die Vermittlung von Medienkompetenz als Schlüsselqualifikation an die Schülerinnen und Schüler zu einer zentralen Aufgabe der Schulen entwickelt hat. Im

globalen Wettbewerb der Volkswirtschaften ist die Leistungsfähigkeit des Bildungswesens

in diesem Sektor zu einem entscheidenden Indikator für die erfolgreiche Zukunftsperspektive geworden. Auf diese Entwicklung haben die Kom­munen als Schulträger im Rahmen ihrer Aufgabe, die Schulen mit den erforderlichen Lehrmitteln auszustatten, einen erheblichen Einfluss.

 

Mit dieser Mitteilung möchte die Verwaltung über die jüngsten Aktivitäten in diesem Bereich informieren.

 

 

1. Erhöhung der Mittel im Verwaltungsentwurf des Haushalts 2003
    (20000-119 Beschaffung IuK-Technik und anderer technischer Lehrmittel)

Im Haushaltsplan 2002 standen für diese Maßnahme 257.200,00 € zur Verfügung. Zunächst waren für das Haushaltsjahr 2003 Mittel in Höhe von 306.800,00 € vorgesehen. Nach einer Aufstockung des Ansatzes durch zusätzliche Mittel aus dem Programm für Schulsanierungen sind im Verwaltungsentwurf 2003 nunmehr 669.200,00 € eingestellt worden. Die deutliche Anhebung des Ansatzes ermöglicht eine dem rasant steigenden Bedarf gerecht werdende Erneuerung und Erweiterung der Ausstattung der Schulen, insbesondere mit IuK-Technik.

 


2. System- und Netzwerkbetreuung

Seit über 10 Jahren bestehen zwischen dem Land Niedersachsen und den Schulträgern (vertreten durch die kommunalen Spitzenverbände) unterschiedliche Auffassungen über die Zuständigkeiten und damit über die Finanzierungsverantwortung für die Betreuung der Schulcomputer. Als Ergebnis der langjährigen intensiven Verhandlungen um eine Beteiligung des Landes an den Kosten hat der Niedersächsische Landtag am 28. August 2002 eine neue Vorschrift in das Niedersächsische Finanzverteilungsgesetz eingefügt. Danach zahlt das Land den Schulträgern im Jahr 2002 zwei Millionen Euro und in jedem Folgejahr fünf Millionen Euro. Die Aufteilung erfolgt nach der Zahl der Schülerinnen und Schüler an den Schulen der Schulträger. Diese Mittel sollen für die Wartung und Pflege der Computersysteme und -netzwerke in den Schulen verwendet werden.

 

Auf die Stadt Braunschweig entfallen im Jahr 2002  65.011,00 € und ab 2003 jährlich ca. 163.000,00 €. Der finanzielle Beitrag des Landes erfolgt in der Erwartung, dass die Schulträger jeweils einen gleichgroßen Betrag für die Systembetreuung in den Schulen bereitstellen. Diese Erwartung ist Bestandteil des Verhandlungsergebnisses mit den kommunalen Spitzenverbänden. Der Niedersächsische Städtetag (NST) hat deshalb seine Mitglieder gebeten, die Mittel des Landes um kommunale Mittel in gleicher Höhe aufzustocken, sofern und sobald dies möglich ist. Von einem noch zu erstellenden Konzept wird abhängen, welcher Mittelbedarf entsteht und ob bzw. in welcher Höhe Personal- bzw. Sachkosten zu veranschlagen sind.

 

3. Medienentwicklungsplanung

Die Sicherstellung der notwendigen Ausstattung der Schulen mit Multimediatechnik für den Unterricht und die Schulverwaltung sowie die Anbindung der Schulen an das Internet sind eine ständig zunehmende Herausforderung. Trotz erheblicher

finanzieller Anstrengungen seitens der Stadt klafft zwischen der notwendigen und der tatsächlich vorhandenen technischen Ausstattung und der zu realisierenden

Infrastruktur eine deutliche Lücke. Gerade in Zeiten knapper Ressourcen gewinnt deshalb eine detaillierte Planung für die Aktivitäten in diesem Bereich mehr und mehr an Bedeutung, damit Fehlinvestitionen vermieden werden können.

 

Bundesweit beginnen die Kommunen (teilweise mit Unterstützung von Firmen und in Zusammenarbeit mit Landeseinrichtungen) Medienentwicklungspläne (MEP) zu erstellen. In den MEP’n werden folgende Teilgebiete untersucht:

 

 

  •         Infrastruktur (Datennetz, Elektroversorgung, Möblierung, Ergonomie)
  •         Hard- und Softwareausstattung für den Unterricht und die Verwaltung
  •         Netzwerk- und Systemadministration
  •         Support und Service
  •         Kostenbetrachtung (Total Cost of Ownership)
  •         Einbindung lokaler Ressourcen wie z. B. Universitäten
  • Finanzierung (einschließlich zusätzlicher Finanzquellen - Public Private Partnerchip, Sponsoring, staatliche gestützte Förderinstitutionen wie der Verein
    n-21)
  •         Realisierungsvorschlag


Die vorstehenden Themen machen deutlich, welche Dimension die Erstellung eines MEP für die Braunschweiger Schulen hat. Es wird derzeit geprüft, ob die Erstellung des MEP aus wirtschaftlichen und auch aus qualitativen Gründen an ein in diesem Bereich qualifiziertes Beratungsunternehmen vergeben werden sollte. Zur Erarbeitung eines entsprechenden Entscheidungsvorschlags hat die Verwaltung eine Projektgruppe unter Beteiligung der zuständigen Fachbereiche, der Bezirksregierung Braunschweig, von Vertreter(-innen) aus Schulen (Schulleitung und Systemadministratoren) sowie des städtischen Personalrats eingesetzt. Ziel ist es, möglichst bis zum Jahresende die

Arbeit der Projektgruppe abzuschließen.

 

4. n-21 Notebookprojekt „1000mal1000“

Der Verein n-21 will mit diesem Projekt im Gebiet eines Schulträgers die Ausstattung aller Schülerinnen und Schüler des 7. Schuljahrgangs mit einem Notebook fördern. Das Projekt soll über 4 Jahre laufen. Die Finanzierung soll durch Public-Private-Partnerchip und insbesondere über Elternbeiträge erfolgen.

 

Für dieses Projekt hat sich die Stadt nicht beworben, da weder die notwendige administrative Infrastruktur in der Verwaltung, noch die geforderte technische Infrastruktur

in den weiterführenden allgemein bildenden Schulen besteht. Inhaltlich bestehen auch erhebliche Zweifel, ob in einer Kommune in der Größe von Braunschweig die ausreichende Akzeptanz bei den Eltern (betroffen wären ca. 10.000 Schülerinnen und Schüler) und den Schulen erzielt werden könnte.

5. Richtlinie des Bundes „zur Förderung von Systemlösungen für die Compu-
    ternutzung in der schulischen Bildung“

Auch der Bund hat erkannt, dass in den „Schulen von morgen“ eine technische Infrastruktur geschaffen werden muss, die es den Lehrkräften ermöglicht, die neuen Medien problemlos im Schulalltag einzusetzen. Gleichzeitig sollte diese Infrastruktur die Kommunen durch Synergieeffekte auf Dauer finanziell entlasten. Ziel dieser Fördermaßnahme ist die Entwicklung von Lösungen, bei denen Management, Service, Wartung und Administration schulischer IT-Infrastrukturen als umfassende Dienstleistung organisiert werden. Dabei sollen Synergien zur Kostenreduzierung auf kommunaler und

regionaler Ebene gesucht werden.

 

Für diese Fördermaßnahme stehen rund 20 Mio. € zur Verfügung. Die Verwaltung bemüht sich in Kooperation mit mehreren anderen Kommunen und einem Partner aus der Wirtschaft in dem vorgeschriebenen mehrstufigen Verfahren um die Förderung eines entsprechenden Projektes. Vor der endgültigen Bewerbung um Fördermittel entscheidet auf der Basis einer Projektskizze eine Jury, ob das Projekt förderungswürdig ist. Sollte das Votum der Jury positiv ausfallen, sind die notwendigen Entscheidungen über die tatsächliche Beteiligung der Stadt und die damit einzugehenden Verpflichtungen noch zu treffen. Über den Fortgang des Verfahrens wird zu gegebener Zeit berichtet.

 

 

 

I. V.

 

gez.

 

Laczny

Stadtrat