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Rat und Stadtbezirksräte

Vorlage - 12210/12  

Betreff: Bericht über die Umsetzung der Altenhilfeplanung 2011 „Braunschweig – lebenswert auch im Alter“
Status:öffentlichVorlage-Art:Mitteilung
Federführend:50 Fachbereich Soziales und Gesundheit   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Soziales und Gesundheit
01.03.2012 
Ausschuss für Soziales und Gesundheit ungeändert beschlossen  (12210/12)  

Sachverhalt

1

 

Stadt Braunschweig

 

TOP

 

 

 

Der Oberbürgermeister

Drucksache

Datum

FB Soziales und Gesundheit

12210/12

02. Feb. 2012

50.13

 

 

 

Beteiligte FB /Referate /Abteilungen

Mitteilung

 

Beratungsfolge

Sitzung

 

Tag

Ö

N

Sozialausschuss

1. März 2012

X

 

 

 

 

 

 

 

Überschrift, Sachverhalt

Bericht über die Umsetzung der Altenhilfeplanung 2011
„Braunschweig – lebenswert auch im Alter“

 

 

Gemäß Ratsbeschluss vom 18. Juli 2006 ist die Verwaltung aufgefordert, jährlich über den Stand der Umsetzung von Maßnahmen der Altenhilfeplanung zu berichten. Mit dem nachfolgenden Bericht kommt sie dieser Verpflichtung nach.

 

 

Stadtteilorientierung

 

Im Handlungskonzept der Altenhilfeplanung war ein Fokus auf die Stadtteilorientierung gelegt worden. Neben übergreifenden Maßnahmen, die keinen speziellen Bezug zu Quartieren haben, sollte jeweils den örtlichen Bedingungen Rechnung getragen werden. Zunächst sollte in drei Stadtbezirken das Vorgehen erprobt werden.

 

Die Verwaltung hat die Planungsarbeit zur konkreten Bedarfssituation in den drei Modellstadtbezirken abgeschlossen. Der Ansatz, die Maßnahmenumsetzung nicht auf das gesamte Stadtgebiet Braunschweig zu beziehen, sondern vor Ort auf Bedarfslagen einzugehen, hat sich bewährt.

 

Im Stadtbezirk 321 Lehndorf-Kanzlerfeld wurde das Ideenpapier des Arbeitsgremiums dem Stadtbezirksrat als Empfehlung vorgelegt, der Bezirksrat hat dazu einen Beschluss (Anregung gemäß § 55 c Abs. 5 NGO / § 94 Abs. 3 NKomVG neu) gefasst. Mit vorbereitenden Maßnahmen zur Umsetzung wurde von Seiten der Verwaltung begonnen.

 

Im Stadtbezirk 112 Bienrode-Waggum-Bevenrode (heute Wabe-Schunter-Beberbach) wurde der Bau eines Aufzuges im Kulturzentrum Waggum favorisiert. Die Maßnahme wurde geprüft und abgestimmt. Mit der Umsetzung wird im Jahr 2012 gerechnet. Die Maßnahmen im Stadtbezirk 112 wurden vor der Neugliederung diskutiert und abgestimmt, insofern wird bewusst die alte Bezeichnung gewählt, da sich die Maßnahmen auf das alte Gebiet des Bezirkes beziehen.

 

Im Stadtbezirk 212 Heidberg-Melverode lagen die aktuellen Prioritäten auf anderen Schwerpunkten.

 


Offene Altenhilfe

Veranstaltungen

 

Die Veranstaltung „Woche der Senioren“ wurde erneut mit dem Schwerpunkt „kulturelle Teilhabe“ durchgeführt. Die Nachhaltigkeit zu stärken, ist ein erklärtes Ziel. Senioren sollten
- niedrigschwellig - die Möglichkeit erhalten, sich immer wieder über z. T. neue und sehr unterschiedliche Veranstaltungsorte zu informieren, sich mit ihnen vertraut zu machen, um ggf. für sich neue Möglichkeiten der Nutzung kultureller Angebote zu erschließen. Täglich fand jeweils eine kostengünstige Veranstaltung mit ganz unterschiedlichem kulturellem Anspruch statt. Von der Uhrzeit her waren sie bewusst auf die Nachmittagsstunden gelegt worden.

Insgesamt ist die Woche von der Teilnehmerzahl sowie den Rückmeldungen erfolgreich verlaufen. Die Busfahrt in das Naherholungsgebiet Elm fand großen Zuspruch und hätte mehrfach stattfinden können.
 

Besonders hervorzuheben ist der Erfolg der Aufführung des Films „Young at heart“. Dem Aufruf selbst in einem Rock-Chor mitzusingen, folgten nach der Veranstaltung zunächst eher wenige Personen. Nach einem Zeitungsartikel interessierten sich ca.180 Personen für die Teilnahme an einem Senioren-Rock-Chor in Braunschweig. Das Projekt wurde noch drei Monate in die Selbständigkeit begleitet. Aktuell treffen sich 100 Personen wöchentlich im KulturpunktWest und singen Rockmusik. Auch eine Gruppe von Instrumentalisten musiziert seitdem gemeinsam. Geprobt wird in einem Übungsraum bei AntiRost. Chor und Instrumentalisten sind je allein oder aber auch gemeinsam für Auftritte buchbar.

 

 

Bebelhof

 

Die Angebote der integrativen Begegnungsstätte im Bebelhof werden von den Bewohnerinnen und Bewohnern im Bebelhof weiterhin gut angenommen, die Angebote konnten ausgeweitet werden.

 

Die ehrenamtliche Mitarbeiterin ist fast täglich vor Ort und koordiniert die Gruppenangebote, drei Gruppen leitet sie selbst: Ein Kreis mit Frauen verschiedener Nationalitäten, die u. a. auch gemeinsam kochen sowie eine Kreativ- und eine Frühstücksgruppe. Die tägliche Präsenz der Mitarbeiterin wirkt sich positiv auf den Tagesablauf in der Begegnungsstätte aus, die Besucher fühlen sich angenommen, auf die individuellen Bedürfnisse wird eingegangen, die Alltagshelfer werden anleitend unterstützt.

 

Die Begleitung durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Seniorenbüros (Gesprächskreis, Sprechstunde, Beirat, Gestaltung Flyer, Feste) muss noch weiterhin fortgesetzt werden, wobei die Intensität bereits verringert und die Eigenständigkeit der Nutzergruppen gefördert wurde.

 

Es wurde ein Internet-Treff eingerichtet, Beratung erfolgt durch zwei ehrenamtliche Mitarbeiter des Internet Cafés 50 plus.

 

Eine gemischte Nutzung von Besuchern der Lebenshilfe und der Altenhilfe erfolgt zu Veranstaltungen: Flohmarkt, NiWO - Sommerfest, Basar, kleinere Ausflüge, Aktionen mit den Kindern der Hans-Würz-Schule, Vorträge. Es besteht eine gute Kooperation im Stadtteil.

 

Der Beirat hat mehrmals getagt und die Arbeit begleitet.

 

Das „Haus der Begegnung“ wurde 2011 beim Deutschen Altenhilfepreis als hervorragendes innovatives Projekt gewürdigt, es folgte die Aufnahme in die Landkarte der inklusiven Beispiele. Die Einrichtung wurde von Herrn Hüppe, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen und Herrn Finke, Landesbeauftragter für Menschen mit Behinderungen, im Rahmen der Inklusionstour kurz besucht.

 

Prävention

Gleichgewichtstraining in Seniorengruppen

 

In Kooperation mit der AOK Braunschweig und dem Gesundheitsamt wird eine Fortbildung für Seniorengruppenverantwortliche angeboten. Ziel ist ein regelmäßiges Bewegungsangebot in den Seniorengruppen zu etablieren.

 

Trainiert werden das Gleichgewicht, die Kraft, die Orientierung, die Gehfähigkeit und die Atmung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Es sollen Stürze und Brüche verhindert werden, da ca. 40 % der Pflegeheimeinweisungen durch Stürze bedingt sind.

 

Aus den Seniorengruppen erklärten sich spontan 30 interessierte Personen bereit, teilzunehmen. Leider konnten zunächst nur 20 Gruppenverantwortliche fortgebildet werden, die das Erlernte als Multiplikatoren unmittelbar mit den Gruppenbesuchern trainieren werden. Durch die sehr positive Resonanz aller beteiligten Gruppenverantwortlichen, beabsichtigt die AOK dieses Pilotprojekt fortzuführen.

 

 

Wohnen

Selbstorganisiertes Gemeinschaftliches Wohnen

 

Nach einer Impuls-Veranstaltung im März 2010 wurde das „Netzwerk Gemeinsam Wohnen Braunschweig“ gegründet. Hier werden Informationen und Erfahrungen zum Thema selbstorganisiertes gemeinschaftliches Wohnen für Braunschweig gesammelt und ausgetauscht. Seit 2011 finden jeden letzten Dienstag im Monat regelmäßige Treffen im MehrGenerationenHaus, Hugo-Luther-Straße 60A, statt. Es handelt sich um offene Treffs, die Möglichkeit der Mitwirkung im Forum soll allen zugänglich sein.

 

Im März 2011 wurde vom „Netzwerk Gemeinsam Wohnen Braunschweig“ eine Infobörse in der Seniorenbegegnungsstätte Gliesmarode organisiert. Zahlreiche Gruppen, die ein selbstorganisiertes gemeinschaftliches Wohnprojekt umsetzen möchten, haben sich dort vorgestellt. Zwei gemeinschaftliche Wohnprojekte, die bereits in Braunschweig bestehen, waren vertreten. Die Verwaltung war u. a. mit einem Vortrag in die Veranstaltung eingebunden, sie hat die Durchführung auch finanziell unterstützt. Die Herstellung der Flyer des Netzwerkes wurde ebenfalls finanziell als Anschub gefördert. Die Resonanz auf diese Veranstaltung war sehr groß, es haben ca. 180 Personen teilgenommen.

 

 

Musterwohnung - Barrierefrei Wohnen

 

Seit 2007 wird eine individuelle Beratung zur Umgestaltung von Wohnungen/Häusern zu möglichst barrierefreiem Wohnraum in Braunschweig durch das Wohnberatungszentrum des DRK Kreisverband Braunschweig Salzgitter e. V. mit finanzieller Förderung durch die Stadt Braunschweig gewährleistet. Ein weiteres Ziel der Förderung, die Konzeption einer Musterwohnung, konnte im Sommer 2011 erfolgreich umgesetzt werden. Gemeinsam mit dem Braunschweiger Informatik- und Technologiezentrum der TU Braunschweig (BITZ) und der Nibelungen-Wohnbau GmbH wurde eine Bestandswohnung in der Hallestraße 54 weitgehend barrierefrei umgebaut und mit praktischen Beispielen von Umbaumaßnahmen und Hilfsmitteln bzw. altersgerechten Assistenzsystemen ausgestattet. In der Musterwohnung findet nunmehr auch die Wohnberatung statt. Dadurch kann in der Musterwohnung anhand von anschaulichen Beispielen in einer Bestandswohnung eine individuelle Beratung unterstützt werden. Die Musterwohnung soll jedoch auch Raum für kleinere Vorträge, Veranstaltungen bzw. Führungen bieten.


Wohnformen im Alter Vorträge

 

Im Seniorenbüro werden u.a. Vorträge über unterschiedliche Wohnformen und das barrierefreie Wohnen angeboten, die in kleinem Rahmen mit maximal 20 Teilnehmern und Teilnehmerinnen stattfinden. Bürgerinnen und Bürger werden über die Zeitungen und andere Medien eingeladen. Der Rahmen soll den Anwesenden genug Raum und Zeit für Fragen und Diskussionen geben. Darüber hinaus werden Vorträge vor größeren Gruppen (Seniorenkreise, Initiativen) oder in Begegnungsstätten zu unterschiedlichen Themen des Wohnens durchgeführt. Insgesamt wurden 4 Vorträge angeboten, die gut besucht, bzw. sogar ausgebucht waren.

 

 

Pflege

Pflegekonferenz

 

Die Steuerungsgruppe der Pflegekonferenz hat 2011 zweimal getagt. Die Arbeitsgruppen – AG Überleitungssystem und Verhaltensauffällige – haben mehrfach getagt. Eine Pflegekonferenz wurde nicht einberufen, da die Ergebnisse der Arbeitsgruppen noch nicht aussagekräftig genug waren. Für Ende 1. Quartal 2012 ist die nächste Pflegekonferenz geplant.

 

Die AG Vom Überleitungsbogen zum Überleitungssystem“ hat ein Gesamtpaket im Broschürenformat fertiggestellt. Es enthält den überarbeiteten Überleitungsbrief, Ablaufdiagramme, Checklisten. Eine EDV-gestützte Lösung ist geplant.

 

Leider ist die Bereitschaft der ambulanten und stationären Einrichtungen und auch die der privaten Krankenhäuser bisher sehr gering. Hier wurde nochmals verstärkt für das System geworben. Ziel soll eine freiwillige Selbstverpflichtung aller Einrichtungen sein, daran teilzunehmen. Das Thema soll in der kommenden Pflegekonferenz nochmals eindringlich diskutiert werden.

 

Die AG „Notfallunterbringung für verhaltensauffällige Menschen“, wie Demenzerkrankte, hat das Konzept „Notfallhaus Insula“ erarbeitet. Es handelt sich um eine modellhafte Unterbringungsform, die sowohl Tages– als auch Kurzzeitpflege in sich vereint und die versucht, beides sinnvoll zu verbinden. Zurzeit läuft die Prüfung, wo und wie es in Braunschweig praktisch umgesetzt werden kann. Der Anschluss an eine bestehende stationäre Einrichtung wird als sinnvoll erachtet. Erste Gespräche mit Vertretern des Landes hinsichtlich einer Förderung als Modellprojekt haben stattgefunden. Die bisherigen Ergebnisse werden in der kommenden Pflegekonferenz vorgestellt und der weitere Weg wird festgelegt.

 

Die AG „Entwicklung der Altenpflegeausbildung in Braunschweig“ hat im abgelaufenen Jahr eine neue Imagekampagne in Schulen gestartet. Weiterhin gab es in Kooperation mit der Landesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege eine Aktionen, bei denen sich Interessierte in Braunschweiger Einrichtungen über das Berufsfeld informieren konnten. Zurzeit besteht kein weiterer Handlungsbedarf in der Pflegekonferenz.

 

 

Fortbildung

 

Zur Verbesserung der Situation pflegebedürftiger Menschen und der Pflegekräfte wurde die angekündigte Folgeveranstaltung in Kooperation mit pro familia als erneute Grundlagenveranstaltung zum Thema „Liebe, Lust und Älterwerden - Ein Thema für die Pflege?“ angeboten. Eine weitere Einführung in das Thema für Braunschweiger Fachkräfte im stationären sowie ambulanten Bereich war zum einen aufgrund der Nachfrage für erforderlich gehalten worden, zum anderen ist eine bestimmte Teilnehmerzahl für ein Aufbauseminar notwendig. Planungen dazu sollen im Jahr 2012 erfolgen.


Vom grundlegenden Impulsreferat ausgehend, wurde auf spezielle Themen im Umgang mit Demenz in diesem Bereich übergeleitet und der Umgang mit Angehörigen thematisiert. Praxisbeispiele wurden besprochen sowie auch Strategien zur Vermeidung von Übergriffen behandelt.

 

Wie im Vorjahr bestand ein großes Interesse an dem Thema, die Teilnehmerzahl musste begrenzt werden.

 

 

Imagekampagne

 

Die Partner im Alter haben wieder die Veranstaltung unter dem Motto „Altenpflege neu entdecken“ durchgeführt. Neben der Gewinnung von zukünftigem Personal sollte mittels positiver Darstellung der Aufgaben der Altenpflege Werbung für den Beruf gemacht und ein Beitrag zur Verbesserung des Images geleistet werden. Als Veranstaltungsort wurde dieses Mal das C1 gewählt, neben vielfältigen Informationen und Vorträgen bestand die Möglichkeit der Selbsterfahrung, in diesem Fall als sehbehinderter oder vollblinder Mensch.

 

InitiAl, ein Zusammenschluss Braunschweiger Einrichtungen und Altenpflegeschulen, entwickelte unterschiedliche Vorschläge zur Imageverbesserung des Berufsbildes Altenpflege. Sie starteten mit einem Ideenwettbewerb, deren beste Ideen prämiert werden sollten. Mit schriftlichem Aufruf in ihren Einrichtungen unter dem Motto „Alte Füchse - Junge Hasen“ wurden sowohl gestandene Kräfte in der Pflege als auch zukünftiges Personal um Ideen zur Gewinnung von Nachwuchskräften gebeten. Die Schulen und auch die Mitgliedseinrichtungen sollten bis Ende Oktober 2011 Vorschläge schriftlich einreichen. Nach der Auswertung des Wettbewerbes erfolgte die Preisverleihung (Kinokarten) durch den Sozialdezernenten im Foyer des Rathauses.

Die Begleitausstellung im Rathausfoyer fand positive Resonanz. Die Ergebnisse des Ideenwettbewerbs werden in der Pflegekonferenz vorgestellt werden.

 

 

Fachkräftemangel in der Pflege

 

Die Befragungsergebnisse aus der Pflegekonferenz zum Thema Fachkräftemangel und -bedarf wurden sowohl an die Arbeitsagentur als auch an die Braunschweig–Zukunft AG vermittelt.

Zwischen der Aussage, dass ein Fachkräftemangel existiert und den Ergebnissen der Befragung der Braunschweiger Einrichtungen zum zukünftigen Bedarf besteht derzeit eine nicht nachvollziehbare Diskrepanz.

 

 

Belange hochaltriger Menschen

 

Zur Verbesserung der Situation hochaltriger Menschen war unter dem Namen „Demenzfreundliche Kommune“ der Ansatz verfolgt worden, Menschen mit Demenz die Alltagssituation in ihren Stadtteilen zu erleichtern und ihnen die Teilhabe am ganz normalen Lebensalltag zu ermöglichen. In den drei Modellbezirken fanden insgesamt 6 Schulungstermine statt. Eine Multiplikatorenschulung für Leitungskräfte bzw. Geschäftsinhaber, 3 Schulungen auf bezirklicher Ebene in den Stadtteilen, eine für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Firma Görge sowie eine Schulung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Braunschweiger Taxenzentrale.

 

Die Auswertung ergab, dass die Teilnahme an den 3 bezirklichen Schulungen nicht den Erwartungen entsprach. Besonders kleinere Dienstleister bzw. Einzelhändler haben große Probleme, Mitarbeiter zu Schulungen zu schicken. Insofern wurde Abstand davon genommen, in dieser Art und Weise in weiteren Bezirken so vorzugehen. Um Dienstleistern bzw. Einzelhändlern trotzdem die Möglichkeit zu eröffnen, sich mit der Materie zu beschäftigen, wurde eine Schulungsbroschüre entwickelt und eine DVD mit entsprechenden Szenen erstellt. Dies erfolgte mit Darstellern und Darstellerinnen des Seniorentheaters Wundertüte jeweils an den realen Örtlichkeiten.

 

Über die Presse wurde auf das Angebot hingewiesen, was ein positives Echo auslöste.

Schulungsangebote stehen auch zukünftig bei Bedarf/Anfrage zur Verfügung.

 

 

Migration

Beratung

 

Die seit Herbst 2010 von der AG Sozialversicherung (Versicherungsamt) in Zusammenarbeit mit der AWO Braunschweig und dem Caritasverband Braunschweig angebotene Sprechstunde für Migrantinnen und Migranten aus den Herkunftsländern Italien und Türkei wird rege angenommen. Die Beratungen finden zweimal im Monat statt und reichen von der Ausstellung sogenannter Lebensbescheinigungen bis zur Beantragung von Renten (Schwerpunkt Erwerbsminderungs- und Altersrenten). Vor allem bei italienischen Staatsangehörigen findet die muttersprachliche Unterstützung guten Anklang. Durch personelle Veränderungen, die Auswirkungen auf den Gender Aspekt haben, muss abgewartet werden, wie die männlichen Migranten aus der Türkei zukünftig das Angebot nutzen werden. Die Umsetzung dieser Maßnahme wird zum jetzigen Zeitpunkt als erfolgreich bewertet und soll weiter fortgeführt werden

 

 

Bauernhof – neu: „Garten ohne Grenzen“

 

Der „Garten ohne Grenzen“ für Migranten und Deutsche im Seniorenalter nahm konzeptionell weiter Gestalt an. Zu den Projektpartnern der Stadt, AWO und Caritas, kam das ehrenamtliche Engagement hinzu. Es wurde eine Person gewonnen, die sich engagiert in das Geschehen einbringt.

 

Durch die Anbindung an das Projekt Soziale Stadt erfolgten Rückkoppelungen an die EFRE-Projektgruppe (EFRE = Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) im Baudezernat, regelmäßige Sitzungstermine wurden wahrgenommen. Über die Projektgruppe EFRE wurde dem Sanierungsbeirat berichtet. Parallel dazu wurde eine sogenannte Steuerungsgruppe der Projektpartner im Seniorenbüro gebildet, die sich zunächst auch den operativen Fragen stellt. Es wird davon ausgegangen, dass im Jahr 2012 der sogenannte Beirat der Aktiven gebildet werden kann, der sich dann um die Konkretisierung vor Ort kümmern wird.

 

Mit der Urbarmachung des Grundstückes an der Blumenstraße wurde im Spätherbst begonnen.

Das Zusammenspiel unterschiedlicher Fachbereiche ist bei der Projektumsetzung erforderlich und erfolgt auch. Die letztendlichen Auswirkungen der Veränderungen im Beschäftigungsbetrieb der Stadt Braunschweig bei der Projektumsetzung sind noch nicht absehbar, eine zukünftige Einbindung auch in neuer Organisationsform soll weiter angestrebt werden.

 

Die Beteiligung der künftigen Nutzerinnen und Nutzer am Planungsgeschehen ist ausdrücklich gewünscht. Die entsprechende Veranstaltung dazu wurde vom Steuerkreis vorbereitet, Einladungen zum 19. Januar 2012 verschickt.

 

Fördermöglichkeiten werden weiterhin gesucht.

 

 

Gender Aspekt

 

Bei allen Überlegungen und Planungen sind die geschlechtsspezifischen Bedürfnisse einbezogen worden.

 

 

Fazit

 

Es wurde in den vergangenen Berichten immer wieder betont, dass die Weiterentwicklung von Altenhilfestrukturen auf das partnerschaftliche Zusammenspiel aller Beteiligten angewiesen ist, daran ändert sich auch zukünftig nichts. Gleichzeitig lag der Schwerpunkt der Berichterstattung auf den kommunalen Aktivitäten. Um hier entgegenzuwirken, wurde auf der Homepage der Stadt unter der Rubrik Altenhilfeplanung die Seite „Aktivitäten in Braunschweig“ eingerichtet. Es soll Dritten die Möglichkeit gegeben werden, ihre Umsetzung von Maßnahmen der Altenhilfeplanung darzustellen. Die Artikel können über das Seniorenbüro eingepflegt werden. Diese Option muss noch bekannter gemacht werden.

 

Verstärkt wird seit längerem der demographische Wandel in unterschiedlichen Sparten thematisiert. Gleichzeitig taucht der Begriff der Bedrohung durch eine vergreisende Gesellschaft auf. Hier werden alle weiterhin gefordert sein, den Blickwinkel positiv zu verändern. Die ältere Generation ist ein Teil der Gesellschaft, sie will nicht ausgegrenzt werden, um dann später kostenintensiv integriert zu werden. Die Chancen und Potenziale müssen in den Fokus genommen werden, bürgerschaftliches Engagement bleibt ein zentraler Punkt, das Miteinander der Generationen ist zu stärken. Weiterhin kommt der Prävention eine große Bedeutung zu, sei es im persönlichen, gesundheitlichen oder im strukturellen Sektor.

 

Es ist zu vermuten, dass der Punkt Fachkräftemangel ein Dauerthema in der Pflegekonferenz werden wird. Die Entwicklung von Strategien zur Gewinnung von Pflegekräften wird weiter beschäftigen, ebenso die Diskussion zur Bedeutung und Erforderlichkeit neuer Wohnformen.

 

I. V.


gez.

 

Markurth