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Rat und Stadtbezirksräte

Vorlage - 13342/13  

Betreff: Tunica-Sporthalle
Kostenvergleich Versammlungsstättenaufrüstung – Sanierung – Neubau
Anfrage in der Sitzung des Bauausschusses am 05.11.2013
Status:öffentlichVorlage-Art:Mitteilung
Federführend:65 Fachbereich Hochbau und Gebäudemanagement   
Beratungsfolge:
Bauausschuss
03.12.2013 
Bauausschuss ungeändert beschlossen  (13342/13)  
Sportausschuss
02.12.2013 
Sportausschuss ungeändert beschlossen  (13342/13)  

Sachverhalt
Anlage/n
Anlagen:
Tunica_Halle_Kostengegenueberstellung (2)

1

 

Stadt Braunschweig

 

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Der Oberbürgermeister

Drucksache

Datum

FB Hochbau und Gebäudemanagement (FB65)

13342/13

27.11.2013

 

 

 

 

Beteiligte FB /Referate /Abteilungen

Mitteilung

 

Fachbereich 20

Beratungsfolge

Sitzung

 

Tag

Ö

N

Finanz- und Personalausschuss

Sportausschuss

28.11.2013

02.12.2013

X

X

 

Bauausschuss

03.12.2013

X

 

 

 

 

Überschrift, Sachverhalt

Tunica-Sporthalle

Kostenvergleich Versammlungsstättenaufrüstung – Sanierung Neubau

Anfrage in der Sitzung des Bauausschusses am 05.11.2013

 

 

Auszug aus dem Protokoll des Bauausschusses vom 05.11.2013:

 

„zu Nr. 21: Sanierung der Tunica-Sporthalle

 

Stadtbaurat Leuer sagt eine umfassende Beschreibung der Maßnahmen zur Sitzung des Finanz- und Personalausschusses zu.

 

Ratsherr Pesditschek erklärt, dass die SPD-Fraktion der Anbringung eines Sperrvermerks zustimme, mit dem Umfang der geplanten Sanierung aber nicht einverstanden sei.

 

Ratsherr Herlitschke bittet die Verwaltung, die Erläuterung der Maßnahme um einen Wirtschaftlichkeitsvergleich und die zukünftige Hallenbelegung zu ergänzen.

 

Der Ausschuss lässt den Antrag ohne Abstimmung passieren.

 

 

Stellungnahme:

 

Die Tunica-Sporthalle besitzt für den Vereins- und Profisport eine besondere Bedeutung. Die in die Jahre gekommene Sporthalle genügt jedoch nicht mehr den Anforderungen an eine Versammlungsstätte und weist gravierende Sanierungsnotwendigkeiten in baulicher und technischer Hinsicht auf. Da wesentliche Anlagenteile der Lüftungstechnik und Regeltechnik nicht mehr reparabel sind, erfolgt kein wirtschaftlicher Betrieb mehr. Bauliche Mängel und Brandschutzmängel sind zu beheben, die Anforderungen an eine Versammlungsstätte sind zu erfüllen. Zur Aufrechterhaltung des Sportbetriebes besteht eine befristete bauordnungsrechtliche Duldung der Halle.

 

Vor diesem Handlungszwang galt es zu klären, inwiefern eine Sanierung und Anpassung der vorhandenen Halle an die Versammlungsstättenverordnung im Vergleich zu einem Abriss und Neubau einer vergleichbaren Halle an anderer Stelle wirtschaftlich ist.

 

 

1. Neubau wie Bestandsnutzungen

 

Für einen Neubau wurde mit dem vorhandenen Raumprogramm der Tunica-Sporthalle auf einem erschlossenen innerstädtischen Grundstück der Stadt (z. B. Harz + Heide Gelände) eine grobe Kostenschätzung auf Grundlage von aktuellen Kostenkennwerten des Bau-kosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern BKI vorgenommen, die auf das Jahr 2014 indiziert und aufgrund der noch vagen Randbedingungen mit einem Zuschlag für Unvorhergesehenes versehen wurden. Die Abrisskosten der bestehenden Halle wurden mit berücksichtigt. Grundstückskosten wurden nicht angesetzt, da keine zusätzliche Inanspruchnahme besteht. Die bestehende Sporthalle soll bis zur Fertigstellung des Neubaus genutzt werden. Da die Errichtung des Neubaus jedoch länger als die vorhandene Duldung dauern wird, sind Interimsmaßnahmen für die bestehende Halle (z. B. Herrichten einer Brandmeldeanlage) umzusetzen. Somit ergeben sich Gesamtkosten für einen Neubau von rd. 11,9 Mio. €. Dieser umfasst die gesamten gegenwärtigen Nutzungsangebote der Tunica-Halle inklusive der bestehenden Verwaltungsräume, dem Ruderbecken und der Rollschuhbahn.

 

 

2. Neubau eine reinen Sporthalle mit Tribüne

 

Sollte auf diese Zusatzangebote verzichtet werden, so dass nur die Sporthalle mit Zu-schauertribüne und hierzu notwendigen Nebenflächen neu errichtet werden, so entstünden Kosten von rd. 9,1 Mio. €. Der Verlust der eingesparten Nutzungen wäre jedoch an anderer Stelle baulich zu kompensieren, da für die entfallenden Sportflächen im Bestand der übrigen Sporthallen kein Ersatz bereitgestellt werden kann.

 

 

3. Aufrüstung zur Versammlungsstätte

 

Um die Tunica-Halle nach Ablauf der baurechtlichen Duldung als Versammlungsstätte betreiben zu können, sind umfangreiche  Aufrüstungsmaßnahmen im Bestand erforderlich.

Diese betreffen u. a.:

 

-          Feuerbeständige Verkleidung der Hallendecke

-          Einbau einer Rauch-Wärme-Abzugsanlage

-          Neue Brandschutztürelemente

-          Brandschutztechnische Ertüchtigung des Foyers

-          Ergänzung Sanitäranlagen

-          Ergänzung PKW-Einstellplätze

-          Einbau einer Blitzschutzanlage

-          Einbau einer Brandmeldeanlage

-          Erneuerung der Heizungs- und Lüftungsanlage

 

Die notwendigen Maßnahmen wurden durch ein Brandschutzkonzept untermauert.

Die Kosten sind zur Vergleichbarkeit indiziert und werden auf insgesamt rd. 3,12 Mio. € geschätzt.

 

4. Umfassende Sanierung und Aufrüstung

 

Zur Sanierung fand im Frühjahr 2013 eine Untersuchung der Sporthalle statt. Diese belegt, dass Feuchtigkeit im Keller zu massiven Schäden an der Bausubstanz geführt hat sowie Abplatzungen an Waschbetontafeln erkennbar sind, in deren Folge Wasser in die Konstruktion eindringen kann und zu weiteren Schäden führen wird. Hierzu fanden statische Untersuchungen vor Ort und Bauteilbegutachtungen im Bereich der Fassade statt. Im Weiteren ist die Lüftungsanlage und die Regeltechnik defekt bzw. abgängig und bedarf einer grundsätzlichen Erneuerung, die u. a. im Rahmen der o. g. Aufrüstung berücksichtigt ist.

 

 

U. a. sind folgende Sanierungsmaßnahmen erforderlich:

 

-          Sanierung der Fassadenbekleidungen aus Waschbetonplatten

-          Komplette Dachsanierung

-          Energetische Sanierung der Gebäudehülle nach aktueller Energieeinsparverordnung

-          Sanierung der Gebäudeabdichtung

-          Sanierung der Umkleide-/Nassbereiche

-          Komplette Erneuerung der Elektroinstallation

-          Erneuerung des Daten- und Telefonnetzes

 

Die Ergebnisse sind in die Kostenermittlung eingeflossen. Auch diese Kosten sind zur Vergleichbarkeit indiziert, mit einem Zuschlag für Unvorhergesehenes im Bestand und Interimskosten zur Verlängerung der Duldung versehen. Für die Zeit der Sanierung soll eine Traglufthalle den Spielbetrieb gewährleisten. Auch diese Kosten sind geschätzt und berücksichtigt. In Summe ergeben sich dadurch Kosten einschließlich der Aufrüstung zur Versammlungsstätte von rd. 8,4 Mio. € zzgl. Mehrkosten für Mietzeitverlängerung von 14 auf 26 Monate für die Interimslösung.

 

5. Sanierung ohne Aufrüstung

 

Der zuvor erläuterte hohe Sanierungsbedarf führt bei umfassender Behebung, die anschließend eine weitgehende Sanierungsfreiheit für etwa 20 Jahre zum Ziel hat, zu einem hohen Aufwand. Er summiert sich auf rd. 7,0 Mio. €. In ihm sind u. a. Brandschutzmaßnahmen enthalten, die auch ohne eine Versammlungsstättenkonformität erforderlich sind. Der hohe Aufwand wäre angesichts der Tatsache, dass nach Abschluss die Besucherzahl von rd. 800 auf weniger als 200 zu reduzieren wäre, kritisch zu hinterfragen.

 

6. Unabdingbare Sanierungsmaßnahmen zur Erhaltung des Sporthallenbetriebes

 

Sofern eine umfassende Sanierung der Sporthalle als auch eine Aufrüstung zur Versammlungsstätte derzeit nicht in Betracht kommt, fallen für die unabdingbaren Sanierungsmaßnahmen nur Kosten von rd. 1,7 Mio. € an. Damit verbunden sind nur Maßnahmen zum Brandschutz und zur Verkehrssicherheit, die den Weiterbetrieb der Halle aber vorübergehend sichern würden. Die genannten Kosten sind bei einer evtl. späteren Weiterführung der Sanierung und Aufrüstung auch nicht verloren. Da die stark sanierungsbedürftige Bausubstanz und Technische Ausrüstung ansonsten aber nicht angefasst wird, kann nicht ausgeschlossen werden, dass zwischenzeitlich durch weiteren Verschleiß ergänzende Sanierungsmaßnahmen unabdingbar werden.

 

7. Hallenbelegung

 

Die Sporthalle ist umfassend ohne Leerzeiten belegt. Auch die Rollschuhbahn und das Ruderbecken sind in Benutzung. Die Verwaltung beabsichtigt aktuell nicht, die künftige Belegung zu ändern. Trotz Durchführung der ausschließlich unabdingbaren Sanierungsmaßnahmen wird die Benutzung der Rollschuhbahn und des Ruderbeckens möglich sein.

 

8. Zusammenfassung

 

Grundsätzlich sind folgende Kostenblöcke und Varianten zu betrachten (s. Anlage):

 

1. Neubau der Tunica-Halle an anderer Stelle           11,9 Mio. EUR

2. Neubau einer reinen Sporthalle            9,1 Mio. EUR

3. Anpassung zur Herstellung der Versammlungsstättenkonformität,

    ohne werterhöhende Maßnahmen 3,1 Mio. EUR

4. Sanierung der Halle als Versammlungsstätte inkl. Interimshalle 8,4 Mio. EUR

5. Sanierung ohne Versammlungsstättenkonformität 7,0 Mio. EUR

6. Notwendige Maßnahmen zur kurzfristigen Sicherung des Bestandes    1,7 Mio. EUR

 

Bei der Sanierung (Punkt 3 - 5) ist zu beachten, dass die enge bautechnische Verflechtung von Aufrüstungs- und Sanierungsmaßnahmen eine Separierung in diese beiden Maßnahmenblöcke erheblich erschwert und teilweise unmöglich macht.

 

Sofern die Versammlungsstättenkonformität nicht hergestellt wird, kann die Halle mit bis zu 199 Personen genutzt werden.

 

Der FB 67 plant, die an der Sporthalle gelegene Sportaußenanlage in 2014 zu sanieren. Diese Maßnahme ist unabhängig von der Sanierung und zukünftigen Nutzung der Sporthalle zu sehen.

 

I. V.

 

Gez.

 

Leuer

 

Anlage

 

 

 

 

 

 

 


Anlage/n:

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Tunica_Halle_Kostengegenueberstellung (2) (45 KB)