EN

Rat und Stadtbezirksräte

Vorlage - 13737/14  

Betreff: Schulentwicklungsplanung: Schülerzahlprognose und Liste möglicher Szenarien
Status:öffentlichVorlage-Art:Mitteilung
Federführend:40 Fachbereich Schule   
Beratungsfolge:
Schulausschuss
27.06.2014 
Schulausschuss ungeändert beschlossen  (13737/14)  

Sachverhalt
Anlage/n
Anlagen:
2014-06-27 Schülerzahlprognose

1

 

Stadt Braunschweig

 

TOP

 

 

I/5

Der Oberbürgermeister

Drucksache

Datum

FB Schule (FB40)

13737/14

18.06.2014

40-20-06.6

 

 

 

Beteiligte FB /Referate /Abteilungen

Mitteilung

 

Beratungsfolge

Sitzung

 

Tag

Ö

N

Schulausschuss

27.06.2014

X

 

 

 

 

Überschrift, Sachverhalt

Schulentwicklungsplanung: Schülerzahlprognose und Liste möglicher Szenarien

 

 

Nach Vorlage der Mitteilung zum Sachstand Schulentwicklungsplanung (Ds 13540/14) im Schulausschuss am 14.03.2014 war als nächster Schritt vorgesehen, eine Materialsammlung mit Schuldatenblättern im Rahmen der Bestandsaufnahme zur Kenntnis zu geben. Dieser Teil des Schulentwicklungsplans (SEP) ist noch nicht vollständig und muss noch mit den Schulen abgestimmt werden. Er wird den Schulausschussmitgliedern unmittelbar nach Fertigstellung zugesandt.

 

Mit dieser Mitteilung wird die seinerzeit ebenfalls angekündigte Schülerzahlprognose, differenziert nach Schulbereichen und Schulformen, als weiterer Baustein der Schulentwicklungsplanung vorgelegt (s. Anlage). Neben der Bestandsaufnahme ist die Schülerzahlprognose erforderlich, um Szenarien des SEP berechnen und diskutieren zu können. Dazu unterbreitet die Verwaltung einen Vorschlag, welche Szenarien im Rahmen des SEP untersucht werden sollen.

 

1. Schülerzahlprognose:

Die Erstellung einer Schülerzahlprognose ist eine wichtige Grundvoraussetzung zur Aufstellung eines SEP und somit in nahezu allen kommunalen SEP enthalten. Eine solche Prognose baut

i. d. R. auf verschiedenen Quellen auf und bedient sich verschiedener Annahmen.

 

Die zentrale Quelle des Braunschweiger SEP ist eine aktuelle Bevölkerungsvorausschätzung des Referats für Stadtentwicklung und Statistik, die die Daten vom Stichtag 31.12.2012 jährlich bis zum Jahr 2030 fortschreibt. In der Schätzung werden verschiedene Altersgruppen dargestellt. Für den SEP sind folgende Altersgruppen relevant: 6- bis unter 10-Jährige, 10- bis unter 16-Jährige und 16- bis unter 18-Jährige. Problematisch ist hierbei, dass die Daten jeweils zum Stichtag 31.12. fortgeschrieben werden, die Schuljahre jedoch zum 01.08. beginnen. Eine vollständige Kongruenz von Altersgruppen mit Schulbereichen (Primarbereich, Sek. I und Sek. II) ist somit nicht herzustellen.

 

Die getroffenen Annahmen beruhen auf Erfahrungswerten aus der Vergangenheit. Hierzu gehören die Schülerzahlentwicklung insgesamt, schulformspezifische Beteiligungsquoten und das Übergangsverhalten von Grundschulkindern zu weiterführenden Schulen sowie die Anteile der auswärtigen Schülerinnen und Schüler (s. hierzu auch schulstatistische Bestandsaufnahme in Anlage 1 der Ds 13540/14). Ansonsten erfolgt die Betrachtung im Rahmen der „Ceteris-paribus-Klausel“. Dies bedeutet, dass Umstände oder Ereignisse, auf die kein Einfluss genommen werden kann, die dennoch nicht unwahrscheinlich sind, ausgeklammert werden. Hierzu würden

z. B. Veränderungen des schulischen Angebots benachbarter Schulträger, die Auswirkungen auf die Anzahl der in Braunschweig beschulten auswärtigen Schülerinnen und Schüler haben könnten, oder bestimmte schulgesetzliche Änderungen gehören.

 

Die erhebliche Komplexität und die hohe Anzahl von Unwägbarkeiten haben zur Folge, dass Prognosen mit einer akzeptablen Irrtumswahrscheinlichkeit nicht auf die Ebene von Einzelschulen heruntergebrochen werden können. Lediglich bei den Grundschulen ist dies aufgrund der Schulbezirke möglich. Hier werden als weitere Quelle die Einwohnermeldedaten der bereits geborenen Kinder, die bis zum Schuljahr 2019/2020 eingeschult werden, ausgewertet. Diese Berechnungen werden in den noch vorzulegenden Schuldatenblättern der Grundschulen dargestellt.

 

2. Szenarien:

Die hier dargestellten Vorschläge lassen sich in übergreifende, schulformbezogene und schulspezifische Szenarien kategorisieren. Zwischen allen drei Ebenen gibt es Überschneidungen und zwischen verschiedenen Szenarien Wechselwirkungen, so dass viele der Vorschläge nicht isoliert betrachtet werden können. Zudem gibt es einige Grundannahmen, die vorab betrachtet werden sollten.

 

2.1. Grundannahmen

 

  •    Schulgebäude:Die zukünftig zu erwartenden steigenden Schülerzahlen erfordern die fortwährende Nutzung aller bestehenden Schulgebäude, auch wenn im Rahmen der Umsetzung eines Szenarios eine oder mehrere Schulen auslaufen oder aufgehoben würden.
  •    Schulbezirke: Die für die Grundschulen bestehenden Schulbezirke bleiben bestehen, können jedoch über eine Satzungsänderung in ihrem Zuschnitt angepasst werden, wenn dies im Rahmen der Auslastung einzelner Schulen erforderlich erscheint. Für die weiterführenden Schulen sollen keine Einzelschulbezirke festgelegt werden. Hier gilt das gesamte Stadtgebiet als Einzugsbereich aller Schulen, um den Erziehungsberechtigten die Möglichkeit einzuräumen, aus den stadtweit zur Verfügung stehenden Optionen die passende Schule für ihr Kind auszuwählen.
  •    Grundschulen:Die Stadt Braunschweig hält grundsätzlich daran fest, auch weiterhin einzügige Grundschulen zu führen.
  •    Oberschulen:Prinzipiell wäre auch die Prüfung eines Szenarios zur Gründung von Oberschulen möglich. Die Einführung von Oberschulen in Niedersachsen hatte primär den Zweck, kleinere Schulstandorte insbesondere im ländlichen Raum durch Zusammenlegung auch in Zeiten des demographischen Wandels zu erhalten. Wie die Bevölkerungsvorausschätzung und die darauf basierende Schülerzahlprognose zeigen, kann in der Stadt Braunschweig mit langfristig steigenden Schülerzahlen gerechnet werden. Aufgrund der vielfältigen schulischen Angebote der in Braunschweig vertretenen Schulformen sieht die Verwaltung aktuell keinen Bedarf zur Errichtung von Oberschulen.
  • Einflüsse

von außerhalb: Veränderungen im schulischen Angebot benachbarter Kommunen können erhebliche Auswirkungen auf die Entwicklung der Braunschweiger Schullandschaft haben und somit selbst Fragestellungen für weitere Szenarien auslösen bzw. Prämissen von bereits berechneten Szenarien verändern

 

 


2.2 Übergreifendes Szenario („Querschnittsthema“)

 

Die Planung des schrittweisen Ausbaus der Ganztagsschulen betrifft verschiedene Schulformen:

  • nächste Stufe des Stufenplans Grundschulen, nachdem Stufe 3 (GS Ilmenaustraße, Lamme, Lehndorf, Querum und Waggum) gemäß Ratsbeschluss vom 27.05.2014 abgeschlossen wird,
  • Realisierung des Ganztagbetriebs im Hauptschulzweig der GHS Pestalozzistraße,
  • Perspektiven der HS Sophienstraße und der Realschulen (alle fortbestehenden Schulen außer Nibelungen-Realschule).

Die Gymnasien und Integrierten Gesamtschulen sind ebenso wie die Förderschulen (außer Heinrich-Kielhorn-Schule, s. u.) hiervon ausgenommen, weil bereits alle im Ganztagsbetrieb arbeiten.

 

2.3 Schulformbezogene und spezifische Szenarien

 

Grundschulen:

  •    allgemein: mögliche Auswirkungen des Ganztagsausbaus auf Grundschulen, die kein Ganztagsangebot haben
  •    spezifisch: Zukunft des Grundschulzweigs der GHS Pestalozzistraße (vor dem Hintergrund der Raumknappheit am Standort)

 

Hauptschulen:

  •    allgemein: Zukunft der Schulform (Schülerzahlprognosen, Übergangsquoten), Auswirkungen einer möglichen 6. IGS
  •    spezifisch: Umwandlung der HS Sophienstraße und des Hauptschulzweigs der GHS Pestalozzistraße in eine Ganztagsschule

 

Realschulen:

  •    allgemein: Zukunft der Schulform, Anzahl benötigter Realschulen (Schülerzahlprognosen, Übergangsquoten), Auswirkungen einer möglichen 6. IGS
  •    spezifisch: z. B. Ausbau der RS John-F-Kennedy-Platz als Ganztagsschule (evtl. Zusammenlegung mit RS Georg-Eckert-Straße)

 

Gymnasien:

  •    allgemein:Entwicklung insgesamt (Schülerzahlen, Auswärtige, Übergangsquoten), Auswirkungen einer möglichen 6. IGS, Folgen der Rückkehr zu G9
  •    Außenstellen Prüfung der Auflösung (insbesondere Ricarda-Huch-Schule und Neue Oberschule), hierbei auch Beachtung der Verteilung der Schülerinnen und Schüler auf die Gymnasien (Auslastungsgrad) und Vereinbarungen mit benachbarten Schulträgern

 

Integrierte Gesamtschulen:

Modell für eine 6. IGS, Schülerzusammensetzung, Auswirkungen auf andere weiterführende Schulen, ggf. Öffnung für Schülerinnen und Schüler umliegender Gemeinden

 

Förderschulen:

  •    allgemein: Auswirkungen der Inklusion, Weiterführung der Förderzentrumsarbeit bei zunehmend steigender Inklusion (Förderzentrum als „Schule ohne Schüler“ möglich?)
  •    spezifisch:Sch Lernen: Zukunft der Astrid-Lindgren-Schule und der Heinrich-Kielhorn-Schule (ggf. jahrgangsweises Auslaufen), Weiterverwendung der Schulanlagen

FöSch geistige Entwicklung: Raumbedarf der Oswald-Berkhan-Schule bei möglicherweise steigenden Schülerzahlen (mehr Auswärtige) unter Berücksichtigung der Kooperationsklassen an der GS Bürgerstraße und der RS Sidonienstraße

 

3. Ausblick Fortschreibung des SEP

Der zu erstellende SEP soll zukünftig nicht nur in eine jährliche Bildungsberichterstattung weiterentwickelt, sondern auch anlassbezogen fortgeschrieben werden. Dies betrifft insbesondere die Szenarien, wenn sich Rahmenbedingungen ändern.

 

3.1 Umsetzung der schulischen Inklusion:

 

Das Thema Inklusion könnte zum Anlass für eine Fortschreibung des SEP werden, wenn die für das Schuljahr 2015/2016 vorgesehene große Schulgesetznovelle des Landes beschlossen wird und die Bedingungen für die schulische Inklusion konkretisiert werden (z. B. dauerhafte mögliche Führung von Schwerpunktschulen auch über das das Schuljahr 2017/2018 hinaus).

 

3.2 Regionsdebatte:

 

Mit dem aktuellen Stand in der Regionsdebatte ist es noch nicht möglich, ein übergreifendes Szenario zu konstruieren. Je nach zukünftig realisierter Veränderung der kommunalen Strukturen könnte es bei den weiterführenden Schulen Auswirkungen hinsichtlich der Beschulung auswärtiger Schülerinnen und Schüler (z. B. Öffnung der Braunschweiger Gesamtschulen für umliegende Gemeinden) geben.

 

I. V.

 

gez.

 

Markurth

Erster Stadtrat

 

Anlage


Anlage/n:

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 2014-06-27 Schülerzahlprognose (741 KB)