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Rat und Stadtbezirksräte

Vorlage - 13776/14  

Betreff: Sachstand Lokaler Aktionsplan Braunschweig (LAP)
Status:öffentlichVorlage-Art:Mitteilung
Federführend:0500 Sozialreferat   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Integrationsfragen
16.07.2014 
Ausschuss für Integrationsfragen ungeändert beschlossen  (13776/14)  

Sachverhalt

1

 

Stadt Braunschweig

 

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4

Der Oberbürgermeister

Drucksache

Datum

Sozialreferat

13776/14

01.07.2014

 

 

 

 

Beteiligte FB /Referate /Abteilungen

Mitteilung

 

Beratungsfolge

Sitzung

 

Tag

Ö

N

Ausschuss für Integrationsfragen

16.07.2014

X

 

 

 

 

Überschrift, Sachverhalt

Sachstand Lokaler Aktionsplan Braunschweig (LAP)

 

 

Lokale Aktionspläne sind konkrete, vor Ort ausgearbeitete und umgesetzte Konzepte, die Vielfalt, Toleranz und Demokratie, den Ausbau von Vernetzungen und die dazu erforderlichen lokalen Strategien gegen fremdenfeindliche Tendenzen und für das Zusammenleben in Vielfalt vor Ort stärken sollen. Ein lokaler Begleitausschuss begleitet diesen Prozess.

 

Durch den Lokalen Aktionsplan konnte die Umsetzung des Kommunalen Handlungskonzepts „Integration durch Konsens“ in Braunschweig insgesamt vorangetrieben werden.

 

Zentrale Ansprechpartnerin ist für den Lokalen Aktionsplan die Koordinierungsstelle der Stadt Braunschweig im Sozialreferat, Büro für Migrationsfragen.

 

Förderperiode von 2007 bis 2010 Bundesprogramm VIELFALT TUT GUT. Jugend für Viel­falt, Toleranz und Demokratie, BMFSFJ

 

Unter dem Motto „Braunschweig öffnet Türen“ wurden im Rahmen des Lokalen Aktionsplans (LAP) in der ersten 3-jährigen Förderperiode des Bundesprogramms VIELFALT TUT GUT“ mehr als 70 integrative Projekte in Trägerschaft von Migrantenselbstorganisation, Bildungsinitiativen, Kultureinrichtungen oder Wohlfahrtsverbänden durchgeführt, die ein erhebliches integratives Potential entfalteten und so ein Klima für Toleranz und das Zusammenleben in Vielfalt vor Ort förderten. Dafür konnten Bundesmittel in Höhe von 393.000 Euro eingeworben werden

 

Förderperiode von 2011 bis 2014 – „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“, BMFSFJ

 

Die Stadt Braunschweig wurde erneut in das Förderprogramm des Bundes „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ ab 2011 aufgenommen, um mit diesen Mitteln den Lokalen Aktionsplan (LAP) fortzusetzen und vor allem Netzwerke, Bündnisse und neue Kooperationen in der Kommune zu erwirken.

 

Modellhaft wurden zwei Braunschweiger Stadtteile in den Blick genommen, verantwortliche Träger pro Stadtteil identifiziert (1. Siegfriedviertel/Diakonische Gesellschaft, 2. Heidberg/AWO Migrationsberatung) und in Zusammenarbeit mit Akteuren und Bürgern vor Ort stadtteil­bezogene Angebotsstrukturen entwickelt.

 

 

 

Im Rahmen des Lokalen Aktionsplanes wurden im Siegfriedviertel und im Heidberg
Befragungen zu gesundheitsspezifischen Themenbereichen durchgeführt. Ziel dieser Erhebung war die Klärung der Frage, wie sich gesundheitliche Belastungsfaktoren in den jeweiligen Lebenswelten auswirken und wie den Betroffenen die Inanspruchnahme von Hilfe und Behandlung erleichtert werden kann. Die Befragungsergebnisse dienen als Grundlage, um bedarfsgerechte Maßnahmen und Handlungsansätze in den Stadtteilen zu entwickeln. Dabei liegt der Fokus besonders auf der Beteiligung und Vernetzung von Nutzern und Anbietern des Gesundheitssystems sowie der Einbindung bereits vorhan­dener Angebote, um gemeinsam bedarfsgerechte Strukturen zu etablieren.

 

Daneben wurden stadtübergreifende Maßnahmen wie der „Tag der Toleranz“ oder der Stadt­plan zur Migrationsgeschichte gefördert.

 

In dieser zweiten Förderperiode konnten bislang Bundesmittel in Höhe von 162.000 Euro eingesetzt werden. Weitere Aufstockungsmittel in Höhe von 20.000 Euro wurden bereits zugesagt.

 

Aufstockung der LAP Fördermittel 2014

 

Kurzfristig wird Ende Juni 2014 dem LAP Braunschweig für weitere Aktivitäten ein Auf­stockungsbetrag von insgesamt mindestens 20.000 Euro in Aussicht gestellt. Während im Siegfriedviertel auf der Grundlage der gesundheitsbezogenen Bedarfsermittlung weitere konkrete gesundheitsbezogene Angebote umgesetzt werden sollen, stehen im Stadtteil Heid­berg vorrangig Veranstaltungen im Bereich Begegnung und Kultur im Vordergrund. Die für das zweite Halbjahr geplanten zusätzlichen Maßnahmen der beiden Stadtteile im Einzelnen:

 

Siegfriedviertel

 

  • Angebot einer Demenzschulung für Migranten durch ambet e. V. in Kooperation mit ambet e. V. und den Nachbarschaftshilfen, erste Einsätze der geschulten Demenz­begleiter.
     
  • Gründung eines Netzwerkes von Frauen und Müttern aus dem Stadtteil zwecks Erfah­rungsaustausch/mit Experten zum Thema Gesundheitsförderung und Krankheits­prävention.
     
  • Angebot einer mobilen Gesundheitsbegleitung an verschiedenen Standorten im Stadt­teil.

 

Heidberg

 

  • Herbstferien-Workshop in der Grundschule Heidberg zur Förderung des interkulturellen Verständnisses.
     
  • Maßnahmen zur Förderung des ehrenamtlichen bürgerschaftlichen Engagements von jungen Migranten in der örtlichen Jugendfeuerwehr.
     
  • Senioren aus aller Welt basteln gemeinsam im AWO Wohn- und Pflegeheim Dresden­straße.
     
  • „Der offene Heidberg“ – Interkulturelles Training zur Sensibilisierung der kulturellen Viel­falt.
     
  • Betrachtung von Migration, Integration und interkultureller Öffnung aus unterschied­lichen Blickwinkeln. Ziele sind die Stärkung und Förderung der eigenen Handlungskompetenzen.
     
  • „Theater für Alle“ – Aufführung von drei Theaterstücken im Stadtteil mit Themenbezug Migration/Integration für drei unterschiedliche Altersgruppen.
     
  • Internationales Konzert im Stadtteil im Rahmen der Interkulturellen Woche unter dem Thema „Gemeinsamkeiten finden, Unterschiede feiern“.

 

Ausblick

 

Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Manuela Schwesig, hat am 1. Juli das neue Bundesprogramm Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit als Nachfolgeprogramm vorgestellt. Die bisherigen Lokalen Aktionspläne können als Partnerschaften für Demokratie fortgesetzt werden und sich mit einem neuen Konzept sowie mit konkreten Maßnahmen vor Ort für Vielfalt und Demokratie stark machen. Sobald die Richtlinien erlassen sind, ist eine erneute Bewerbung der Stadt Braunschweig geplant. Über den Fortgang werden die Mitglieder des Ausschusses für Integrationsfragen informiert.

 

I. A.

 

gez.

 

Winkler