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Rat und Stadtbezirksräte

Vorlage - 13861/14  

Betreff: Analyse des Bedarfs an Sporthallen für den Schulsport
Status:öffentlichVorlage-Art:Mitteilung
Federführend:40 Fachbereich Schule   
Beratungsfolge:
Sportausschuss
19.12.2014 
Sportausschuss ungeändert beschlossen  (13861/14)  
Schulausschuss
19.12.2014 
Schulausschuss zurückgestellt  (13861/14)  
13.03.2015 
Schulausschuss ungeändert beschlossen  (13861/14)  
Schulausschuss

Sachverhalt
Anlage/n
Anlagen:
141120 Bericht Braunschweig - Schulsportbedarf Hallen 15

1

 

Stadt Braunschweig

 

TOP

 

 

 

Der Oberbürgermeister

Drucksache

Datum

FB Schule (FB40)

13861/14

16.12.2014

40.1-20-09.1

 

 

 

Beteiligte FB /Referate /Abteilungen

Mitteilung

 

0670

Beratungsfolge

Sitzung

 

Tag

Ö

N

Sportausschuss

19.12.2014

X

Schulausschuss

19.12.2014

X

 

 

 

 

Überschrift, Sachverhalt

Analyse des Bedarfs an Sporthallen für den Schulsport

 

 

Nach Erstellung des Berichts „Sport und Bewegung in Braunschweig – Grundlagen zur kommunalen Sportentwicklungsplanung“ (Ds 13551/14), in dem u. a. der Bedarf an Sportanlagen für den vereinsorganisierten Sport erhoben und mit dem Anlagenbestand bilanziert ist, wurde das Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung (ikps) beauftragt, den Sporthallenbedarf für die Braunschweiger Schulen zu ermitteln (Ds 13545/14). Der abschließende Bericht „Analyse des Bedarfs an Hallen und Räumen für den Schulsport in Braunschweig“ liegt nun vor und ist als Anlage dieser Mitteilung beigefügt.

 

Die Analyse fußt auf Erhebungsdaten des Schj. 2012/2013, die bereits im Rahmen der schulischen Befragung für den Grundlagenteil der Sportentwicklungsplanung erhoben wurden[1]. In die Berechnungen gingen alle allgemein bildenden und berufsbildenden Schulen in städtischer Trägerschaft ein. Schulen in anderer Trägerschaft blieben unberücksichtigt, da die Datenlage für diese unvollständig ist und die Stadt Braunschweig nicht verpflichtet ist, für andere Träger Sporthallen zur schulsportlichen Nutzung vorzuhalten.

 

Die Betrachtung der schulsportlichen Bedarfe erfolgte auf der Ebene von Stadtbezirken. Zwei Berechnungsmodi („faktisch“ und „rechnerisch“) wurden gewählt, bei denen jeweils die schulischen Bedarfe in Anlageneinheiten (AE) und der Bestand an städtischen bzw. für den Schulsport angemieteten Sporthallen gegenübergestellt und bilanziert wurden. Bei der faktischen Berechnung bleiben die tatsächlichen Hallengrößen unberücksichtigt, während in der rechnerischen Variante die Flächen der Sporthallen in anteilsmäßig eingehen.

 

Interpretation der Ergebnisse:

Die bilanzierten Einzelergebnisse der Stadtbezirke wurden anschließend aggregiert und zu jeweils einem gesamtstädtischen Ergebnis zusammengefasst. Hiernach ist ein faktischer gesamtstädtischer Überhang von 8,1 AE und ein rechnerisches Fehl von -0,2 AE ermittelt worden.

Eine Anlageneinheit entspricht einer Sport-Übungseinheit (ÜE), für die gemäß der ehemals geltenden Schulbauhandreichungen eine Sporthallengröße von 15 m x 27 m angenommen wird. Gymnastikräume, die von den Schulen auch für den Sportunterricht genutzt werden, blieben in der Berechnung komplett unberücksichtigt, da sie i. d. R. sehr klein und für einige Sportarten nicht entsprechend ausgestattet sind. Viele Sporthallen in Braunschweig sind kleiner als die 405 m², die als AE gezählt werden. Dies schlägt sich im präziseren rechnerischen Verfahren nieder. Aus diesem Grund gibt es dort im Gegensatz zur faktischen Betrachtung auch ein kleines Defizit. Die Differenzierung nach Stadtbezirken liefert zwar exaktere Informationen als eine stadtweite Betrachtung, stößt aber an ihre Grenzen, sobald einige der Schulen ihren Sport (teilweise) in Hallen anderer Stadtbezirke ausüben. Dies ist insbesondere bei Schulen, die nah an einer Stadtbezirksgrenze liegen, die eine oder mehrere Außenstellen haben oder die gegenwärtig nicht standortnah versorgt werden können, gegeben.

 

Die Berechnungen der Bedarfe basieren auf den Selbstauskünften der Schulen zur Anzahl der Sportgruppen und Pflichtstunden, jeweils differenziert nach Jahrgangsstufen. Somit ist eine gewisse subjektive Komponente enthalten, da es unwahrscheinlich ist, dass sämtliche Schulen die gleiche Auffassung über die Definition des Begriffs Sportgruppe haben. Kleine Sportgruppen im Rahmen von differenziertem Unterricht oder AGs haben zudem möglicherweise einen anderen Raumbedarf als ganze Klassenverbände, so dass nicht in jedem Fall eine AE benötigt wird. Die Summe der benötigten Wochenstunden, die aus der Anzahl der Sportgruppen und der Pflichtstunden errechnet wird, ist zudem mit dem Faktor 1,15 multipliziert worden, um „Spielraum für die Stundenplangestaltung“ (s. Anhang, S. 5) zu erhalten. Dieser Faktor beruht auf theoretischen Annahmen. Würde dieser Faktor reduziert werden, fielen auch die Defizite in den einzelnen Stadtbezirken geringer aus, bei einer Erhöhung des Multiplikators wäre das Gegenteil der Fall. Auf Bezirksebene sind die Ergebnisse wie folgt einzuordnen:

 

  • Westliches Ringgebiet, rechnerisches Defizit -6,5 AE: Insgesamt 12 Schulen werden mit 11 Hallen, von denen neun rechnerisch kleiner als eine AE bemessen sind, schulsportlich versorgt. Für die Förderschule Oswald-Berkhan-Schule wird ein Bedarf von 5,3 AE gemessen, der auf den ersten Blick sehr hoch erscheint, da dort im Schj. 2012/2013 lediglich 236 Schülerinnen und Schüler beschult wurden. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass zum einen die Klassen im Vergleich zu anderen Schulformen sehr klein sind und die Schule 4-5 Sport-Pflichtstunden für die einzelnen Schuljahrgänge angegeben hat.
  • Innenstadt, rechnerisches Defizit -4,4 AE: Die hohe Konzentration von stark nachgefragten Grundschulen, Realschulen und Gymnasien hat in den letzten Schuljahren für einen weiter steigenden Bedarf gesorgt. Zudem haben drei der großen Berufsbildenden Schulen ihren Hauptstandort in diesem Bezirk. Unter den insgesamt 12 genutzten Sporthallen befinden sich nur drei Zweifach- oder Dreifach-Sporthalllen.
  • Viewegs Garten-Bebelhof, rechnerisches Defizit -2,8 AE: Insbesondere der hohe Bedarf des Wilhelm-Gymnasiums und der Förderschule Hans-Würtz-Schule kann in den kleinen Sporthallen, die zur Verfügung stehen, rechnerisch nicht gedeckt werden.
  • Weitere Stadtbezirke mit festgestellten Defiziten: Zu den o. g. Bezirken kommen mit Wabe-Schunter-Beberbach (-2,1 AE) und Östliches Ringgebiet (-1,3 AE) noch zwei weitere. Im Stadtbezirk Wabe-Schunter-Beberbach wird die Situation dadurch entspannt, dass die IGS Querum die Sporthalle Husarenkaserne im Stadtbezirk Schunteraue nutzt.
  • Stadtbezirke mit Kapazitäsreserven: Diese befinden sich überwiegend am Stadtrand bzw. haben weniger Schulen bzw. Schülerinnen und Schüler zu versorgen (z. B. Lehndorf-Watenbüttel, Hondelage, Timmerlah-Geitelde-Stidien). Nicht genutzte Hallenressourcen, die eher an der Peripherie als im Zentrum der Stadt liegen, sind jedoch nicht nutzbar, wenn die Wegezeiten für die Schülerinnen und Schüler der Schulen, in denen der schulsportliche Bedarf höher als das Angebot ist, unzumutbar sind.

 

In der Zukunft sind jedoch höhere Schülerzahlen zu erwarten. In einer Mitteilung an den Schulausschuss (Ds 13737/14) wurde eine Schülerzahlprognose, die sich an den Annahmen der Bevölkerungsvorausrechnung des Referats für Stadtentwicklung und Statistik bis 2030 orientiert, vorgestellt. Demnach ist bis zum Schuljahr 2030/2031 mit 10-15 % steigenden Schülerzahlen zu rechnen. Die gestiegene Attraktivität der Stadt Braunschweig als Wohnort und die gleichzeitige Vermarktung neuer Wohngebiete sorgen für deutliche Wanderungsgewinne und somit auch für steigende Schülerzahlen im Primarbereich und Sekundarbereich. Hinzu kommen ab dem Schj. 2020/2021 die Auswirkungen der Rückkehr zum „G9“ im Sekundarbereich II (Abitur nach 13 Jahren an den Gymnasien), was dazu führt, dass ein ganzer Jahrgang mehr an den ohnehin stark nachgefragten Gymnasien zu beschulen ist. In der Schülerzahlprognose wurde bereits ein Rückgang der Nachfrage auswärtiger Schülerinnen und Schüler eingerechnet, da benachbarte Kommunen im Gegensatz zur Stadt Braunschweig keine steigenden Einwohnerzahlen erwarten. Sollten die errechneten Steigerungsraten der Schülerzahlen gemäß der Prognose eintreffen, sollte dies auch in der städtischen Sporthallenplanung für den Schulsport berücksichtigt werden. Hierzu ist die Prognose regelmäßig mit den tatsächlichen Schülerzahlen kommender Schuljahre abzugleichen und ggf. anzupassen. Dies soll im Schulentwicklungsplan (SEP) und seinen Fortschreibungen geschehen.

 

Die Ergebnisse des Fachgutachtens bestätigen die Ergebnisse verwaltunsginterner Berechnungen der letzten Jahre und zeigen mögliche Handlungsbedarfe in einzelnen Stadtbezirken auf. Eine Bedarfsbestimmung in dem Sinne, dass jeder Schulstandort um rechnerische fehlende Hallenkapazitäten nachzurüsten wäre, kann daraus nicht unmittelbar abgeleitet werden. Um den jeweiligen tatsächlichen Bedarf zu ermitteln, ist es erforderlich, genauere standortbezogene Betrachtungen durchzuführen und sozialräumliche Aspekte sowie vereinssportliche Belange zu berücksichtigen.

 

I. A.

 

gez.

 

Schebesta

 

Anlage


[1] Die Teilnahme hieran erfolgte freiwillig, so dass für einige Schulen Daten nacherhoben werden mussten. In einzelnen Fällen wurden Daten des Schj. 2013/2014 verarbeitet, wenn keine entsprechenden Angaben für das Schj. 2012/2013 vorlagen.


Anlage/n:

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 141120 Bericht Braunschweig - Schulsportbedarf Hallen 15 (145 KB)