Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Auszug

25.06.2015 - 4.2 Flüchtlingssituation in Kralenriede

Beschluss:
zur Kenntnis genommen
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Wortprotokoll

Nachfragen zur Mitteilung werden beantwortet und Möglichkeiten der Verbesserung der Situation diskutiert.

 

Frau Dr. Hanke verweist darauf, dass regelmäßiger Kontakt zur Landesaufnahmebehörde (LAB)bestehe.

Grundsätzlich sei aber das Land zuständig und somit seien die Einflussmöglichkeiten der Stadt begrenzt.

 

Es werde nach Ausweichquartieren gesucht. Sofern diese nicht in unmittelbarer Nähe zur LAB liegenrden, entstehe in der Folge das Problem, wie die Betreuung der Flüchtlinge sichergestellt werden könne.

 

Die Nachfrage von Ratsfrau Schmedt zum Sachstand der kostenfreien Nutzung des Heimausweises für den öffentlichen Nahverkehr wird wie folgt zum Protokoll beantwortet:

 

"Eine abschließende Entscheidung des Landes liegt noch nicht vor."

 

Auf Wunsch von Frau Schütze wird darüber hinaus als Anlage zum Protokoll nachgereicht, wie sich der allgemeine Gesundheitszustand der Flüchtlinge darstellt.

 

Medizinische Versorgung der Asylsuchenden in der Landesaufnahmebehörde  Braunschweig (LAB) - Stand 2. Juli 2015

 

Es fanden telefonische Rücksprachen mit dem Allgemeinmediziner Herrn Dr. Lutter am 30. Juni sowie mit dem Leiter des Sozialdienstes der LAB Herrn Schulte am 2. Juli statt.

 

Gespräch mit Herrn Dr. Lutter:

Die Gemeinschaftspraxis Dr. Piest/Dr. Lutter hält zweimal wöchentlich dienstags und don-nerstags eine Sprechstunde ab, meist in der Zeit zwischen 11:00 bis 15:00 Uhr für jeweils

1 ½ Stunden. Diese Sprechstunde wird durch den Johanniter-Gesundheitsdienst aus der Landesaufnahmebehörde organisiert, d. h., die Patientenvorauswahl und die Terminierung erfolgen durch die Pflegekräfte des Johanniter-Dienstes. Meist werden Asylsuchende mit chronischen Vorerkrankungen (z. B. Diabetes mellitus, Herzerkrankungen) oder mit akuten Magen-, Kopf- und Bauchschmerzen vorgestellt. Bei chronischen Erkrankungen werden Kassenrezepte mit der Verordnung von Folgemedikationen ausgestellt.

Herr Dr. Lutter führte aus, dass sich die Sprechstunde, auch mit der Anzahl der Termine, in den letzten Monaten nicht geändert habe. Komplexe Probleme mit psychischen Traumafol-gen müssten seltener bearbeitet werden. Für Trauma-Klienten gibt es eine strukturierte Zu-sammenarbeit der LAB mit einer niedergelassenen Psychologin sowie mit der Psychothera-peutischen Ambulanz der Technischen Universität Braunschweig. Das bedeutet, dass offen-sichtlich traumatisierte Asylsuchende nicht in der Praxis Dr. Piest/Dr. Lutter vorgestellt wer-den, sondern sie werden direkt in ein Fachgespräch mit einem Psychologen gesteuert. In der Regel finden dann 3 psychologische Gespräche pro Asylsuchendem statt. Allen Patienten mit offensichtlichem Trauma wird durch den Gesundheitsdienst der Johanniter ein Screening-Bogen mit 10 20 Fragen vorgelegt, nach dem entschieden wird, ob bereits vor Verlegung in die Zielkommune eine psychologische Fachbetreuung erforderlich ist. Dieses Screening gibt es seit ca. 3 Monaten.

Gelegentlich werden infektiöse Erkrankungen wie Varizellen (Windpocken) oder Scabies (Krätze) in der Sprechstunde gesehen. Ausbrüche von Infektionserkrankungen sind von Herrn Dr. Lutter bisher nicht festgestellt worden. Kinder werden in der hausärztlichen Praxis nicht behandelt.

 

Gespräch mit Herrn Schulte, Leitender Sozialarbeiter in der LAB:

Seit Oktober 2014 gibt es eine Rund um die Uhr-Betreuung im Gesundheitsdienst der Johanniter. Die Tagesschicht ist mit zwei Mitarbeitern besetzt, Abend- und Nachtschicht mit je einem Mitarbeiter. Der Nacht-Mitarbeiter ist an der Pforte stationiert, macht eine Erstversor-gung und ruft ggf. den Notfallärztlichen Dienst oder den Rettungsdienst an.

Facharzttermine werden reichlich und direkt über die Pflegekräfte des Johanniter-Dienstes für die Asylsuchenden vergeben. Hier gibt es eine gut funktionierende Zusammenarbeit mit den Ärzten im niedergelassenen Bereich. Kinder werden bei Anlass einem Kinderarzt vorge-stellt. Man wisse, dass Kinderärzte durchaus auch mal impfen, in welchem Ausmaße, sei unbekannt.

Schwangere erhalten in der Regel einen Termin beim Frauenarzt, damit ein Mutterpass aus-gestellt werden kann. In seltenen Fällen, bei schneller Verlegung in die Zielkommune, kann der Termin erst in der Zielkommune stattfinden.

Zusammenfassung:

Trotz des hohen Arbeitsanfalls ist die medizinische Versorgung für die Asylsuchenden gut geregelt. Weder von Herrn Schulte noch von Herrn Dr. Lutter werden zurzeit Veränderungs-bedarf gesehen.

 

Fazit:

Aktuell kein Handlungsbedarf.

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Abstimmungsergebnis:

zur Kenntnis genommen

 

 

 

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Anlagen zur Vorlage

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Anlagen

Erläuterungen und Hinweise