Rat und Stadtbezirksräte
14.06.2018 - 3.1 Baumbestand Jasperallee - Denkmalgerechte Rekon...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 3.1
- Sitzung:
-
Sitzung des Grünflächenausschusses
- Zusätze:
- Verantwortlich: Geiger
- Gremium:
- Grünflächenausschuss
- Datum:
- Do., 14.06.2018
- Status:
- gemischt (Sitzung abgeschlossen)
- Uhrzeit:
- 10:30
- Anlass:
- Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Mitteilung
- Federführend:
- DEZERNAT VII - Finanzen, Stadtgrün und Sportdezernat
- Beschluss:
- zur Kenntnis genommen
Wortprotokoll
Ausschussvorsitzender Ratsherr Dr. Mühlnickel führt in das Thema ein, woraufhin Herr Erster Stadtrat Geiger im Anschluss detailliert den bisherigen Verlauf der Verwaltungsaktivitäten schildert. Er bittet um eine Aussprache, nicht nur zum Inhalt, sondern auch zum Verfahren, wie zum Beispiel einer von der Verwaltung angestrebten Befassung des Rates sowie der Art und Weise einer möglichen Bürgerinformation. Er verweist auf die Vielschichtigkeit der Thematik, die neben den Belangen des Denkmalschutzes auch die biologischen Facetten von Einzelbäumen, die gestalterischen Merkmale von Alleen, standörtliche Voraussetzungen für ein gesundes Baumwachstum und auch die Wohlfahrtswirkungen von Bäumen umfassen. Dabei wird die Mitteilung in ihren einzelnen Abschnitten erläutert. Herr Erster Stadtrat Geiger wirbt für einen konstruktiven Dialog und stellt heraus, dass die Verwaltung noch nicht entschieden hat, welche Handlungsvariante sie den Gremien vorschlagen wird.
Ratsherr Edelmann berichtet von Sitzungen des Stadtbezirksrates 120, Östliches Ringgebiet, der das Thema mehrfach erörtert hat und eine zusätzliche Bürgerinformationsveranstaltung mehrheitlich für nicht notwendig erachtet hat, so dass er den vorgeschlagenen Gremienlauf für ausreichend hält.
Ratsfrau Palm hält eine Anliegerversammlung vor dem Hintergrund guter Erfahrungen im Zusammenhang mit der Umgestaltung des Nibelungenplatzes für zweckdienlich.
Herr Loose berichtet rückblickend auch von einer mehrere Jahre zurückliegenden Umgestaltung des Mittelstreifens des Altewiekrings, zu der es eine ähnliche Diskussion gab. Auch hier wurde eine Entfernung der Bestandsbäume und komplette Neugestaltung beschlossen die fachlich überzeugen konnte. Zudem geht er auf die vorgestellten zwei Varianten ein und berichtet, dass auch eine dritte Variante "keine Veränderung" möglich sei. Bisherige Nachpflanzungen von Ahornbäumen wurden aufgrund sehr schlechter Erfahrungen eingestellt. Linden sind hier bei Nachpflanzungen dagegen gut geeignet. Er berichtet von der möglichen Erneuerung in drei Teilabschnitten und dem bisher geführten Dialog mit der unteren und der oberen Denkmalschutzbehörde. In der konkreten Situation soll hier das Allleebild gleichgroßer und gleichalter Bäume und Gehölze einer Art der Maßstab sein. Anhand von Bildsimulationen werden die möglichen Varianten ca. 10 Jahre nach einer Pflanzung betrachtet. Erster Stadtrat Herr Geiger macht zusätzlich auf eine Grafik zur Biomasseentwicklung aufmerksam, in der nach ca. 20 Jahren die Biomasseentwicklung der neuen Bäume größer wäre als bei einer Bepflanzung der Lücken und Erhalt der Bestandsbäume.
Herr Friedrich ergänzt die Ausführungen um einen Bericht zur Jasperallee als wichtige Straße und Kulturdenkmal in einem geschlossenen Wohngebiet um 1900. Er stellt heraus, dass es sich bei einer Allee um Bäume gleicher Art und gleicher Größe handelt. Anhand von Fotodokumenten wird die Baumpflanzung der Linden um 1900 erläutert. Eine zukünftige Gestaltung hat sich dem Denkmalcharakter anzupassen. Für die Jasperallee bedeutet dies die Pflanzung größerer Bäume und eine Stärkung der Einheitlichkeit. Der ursprüngliche Alleecharakter sollte wieder hergestellt werden.
Ausschussvorsitzender Ratsherr Dr. Mühlnickel fragt, inwieweit es Vorgaben zu den Baumarten gibt und welcher Schädigungsgrad die derzeitigen Bäume aufweisen würden. Herr Friedrich berichtet, dass aufgrund der Historie Linden zu bevorzugen sind. Sollte jedoch diese Baumart, z. B. bzgl. Klima oder Stadtunverträglichkeit als nicht sehr sinnvoll erscheinen, könnte ggf. eine andere Baumart diskutiert werden. Herr Loose verweist auf das digitale Baumkataster, in der die Vitalitätseinstufungen hinterlegt sind. Gleichzeitig wird die Verwaltung die gewünschten Informationen aber noch einmal in Tabellenform zur Verfügung stellen (Anlage 1).
Ratsherr Rosenbaum berichtet, dass er das Thema nicht auf der Tagesordnung des Stadtbezirksrates 120 gefunden hätte. Ratsherr Edelmann erwidert, dass es dennoch die erwähnte Stadtbezirksratsabstimmung gab. Er regt an, die vorgeschlagene Anliegerinformation direkt vor der Stadtbezirksratssitzung 120 am 13. September 2018 durchzuführen.
Ratsherr Rosenbaum fragt, inwieweit die Jasperallee unter Denkmalschutz steht. Außerdem hat es im Jahr 2012 eine Umgestaltung der Jasperallee gegeben, wobei es aus seiner Sicht auch zu Nachpflanzungen kam, und fragt nach deren Kosten. Erster Stadtrat Herr Geiger definiert zum besseren Verständnis den Allee-Begriff. Herr Friedrich berichtet, dass er die Denkmalausweisung schon zur Verfügung gestellt hat und es sich um ein Kulturdenkmal handelt. Darüber hinaus stehen ca. fünfzig Prozent der anliegenden Häuser ebenfalls unter Denkmalschutz. Herr Loose berichtet, dass Nachpflanzungen mit der damaligen Straßensanierung nichts zu tun hatten. Er verweist anschließend auf die zusätzlich geplanten Rekonstruktionen der Promenadengitter. Zudem ist eine Wegerneuerung zwischen den Bäumen nur in der abschnittsweisen Variante möglich. Es sind weiterhin Sitzmöglichkeiten und Fahrradabstellanlagen in den Planungen enthalten.
Im Anschluss wird von mehreren Ausschussmitgliedern eine Anliegerinformation vor der Sitzung des Stadtbezirksrates 120, Östliches Ringgebiet, am 13. September 2018 befürwortet, wobei vorher schon eine weitergehende interfraktionelle Abstimmung untereinander ins Auge gefasst wird.
Ratsfrau Schneider spricht sich für ein behutsames Vorgehen aus. Zudem hat sie unterschiedliche Baumaltersangaben und fragt auch nach der Meinung des BUND. Eine Informationsveranstaltung befürwortet sie. Herr Loose erwidert, dass die Verwaltung mit dem BUND im Austausch steht. Weiterhin ist eine genaue Baumalterbestimmung nicht zerstörungsfrei möglich, weshalb Näherungsverfahren angewandt werden.
Herr Hanker sieht viel Fachwissen auf Seiten der Verwaltung und der Bürgerinitiative Baumschutz vorhanden und spricht sich zusätzlich für die Mitbetrachtung des Bienenschutzes aus. Aus seiner Sicht wäre auch die Verwendung mehrerer Baumarten denkbar.
