Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Auszug

21.08.2018 - 3.4 Holzmoor - Kartierergebnisse

Beschluss:
zur Kenntnis genommen
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Wortprotokoll

Herr Dr. Rehfeldt stellt die Kartierergebnisse vor. Er verdeutlicht, dass aufgrund der 2018 durchgeführten Zaunkartierung eine Nutzung der Vorhabenfläche als Landlebensraum insbesondere durch die Erdkröte und den Teichmolch, in geringerer Anzahl auch durch den Teichfrosch und den Bergmolch erfolge. Von den beiden streng geschützten Arten Knoblauchkröte und Kammmolch seien nur Einzeltiere festgestellt worden.

 

Ergänzend seien von März 2018 bis in den Sommer 2018 hinein Kartierungen an sechs Stillgewässern in der Wabeniederung im Westen des Baugebietes durchgeführt worden. Neben den ungefährdeten Arten Erdkröte, Grasfrosch, Teichfrosch und Teichmolch habe auch der in Niedersachsen gefährdete und nach FFH-Richtlinie streng geschützte Kammmolch an insgesamt drei Gewässern festgestellt werdennnen. Für alle fünf Arten läge ein Reproduktionsnachweis vor. Die Knoblauchkröte sei an den Untersuchungsgewässern nicht vorgefunden worden.

 

Ratsherr Dr. Büchs bemängelt die zu geringe Länge des Amphibienzauns. Er nimmt außerdem Bezug auf die 11 untersuchten Gartenteiche, die entfallen sollen. Hierzu sollte ein Bericht nachgereicht werde. Ratsherr Dr. Büchs fragt außerdem, warum der Bestand an Wildbienen nicht untersucht worden sei.

 

Herr Dr. Rehfeldt erklärt, dass der Zaun so bemessen sei, dass aufgrund der Existenz von Laichgewässern die höchste Wanderungsrate berücksichtigt werden könne. Die Wildbienen seien im Einzelnen nicht erfasst worden. Herr Dr. Rehfeldt informiert, dass es wichtig sei, in Bebauungsgebieten generell Blühstreifen oder ähnliches anzulegen, wovon auch Wildbienen profitieren würden.

 

Frau Dr. Goclik weist darauf hin, dass die Amphibienerfassung 2015 im Vergleich zu 2018 mangelhaft durchgeführt worden sei. Durch die zwischenzeitlich erfolgten Erdbewegungen und Abrissarbeiten sei die Vergleichbarkeit nicht gegeben. Ergänzung im Rahmen der Genehmigung des Protokolls am 19. September 2018: Sie weist darauf hin, dass balzende Knoblauchkröten in der Wabeaue gehört wurden. Sie bemängelt außerdem die Leerung der Fangeimer, die üblicherweise in den frühen Morgenstunden und nicht vormittags bis 11:00 Uhr erfolge. Frau Dr. Goclik macht außerdem darauf aufmerksam, dass üblicherweise von der vorhandenen Population nur ca. 1/3 der Tiere zu den Laichgewässern wanderten. Sie regt an, bei zukünftigen Bebauungsplanverfahren neben Heuschrecken auch Falter und Wildbienen zu erfassen.

 

Auch Ratsherr Dr. Büchs bemängelt den Einfluss durch die Abbrucharbeiten. Herr Dr. Rehfeldt erklärt, dass die Begleitung durch sein Büro bis zum Ende der Abbrucharbeiten erfolge. Zum Ende der Arbeiten werde noch ein abschließender Bericht vorgelegt.

 

Ratsherr Dobberphul fragt, ob das Gebiet nunmehr weitgehend artenfrei sei. Herr Dr. Rehfeldt bestätigt dies.

 

Nach weiterer Diskussion regt Ratsfrau Palm ein Gespräch außerhalb der Ausschusssitzung an, um Detailfragen mit Herrn Dr. Rehfeldt zu klären. Sie bietet an, dass das Gespräch über die SPD-Fraktionsgeschäftsstelle vorbereitet werde. Frau Dr. Goclik regt an, dass an diesem Gespräch auch ein Vertreter der Naturschutzbehörde der Verwaltung teilnehmen solle.

 

Stadtbaurat Leuer fragt Herrn Dr. Rehfeldt, ob die im Gebiet Holzmoor erfolgte Untersuchung umfassend beauftragt worden sei. Herr Dr. Rehfeldt bestätigt dies, die Untersuchung des Gebietes sei umfänglich sach- und fachgerecht durchgeführt worden. Im Fokus hätten die streng geschützten Arten Knoblauchkröte und Kammmolch gestanden. Diese Bestände seien hinreichen erfasst worden.

 

Stadtbaurat Leuer betont, dass somit ein guter Untersuchungsrahmen vorliege. Nunmehr müsse die weitere Planung erfolgen.

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Der Ausschuss nimmt die Mitteilung zur Kenntnis.

 

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Anlagen zur Vorlage

Erläuterungen und Hinweise