Rat und Stadtbezirksräte
07.05.2019 - 3.1 Vortrag: Ergebnisse aus Verkehrsgutachten Hagen...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 3.1
- Gremium:
- Planungs- und Umweltausschuss
- Datum:
- Di., 07.05.2019
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:00
- Anlass:
- Sitzung
- Beschluss:
- zur Kenntnis genommen
Wortprotokoll
Stadtbaurat Leuer führt ein. Es handelt sich um einen unter Einbindung des Büros Ackers Partner Städtebau in Workshops entwickelten Entwurf, der die voraussichtliche Lage der ÖPNV-Haltestellen beinhaltet und nur marginale Eingriffe in die Platzstruktur vorsieht. Es gilt, die ÖPNV-Bevorrechtigung und die Belange der Radfahrenden und Fußgänger*innen angemessen zu berücksichtigen. Die bisherigen Ergebnisse werden in einem weiteren Workshop am 27. Mai 2019 präsentiert und weiter diskutiert. Ziel ist ein für alle Verkehrsteilnehmer*innen tragfähiges Gesamtgefüge.
Herr Michael und Frau Bennecke (WVI GmbH) tragen vor inklusive Beamerpräsentation und Simulation des Verkehrsgeschehens am Hagenmarkt unter realen Bedingungen.
Wesentliche Ergebnisse des Gutachtens (auf Basis von Prognosen für das Jahr 2030):
- Die Erreichbarkeit der Innenstadt ist auch zukünftig in derselben Qualität wie im Bestand möglich.
- Der Verzicht auf den Linksabbieger aus der Casparistraße wirkt sich positiv auf die Gesamtleistungsfähigkeit aus, da eine eigene Signalphase entfällt.
- Durch den Umbau wird unerwünschter Durchgangsverkehr in der Nord-Süd-Relation vom Bohlweg verdrängt und auf andere Hauptverkehrsstraßen verträglich verlagert.
- Gegenüber dem heutigen Verkehrszustand tritt eine deutliche Verbesserung des Verkehrsablaufes ein.
- Ein leistungsfähiger Verkehrsablauf ist für alle Verkehrsarten auch in den täglichen Spitzenstunden möglich.
Bürgermitglied Becker fragt, ob ein Vorher-Nachher-Vergleich zu den CO2-Emissionen angestellt wurde. Herr Michael antwortet, dass dies nicht Bestandteil des Auftrags war, auf Grundlage der Simulationen aber eine Erhebung möglich ist.
Auf Frage des Ratsherrn Dobberphul antwortet Herr Michael, dass die derzeitige Planung Richtung Bohlweg bis Dankwardstraße Einspurigkeit in Überbreite vorsieht, sodass Überholvorgänge möglich sind. Inwieweit es einspurig oder zweispurig weitergeht und wie Radwege gestaltet werden, wird im weiteren Prozess untersucht, kündigt Stadtbaurat Leuer an.
Ratsherr Manlik empfindet es als problematisch, dass zum Erreichen der Stadtbahn die Fahrbahn gequert werden muss. Dies könne Gefahrensituationen hervorrufen. Er sieht es zudem kritisch, dass der Hagenmarkt zum Hauptumschlagplatz für Stadtbahnen wird. Der Verkehr wirke sich negativ auf die Aufenthaltsqualität aus. Er spricht sich gegen Separation aus und empfiehlt zu prüfen, ob die abbiegenden Stadtbahnen eingepflastert ohne eigene Trasse verkehren können. Er hätte gern Attraktivität für Pkw-Durchfahrtsverkehr aufrechterhalten sowie eigene Radverkehrsstreifen.
Herr Michael betont die Verbesserungen für Radfahrende und Fußgänger*innen. Mittig gelegene Stadtbahnhaltestellen seien durchaus üblich. Geplant sei, dass eine komplexe vollverkehrsabhängige Lichtsignalsteuerung den Pkw-Verkehr leistungsfähig hält.
Stadtbaurat Leuer ergänzt, die aufgezeigte verkehrliche Planung habe gerade den Zweck, mehr Stadtbahnen im Straßenraum abzuwickeln mit nur ganz geringen Eingriffen in den Hagenmarkt. Die Platzgestaltung kommt zuerst, ohne zusätzliche Eingriffe folgt zuletzt die Stadtbahntrassierung.
Ratsherr Dr. Büchs kritisiert, dass der Stau Richtung Westen grundsätzlich erhalten bleibt. Er schlägt vor, die zweite Geradeausspur für Rechtsabbieger Richtung Bohlweg zu öffnen. Alternativ solle der Pkw-Verkehr nur bis zur Dankwardstraße geleitet und eine Durchfahrung des Bohlweges unterbunden werden.
Ratsfrau Mundlos sieht den Paradigmenwechsel (Bevorrechtigung ÖPNV) mit Sorge für Zielgruppen, die auf Pkw-Nutzung angewiesen sind (z. B. Ältere, Familien mit Kindern). Sie fragt nach dem Zeitplan für eine Beschlussvorlage, nach der Finanzierung und inwieweit z. B. der AAI eingebunden wird.
Stadtbaurat Leuer betont, die Mikrosimulation zeigt, dass der ÖPNV bevorrechtigt wird, ohne z. B. die Erreichbarkeit der Parkhäuser zu verschlechtern. Beschlussvorlagen werden den Ratsgremien nach umfangreichen Beteiligungsprozessen u. a. zur Gestaltung des Hagenmarktes und im Rahmen des Stadtbahnausbaukonzeptes vorgelegt. Das Hägener Forum und der AAI begleiten diesen Prozess von Beginn an positiv. Der Bau der Stadtbahnhaltestellen ist von Fördermitteln abhängig. Für die Gestaltung der Platzinnenflächen (ohne Verkehrsflächen) sind im Haushalt 2019 für die Jahre 2019 bis 2021 1,3 Millionen Euro eingeplant.
Auf Frage des Ratsherrn Kühn bekräftigt Herr Michael, dass bestehende Verkehrsbeziehungen weiterhin in der gewohnten Leistungsfähigkeit möglich sein werden. Die Menge an Fußgänger*innen, Radfahrenden usw. wurde mithilfe einer modernen Videoerhebung ausgewertet. Man habe darüber hinaus simuliert, dass bis 2030 die Fahrradnutzung um 15 % steigt und der Pkw-Durchfahrtsverkehr Richtung Bohlweg von 3.800 auf 3.100 sinkt. Das Geschwindigkeitsprofil (Tempo 30 oder 50) in der Simulation basiert auf dem Status Quo, antwortet Herr Michael Ratsherr Kühn.
Ratsfrau Schneider dankt für den behutsamen Versuch, ÖPNV, Fuß- und Radverkehr zu begünstigen, ohne den Pkw-Verkehr zu beeinträchtigen. Auf ihre Frage eingehend, erklärt Stadtbaurat Leuer, dass im weiteren Prozess untersucht wird, den von der Casparistraße kommenden Radverkehr attraktiver zu gestalten.
Auf Anmerkung des Ratsherrn Möller erläutert Herr Michael, dass die Simulation die Hauptverkehrszeit abbildet. Die ÖPNV-Bevorrechtigung für diesen Zeitraum aufzuheben, sei auch ausgehend von der heutigen Menge des Pkw-Verkehrs nicht nötig.
Protokollnotiz: Die Präsentation ist im Protokoll zur Sitzung zu TOP 3.1. öffentlich hinterlegt.
Anlagen
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1
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(wie Dokument)
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2,4 MB
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